Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „Generation Fake“ (Rezension hier)

Ja, hier gab es interessante Einsichten und Ansichten. In diesem Sinne kann ich das Buch wirklich zum Lesen empfehlen.

Allerdings fand ich es ein bisschen schwierig, dass hier eine ganze Generation schlechtgemacht wurde. Ich habe ja durchaus beruflich viel mit dieser Generation zu tun. Es sind Menschen wie Du und ich, die versuchen, sich ihren Weg zu suchen und ihn zu gehen. Natürlich greifen sie auf die Mittel zurück, die ihnen zur Verfügung stehen. Im Grunde gilt für jede Generation, dass das, was wir ihnen vorwerfen, immer durch die jeweils vorausgegangene Generation angelegt, überliefert, gelehrt wurde. In diesem Sinne hält uns dieses Buch eben auch einen Spiegel vor.

Was auch gegen die „These“ spricht, dass es eine Generation ist, die lügt und betrügt, ist, dass die Beispiele, die im Buch genannt werden, Menschen aller Altersgruppen einschließen. Wenn zum Beispiel vom Dieselskandal gesprochen wird, dann kann man das ganz sicher nicht dieser sogenannten „Generation Fake“ in die Schuhe schieben. Das sind wohl dann eher die Vorbilder, die andere Menschen – gleich welchen Alters – dazu veranlassen, sich eben auch hie und da mal einen kleinen Vorteil zu erschleichen.

Interessante fand ich auch, dass als Lügen nur gilt, wenn man es vorsätzlich und zur Erlangung eigenen Vorteils macht. Hier wäre aus meiner Sicht „Nachbesserung“ erforderlich. Es würde ja bedeuten, dass, wenn ich Lüge, dass die Schwarte kracht, ich aber selbst nichts davon habe, ich nicht gelogen hätte. Naja, vielleicht habe ich da aber auch etwas falsch verstanden.

Also, insgesamt ein schönes Buch, aber „Generation Fake“ sind wir wohl mehr oder weniger alle.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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6 Gedanken zu “Tagesgedanken

  1. Lügen ist mit Sicherheit generationsübergreifend. Und ganz sicher nicht an einer Generation festzumachen. Ich kenne alte Leute, die kann man durchaus als notorische, ja, sogar krankhafte Lügner bezeichnen. Und junge Menschen, denen es ein Herzensanlegen ist, so wahrhaftig als möglich durchs Leben zu gehen…

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    • Das kann ich nur bestätigen.
      Auch unter steinalten (also Generation 90+) habe ich noch Menschen erlebt, die mir ganz bewusst ins Gesicht gelogen habe, um sich Vorteile zu erschleichen…..
      Bei jungen Leuten gibts das natürlich auch, wobei ich da auch sehr oft eine Portion Unbedarftheit im Zusammenhang mit durchschaubaren Lügen erlebt habe – etwa so, dass die sich gar nicht vorstellen konnten, wie offensichtlich ihre Lüge zu erkennen war.
      Aber dennoch erlebe ich den überwiegenden Teil aller Menschen als ehrlich – von kleinen oder grösseren Notlügen mal abgesehen

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      • Ja, das sehe ich auch so.
        Und manchmal ist es vielleicht auch nur der fehlende Mut, etwas zuzugeben, dass man zu einer „Notlüge“ greift. Unsere Klienten versuchen das auch immer wieder. Aber man weiß dann ja schon, was man von bestimmten Dingen halten kann. Meist finde ich ein paar klärende Worte dazu und beim nächsten Mal gibt es eine „ehrliche Ausrede“.

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    • Ja, genau das denke ich auch. Allerdings hat er auch Studien angegeben, die wohl eine Zunahme in der jüngeren Generation belegen. Ich habe die Studien jetzt nicht gesehen. Aber wenn Ältere wirklich nicht so viel lügen würden wie Jüngere, heißt das ja noch lange nicht, dass sie vielleicht in ihrer Jugend doch auch viel gelogen haben. Naja, wie so vieles, auch wieder eine komplexe Angelegenheit…

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  2. Was für den Einen eine Lüge ist, gilt bei einem anderen einfach nur als Ausdruck einer anderen Perspektive – oder man könnte es auch „seine“ Wahrheit nennen. Dann gäbe es so viele Wahrheiten wie es Menschen auf der Erde gibt.
    So lange man Lüge als das Gegenteil von Wahrheit betrachtet, wird man das Dilemma nicht los. Ganz besonders haben da die Juristen ein Problem, denn eine spirituelle Ebene ist in ihrem Fachbereich, (ähnlich wie in der klassisch westlichen Medizin), nicht vorgesehen.
    LG – Der WoMolix war da.😉

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    • Hm, hier würde ich doch ein wenig Widerspruch einlegen wollen. Für mich gibt es da doch noch einen Unterschied zwischen verschiedenen Perspektiven und Sichtweisen auf einen Sachverhalt und einer Lüge. Vermutlich muss man sich das im jeweils konkreten Fall genau ansehen.
      Aber wenn sich da jemand einen Abschluss kauft und ihn als seinen eigenen ausgibt, dann wüsste ich nicht, ob man das als andere Perspektive auffassen kann.
      Interessieren würde ich mich, wie aus Deiner Sicht die spirituelle Ebene für Juristen aussehen könnte.
      Danke fürs Vorbeischauen und Kommentieren.
      Du bist hier ein gern gesehener Gast 🙂

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