Sakuraba: Das Haus der roten Töchter

Das Haus der roten Töchter

  • Kazuki Sakuraba, aus der englischen Übersetzung von Jocelyne Allen übertragen von Marie Rahn
  • Heyne Verlag, 14. Januar 2019
  • Taschenbuch, 496 Seiten
  • 10,99 € (D), 11,30 € (A)
  • ISBN 978-3-453-42297-1

Inhalt

Kazuki Sakuraba schildert die Geschichte einer Familie, die durch ihre Stellung und ihr Unternehmen prägend für die ländliche Gegen in der Nähe des japanischen Meeres ist.

Zuerst begegnet uns die Großmutter, die als kleines Mädchen vom „Bergvolk“ ausgesetzt wurde und als junge Frau in die Familie einheiratet. Die Zeit ist noch geprägt von einem starken Glauben an Götter und das Schicksal. und beginnendem industriellen Aufschwung. In diesen Aufschwung hinein wird die Tochter der Großmutter geboren – eine Feuerpferdfrau (geboren im Jahr 1966, dem Jahr des Feuerpferdes). Sie agiert ihre ganze Lebendigkeit aus – allen Traditionen und Anständigkeiten zum Trotz – erlebt aber auch den beginnenden Untergang der Großindustrie. Ihre Tochter wächst in einer Zeit nach der großen Wirtschaftskrise in Japan auf, in der sich das Leben auf dem Lande mehr und mehr vom Leben in den Städten abtrennt, aber doch eine lebenswerte Eigenständigkeit erreicht.

Jede dieser drei Frauen führt zu ihrer Zeit das Familienimperium an, hat mir ihren jeweils ganz eigenen Sorgen und Problemen zu kämpfen und muss sich in ihrer Zeit ihren Platz erkämpfen.

Drei verschiedene Personen, drei unterschiedliche Zeiten, drei individuelle Persönlichkeiten – und doch stehen alle drei vor den gleichen grundsätzlichen Lebensfragen und -herausforderungen.

Subjektive Eindrücke

Meiner Meinung nach hat Kazuki Sakuraba über ihre drei Protagonistinnen einen guten Streifzug durch drei Generationen Entwicklung in Japan (zumindest der ländlichen Gebiete) gegeben. Jede Zeit kann man beim Lesen in ihrer speziellen Ausprägung erfahren. Jede Zeit spiegelt sich ganz konkret und nachvollziehbar in den drei Frauen wider. Insbesondere im ersten Teil, wo Traditionen noch eine stärkere Rolle in Japan spielten, kann man gut in die Atmosphäre eintauchen. Zunehmend nähern sich die Zustände aber dann „unseren westlichen“ Zuständen deutlich an.

Es ist kein Abenteuerroman, sondern eher ein Entwicklungsroman, ja, vielleicht eine Familiensaga. So wechseln sich langsamere und schnellere Passagen ab. Das Lesen wird eigentlich nie langweilig. Allerdings gibt es ein paar Stellen, an denen mit einem äußeren Blick und sehr sachliche die geschichtliche/gesellschaftlichen Entwicklung beschrieben wird, also ohne Bezug zu den Personen des Buches. Diese Stellen waren für mich ein wenig langatmig.

Als ich gelesen habe, dass es sich um eine Übersetzung einer englischen Übersetzung des Originals handelt, war ich etwas skeptisch. Bei jedem Übertragungsschritt gehen doch Nuancen verloren. An einigen wenigen Stellen ist das tatsächlich zu spüren, was ich sehr schade finde.

Fazit

Eine interessante Familiensaga, die drei Generationen japanischer Frauen in ihrem gesellschaftlichen Kontext mit ihren ganz eigenen Persönlichkeiten darstellt. Japan-Freunde sollten sich das nicht entgehen lassen.

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2 Gedanken zu “Sakuraba: Das Haus der roten Töchter

    • Naja, wenn man an das Traditionsbewusstsein denkt, dann wird es schon verständlich, dass eine Familienlinie aufrecht erhalten wird. Ob man damit immer ein Unternehmen verbinden muss, weiß ich nicht. Hätte ich wohl auch nicht getan. Aber es scheint doch irgendwie logisch. Mit irgendetwas muss die Familie ja ernährt werden.

      Gefällt 1 Person

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