Nach-Denken – Freiheit

Ich nehme mir mal die Freiheit, eine Beitragsreihe wieder aufleben zu lassen, die durch die „Prima Klima“ Beiträge ein wenig geruht hat – „Nach-Denken“. Und da im Rahmen der Corona-Diskussion immer wieder auf Freiheit rekurriert wird, möchte ich dazu ein paar Gedanken loswerden.

Sicher ist das ein sehr heikles und heißes Thema. Es hat viel mit Moral und Ethik zu tun und wird heftig von Philosophen diskutiert. All das bin/kann ich nicht. Es sind einfach ein paar Gedanken, die sich für mich aus meinem täglichen Leben heraus ergeben.

Wenn wir „Freiheit“ rufen, dann meinen wir sehr häufig, einfach tun und lassen zu können, was wir wollen. Das ist natürlich auch ein ganz netter Anspruch. Aber kann das funktionieren? Grundsätzlich sicherlich durchaus. Aber ich denke doch, dass es diese unendliche, unlimitierte Freiheit nicht gibt/nicht geben kann.

Freiheit hat für mich immer auch etwas mit Verantwortung zu tun. Das, was ich in Auskostung meiner Freiheit tue, sollte Anderen nicht Schaden zufügen. Naja, da ist man dann schnell bei der Kurzfassung des Kategorischen Imperativs angelangt. Aber was ist verkehrt daran? Wenn jeder zuschaut, dass er Anderen nicht schadet, dann wird doch niemandem (von Menschen) Schaden zugefügt. Es heißt aber auch, dass man dann eben nicht mehr alles tut, was man prinzipiell tun könnte. Schadet man sich dadurch selbst? Ich behaupte, dass man sich dadurch nicht selbst schadet. Sicherlich schränkt man sich etwas ein. Aber erwartet man nicht auch von Anderen, dass sie sich einschränken, um einem selbst nicht zu schaden? Sollte ich dann nicht bereit sein, das auch den Anderen zuzugestehen?

Menschliche Gesellschaft wird nicht funktionieren, wenn wir nicht aufeinander Rücksicht nehmen. Ich sehe nicht, dass das zwangsläufig zu einer schädigenden Einschränkung der eigenen Freiheit führen muss. Es trägt viel eher das Potential in sich, dass wir miteinander in Austausch darüber treten, was jede/r für sich braucht und wie es möglich ist, das zu bekommen und gleichzeitig allen Anderen Ebensolches zuzugestehen.

Die aktuelle Lage scheint uns geradewegs dazu zu drängen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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12 Gedanken zu “Nach-Denken – Freiheit

  1. …die eigene Freiheit endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt…eine nützliche und für beide verträgliche Lage der Grenze muss ausgehandelt werden…daher ist Merkmal der Demokratie auch die öffentliche Meinungsäußerung, die Disskussion… (und nicht die Wahl, die nur als letztes Mittel angesehen werdn sollte, also eine Notlösung ist)…
    …Rücksicht auf den Anderen, die die eigenen Wünsche einschränkt, schenkt angenehmes Miteinteinander…dadurch erhält jeder die Möglichkeit mal zu schauen, ob es sinnvoll ist, dies und jenes zu tun und zu bekommen…Wünsche zu überdenken führt ja vielleicht dazu, zu erkennen, dass ihre Erfüllung gar nicht wichtig ist…

    Gefällt 3 Personen

  2. Da hast Du vieles von dem, was mir auch durch den Kopf geht, gut und präzise formuliert. Lieben Dank dafür. Das ist ein Freiheitsbegriff, mit dem ich mich gut identifizieren kann.
    Ich fürchte nur, dass viele andere Menschen eben doch nicht so reflektiert damit umgehen, sondern „Beschränkung“ sogleich mit „Verlust von Freiheit“ assoziieren.
    Liebe Grüße
    Ines

    Gefällt 1 Person

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