Loewit: Sehnsucht Unsterblichkeit

Sehnsucht Unsterblichkeit – Wie die Medizin zur neuen Religion der Menschen wird

  • Günther Loewit
  • Goldegg Verlag, 27. September 2020
  • Gebundene Ausgabe, 260 Seiten
  • 22,00 € (D)
  • ISBN 978-3-990-60178-5

Inhalt

Das Buch enthält ein Vorwort, 23 Kapitel und eine Schlussbetrachtung. In jedem Kapitel wird ein Aspekt der Medizin herausgegriffen und gezeigt, dass er zur Religion geworden ist. Als Beweise dienen Erlebnisse des Autors mit Patienten. Es gibt weder Quellenangaben noch weiterführende Literatur. Auch im Text wird nur äußerst selten auf andere Mediziner und/oder Wissenschaftler Bezug genommen.

Subjektive Eindrücke

Häufig fühle ich mich übertherapiert. Manchmal muss ich mich regelrecht mit Händen und Füßen gegen Untersuchungen wehren, deren Sinn und Zweck mir nicht klar ist. Deshalb hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut. Gerade die Frage, wie es dazu gekommen ist bzw. welche Prozesse da derzeit zu einer Verstärkung beitragen, hätte mich brennend interessiert. So zumindest hatte ich das Versprechen des Untertitels „Wie die Medizin zur neuen Religion der Menschen WIRD (!)“ verstanden.

Was hier auf mich eingeströmt ist, liest sich wie eine Abrechnung des Autors mit dem derzeitigen Gesundheitssystem. Pauschalisiert wird alles als zu viel, zu übertrieben, zu überteuert hingestellt. Nichts wird kritisch diskutiert – kein Pro und Kontra wird gegeneinandergestellt. Als Beweise diesen Geschichten von Patienten.

Selbst die Aussage, dass es einen österreichischen Wissenschaftler gegeben hat, der die Politiker aufgefordert hat, Panik wegen Corona zu betreiben, wird nicht mit einer Quelle belegt. Es wird nur gesagt, dass es dazu einen Beweis gibt.

Ein so tendenziöses Buch ist mit meiner Vorstellung von SACH-Buch nicht vereinbar. Ich habe nach 138 Seiten aufgegeben.

Fazit

Wer gern meinungsmanipuliert werden oder in seiner Info-Blase Bestätigung finden möchte, dem wird das Buch sicherlich gefallen.

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8 Gedanken zu “Loewit: Sehnsucht Unsterblichkeit

  1. Der Titel des Buches impliziert für mich auch einen philosophischen Ansatz – beispielsweise in Richtung des Hinterfragens dieser Sehnsucht…..

    Aber nach dem ich „Der ohnmächtige Arzt“ von ihm vor Jahren mal angelesen hatte (weil im Kollegenkreis darüber heftig diskutiert wurde) würde ich einen solchen Ansatz von Loewit wohl von vorne herein nicht erwartet haben.
    Mehr als Schelte für das Gesundheitssystem (von dem er selbst als Arzt profitiert) und seine Kollegen war darin nämlich auch nicht zu lesen. Geschweige denn die Spur eines realistischen Ansatzes, wie man das ändern könnte….
    Im Gegenteil wirkten viele seiner Argumente damals schon so, als ob Verschwörungstheorien dabei Pate gestanden hätten.

    Mein Fazit damals:

    Mit unkonstruktivem Gemecker lässt sich auch gut Geld verdienen, wenn man es möglichst Effekthaschend vermarktet….

    Gefällt 1 Person

    • Lieben Dank für Deine Einschätzung.
      Ja, ich hätte mich vorher besser informieren sollen. Seine vorherigen Bücher hatten einige, zwar wenige, aber doch auch Kritiken in diese Richtung. Und vielleicht muss ich in Zukunft auch bei diesem Verlag aufpassen. Da gab es schon einige Bücher, deren Rezensionen auf Ähnliches hinwiesen. Aber das Thema war dann doch einfach zu reizvoll. Naja, jetzt hat es sich ausgereizt.
      Und ja schade, dass sich mit solch unkonstruktivem Gemecker offensichtlich gut Geld verdienen lässt, um mal Deine Worte angepasst zu benutzen.

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  2. Danke für die Rezension! Da hätte ich auch eine differenzierte Darstellung erwartet. Aber vielleicht wollen ja heute manche Menschen in derem „Meckern“ bestätigt werden.Toi, Toi, Toi, hatte ich noch keine Therapie gleich welcher Art „durch-, mitzumachen“. Meinen „Heliobater Pylori“ hatte zwanzig Jahre niemand erkannt, ich also selbst therapiert. Ansonsten sehe ich unser Gesundheitssystem als durchaus akzeptabel an. Abgesehen von der größtenteils sehr „mauen“ Entlohnung aller Beteiligten. LG Michael

    Gefällt 1 Person

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