Clark: Von Zeit und Macht

Von Zeit und Macht – Herrschaft und Geschichtsbild vom Großen Kurfürsten bis zu den Nationalsozialisten

  • Jordan B. Peterson, aus dem Englischen von Norbert Juraschitz
  • Deutsche Verlags-Anstalt, 12. November 2018, 7. Auflage
  • Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
  • 26,00 € (D), 26,80 € (A)
  • ISBN 978-3-421-04830-1

Inhalt

Diesmal möchte doch ein Stück Klappentext zeigen, weil es/er recht treffend beschreibt, worum es im Buch geht: „Wer Macht hat, verortet sich in der Zeit. Er begreift sich als Teil der Geschichte und schafft damit das Geschichtsbild seiner Epoche. Vier solcher Geschichtsbilder betrachtet dieses Buch: das des Großen Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich II. von Preußen, Bismarcks und der Nationalsozialisten.

In einer Einleitung erklärt Christopher Clark das Anliegen des Buches und was er unter „Historizität“ versteht. In einem knapp 20 Seiten langen Epilog fasst er die wichtigsten Erkenntnisse der vier Analysen kurz zusammen.

Subjektive Eindrücke

Es geht in dem Buch nicht um die Veränderungen der Ausprägungen oder des Verständnisses von Macht, was ich zuerst angenommen hatte. Es geht darum, wie sich die Machthaber im Rahmen der Geschichte sehen, wie sie durch entsprechende Texte, Reden und ggf. auch Kunstwerke dazu beitragen, die Wahrnehmung von Geschichte in ihrem Sinne zu lenken. Im Epilog nennt Christopher Clark es „Legitimation“ der Macht.

Die Einleitung war für mich etwas schwierig zu lesen, weil doch viele Fachbegriffe vorkommen und auch die Sprache eben die Sprache der entsprechenden Wissenschaftscommunity ist. Den vier Analysen konnte ich gut folgen, auch wenn der bestimmende Schreibstil geschichtswissenschaftlich bleibt, aber ohne mit Fachvokabular einzuschüchtern.

Es geht nicht um die konkreten geschichtlichen Ereignisse und Abläufe, sondern darum, unterstützt durch viele Beispiele ein Gefühl für die oben erwähnte Historizität, also das Begreifen der eigenen Stellung in der Geschichte und des prinzipiellen Gangs geschichtlicher Entwicklung. Das ist dem Autor für mich sehr gut gelungen. Der Epilog hat das aus meiner Sicht noch einmal gut zusammengefasst.

Die kurze Schau auf die aktuelle Situation und das derzeitige Begreifen unserer Einbettung in Geschichte war sehr interessant, aber auch ein wenig bedrückend überraschend.

Fazit

Ein für mich ganz neuer Blick auf Geschichte, spannend und erhellend. Sehr lehrreich.

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10 Gedanken zu “Clark: Von Zeit und Macht

  1. Toll! Danke vielmals, Hermine! Dieses Buch kommt mir sehr gelegen. Bin seit einiger Zeit diese Epoche genauer zu beackern. Die aktuelle Aussage, dass die „Weimarer Republik“ ein „Testfall der Demokratie“ war, will mir nicht so ganz in den Kopf. Da waren mir zu viele „althergebrachte Besitzstände“, die trotz des WWI mache Gruppen nicht aufgeben wollten. Beste Wünsche zum Wochenende! LG Michael

    Gefällt 1 Person

    • Über die konkreten Herrschaftsformen erfährt man nur so viel, dass man die Ausführungen darüber, wie sie sich mit Hilfe von „Zeitnarrativen“ legitimiert haben, verstehen kann. Aber trotzdem sehr interessant. Mehr wäre vielleicht auch zu viel gewesen. Muss ja immer noch in so einen Schädel hineinpassen 😉

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