Keen: How to fix the future

How to fix the future – Fünf Reparaturvorschläge für eine menschlichere digitale Welt

  • Andrew Keen, aus dem Englischen von Jürgen Neubauer
  • Deutsche Verlags-Anstalt, 27. August 2018
  • Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
  • 22,00 € (D), 22,70 € (A)
  • ISBN 978-3-421-04805-9

Inhalt

Andrew Keen, der bislang das Internet in etlichen Bücher scharf angegriffen hat, schlägt mit diesem Buch etwas andere Töne an. „Das Internet funktioniert zwar als Technologie, aber es dient nicht in ausreichendem Maße der Gesellschaft.“ (Klappentext) So seine Grundüberzeugung nun. In 10 Kapiteln zeigt er auf, warum er dieser Meinung ist, und was wir tun können, damit die Technologie der Gesellschaft angemessen dienen kann.

Die erste Hälfte des Buches widmet Keens der Auseinandersetzung mit der Funktionsweise und den Auswirkungen der Technologie und warum all das nicht die gesellschaftlichen Früchte trägt, die es tragen könnte. Im zweiten Teil des Buches geht er dann darauf ein, wie wir den Umgang mit der Technologie gestalten könnten und müssten, um mehr gesellschaftlichen und nicht ganz so viel privaten Reichtum zu schaffen.

Viele Argumentationen stützte Keen auf ein Werk von Thomas Morus aus dem 16. Jahrhundert (siehe Wikipedia hier). Aber er beruft sich auch auf andere ältere und jüngere Humanisten und Philosophen. Deshalb ist vielleicht weniger verwunderlich, dass seine Lösungsansätze auch eher „philosophischer Art“ sind: „staatliche Aufsicht, Innovation durch Wettbewerb, gesellschaftliche Verantwortung, Arbeitnehmer- und Verbraucherinitiativen und neue Bildungsansätze“. (Klappentext)

15 Seiten Anmerkungen/Quellenhinweise und 9 Seiten Register bieten zusätzlichen Lesestoff und Orientierung.

Subjektive Eindrücke

Jedes Buch, das sich ernsthaft und ehrlichen Herzens mit einer positiven Zukunftsgestaltung auseinandersetzt, ist aus meiner Sicht ein wichtiges Buch.

Das Buch lässt sich gut lesen und ist leicht verständlich geschrieben. Auch für diejenigen, die schon vieles über das Internet und seine gesellschaftlichen Auswirkungen wissen, bietet sich eine Fülle an neuen und aktuellen Informationen. Es werde nicht einfach schon geschriebene Werke zitiert, sondern vielmehr viele Aspekte und Fakten in neuem Licht mit einer klaren Zielrichtung – Auswirkungen auf die Zukunft – beleuchtet. Das hat mir sehr gut gefallen.

Auch der Bezug zur Geschichte, welche Aspekte sich wiederholen, aber auch welchen neuen Anteilen wir derzeit begegnen, war sehr aufschlussreich. Von den meisten Personen und deren Werken, auf die sich Keen bezieht, hatte ich bereits gehört. Allerdings ist seine Hauptbezugsbasis diesbezüglich „Utopia“ von Thomas Morus. Auch wenn ich mich jetzt oute, aber davon hatte ich bisher maximal etwas gehört, aber ich kannte es nicht. Nun steht es zumindest als must-read in meinen Bücherschrank.

Fazit

Wer wirklich daran interessiert ist, die Zukunft positiv zu beeinflussen und wer mal wieder einen Schuss Motivation braucht, um dieses Ziel nicht aufzugeben, der ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Lasst uns unsere Zukunft (wieder) selbst in die Hand nehmen.

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19 Gedanken zu “Keen: How to fix the future

  1. Ohne das Buch gelesen zu haben…
    Menschlich und digital schließt sich aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen aus.
    MenschlichER klingt interessant, da könnte ich mir durchaus vorstellen das Buch zu lesen um mehr darüber zu erfahren.

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  2. Danke für diese wirklich interessante Rezension, bzw. den Buchvorschlag! Ich denke nicht, dass sich Menschlichkeit und Digitalisierung aussschliessen. Wir hatten hier in D nur mittlerweile fast 20 Jahre – in Bezug auf das Internet als „Werkzeug“ – vor allem im Verwaltungsbereich verschlafen. Ich denke nur an die abertausenden staatlichen Büro’s, die effektiver arbeiten würden, hätte man vor 20 Jahren eingeführt, was als sog. „eGovernment“ noch immer nicht Realität ist. Im sonstigen Arbeitsbereich wurde es „verschlafen“ die Leute weiterzubilden. Wir klopften uns ja das letzte Jahrhundert die Mitteilungen auch nicht mehr in Stein. Beste Wünsche zu Wochenende! LG Michael

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    • Danke für Dein langes Feedback.
      Naja, in dem Buch geht es ja gar nicht um den Zusammenhang von Menschlichkeit und Digitalisierung. Dazu hatte ich schon andere Bücher gelesen. Und so hatte ich mich eigentlich auch gar nicht dazu geäußert, ob das für mich zusammengeht oder nicht. Ich meine, dass wir unsere Menschlichkeit bewahren können und sollten – egal, wie die äußeren Umstände sind. Und ja, ich bin auch der Meinung, dass wir auch die Digitalisierung nutzen können, um unsere Menschlichkeit zu unterstützen/unterstreichen. Wie jede Technik kann man halt auch die Digitalisierung so und so einsetzen.
      Dir auch ein schönes Wochenende.

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      • Danke dir, Hermine! Sorr, mußte dies mal in einem Kommentar los werden. Schon gehört/ gelesen? 120.000.– Euro pro Schule sollen jetzt gem. Frau Karliczek „eine stolze Summe“ sein, mit der die Digitalisierung klappen soll. Lol Deutschland wird doch die neue günstige Werkbank der Welt werden. LG Michael

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      • Da hat wohl jemand die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Aber es ist Aktionismus und erhält vielleicht Wählerstimmen, auch wenn es den Kindern nicht unbedingt etwas bringt. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, warum immer mehr Silicon-Valley-Größe ihre Kinder in Betreuungen ohne elektronische Medien schicken…

        Gefällt 2 Personen

      • Ja, es wäre des Nachdenkens wert. Schöne, ruhige Kindheit ade, wenn schon beim „Friday for Future“ die Youngsters auf die Strasse müssen, weil die PolitikerInnen den Automobilkonzernen nicht die Meinung geigen konnten.

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      • @OIKOS: naja, ob das mit dem heilig-Sprechen so seinen Sinn hat… Aber sie hat schon ungeheure Impulse gesetzt. Auch wenn manche meinen, es ist nicht so angemessen, wenn eine ganze Generation die Schule schwänzt, so hat das doch ungeheuer zur Aufmerksamkeit beigetragen und die Wichtigkeit des Anliegens unterstrichen. Und es ist für mich auch ein Zeichen dafür, dass sich die Kids nicht mehr anders zu helfen gewusst haben – eigentlich auch ein Armutszeugnis für uns.

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      • JA.
        Ich empfehle den Kindern als Ausgleich viel Bewegung in der schönen NATUR.
        Da sollten wir Erwachsenen auch drauf achten und VORBILD sein.

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      • Leider ist durch die Anordnung von WordPress der Bezug verloren gegangen, sodass ich diesen Kommentar nicht mehr zuordnen und somit auch nicht beantworten kann – Gleiches gilt leider auch für Deinen anderen Kommentar.

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