Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „Roboterland“ (Rezension hier) – (4 von 4) – Wie wir in Zukunft essen werden

Eigentlich ist die Frage nicht ganz richtig gestellt, denn in dem Buch ging es ausschließlich um künstliches Fleisch.

Dass tierische Produkte einen größeren Fußabdruck hinterlassen als pflanzliche Nahrung, hat sich ja in zwischen herumgesprochen. Um den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren, gibt es verschiedene Herangehensweisen. Man kann zu einer überwiegend vegetarischen/veganen Lebensweise übergehen. Dazu würden dann Fleischersatzprodukte wie vegane Würstchen zählen. Man kann aber auch versuchen, Fleisch in Zuchtbehältern heranreifen zu lassen anstatt dies Tiere tun zu lassen. Um diesen Punkt geht es in dem Buch.

Die Autorin besucht verschiedene Unternehmen, die das schon recht gut hinkriegen, allerdings noch nicht wirklich serienreif sind. Wenn man aber genau hinter die Kulissen schaut, dann stellt man fest, dass es dann doch nicht ganz ohne Tiere geht. So enthält die Nährlösung ein bestimmtes Enzym aus dem Kälbermagen.

Die Autorin durfte dann auch mal etwas von dem Fleisch kosten. Als Burger vermanscht ist es wohl erträglich, weil durch weitere Zutaten Geschmack und Textur recht gut hinzubekommen sind. Aber sie durfte auch mal ein winziges Stückchen Hühnernugget probieren. Ihre Aussage war, dass sie danach mehrere Wochen vegetarisch lebte… Das Fleisch, das wir essen, besteht (neben Fett) aus Muskelfasern. Und Muskeln bauen sich nunmal nur durch Bewegung auf.

Prinzipiell steht wohl aber zu erwarten, dass die noch offenen Probleme „demnächst“ behoben sind und wir irgendwann Retortenfleisch essen könn(t)en. Damit wäre ein großer Teil des moralischen Problems des Konsums von Tierfleisch – das Töten der Tiere – behoben. Das mit dem Enzym aus dem Kälbermagen bleibt aber.

Inwieweit das Problem mit dem Fußabdruck behoben ist, bleibt zu hinterfragen. In einem anderen Buch kamen die Autoren zu der Auffassung, dass die gesamte industrielle Produktion mit Platzbedarf, Ausrüstungsbedarf, Nährlösung etc. ebenfalls einen enormen Fußabdruck hinterlässt.

Ebenso ungelöst bleiben die gesundheitlichen Probleme bei übermäßigem Fleischgenuss.

Das Buch thematisiert aber noch eine andere Frage, nämlich unser Verhältnis zur Natur. Auch durch das Essen von Fleisch zementieren wir unsere vermeintliche Überlegenheit über die Natur, unsere Machtausübung über die Natur. Indem wir unsere Essgewohnheiten beibehalten, werden wir auch das beibehalten. Für einen nachhaltigen Klimawandel brauchen wir aber ein anderes Verständnis unseres Platzes in der Natur. Die Änderung unserer Essgewohnheiten könnte den Weg dorthin unterstützen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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13 Gedanken zu “Tagesgedanken

  1. Was ich immer nicht verstehe ist diese Suche nach Ersatz… wer vegan leben will, kann das doch tun. Muss es dann Soya oder Tofu-Gyros, Tofu mit Hühnergeschmack und ähnlichem geben?
    Wir werden auch weiterhin Fleisch essen und ich halte es so wie wir es tun auch für vetrretbar. Unser Fleisch kommt ausschließlich vom Bio-Hof. Wir sehen dort die Tiere auf der Weide. Die Tiere sind auch Teil des Hofkreislaufes und es werden nicht sehr viele Tiere gehalten. Natürlich ist das teurer, aber dadurch reduziert sich der Fleischkonsum ganz automatisch. Im Moment essen wir eh fast nur Gemüse und Obst, wie meistens im Sommer.

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    • Das mit dem Fleisch-/Wurstersatz verstehe ich auch nicht, muss mir aber immer wieder sagen lassen, dass es wohl für viele Menschen wichtig ist, um den Fleischkonsum zu reduzieren. Ich bräuchte ehr einfache Rezepte, die mit Gemüse und Hülsenfrüchten funktionieren. Ich liebe z. B. die vegetarische indische Küche, habe aber keine Ahnung, wie man das kocht.

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  2. Übrigens darf die Industrie gem. EU-Verordnung seit Anfang Mai ? – Backwaren und Nudeln bis zu 10% Mehlwürmer beigeben. Ich backe jetzt doch wieder selbst, und Nudeln nur wo „ohne Mehlwürmer“ draufsteht. 😉
    Aber ist es nicht interessant, dass die Bevölkerung in der westlichen Hemisphäre abnimmt, aber wir plötzlich so interessiert daran sind die Welt zu retten? Ähnlich mit der Gefährlichkeit von Zucker, von der nichts zu hören war, solange das sog. „Zuckerkartell“ funktionierte. Nicht zu vergessen auch die Jahrzehnte lange Verklappung unseres Plastikmülls in den Weltmeeren, bzw. Verschiffung nach Asien. Seit dem dies alles nicht mehr geht, und sich auch noch rausstellte, dass vor allem die deutsche Automobilindustrie ca. 20 Jahre lang über die Abgaswerte getäuscht hatte, wird Deutschland „reuiger Sünder“. 😉 Heisst nicht, dass ich den Klimawandel leugne. Nur würde ich mir die einfachste Art wünschen, nämlich den Individual-Pkw-Verkehr zu verbieten. LG Michael

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  3. Die (für uns) neue fleischlose Küche muss interessanter/zugänglicher und kreativer werden. Wenn die Industrie Fleisch „nur“ nachahmt, werden die Fleischfreunde eh immer rumnörgeln, dass das ja eben kein Fleisch ist. Kann es ja auch nicht sein und sollte es auch nicht. Wir müssen Wege finden, die Nahrung in andere Formate zu packen statt immer nur in „Wurst“, „Steak“ und „Schnitzel“.

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    • Es gibt da ja irgendwie 3 Richtungen: Fleischersatz – also vegane Würste etc. (gar nicht meins), im Tank gezüchtetes Fleisch (definitiv noch nicht meins), was aber im Moment nur für Hack… geeignet ist, und eben einfach gleich vegetarisch/vegan essen (eher meins).
      In dem Buch über Shenzhen ging es auch um das Thema. Da versucht man mit traditionellen Rezepten Fleischersatz (insbesondere Burger) zu machen. Das kommt wohl unter der jungen Bevölkerung auch ganz gut an. Vermutlich wird es wohl auch dazu Influencer etc. benötigen. Ich bräuchte mal ein indisch-vegetarisches Kochcamp ***lach***

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      • Hi Belana Hermine, ja die Inder kochen schon seit Jahrtausenden veggie und mache sich da nicht doch die „Birne“ (auch veggie… ;-).
        Da sollte ich dich mal mit Irène in Indien vermittelten oder bist du schon bei ihr aufm Blog unterwegs??

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      • Und irgendwie schaffen es die indischen Gerichte, die Bedürfnisse zu befriedigen. Ich hatte noch nie das Gefühl, nach einem Indienaufenthalt unbedingt Fleisch essen zu müssen, weil ich darauf verzichten mussten. Das ist schon faszinierend.
        Nein, auf Irenes Blog bin ich nicht. Wenn Du mir einen Link schicken könntest, würde ich mich darüber sehr freuen. Lieben Dank schonmal.

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