Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „New normal“ (Rezension hier)

Eigentlich will ich gar nicht so viel zu dem Buch selbst sagen. Es hat nur wieder die Gedanken daran geweckt, dass vermehrt überall nach Digitalisierung geschrien wird. Inzwischen hängen auch wieder die Wahlplakate, die ebenso Digitalisierung verlangen und/oder versprechen.

Nicht, dass ich nicht denke, dass eine bessere Netzinfrastruktur durchaus sinnvoll sein kann und dass auch der Zugang zu Rechentechnik für ALLE Bevölkerungsschichten gleichermaßen sinnvoll wäre. Das haben wir in Zeiten von LockDown, Distanz und online-Treffen durchaus gespürt. Diejenigen, die alles zur Verfügung hatten, waren da mal wieder voll im Vorteil, was insbesondere in Schulen, Aus- und Weiterbildung gravierend sichtbar wurde.

Aber es reicht doch nicht aus, einfach nur die Technik und Infrastruktur hinzustellen.

Sicherlich, wenn es das in ausreichendem Maß gibt, dann wird sich da schon was entwickeln. Aber ist das ein sinnvoller, ein effizienter – und ja auch effektiver – Weg?

Sollten wir uns nicht lieber überlegen, wie wir zusammen arbeiten, lernen, kommunizieren und leben wollen, und daran ausrichten, welche Technik wir dafür brauchen könnten? Was ist denn die digitale Schule? Was ist denn die digitale Hochschule? Wie kann uns Digitalisierung helfen, allen Kindern gleichermaßen den Zugang zu Bildung zu eröffnen? Wie kann uns Digitalisierung helfen, mehr Gleichberechtigung umzusetzen? Wie kann uns Digitalisierung helfen, die gemeinsamen gesellschaftlichen Probleme zu lösen?

Wenn wir das wissen, dann wissen wir auch, welche Technik wir brauchen, und werden sie mit Sicherheit auch installieren/implementieren.

Was wollen wir? Was sind unsere Ziele? Das würde mich vor allem interessieren.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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11 Gedanken zu “Tagesgedanken

  1. In meiner Heimat gibt es etliche abgelegene Sprengel ohne Internet-Empfang. Die Bewohner:Innen, und vor allem die Schüler:Innen hatten sich während des Heim-Unterrichts nichts sehnlicher gewünscht als einen guten und halbwegs schnellen Zugang zum WWW. Da hat alles Zusammenarbeiten und Helfen nicht viel genutzt, und die Kommunikation lag dank des Mangels an zuverlässigem Internet sehr im argen…
    Die Zahl der Kinder aus bedürftigen Familien, die sich keinen Laptop, kein modernes Handy, kein Tablet o. ä. leisten können, wächst zunehmend. Es wäre eine Kombination aus einer besseren Unterstützung für materiell Schwache, dem Zugang zu schnellem Internet für Alle, und eine umfassende Reform deutscher Bildungspolitik, die meiner Meinung nach am sinnvollsten wäre. Was nutzen die modernste Technik, die sprühendsten Ideen, wenn ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung aufgrund steigender Armut von den Chancen auf gute und umfassende Bildung abgehängt wird?

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    • Ich hoffe nur, dass diese anderthalb Jahre viele Augen für solche Benachteiligungen geöffnet haben. Wir haben in unserer Firma versucht, Laptops an unsere Klient/innen zu verleihen, die wir sonst in den Arbeiten vor Ort genutzt haben, aber ja nun nicht brauchen konnten. Aber an der Verbindungsqualität konnten wir auch nichts tun. Und da gab es dann einige Kolleg/innen, die in der Tat verlangt haben, dass das Video immer an sein muss, und die Leute rausgeschmissen haben, die es nicht an hatten. Und nun geht das Ganze in gewisser Weise in umgekehrter Richtung los. Einige Kolleg/innen wollen unbedingt jetzt und sofort wieder in realen Treffen mit unseren Klient/innen arbeiten. Aber viele wohnen ja gar nicht mehr hier, weil sie sich das finanziell nicht (mehr) leisten konnten, sondern sind z. B. zurück zu ihren Eltern oder auch in billigere Städte gezogen. Die müssen nun per Videokamera zuschauen, wie die anderen vor Ort was machen. Ich finde das unerträglich…

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  2. Es reicht natürlich nicht, nur die Technik zur Verfügung zu stellen, aber es wäre erst mal Voraussetzung dafür, dass alle ähnliche Bedingungen haben. Aber die mangelnde Versorgung mit z.B. schnellen Internet ist ja nicht erst seit Corona ein Problem. Da hat Deutschland ewig im Tiefschlaf gelegen. In Polen hatte ich selbst auf der Wanderdüne in Leeba besten Empfang, wie überall im Land.
    Aber wenn ich sehe, dass die Schulen bis heute kaum mit Luftfiltern ausgestattet sind, dann habe ich wenig Hoffnung, dass die Politik ernsthaft was angehen will. Corona ist ja wie ein Brennglas auf viele Probleme in dieser Gesellschaft. Aber das sich nun nachhaltig was verändert, die Hoffnung habe ich schon lange beerdigt.

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    • Das hört sich sehr resigniert an und stimmt mich traurig. Ich muss allerdings gestehen, dass ich auch sehr hart daran arbeiten muss, die Hoffnung nicht zu verlieren. Vielleicht gelingen uns kleine Dinge in unserem eigenen Arbeits- und Lebenskreis?

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      • So lebe ich schon immer… Veränderungen beginnen immer vor der eigenen Haustür. Ich bin nicht resigniert, für mein eigenes Leben schon gar nicht. Mir geht es ja nach wie vor gut, aber ich lebe nun mal nicht auf einer Insel und mir macht das schon Sorgen, was in unserer Gesellschaft passiert. Und wenn ich sehe, was da gerade im Wahlkrampf passiert, dann wird mir tatsächlich Angst und Bange um unser gesellschaftliches Gefüge.

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      • Diese Sorgen teile ich uneingeschränkt. Mir fiel gerade ein: „Immer weiter so.“ ein, aber gleich darauf auch ein: „Der Krug geht so lange zum Wasser, bis er bricht.“ Wer weiß wie viele Tränen diese Scherben verursachen und wer sie wieder aufräumen muss. Und doch denke und hoffe ich, dass wir noch immer die Möglichkeit haben, den Krug nicht zerbrechen zu lassen. Die verfügbaren Wahlmöglichkeiten, lassen zwar keinen wirklichen Wahlspielraum, aber den sollte man dann doch auch aktiv nutzen.

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  3. Volle Zustimmung! Das „Technische“ erledigt sich nahezu von selbst, wenn mich auch immer wunderte, dass unser noch zu zig Prozent in Staatseigentum befindlicher Telekommunikationskonzern es nicht auf die Reihe brachte – bringen sollte? – das Land modern auszustatten. Reden wir von xG-Funkversorgung, dann wären professionelle Router die Alternative zu einer Glasfaserverkabelung gewesen; zumindest um schnell was zu machen. Aber es muss erst einmal in den „Hirnen“ ankommen, wie man zusammenarbeiten kann und will. Da ist noch viel „Luft“. ;.-) LG Michael

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    • Vielleicht könnte auch helfen, sich von der reinen Profitorientierung eher hin zu den Bedürfnissen der Menschen zu wenden. Und immer dieses „mehr, mehr, mehr“ erscheint mir auch nicht sonderlich hilfreich in dieser Beziehung.

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