Wandern 2021 – Nachtrag #1

War es gut, unter Corona-Bedingungen auf diese Reise zu gehen?

Natürlich kann ich auch zu Hause wandern. Und im letzten Jahr bin ich ja auch ganz brav wie die Katze um den heißen Brei um unser Zuhause herum gewandert. Mein Unvermögen, dann aber die Finger vom (Arbeits)-Rechner und sonstigen Arbeitsdingen zu lassen, hat allerdings dazu geführt, dass es nicht so die wirkliche Erholung war. Nun war ich nach anderthalb echt anstrengenden Corona-Jahren doch ziemlich durch und brauchte unbedingt Abstand zu allem, was mit Arbeit zu tun hatte. Das ist im Wesentlichen gelungen, sodass es zumindest hierfür einen Plus-Punkt gibt.

Auch hinsichtlich der Art des Urlaubs würde ich mal einen Plus-Punkt vergeben. Draußen rumzulaufen ist sicherlich eine der weniger gefährlichen Aktivitäten hinsichtlich Ansteckung und Verbreitung. Menschenansammlungen habe ich weitestgehend meiden können. Und auch auf den Wegen waren nicht so viele Menschen unterwegs, dass es zu eng geworden wäre.

Kritisch waren mit Sicherheit die An- und Abreise. Hinzu ging es allerdings ganz gut. Ich habe die ganze Zeit allein in einem 6er-Abteil gesessen. Zur Rückfahrt hatte ich ja schon einiges gesagt. Da waren wir zeitweise zu Viert in einem 6er-Abteil. Dazu kamen viele Wechsel und Wirbel etc. Insbesondere wegen dieser unangenehmen Rückfahrt gibt es hierfür definitiv einen Minus-Punkt. Vielleicht wäre dann doch eine Autofahrt angebrachter gewesen. Aber dann hätten wir das Minus wieder auf dem Umweltkonto…

Bleiben noch die Unterkünfte, die kritische Punkte hinsichtlich Corona sein können und es zum Teil mit Sicherheit auch waren. Die Einhaltung der 3G-Regel wurde unterschiedlich akribisch geprüft. In manchen Unterkünften war es nichtmal Thema, in anderen musste ich tatsächlich das Impfzertifikat zeigen. Die meisten lagen irgendwo dazwischen – so nach dem Motto: wir fragen, aber glauben die Antwort. In den meisten Unterkünften hatte ich den Eindruck, dass sie sich nach Kräften bemühten, die Abstände einzuhalten und auch die Desinfizierung der Zimmer, Tische etc. ernst zu nehmen. In einer Unterkunft war zumindest das Restaurant völlig überfordert, sodass man ohne „Zwischensäuberung“ direkt an einen frei gewordenen Tisch gesetzt wurde und es ziemlich rappelig voll war. In den meisten Unterkünften wurde darüber informiert, dass die Mitarbeiter/innen alle geimpft sind. In einer Unterkunft „prahlte“ die Inhaberin nahezu damit, NICHT geimpft zu sein und auch ihre (erwachsenen) Kinder nicht zum Impfen gehen zu lassen. Da fühlte ich mich echt unangenehm. Deswegen gibt es für die Unterkunft insgesamt doch auch einen Minus-Punkt 😦

Was wäre besser gewesen?

Möglicherweise wären zwei oder drei Unterkünfte, bei denen ich jeweils ein paar Tage geblieben und von denen aus ich Tagestouren gemacht hätte, angemessener gewesen. Ich wäre trotzdem vom Arbeitszugriff weg. Ich hätte wandern können. Aber ich wäre nicht in so vielen verschiedenen Unterkünften gewesen, die ich mir vielleicht auch vorher genauer hätte anschauen und „prüfen“ können. Und vielleicht hätte das Ganze dann auch etwas näher stattfinden können, um nicht so viele Stunden im Zug zu sitzen. Hier bin ich aber nicht ganz so streng, weil wohl Vieles auf der Rückfahrt mit dem vorangegangenen Streik zusammenhing und deshalb nicht unbedingt der Art des Urlaubs zuzuschreiben ist.

Fazit

Grundsätzlich soweit okay. Möglicherweise wäre für ein nächstes Mal unter Coronabedingungen eher „stationäres Wandern“ besser geeignet.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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8 Gedanken zu “Wandern 2021 – Nachtrag #1

  1. Ich finde die Schlüsse durchaus interessant, die Du aus Deinen Urlaubs-Erfahrungen ziehst.

    Wobei mir zwei Dinge besonders auffallen, die beide mit dem Thema „Infektion-Schutz“ zu tun haben.
    Zum einen die Bahnreise auf der Rückfahrt, welche mir persönlich – obschon ich ja geimpft bin – zu riskant gewesen wäre, und zum anderen die Sache mit der Unterkunft, deren Gastgeber sich als Impf-Verweigerer entpuppte.

    Da erscheint mir die Geschichte dann doch etwas grenzwertig und ich hätte zumindest versucht, mir Alternativen dazu zu suchen.
    (wobei mir natürlich klar ist, dass es nach einer langen Tagesetappe am Ziel angekommen wohl keine gegeben hätte ausser unter dem nächsten Baum zu kampieren – und auch das mögliche Zeitfenster für die Bahnfahrt nicht viel Spielraum übrig liess, zumal diese Probleme im Vorfeld wohl nicht absehbar waren)

    Aber deshalb auf die Reise zu verzichten – das hätte ich mir wohl auch nicht angetan. Und Deine insgesamt positive Einschätzung zeigt mir ja auch, dass Reisen unter Corona-Bedingungen möglich ist…….

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    • Das mit der Rückfahrt hatte mich wirklich überrascht. Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich vermutlich nicht gefahren oder hätte nach einem anderen Wandergebiet gesucht.
      Das mit der Unterkunft war schon echt grenzwertig. Auch damit hatte ich nicht gerechnet. Wenn ich als Gastgeber/in das Beste für meine Gäste möchte, läge es da nicht nahe, sich impfen zu lassen? Naja, sehen offensichtlich nicht alle so. Die Unterkunft zu wechseln ist in der Tat eine gute Idee. Etwa 1 km weiter gab es eine weitere Hütte. Die war aber ausgebucht. Da die Dame uns erst um 18:00 reingelassen hat, hatte ich diese Variante (unabhängig von der Impferei) schon ausprobiert. Ansonsten wusste ich nicht, wo noch etwas gewesen wäre. Und sie hat sich dann auch erst nach dem Abendessen geoutet. Da war es so gegen 20:00 – dann doch etwas spät zum Umziehen. Aber es ist mir natürlich eine Lehre. Das würde ich bei einem nächsten Mal doch im Vorfeld abklären.

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      • Oh ja, das würde ich auch gern sehen. Nein, aktiv fragen würde ich vermutlich nicht. Aber andererseits muss ein Gastgeber ja auch nicht unbedingt mit seinem Nicht-Impfstatus prahlen. In manchen Häusern wurde aber direkt beim Einchecken gesagt, dass hier alle vom Personal geimpft sind. Sowas gibt es dann also auch.

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  2. Manche Situation hätte mich da an meine Grenzen gebracht (die Wirtin und die Rückfahrt), aber ich denke, diese Art Urlaub zu machen, ist schon nicht ganz verkehrt in diesen Zeiten. Ich persönlich möchte zur Zeit nicht ins Hotel, für mich käme nur eine Ferienwohnung in Frage. Wir haben ja bisher auf weitere Reisen verzichtet, u.a. eben wegen der Übernachtung. Weniger aus Angst, aber ich habe schon letztes Jahr auf Rügen und auch auf Helgoland gemerkt, dass das zur Zeit einfach nicht meins ist.
    Nun ist Wandern eh keine Option für uns, aber so von Ort zu Ort ziehen, das mögen wir ja auch gerne und lieber, als wochenlang auf einem Fleck hocken.
    Ein Restrisiko bleibt wohl immer, aber da hast Du dann hoffentlich den Schutz Deiner eigenen Impfung. Ich kann auch gut Urlaub von Zuhause aus mit Tagesausflügen machen, weil ich den Dienstrechner grundsätzlich nicht anfasse, wenn ich Urlaub habe (auch am Wochenende mache ich das nicht, ich würde auch was zu hören kriegen, wenn ich es täte). Insofern kann ich persönlich auch ganz gut Zuhause ausspannen, trotzdem ist mal ganz rauskommen schon erholsamer, weil einen weder der Haushalt klagend „anguckt“, man keine Post bekommt und sich auch sonst nicht um den Alltagskram kümmern muss.

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    • Ja, genau. Diese 1000 Dinge, die zu Hause immer nach einem rufen und an einem zerren. Ich schaffe es nicht, mich dem wirklich zu widersetzen, und gehe dann doch an den Rechner und mache viele Dinge, die eigentlich nicht so ganz erholungsfördernd sind. Deswegen war es schon ganz gut rauszukommen. Touristenhochburgen hatte ich bewusst vermieden – hat allerdings nicht so ganz geklappt. Aber bei den wenigen Gelegenheiten konnte ich mich doch recht gut vom Gewimmel fernhalten.

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    • Ach, eigentlich ist das für mich weniger Selbstkritik als vielmehr die Überlegung, was denn nun gepasst hat und was nicht. Dann habe ich fürs nächste Mal eine Idee, wie ich es angemessener gestalten kann.
      Ansonsten versuche ich halt möglichst wenig im Widerspruch zu meinen eigenen Ansprüchen zu handeln. Das gelingt halt nicht immer. Aber dazu kann man ja stehen und es halt möglichst beim nächsten Mal besser machen.

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