Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „Die Ökobilanz auf dem Teller“ (Rezension hier)

Ein Buch, das einem ganz schön den Kopf, also die bisherigen Vorstellungen, verdrehen kann. Es ist nämlich – wie immer – nichts so eindimensional/einfach wie wir es gern haben würden.

Was mich besonders beeindruckt hat war, dass es deutliche Unterschiede in der erzeugten Klimalast gibt in Abhängigkeit davon, wo Pflanzen angebaut oder wo Tiere großgezogen werden. Das Buch bescheinigt Deutschland hier recht gute Werte. Das liegt nicht immer nur an uns und unseren guten Maßnahmen, sondern teilweise einfach an unserem Wetter. So müssen wir nicht so viel Bewässern wie in anderen Regionen, womit unsere Wasserbilanz in der Landwirtschaft vergleichsweise positiv ausfällt.

Sehr interessant fand ich auch die Überlegungen, zwar einerseits auf die Klimalast zu schauen, aber andererseits eben auch zu berücksichtigen, was wir an Inhaltsstoffen in den Lebensmitteln brauchen. Leider wurden die ganzen Klimalastangaben immer nur auf ein Kilo des Lebensmittels bezogen, aber eben nicht auf die Inhaltsstoffe und auch nicht auf die Kalorien. Das erfolgte dann eher pauschal.

Und dann fängt es eben doch an, sehr komplex zu werden. Wie kann ich herausknobeln, mit welcher Zusammensetzung meiner Lebensmittel ich alle Inhaltsstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis bekomme? Das allein ist ja schon schwer. Nun käme also noch die Klimalast-Dimension hinzu.

Da verwundert dann natürlich nicht, dass es am Ende nur ganz pauschale Hinweise gibt, die man aber allgemeinhin schon kennt. Das war dann neben den ansonsten sehr anregenden Diskussionen und Informationen eher ein enttäuschender Punkt. Der wiederholte Hinweis wie lange ich auf Streaming oder Duschen verzichten kann, um dann doch das eine oder andere Lebensmittel zu essen, fand ich dann in der Permanenz ein wenig öde und sachlich etwas platt.

Für mich bleibt dann weiterhin unklar, wie ich meine Ernährungsgewohnheiten umweltverträglich gestalten kann – also über diese allgemeinen Statements hinaus.

Für alle Tierfreunde: Auf die ethische Dimension des Fleischkonsums oder des kompletten Verzichts auf tierische Produkte wurde nicht ausführlich eingegangen. Es wurde aber thematisiert, was es klimalast-technisch bedeuten könnte, wenn man tierische Produkte durch vegane Alternativen ersetzt. Das führt nicht immer zu einem besseren Ergebnis; nicht nur hinsichtlich der Klimalast sondern, auch hinsichtlich der Inhaltsstoffe. Vegan ist also nicht grundsätzlich und immer die klimafreundlichere Variante. Aber es gibt ja noch andere Argumente in der Vegan-/Vegetarierdiskussion.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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6 Gedanken zu “Tagesgedanken

  1. Wir bemühen uns, möglichst regional, bio und saisonal zu kaufen. Wir kaufen viel im Hofladen mit eigenem Gemüse, eigenen Hühner und eigenen Galloways. Fleisch kaufen wir sonst meistens nur direkt auf einem Biolandhof in den Vier-und Marschlanden. Das meiste, was wir kaufen, hat kurze Transportwege und auf Leckereien wie Avocados und Tomaten aus Spanien verzichte ich meistens zähneknirschend. Ich weiß natürlich, dass Fleisch per se keine gute Ökobilanz hat, aber darauf wollen wir nicht verzichten. Wir kaufen sehr hochwertiges Fleisch aus artgerechter Haltung und essen alleine dadurch schon weniger, weil das natürlich auch teurer ist. Wir kaufen auch palmölfreies „Nutella“. Ich glaube, so unter´m Strich tun wir schon einiges, aber Luft nach oben ist natürlich immer

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    • Du hast völlig recht: Luft nach oben ist immer. Aber man will ja auch leben und das Leben ein stückweit genießen.
      Laut Buch ist übrigens Fleisch von in Deutschland gehaltenen Tieren nicht so umweltschädlich wie z. B. das Argentinische Rumpsteak. Überhaupt kommt das Buch zu keinem so schlechten Resultat für Fleisch wie viele andere Diskussionen. Aber: die ethische Komponente ist nicht mit dabei.
      In dem Buch gibt es eine Übersicht darüber, was die Weltgesundheits- oder Welternährungsorganisation als sinnvolle und klimaverträgliche Zusammensetzung unseres Speiseplans herausgegeben hat. Auch dort ist etwas Fleisch dabei. Man muss ja auch immer „berechnen“, dass man ansonsten ja etwas Anderes essen würde. Was wäre das? Und welchen Fußabdruck macht das? Ich kann ja nicht einfach 100 g Fleisch durch 100 g Tomaten ersetzen. Also, zusehen, dass es einigermaßen passt und dann ohne Reue genießen, scheint mir ein guter Weg zu sein. Denn wenn man vor lauter schlechtem Gewissen krank wird und Pillen etc. braucht, ist der Umwelt ja auch nicht geholfen.
      Lasst es Euch immer und gut schmecken.

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      • Ich kaufe schon sehr bewusst ein, aber ich halte a. nix von irgendwelchen Ernährungsdogmas und will mich auch nicht selbst kasteien. Wir essen gerne mal Fleisch, aber dann eben vom Bio-Hof. Das schmeckt auch deutlich besser, also hat nicht nur die Umwelt was davon. Und Tomaten aus Spanien haben auch keine gute Öko-Bilanz. Ich habe lange im Bio-Bereich gearbeitet und mich schon von daher mit einigem auch intensiver befasst. Nicht alles, was auf den ersten Blick „besser“ ist, ist es auch tatsächlich.
        Und nun kümmere ich mich mal um die Bolognese…. schön mit Suppengemüse, Rotwein und vielen Kräutern.

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      • Euer Menü hört sich echt lecker an 🙂
        Genau, Selbstkasteiung hilft niemandem. Wenn man ein Auge auf die Dinge hat und versucht, es umzusetzen soweit es eben geht, dann ist man – denke ich – schon auf einem guten Weg. Und es kommt ja auch immer auf die Lebensumstände an.

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