Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „Der Konsumkompass“ (Rezension hier)

Ein Handlungsvorschlag war, dass man die Umverpackungen sammeln und für andere Dinge verwenden könnte. Ja, vom Grunde her ein guter Vorschlag.

Wenn wir, als ich noch Kind war, mit unseren Eltern in der Hohen Tatra auf der tschechisch-slowakischen Seite Urlaub machten, gab es dort Schlauchmilch. Die Tüten wurden fein säuberlich aufgeschnitten, gewaschen und zu Hause als Brottüten für das Schulbrot etc. verwendet und immer wieder gewaschen und verwendet, gewaschen und verwendet… Sie wurden sehr in Ehren gehalten, weil klar war, dass es erst im übernächsten Jahr wieder neue geben würde.

Aber wie sieht das denn heute aus? Wer regelmäßig Joghurt ist, kriegt bei jedem Essen einen neuen Becher. Da kommt bis zum Ende eines Jahres ganz schön was zusammen. Und im nächsten Jahr sieht es wohl nicht anders aus.

Und selbst wenn ich an Schraubgläser denke, komme ich zu keinem besseren Schluss. Ja, ich kann sie zum Einkochen benutzen, aber irgendwann habe ich doch so viele Schraubgläser, dass ich gar nicht mehr aufessen kann, was ich dort alles einkochen kann.

Ich glaube, zum Mehrweg gibt es keine sinnvoll Alternative – außer möglichst ohne Verpackung, was uns aber für bestimmte Dinge derzeit als nicht möglich erscheint.

Zur Option „Mehrweg“ steht natürlich auch was in diesem Buch. Dazu komme ich dann später noch.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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15 Gedanken zu “Tagesgedanken

  1. …Plastikverpackung vermeide ich, esse auch keinen Joghurt usw. daraus, Gläser verwende ich wieder, Glasflaschen auch und was nicht wieder verwendet wird, kommt in den Glascontainer…in Papiertüten, vom Bäcker beispielsweise, kommt Gemüse, was ich verschenke…anderes Papier wird zum Anheizen genommen…insgesamt habe ich nur wenig, was in den Müll wandert…ich kann mir jedoch vorstellen, dass es für Menschen in der Stadt und ohne Garten ganz andere Herausforderungen sind…

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  2. Ich sehe das ganz ähnlich, derartige Tipps sind erst mal grundsätzlich nichts Verkehrtes. Und ja, wenn wir beispielweise alle auf Plastikumverpackungen verzichten würden, dann hätten wir das Problem erst gar nicht. Nur, wie du ja auch ganz richtig sinngemäß sagst, geht das aus unterschiedlichen Gründen nicht immer und nicht bei allen Produkten.
    Stattdessen trennen wir unseren Kunstoffmüll säuberlich und getreulich, im Glauben, dass das Problem damit gelöst ist. Dabei werden aber etwa 60 Prozent dieses Kunststoffmülls „energetisch verwertet“, sprich: verbrannt! Dass das keine so wahnsinnnig geniale Idee ist, erschließt sich wohl allen. Nun könnte man ja annehmen, dass die restlichen 40 Prozent brav recycelt werden, aber nein, etwa ein Drittel davon wird ins Ausland exportiert. Wir exportieren Müll! Zwar ist der im Grunde dann auch dafür gedacht, im Ausland recycelt zu werden, dass das aber nicht immer passiert, weiß man aber ja mittlerweile auch.
    Von den restlichen zwei Dritteln der 40 Prozent wird dann übrigens auch nochmal ein Drittel aussortiert, weil es zu stark verschmutzt ist oder, mir viel wichtiger, weil es sich um Verpackungen aus mehreren Kunststoffen handelt, die nicht recycelt werden können. So bleiben dann von 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfall eine recycelte Menge von gerade mal 0,9 Tonnen, oder 17 Prozent.
    Und wenn man das alles weiß, dann stelle ich mir die Frage, warum diese Problematik immer auf den Konsumenten abgewälzt werden soll. Warum wird der Export von Müll nicht verboten und jedes Land weltweit gesetzlich dazu verpflichtet, den Müll, den es produziert, auch eigenständig zu verwerten bzw. zu recyceln? Warum werden die Produzenten nicht von der Gesetzgebung dazu verpflichtet, Verpackungen nur aus einem Kunststoff, statt aus mehreren herzustellen, womit sie automatisch nicht mehr recyclebar sind? Warum werden beispielsweise schwarze Shampooflaschen nicht verboten, da sie von Sortiermaschinen oft nicht erkannt werden und daher in der Verbrennungsanlage landen? Warum wird es nicht untersagt, Produktinformationen direkt auf die Kunststoffverpackungen zu drucken, weil diese damit auch für das Recycling ausscheiden?
    Wenn man der Industrie mal mehr Vorgaben machen würde, müsste man sich als Konsument nicht dauernd kritisieren lassen.
    Wahrscheinlich ist diese Thematik aber ohnehin erst etwas, auf das du dann beim Thema Mehrweg kommst!? 😉

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    • Also als Kritik am Verbraucher/Konsumenten wollte ich das jetzt gar nicht sehen. Ich möchte eher darauf aufmerksam machen, dass wir etwas tun können, dass wir Einfluss haben. Und den muss man sich nicht ausreden lassen. Wer dann gleich wieder die Moralkeule schwingen muss, na, der muss das dann wohl tun.
      Zum Punkt Recycling hatte ich schon ein paar Gedanken zum Buch geschrieben – zumindest zu dem, was mich im Buch besonders beeindruckt und/oder angesprochen hat und auch möglicherweise Einfluss auf mein Handeln haben könnte. Das wird beim Thema „Mehrweg“ (morgen) nicht noch einmal aufgegriffen.

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      • Ich hab das auch gar nicht als Kritik von dir oder dem Buch aufgefasst, denn natürlich können wir als Gesellschaft, als Kunden etwas tun. Aber das wird eben nicht reichen. Und mit Moralkeule hat mein Einwand wenig zu tun.
        Denn zumindest in meiner Wahrnehmung wird häufig an die Verantwortung der Konsumenten appelliert, aber eben selten an die der Industrie.
        Dabei wäre dem Planeten und der Menschheit wohl am meisten geholfen, wenn beide Seiten ihrer Verantwortung stärker nachkommen würden. Auch damit keine der beiden Seiten eine Entschuldigung für ihr eigenes Fehlverhalten im Fehlverhalten der anderen Seite suchen kann.
        Ich bin gespannt auf deinen morgigen Beitrag. 🙂

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      • Ich habe mal ein Buch gelesen (und auch rezensiert), in dem es um die Geschichte des Mülls ging. Dort wurde auch klar herausgearbeitet, dass wir zwar jede/r für sich, Kleines beitragen kann, aber die eigentliche Lösung im großen Rahmen erfolgen muss. Ich fürchte aber, dass da solange nichts passieren wird, wie das höchste Gut Geld ist und mehr und mehr Liberalismus einziehen soll.

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  3. Meine volle Zustimmung, zu deinen Ausführungen! Bei mir fallen seit meiner Ernährungsumstellung auch jede Menge Joghurtbecher an. Aber eine Alternative aus Glas, auch größere VPE gibt es nicht. Hier in der „ländlichsten Ländlichkeit“ wo man sich regionale Gemüse-Angebote etc. wünschen würde wird nur für Bioreaktoren angebaut. Da ich „rotem Fleisch“ fast völlig entsagt habe, bleibt nur industrielle „Gesundheitskost“. Die ist eben – schon transportbedingt – gut verpackt. LG Michael

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