Nepal #6

Transport

Warum soll man wohl etwas über den Transport schreiben. Ist ja wohl kaum interessant. Aber als ich das alles so beobachten konnte, dachte ich doch, dass in Nepal so viel so anders ist, dass es durchaus auch interessant sein kann, darüber ein bisschen was zu schreiben und insbesondere Fotos zu zeigen.

Eigentlich kann ich gar nicht so viel über den Transport in Nepal allgemein sagen. Ich habe das meiste ja nur in den Bergen erlebt. Aber einmal gab es doch eine Transportbegegnung in Katmandu. Hier werden große Schulbuchstapel per Motorrad transportiert.

 

Für die Touristen gibt es meist recht neue Jeeps. Auch unsere Gruppe (mitsamt Gepäck) fuhr etliche km mit einem. Diese Fahrzeuge sind dann explizit als nur für Touristen gekennzeichnet. Naja, ist das nicht ein bisschen degradierend für die einheimische Bevölkerung?

Wem der Jeep zu unbequem oder zu langsam ist, der kann es mit einem Inlandsflug versuchen. Da gibt es viel Handarbeit von Seiten der Nepalesen. Und es soll auch nicht das Ungefährlichste sein, inmitten hoher Berge ein Flugzeug zu landen oder zu starten. Zum Teil sind die Start- und Landebahnen erschreckend kurz und werde in nicht-Flugzeiten von allerlei Getier als Rastplatz genutzt.

Auf der Wanderung wurde unser Gepäck von Trägern ans Tagesziel gebracht. Nein, es waren keine (bzw. nicht alles) Sherpa. Die Sherpa sind eine Ethnie (siehe Wikipedia). Ja, viele von ihnen arbeiten als Träger, aber es gibt auch viele nicht-Sherpa-Nepalesen, die als Träger arbeiten.

Jeweils zwei, manchmal sogar drei unserer Gepäckstücke wurden zusammengeschnürt und über einen Riemen, der über die Stirn des Trägers führte, diesem auf den Rücken gehievt. Und so stiefeln sie dann los – zum Teil in dünnen Latschen.

Aber auch Anderes wird auf dem Rücken durch Träger transportiert – Blätter (der etwas dunklere Fleck in der Mitte des Bildes ist KEIN Busch!!!), Waren des täglichen Bedarfs…

Ist es vertretbar, Menschen solche Plackerei zuzumuten? Ich weiß es nicht, ob sich ein menschlicher Körper an eine solche Belastung auf Dauer gewöhnen kann. Und ich hatte bis zum Ende ein schlechtes Gewissen, meinen Kram nicht selbst zu tragen. Auf anderen Routen ging das bisher doch auch. Wir haben uns dann mal mit unserem Guide unterhalten. Folgendes kam dabei heraus: Das Durchschnittseinkommen in Nepal beträgt wohl 200 Euro im Jahr. Ein Träger bekommt pro Tag 30 Euro zuzüglich Unterkunft (zum Teil ein lausiges Loch!!!) und Essen (gutes Essen). Sie packen sich morgens das Gepäck, bringen den Weg hinter sich, setzen das Gepäck ab und sind ab dann „frei“. Auch tagsüber sind sie mehr oder weniger ihr eigener Herr – ja, kein Gendern hier, denn weibliche Träger, also Trägerinnen habe ich keine gesehen. Schenkt man unserem Guide also Glaube, so ist dieser Job durchaus ein lukrativ für Nepalesen. Wollen wir mal hoffen, dass er uns da nicht einen vom Pferd oder Maulesel erzählt hat.

Apropos Maulesel…

Die richtig schweren Dinge müssen Esel tragen. Dazu gehören Steinplatten, mit denen die Wege touristentauglich gemacht werden, Gasflaschen, um Touristen am Abend eine warme Unterkunft zu bieten, etc. etc.

Manche Maulesel sind regelrecht herausgeputzt und dürfen auch mal verschnaufen. Ob sie wohl für fußmüde Touristen gedacht sind?

Den Mauleseln sollte man tunlichst Platz machen. Sie gehen einfach ihren Weg und achten nicht darauf, ob ihnen da etwas in die Quere kommen könnte. Insbesondere rasende Maulesel sind gefährlich. Da sollte man sich ziemlich zügig in Sicherheit bringen. Allerdings habe ich keine Maulesel auf Hängebrücken gesehen, von denen im Reiseführer geschrieben stand. Nein, muss ich auch nicht haben.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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18 Gedanken zu “Nepal #6

  1. Danke, dass du uns davon erzählt hast!
    Wenn einem das so bewusst wird, dass es einfach Glück ist, wo man zur Welt kam und dass das dann über so vieles entscheidet… dann schäme ich mich für jedes kleine bisschen Jammern.

    Gefällt 1 Person

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