Corona-Gedanken

Warum schreibe ich immer noch über Corona?

Corona, Corona, Corona. Viele stöhnen schon, wenn sie nur das Wort hören.

Corona ist Alltag. Alles wieder ganz normal. Keine Sorgen mehr. Einfach nur machen wie immer. Ist das so?

Viele haben ihre regelmäßigen Einträge zu Corona eingestellt oder auf eine langsamere Frequenz umgestellt. Bin ich die ewig Gestrige, dass ich immer noch Tag für Tag irgendwas zu Corona denke und es auch noch publizieren muss?

Viele Fragen – einige Antworten.

Ich habe ja schon ein paarmal zum Ausdruck gebracht, dass mich diese Corona-Normalität eher erschreckt. Da ist so vieles, was einfach nicht „normal“ für menschliches Lesen und mitmenschliches Zusammenleben ist, dass ich es einfach nicht wahrhaben will, dass das ab jetzt „normal“ sein soll. Und dieses Erschrecken braucht wohl einen Ausdruck.

Außerdem denke ich – aufgrund dessen, was ich so gehören und gelesen habe, was ich höre und lese – dass diese Pandemie noch nicht ausgestanden ist. Ja, wir gehen jetzt in die Sommerpause. Aber ich glaube nicht, dass sich so ein Virus davon beeindrucken lässt. Ich hoffe, aber ich sehe noch immer Gefahr. Deshalb meine ich, dass wir nach wie vor wachsam sein müssen – sicherlich nicht panisch. Aber sich immer wieder klar zu machen, in welcher Situation wir uns befinden, ist für mich ein wichtiger Punkt. Und ja, das geht bei mir eben durch Schreiben.

Und nicht zuletzt muss ich ganz ehrlich zugestehen, dass ich während der heißesten Corona-Phase so derart viel arbeiten musste, dass Corona-Gedanken es nur am Rande schafften, bis zu mir vorzudringen. Ich glaube, ich habe das Bedürfnis, jetzt noch einiges davon aufzuarbeiten. Und solange ich damit nicht „fertig“ bin, werde ich wohl immer wieder etwas dazu schreiben. Und manche Dinge würde ich gern aus der heutigen Perspektive noch einmal beleuchten. Aber vielleicht wird auch hier die Frequenz etwas sinken. Mal schauen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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28 Gedanken zu “Corona-Gedanken

  1. ‚2. Welle‘ ist gerade ein häufiges Wort in den Medien. Es gibt zugleich Öffnungen und Schließungen. Es gibt volle Strände und zugleich gab es in Bergamo eine Trauerfeier für 6000 Verstorbene. Die Angehörigen konnten nicht kommen, weil die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten. Abstand zwischen Welten in einer Pandemie. Und so bekommen wir auch kein klares Bild in unser Bewusstsein von dem Geschehen. Ich lese deine Corona-Gedanken. Ich finde, die verschiedenen Aspekte aufzuschreiben, kann helfen.

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    • Das sehe ich ähnlich und finde darüber hinaus den Satz „Abstand zwischen Welten in einer Pandemie“ ausgesprochen treffend formuliert. Was das klare Bild angeht, so denke ich, dass wir das gar nicht bekommen können, weil es eben das eine klare Bild nicht gibt, sondern in einer Situation mit einer solchen Dynamik eher unzählige einzelne Bilder.

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      • Danke für Eure interessante Diskussion 🙂
        Vielleicht noch ein ergänzender Punkt, warum das mit dem „einen klaren Bild“ so schwierig sein kann: es verändert sich so schnell, dass man (ich) manchmal das Gefühl hat, gar nicht schnelle genug schauen, begreifen, verarbeiten zu können.

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      • Ja, das kommt erschwerend hinzu, dass die gesamte Situation eine Dynamik hat, die man schwer überschauen kann. Lange Zeit übrigens auch für die Leute, die sich mit so etwas beruflich beschäftigen. 🙂

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      • Ja, bei uns gibt es auch immer wieder neue Regelungen und Anpassungen, was ja gut ist, damit man adäquat agieren kann. Aber es macht das Ganze auch anstrengend, weil man immer wissen muss, welche Regelung gerade gilt. Und wie gesagt, bei machen Regeln würde ich mir gar nicht wünschen, dass sie wieder zurückgenommen werden, weil sie in der Tat die Arbeit erleichtern.

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    • Lieben Dank für Deinen sehr zugewandten Kommentar und fürs Lesen meiner Beiträge 🙂
      Ja, es ist schwierig, sich ein möglichst realitätsnahes Bild zu machen. Die eigenen Hintergründe, die eigenen Befindlichkeiten und sicherlich auch das eigene Vorwissen beeinflussen sicherlich stark, wie man die Puzzleteile zusammensetzen kann. Na, ich werde jedenfalls mit meinen Puzzleteilen noch eine ganze Weile beschäftigt sein.
      Liebe Grüße und bleib gesund

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      • Liebe Hermine, wir haben in der Gruppe ‚Sprache in den Medien‘ bei mir auf der Arbeit (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache) wieder an einem Artikel über ‚Wörter in der Coronazeit‘ gearbeitet, diesmal über Schule. Dort findest du weitere Puzzleteile www1.ids-mannheim.de/fileadmin/aktuell/Coronakrise/moehrs_schule.pdf

        Liebe Grüße und bleib gesund

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      • Ach, ich erinnere mich, dass Du von einer Liste häufig genutzter Wörter während der Pandemie gesprochen hattest, die Ihr auf Arbeit erstellt habt. Den Artikel finde ich interessant. Vielen Dank auch dafür. Du hast wirklich eine tolle Arbeit 🙂

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  2. Wie viel man zu welchem Thema schreibt, sollte man immer noch am besten wissen und sich da nicht hineinreden lassen. 🙂
    Und Du bringst ja hier auch zwei spannende Aspekte zusammen, nämlich die „neue Normalität“ einerseits, sowie die Tatsache, dass die Pandemie sicherlich noch nicht – noch lange nicht – ausgestanden ist, andererseits. Nun ist es, zumindest in meiner Wahrnehmung, aber so, dass eigentlich auch niemand sagt, „dass das ab jetzt „normal“ sein soll“, sondern, dass es eben „vorübergehend“ normal sein „muss“, denn wir haben doch keine andere Wahl, eben gerade weil die Pandemie noch lange nicht vorbei ist.
    Sicherlich kann man dann beklagen, dass man es gerne anders hätte, da stellt sich nur die Frage, wie zielführend das wäre. 🙂

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  3. Wahrscheinlich können wir eine 2.Welle nicht verhindern, sind dann aber wohl besser vorbereitet und bekommen sie besser und schneller in den Griff. Mir kommt auch Vieles alles andere als normal vor. Solange die Lockerungen bleiben, versuche ich den Sommer so gut es geht, aber vorsichtig, zu genießen 😊. Im nächsten Jahr wird es dann hoffentlich einen Impfstoff geben …

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    • Oh ja, die Hoffnung auf einen Impfstoff oder ein Heilmittel habe ich auch noch nicht aufgegeben. Wenn ich geimpft wäre oder genau wüsste, dass ich schon Corona gehabt habe, würde ich wohl schon dieses Jahr auf eine „richtige“ Tour gehen. Aber so bleibt einfach die Vorfreude auf das nächste Jahr und die Spannung, wie es sich dieses Jahr erleben lässt.

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  4. Ich wollte auch schon aufhören mit meinen Corona-Beiträgen. Aber wenn der innere Drang da ist, etwas zu artikulieren, dann ist halt noch nicht alles gesagt oder es kommen heute Impulse dazu. Und ich fürchte, wir werden noch so einiges veröffentlichen. Vielleicht noch nächstes Jahr. Also nur weiter.

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    • Lieben Dank für Deinen Zuspruch. Ja, vermutlich wird man einfach merken, wenn es genug ist. Und das ist vielleicht bei jedem/r zu einem anderen Zeitpunkt. Manchmal finde ich es auch gut, Dinge mit ein wenig Abstand zu betrachten – räumlich wie zeitlich. Und vielleicht will ja auch mal eine richtige Geschichte aufs Papier?

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  5. Ich begegne immer mehr Leuten, die nicht mal ansatzweise Abstand halten, die Treppen blockieren, zu zweit den Gehsteig belegen, keinerlei Anstalten machen, sich wenigstens hintereinander zu laufen. Ich gehe wenn möglich auf die Straße, die von Autos befahren wird -keine Reaktion. Auch sonst keine Reaktionen. Ich befürchte, dass diese Leute auch aggressiv werden könnten. Was mir auch auffällt, andere Ignoranzen – z. B. laute Musik hören in der Gruppe.

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  6. Wie wärs mit Bruce Willis als Corona-Botschafter? Der Streifen mit dem er den ersten Erfolg erzielte hatte doch den passenden Titel. 😉 LG Michael
    Scherz beiseite. Ja, diese „Normalität“ ist schon verdächtig gefährlich. Wir haben noch immer keine Herdenimmunität, und werden die wohl auch nicht so schnell bekommen. Diese „Bayern-Massentests“ sind eher als Beruhigung gedacht. Oder es brauchen Labore wieder etwas Geld. LG Michael

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  7. eine Kleinigkeit möchte ich dir auch dazu schreiben. Ich wohne in einer mir beunruhigten Ecke in Deutschland. Bin selber schwerst an Krebs erkrankt und muss mich riesig vorsehen. Was ich hier erlebe macht mir Angst. Jugentliche dicht an dicht ohne Mundschutz auf privat organisierten sogenannten ( Sauf ) MUSIK Feten . Nennen die das MUT ???Wenn ich könnte ich würde… aber ich kann in meinem jetzigen Zustand leider nicht.
    Ich beobachte täglich die wieder ansteigenden Zahlen der Corona-neu-infizierten. Die 2. Welle sehe ich angstvoll kommen
    Sind die Ferien ersteinmal vorbei und die Urlauber zurück spätestens dann… Mal ich jetzt mit schwarzen Farben ? Wir werden sehen. Ich denke auch postiv . Aber bei der Unvernunft VIELER
    Maske auf , egal wie lang – Abstand halten – Hände waschen wieder und wieder…mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu schreiben.
    Sei lieb gegrüßt und bleib gesund
    Christin

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    • Lieben Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ja, von Deiner Krankheit hatte ich schon ein wenig mitbekommen. Das tut mir sehr leid. Und ich hoffe sehr für Dich, dass es besser werden kann und Du von Corona verschont bleibst. Mehr als die Vorsichtsmaßnahmen kann man wohl selbst nicht tun. Beim Rest ist man doch in gewisser Weise von den Anderen abhängig. Wollen wir hoffen, dass es genug Vernunft um uns herum gibt, die die auch existierende Unvernunft überwiegt.
      Schwarz sehen – ja, das kann ich auch ganz gut. Aber eher in der Hoffnung, dass es dann doch nicht so schlimm kommt. Viele rechnen mit einer zweiten Welle. Die Erfahrungen legen das leider eher nahe. Vermutlich müssen wir dann schauen, wie es gehen kann. Aber man kann sich ja schonmal seelisch/moralisch darauf einstellen…
      Ich wünsche Dir auch, dass Du gesund werden und bleiben mögest.
      Belana Hermine

      Gefällt 1 Person

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