Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „Ohnekind“ (Rezension hier)

Ich kann mir natürlich nicht vorstellen, wie es ist, kein Kind haben zu können – nicht als Frau und schon gar nicht als Mann.

Ich habe es sehr genossen, schwanger zu sein, all die Veränderungen zu beobachten, die ersten Bewegungen, den Herzschlag zu hören, nichts im Ultraschall zusehen… Klaro, da gab es auch immer mal wieder Unannehmlichkeiten. Aber mehr war es wirklich nicht – gemessen an der riesigen Vorfreude.

Und ich habe auch das Leben mit unserem Sohn zum überwiegenden Teil sehr genossen.

Allerdings gestehe ich auch, dass ich ganz froh war, sehr jung Mutter geworden zu sein und dann auch noch verhältnismäßig jung und fit gewesen zu sein, als er das Haus verlassen hat. Natürlich bleibt man Mutter, aber man kann die Aufmerksamkeit auch wieder ein Stückchen mehr auf sich selbst richten.

Da ich es mir also so wenig vorstellen kann, hätte ich mir da dann doch ein wenig mehr gewünscht, wohl wissend, dass Herr Schwan sicherlich schon mehr von sich preisgegeben hat als das normalerweise in der Öffentlichkeit üblich ist.

Von den vielen Gründen, die Herr Schwan für die mangelnde Bereitschaft, sich für ein Kind zu entscheiden, anführt, sind mir zwei in eindringlicher Erinnerung geblieben: oftmals zu geringe Einkünfte der Familie (da musste ich gleich an das Buch „Der starke Sozialstaat“ und einen meiner Kommentare dazu denken) und Angst und Sorge, es unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen nicht richtig hinzukriegen. Die Ansprüche an das, was aus den Kindern werden muss, sind enorm. Da kann einen schonmal den Mut verlassen. Und schließlich soll das Kind ja erfolgreich im Sinne der Gesellschaft sein, also Karriere machen und viel Geld mit nach Hause bringen. Wie kann man sich da unbelastet für das Glück des Lebens entscheiden?

Ein zweiter Punkt, der für mich wichtig war, war die Diskussion darum, dass wohl die Spermienanzahl bei den Männern zurückgeht und somit die Zeugungskraft insgesamt. Das Ganze war dann wieder begleitet von Überlegungen zum Aussterben der Menschheit.

Okay, das Problem ist vielschichtig und es ist sehr emotional aufgeladen. Oft werden Probleme genannt, die wir bekommen, wenn in einem Land die Bevölkerung schrumpft und damit (vorübergehend!) überaltert. Aus meiner Sicht ist das ein temporäres Problem, dem man sich stellen und das man lösen kann. Aber ich bin keine Volkswirtin und habe da zu wenig Überblickswissen. Es ist halt nur so ein Eindruck.

Andererseits gibt es aber auch diejenigen, die vor einer Überbevölkerung warnen. Also, was denn jetzt? Zu viel oder zu wenig? Kann es nicht sein, dass es da sowas wie eine Untergrenze gibt, die nötig ist, um eine Art zu erhalten, und eine Obergrenze, aber der die Natur nicht mehr in der Lage ist, eine Art zu tragen? Sehen wir das nicht immer wieder in der Natur, dass explosionsartiges Ausbreiten einer Art von einem Massensterben innerhalb derselben Art gefolgt wird? Wir Menschen sind auch Natur. Können wir daraus nicht lernen? Als die Menschheit anfing, sich zu entwickelt, waren es ein paar Zehntausend. Die Untergrenze scheint also noch weit davon entfernt zu sein, erreicht zu werden. Ich habe mal von einer Vogelart gelesen, die, wenn die Umgebungsbedingungen, also z. B. Futter, schlecht sind, in dem entsprechenden Jahr weniger Eier legen, also weniger Nachkommen bekommen als in anderen Jahren. Können wir nicht auch so schlau sein, bevor wir uns die Erde unter dem Hintern kaputt machen?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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3 Gedanken zu “Tagesgedanken

  1. Danke dir für die sehr erhellende Rezension, und deine aktuellen Ausführungen zum Buch. Nun ja, Aussterben wird die Menschheit nicht, aber mache Regierungen werden halt Schwierigkeiten haben zu regieren, wenns Staatsvolk fehlt. 😉 Deshalb bin ich ja für eine Europäische Regierung, also das im Großen was die an Einwohner:innen geminderten Gemeinden schon mit deren Zusammenschlüssen zu Verwaltungsgemeinschaften realisieren mussten, bzw. wie unsere hier auch bald machen müssen. LG Michael

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