Nach-Denken – Menschenrechte

In letzter Zeit tauchen immer wieder Beiträge im Internet auf, die aussagen, dass wir gerade unsere Menschenrechte aufgeben oder – noch härter ausgedrückt – unserer Menschenrechte beraubt werden. Zumeist wird dabei auf die Regelungen zum „social distancing“ Bezug genommen. Auch wenn das wieder ein heikles Thema ist, möchte ich mich in diesem Beitrag dazu äußern – wie immer natürlich nur aufgrund meiner eigenen Anschauung und täglichen Erfahrung. Ich bin definitiv kein Menschenrechtsspezialist.

1948 wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Darin sind verschiedene Menschenrechte festgehalten.

Wichtigster Punkt sind wohl die allgemeinen Persönlichkeitsrechte, die auch als grundlegende Rechte bezeichnet werden. Dazu gehören (nachzulesen auf Wikipedia hier):

  • Recht auf Leben
  • Recht auf körperliche Unversehrtheit
  • Verbot der Folter
  • Schutz vor Menschenversuchen ohne Einwilligung des Patienten, vor Zwangssterilisation und Zwangskastration, Schutz vor Körperstrafen und Prügelstrafen sowie Schutz vor entwürdigender oder erniedrigender Behandlung (wie beispielsweise Ehrenstrafen), Abschaffung der Züchtigung in Erziehung und Schule

Andere Menschenrechte wie z. B. das Recht auf Freiheit, Eigentum und Sicherheit der Person oder das Versammlungsrecht, werden nicht als grundlegende Rechte bezeichnet und scheinen (mir) demzufolge nachrangig/nachgelagert zu sein.

Worum geht es also im Moment? Das Recht auf Leben und das Recht auf körperliche Unversehrtheit (also zwei grundlegende Recht) vieler Menschen unseres Landes soll geschützt und gewährleistet werden, indem nachgeordnete Rechte (z. B. das Recht auf Freiheit) eingeschränkt werden.

Ich halte hier zwei Punkte für wichtig.

Der ein Punkt ist, dass es hier wohl um eine Abwägung der Wichtigkeit und/oder Dringlichkeit von Rechten geht. Und man hat hier also dem grundlegenden Recht den Vorzug gegeben.

Der andere Punkt ist, dass es nicht um die Aufhebung oder die Streichung des Rechts auf Freiheit geht, sondern um eine Einschränkung, die zeitlich begrenzt ist. Wenn die Pandemie-Gefahr gebannt ist, werden wir auch wieder das uneingeschränkte Recht auf Freiheit genießen können.

Bis dahin freue ich mich, dass ich durch mein eigenes (hoffentlich) umsichtiges Verhalten dazu beitragen kann, das grundlegende Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit für viele, viele Menschen (mich eingeschlossen) aufrecht zu erhalten. Und danach werde ich wohl auch mein Recht auf Freiheit deutlich besser wertzuschätzen wissen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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23 Gedanken zu “Nach-Denken – Menschenrechte

  1. Ich kann diese Diskussionen darüber, dass man uns unserer demokratischen Rechte dauerhaft berauben würde, nicht mehr hören geschweige denn lesen!.. Du hast hervorragend ausgedrückt, um was es im Grunde genommen geht – der Schutz der Leben der Bevölkerung ist für eine demokratische Regierung die oberste Pflicht.

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    • Naja, zur Dauerhaftigkeit habe ich mich eigentlich nicht geäußert. Da wird man dann schon aufpassen müssen, dass diese Beschränkungen nach Abschluss der Corona-Epidemie auch wieder zurückgenommen werden. Aber für den Moment führt wohl (meiner Meinung nach) an diesen Maßnahmen kein Weg vorbei.

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  2. Corona-Zwangsimpfung oder freiwillig wenn es mal einen Impfstoff geben sollte?
    Ist eine Impfung mit einem neu entwickeltem Impfstoff nicht immer auch ein Menschenversuch, zumindest ein hohes Risiko?
    Kann wohl keiner garantieren, dass so ein Impfstoff keine anderen Schäden anrichtet wenn man Entwicklung, Test, Zulassung und Impfung möglichst schnell umsetzten muss.

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    • Deswegen führen Firmen wie BioNTech, die einen Impfstoff entwickeln wollen, ja auch klinische Studien durch, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren. Das Paul-Ehrlich-Institut versucht zu erreichen, dass, ich zitiere mal, „die Impfstoffentwicklung zielgerichtet beschleunigt wird und trotzdem die notwendigen wissenschaftlichen Anforderungen erfüllt werden.“
      Von „Menschenversuch“ zu reden halte ich in dem Zusammenhang für mindestens unglücklich, das Risiko möglicher Nebenwirkungen zu thematisieren angesichts der Todeszahlen hierzulande und vor allem auch in anderen Ländern für mindestens zynisch.
      Natürlich kann so ein Wirkstoff, so eine Impfung Nebenwirkungen haben. Letzten Endes steht der Nutzen für die überwältigende Mehrheit aber doch wohl über dem Schaden, den eine verschwindend geringe Minderheit erleiden könnte. Könnte!
      Im Übrigen können auch Airbags Nebenwirkungen haben, schließlich sind schon Menschen gerade durch die Dinger, die eigentlich Leben retten sollten, zu Tode gekommen. Trotzdem prangert niemand das Risiko von Airbags an, das von Impfungen aber immer wieder. Ich muss es nicht verstehen …

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      • Danke für Deine klaren Worte.
        Mir hat insbesondere der Punkt gefallen, dass auch andere Dinge, die wir benutzen, ihre Nebenwirkungen haben und wir gar nicht danach fragen, sie nicht erwähnen oder sie einfach hinnehmen.
        Dein letzter Satz gefällt mir auch. Soweit bin ich leider noch nicht. Ich versuche noch immer zu verstehen…

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    • Nun ja, über die Impfung habe ich mich hierin ja nicht geäußert. Es ging erstmal um das social distancing. Zum Impfen kommen wir dann, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht. Aber diese Diskussion haben wir ja schon öfter hinsichtlich anderer Krankheiten geführt. Ich hoffe, dass der Mensch zu mehr Verstand finden wird.
      Ja, die Prozesse zur Prüfung sind lang. Deswegen sprechen seriöse Experten von (mindestens) 12-18 Monaten, bis ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte. Und sie sprechen auch davon, dass man nicht einfach Prüfschritte ausfallen lassen kann, weil man ja mit der Impfung nicht mehr Schaden anrichten will als man mit der Impfung verhindert. Aber einige meinen, dass gewisse Schritte parallel durchgeführt werden können. Es gab auch mal was dazu, dass eine Vor-Prüfung ausfallen könnte, weil man die „Trägersubstanz“ schon kennt und für andere Impfungen mit dieser „Trägersubstanz“ diese Vor-Prüfungen bereits gemacht hatte. Aber das ist nur das, was ich verstanden habe – das ist also immer mit Unwägbarkeiten verbunden, weil das nicht mein Fachgebiet ist.

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  3. Mir geht es wie dir. Ich bin ein Verfechter von Menschenrechten. Auch von den sogenannten nachrangigen wie Bewegungsfreiheit und Meinungsfreiheit. Aber ich kann mit meinem bisschen Verstand soweit denken, dass das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit über den anderen Menschenrechten steht. Denn was nützt z.B. die Meinungsfreiheit, wenn ich am Virus gestorben bin.
    Ich habe null Verständnis für die Demonstranten, die letzten Samstag dafür demonstriert haben, dass „die Würde der Menschen unantastbar ist“ oder dass „jeder das Recht hat, seine Meinung zu äußern“. Es wird durch die jetzigen Maßnahmen, die dazu dienen, Leben zu retten, niemand gehindert, seine Meinung zu äußern und auch niemandes Würde genommen. Im Gegenteil! Diejenigen, die ihre Bewegungsfreiheit dazu benützen, durch mangelnde Vorsicht oder Dummheit die Verbreitung des Virus zu beschleunigen, verletzen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit ihrer Mitbürger.

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  4. Sehr gut auf den Punkt. Wäre wünschenswert, dass mehr Leute es so sehen würden.
    Vielleicht magst du mal in meinen folgenden Text reinschauen. Der könnte dich interessieren.
    coinsplace.wordpress.com/2020/05/13/allein-unter-pavianen/
    LG und bleib gesund

    Gefällt 1 Person

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