Franziskusweg – Nachlese #4

Nochmal ein paar italienische Beobachtungen

Das sind jetzt Beobachtungen, die ganz individueller Art sind – also darauf beruhen, was ich vorher alles nicht über Italien wusste. Für mich war es sehr interessant und erhellend, das erfahren zu dürfen.

Cappuccino oder Cafe Latte?

Bevor ich auf die Reise ging, hatten wir zufälligerweise ein Treffen mit einem italienischen Kooperationspartner. In der Kaffeeküche stellte ich meine Kaffee-Frage: Welchen Kaffee sollte ich in Italien trinken? Lischon war die Antwort. Hm, verstanden habe ich das nicht wirklich. Es hieß dann noch, dass der Kaffee nach Süden hin immer besser werden würde. Diese feinen Unterschiede haben meine Geschmacksknospen aber nicht wahrnehmen können. Ansonsten bekam ich einen lang andauernden Vortrag über Kaffeemaschinen und Kapseln und darüber, dass die Italiener ja die Erfinder wären. Okay, dann also doch das Selbstexperiment.

„Lischon“ heißt still, lernte ich dann irgendwann im Zusammenhang mit Wasser (lischon oder frizzante). Aber was heißt das im Zusammenhang mit Kaffee?

Ich griff also auf die mir bekannten Kaffees zurück: Cappuccino und Cafe Latte. Bis heute habe ich den Unterschied nicht herausfinden können. Vermutlich muss ich da mal recherchieren. Aber Cafe Latte kostet etwa halb so viel wie Cappuccino (in der gleichen Größe) und damit etwas so viel wie ein cafe con leche in Spanien. Und wenn sich für mich der Unterschied eh nicht erschließt, dann eben Cafe latte.

Rotwein

Ich hoffe, ich zähle noch nicht zu den Spritis. Aber nach getaner Arbeit an so einem Pilgertag ein Gläschen Rotwein zu schlürfen ist schon nett. Erfreulicherweise kostet er in Bars vergleichbar viel wie in Spanien. In Restaurant ist er natürlich erheblich teurer. Und normalerweise gibt es auch zu Menüs Rotwein (und Wasser) – wie in Spanien (und Frankreich) auch. Das hatte mich doch äußerst positiv überrascht 😉

Urlaub

Klaro, dass Menschen Urlaub machen wollen, müssen und ihn auch verdient haben. Und das tun sie in Italien überwiegend im August – hauptsächlich zwischen dem 10. und dem Monatsende, weil hier zwei wichtige Feiertage von Heiligen liegen (15. und 22.). Einerseits ist dann also vieles zu, andererseits ist vieles überfüllt. Keine guten Voraussetzungen für Spontanbuchungen oder -erscheinungen von Pilgern. In größeren Städten ist das nicht das ganz große Problem. Aber wenn in kleinen Orten von 2 Essensgelegenheiten 80 % zu haben, dann bleibt nicht viel übrig – wogegen in größeren Orten von vielleicht 10 dann immerhin noch 2 verfügbar sind. In Frankreich war es um den 14.7. etwas eng, ansonsten auch mancher Orts zur Urlaubszeit, die aber eher von Mitte Juli bis Mitte August zu reichen scheint. In Spanien war mir eigentlich nur der 15.8. als gewisse „Engstelle“ aufgefallen. Allerdings: wenn der 15.8. auf einen Ruhetag fallen sollte, dann wird in Spanien der nächste Tag zum Ruhetag. Da wurde es dann letztes Jahr in dem entsprechenden Ort ein wenig knapp. Ansonsten habe ich auf den spanischen Jakobswegen keine urlaubsbedingten Einschränkungen erlebt. So schlimm ist es ja auch nicht. Wenn man es weiß, richtet man sich darauf ein. Zumindest Ruhetage werden von gewissen Apps angegeben – Urlaub leider nicht.

Ein Achtungszeichen würde ich auch an Hotels machen, die ein Restaurant angeben. Bitte immer schauen, wann dieses Restaurant Ruhetag hat. Das war mir neu, dass ein Hotelrestaurant Ruhetag hat.

Pilgerstempel

Während auf den spanischen Pilgerwegen das Stempeln oder Stempel-Sammeln fast schon ein kleiner Sport ist und die Stempel auch eine Art Werbemittel sind (jeder möchte einen ganz besonderen Stempel vergeben), scheint das Konzept in Italien nicht so verbreitet zu sein. An nur zwei Stellen fand ich einen Stempel zum selbst-Stempel. An ganz vielen Stellen gab es keinen Stempel oder eben den „normalen“ Firmenstempel. Das war für mich jetzt ein bisschen schade, weil ich die Stempelei schon ganz witzig finde. So ein vollgestempelter Pilgerpass ist einfach auch ein ganz nettes Andenken. Aber da fällt mir ein, dass ich Euch ja mal die schönsten Stempel zeigen könnte. Das kommt dann also in einem nächsten Nachtrag zu diesem Weg.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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5 Gedanken zu “Franziskusweg – Nachlese #4

  1. Danke auch von mir, für diese höchst interessanten und zum Teil auch erheiternden Informationen. Scheinen wir hier doch schon auf dem Weg zum Pilgerort zu sein: Regelmässig übe 80% der verfügbaren Lokalitäten geschlossen, und Jakobsweg-Pilgerstempel gibts nur im Pfarramt, natürlich nur wenn dieses geöffnet ist. 😉 LG Michael
    BTW: Hier ein schöner Artikel (englisch) für dich: whenwomeninspire.com/2019/09/13/the-unexpected-relationship-between-hiking-and-workplace-productivity/
    Du scheinst wirklich richtig zu liegen.

    Gefällt 1 Person

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