Nepal #5

Unser Ziel: Muktinath

Viele Pilgerreisen steuern ein Ziel an. Meist ist das ein heiliger Platz oder Gegenstand, den man unbedingt besuchen, sehen, anfassen… möchte. Unser Ziel war Muktinath (was Wikipedia dazu sagt) – ein Ort, der ein buddhistischen und auch ein hinduistisches Heiligtum beherbergt. Unproblematisch reisen die Gläubigen hierher – nicht nur zu Fuß – und verrichten ihre Rituale.

Dies war unser erstes sichtbares Zeichen für Muktinath. Aber wir nahmen dann doch lieber den Fußweg, um nicht permanent dem Staub der Jeeps ausgesetzt zu sein.

Schon von Weitem konnte man das Spinnenwebgeflecht aus bunten Gebetsfahnen sehen, das den heiligen Komplex nahezu einhüllt.

Am Eingang ist für alle Besucher großer Fototermin. Schließlich muss man zu Hause ja beweisen können, dass man wirklich da war. Dass es den Gläubigen wirklich äußerst wichtig ist, diesen Ort zu besuchen, erkennt man auch daran, dass sie keinerlei Rücksicht auf Höhenkrankheit nehmen. Immerhin liegt Muktinath auf 3.800 m. Wenn die Symptome zu stark werden, lassen sie sich auch per Trage zu den heiligen Plätzen bringen. Da kann man nur hoffen, dass sie es heil wieder nach Hause schaffen.

Die Glocke muss unbedingt geschlagen werden, um den Göttern zu signalisieren, dass man angekommen ist.

Auf dem Gelände gibt es verschiedene Tempel und heilige Plätze. Für die Hinduisten am wichtigsten ist die Stelle, an der Wasser aus dem Berg tritt. Dies wird über 108 Tierköpfe herausgesprudelt. In einer Umkleidekabine kann man sich in seine Badeklamotten werfen. Frauen schwingen noch galant ein Tuch um den sonst eher unbekleideten Körper. Dann stürzt man sich in die eisigen Fluten, die mal mehr mal weniger stark aus den Tierköpfen tröpfeln. Da es etwa 5 Grad waren und ich seit Tagen schon hart mit einer Erkältung zu kämpfen hatte, habe ich es bei ein paar Wasserspritzern aus jedem Tierkopf bewenden lassen. Also, mal wieder nix mit dem Abwaschen der Sünden oder dem Wegwischen von Sorgen und Problemen.

Nächster Schritt ist das Opfern in dieser kleinen Pagode.

Den Abschluss der Zeremonie bildet die Ehrung von Shiva an diesem Baum. Hier steckt man einen mitgebracht Dreizack in die Borke oder hängt eine Mala an die Äste.

Für Buddhisten ist eher ein kleiner Tempel wichtig, der über eine Flamme erbaut wurde, die aus der Erde austretendes Gas verbrennt. Sie ist hinter viel Glas und Draht verborgen, sodass es mit dem Knipsen nicht so recht werden wollte. Aber man muss ja auch nicht alles in Bits und Bytes bannen. Manches kann ja ruhig auch so in der Erinnerung bleiben.

Etwas abseits von diesen beiden Plätzen sitzt eine riesige Buddha-Statue.

Der eigentliche Ort, der auch gar nicht Muktinath heißt, liegt ein paar Gehminuten vom heiligen Komplex entfernt. Auf dem Weg dahin kommt man an zwei Helikopterlandeplätzen vorbei (hier ist allerdings nur einer zu sehen).

Da fragt man sich dann schon, wozu man hier zwei Landeplätze braucht. Inzwischen ist der Ort auch an die Jeep-Piste angeschlossen. Wie mir erzählt wurde, ist der eine Landeplatz für Notfälle und für die Versorgung des Ortes bestimmt. Auf dem anderen landen reiche Inder, die sich andere Wege nach Muktinath sparen wollen.

Nach all der Spiritualität kann man sich im Örtchen wieder den weltlichen Genüssen widmen und shoppen ***grummel*** Und doch war es interessant, dem bunten Gewimmel zuzusehen.

Für mich hielt Muktinath noch ein zweites Highlight der Reise bereit. Wir sind auf dieser Wanderung ja ein Stück der Annapurna-Runde gegangen – südlich der Annapurna (ja, dieser Berg ist weiblich). Wenn man aber die ganze Runde läuft, was man dann tunlichst in der anderen Richtung tut, muss man denn Thorong-La-Pass überqueren. Dort geht es bis zu 5.400 m hinauf. Wenn man nun auf Muktinath zuläuft, so wie wir das gemacht haben, dann kann man den Abstieg von diesem Pass nach Muktinath sehen. Jajaja, er hat mich gerufen. Und ich würde sososo sehr gern irgendwann einmal die ganze Runde um die Annapurna gehen 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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15 Gedanken zu “Nepal #5

    • Liebe Andrea 🙂
      Nein, Probleme hatte ich keine – Sorge, welche zu kriegen, schon 😉
      Letztes Jahr bin ich ja auch bis knapp 3000 Meter gekommen (es fehlten wohl noch um die 20). Da hatte ich keine Probleme. Aber die Höhenkrankheit ist wohl unberechenbar. Diesmal gut, das nächste Mal kann es ganz anders sein. Und es ging dann ja nochmal 800 Meter höher. Ja, ich denke, dass ich ein bisschen mehr gepustet habe als es aufgrund der Anstrengung wirklich nötig gewesen wäre 😉 Aber das war alles. Die meisten hatten auch Coca-Globuli mit. Dafür, dass sie helfen, lege ich jetzt aber nicht die Hand ins Feuer ***schmunzel***
      Liebe Grüße
      Belana Hermine

      Gefällt 1 Person

  1. Danke für deinen tollen Bericht, Hermine! Hört sich fantastisch an, inklusive möglicher Shopping-Tour. 😉 Deine Darstellung des buddhistischen Heiligtums erinnert verdächtig an die für das Heiligtum von Delphi überlieferten Dinge. Sozusagen auch ein klein wenig „Altötting auf 3000 m Höhe“, aber ohne Nobel-Speiselokale, BXVI.-Statue und personell aufdringliche Spiritualität. 🙂
    Respekt vor deiner wiederholten Bestätigung der „Bergführer*Innen-Eignung“. 😉 LG Michael

    Gefällt 1 Person

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