Corona-Pilgern – 9. Tag

Muss ein Ruhetag sein?

Nun, das ist eigentlich bei jeder meiner Wanderungen eine Frage, die ich nicht wirklich abschließend beantworten kann. Bisher habe ich eigentlich nur einmal freiwillig einen Ruhetag gemacht. Das war auf meiner großen Tour. Einen weiteren (deutlich früher) hatte ich in Trier gemacht, weil ich zu einem Arzt musste und mich noch einmal mit MD treffen wollte. Auf meiner 88-Tempel-Tour musste ich wegen eines Taifuns einen Tag pausieren. Und in Nepal war es in der Programmplanung so enthalten.

Und sollte ich jetzt auf meiner „stationären Wanderung“ einen Ruhetag einlegen?

Im Moment habe ich noch nicht wirklich das Bedürfnis. Wenn ich einen machen würde, würde ich mich wohl irgendwie fragen, ob ich nur zu faul bin, mich auf den Weg zu begeben. Vielleicht erkläre ich es irgendwann mal mit dem Wetter, wenn es hier in Strömen gießt und man nichtmal seinen Hund nach draußen jagen würde. Aber danach sieht es im Moment auch nicht aus. Also wird (vorerst) fleißig und brav weitergewandert 😉

Da die letzten zwei Tage recht anstrengend waren, habe ich es mir heute zumindest vom Untergrund und den Höhenmetern her leicht gemacht – letztere gab es nämlich so gut wie gar nicht. Ich bin auf dieser Seite den Fluss hinuntergelaufen bis zu der Stelle, an der ein anderes Flüsschen in ihn mündet. Da dort (links) gezeltet wird, konnte ich nicht so recht den Ausschnitt knipsen, den ich knipsen wollte. Von links kommt der eigentliche Fluss und von rechts das hineinfließende Flüsschen.

Auf dem Weg dorthin war ein Stück, das fast wie alte Römerstraße aussieht, auf die man auf dem Jakobsweg hin und wieder treffen kann. Nicht ganz authentisch zwar, aber vom Laufgefühl durchaus vergleichbar. Ziemlich hubbelig und bubbelig.

Dann ging es wieder ein Stück zurück bis zur ersten Brücke. Über die bin ich auf die andere Flussseite und dort weiter flussaufwärts. Da ich heute die 300km-Marke der Wanderung erreichen wollte, hatte ich mir ausgerechnet, wie weit ich gehen muss, bevor ich wieder umdrehe. Interessanterweise war es genau bis zu einer Fähre. Aber ich bin nicht mit der Fähre über den Fluss, sondern bis zur nächstgelegenen Brücke wieder flussabwärts – nein, das ist eine andere Brücke als die, über die ich auf diese Seite gewechselt war – rüber über die Brücke und dann auf dieser Seite des Flusses wieder flussaufwärts bis nach Hause. Oh ja, da wird mir ja schon beim Schreiben ein wenig schwindelig. Hin und her und aufwärts und abwärts. Egal, alles gut gegangen. Heil angekommen.

Das Wetter war komisch. Teilweise bedeckt. Aber dann bratselte auch wieder die Sonne. Es waren schon am Morgen über 20 Grad und es wurde schnell wärmer und drückend. Blöd, wenn man dann das Schweißtuch vergessen hat…

Hier noch ein kleiner Leckerbissen für die Augen, an dem ich heute vorbeigekommen bin.

Und dann gibt es einen kleinen Nachtrag zu der Frage, ob das denn Pilgern wäre.

Gann Uma hatte im Kommentar angeregt, es doch als Spiralwanderung zu sehen. Ja, das ist eine interessante Idee. Ich fand ja die Pilgerung als Runde bzw. Kreis, so wie es auf Shikoku mit den 88 Tempeln ist, schon für mich deutlich passender als der Weg von A nach B, wobei der ja auch nicht ein Weg von A nach B ist, sondern meist ein Weg von zu Hause zu einem Ort und wieder zurück nach Hause – nur dass es sich eben über einen längeren Zeitraum erstreckt. Aber weder Kreis noch Spirale passen so recht für dieses Mal. Aber mir kam so die Idee, mir mal die Strecken vorzustellen, die ich so laufe. Und wenn ich die alle übereinander male, dann kommt irgendwie fast wie eine Blume heraus, von der an einigen Stellen Strahlen abgehen. Eine strahlende Blume – ist das nicht ein schönes Bild für mein Corona-Pilgern?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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5 Gedanken zu “Corona-Pilgern – 9. Tag

  1. Ja, Spiralwanderung klingt gut. Wenn sich dies dann bildlich auch noch als Blume mit Strahlen darstellen lässt, ist das wirklich ein gutes Zeichen.
    Ich mache jetzt täglich früh und spät eine „Höhenwanderung“: Vom ersten Stock in den mittlerweile einigermassen eingerichteten Fitnesskeller.. 😉 Hier gibts ja kein Fitness-Studio in erreichbarer Nähe, außer man würde Masskrug-Stemmen als Fitness bezeichnen. 😉 LG Michael

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