Wandern 2021 – Nachtrag #2

Was war an dieser Wanderung anders als an bisherigen Wanderungen?

Bisher bin ich eigentlich immer von Punkt A nach Punkt B in ziemlich gerader Linie gelaufen. Dabei habe ich mich um die Unterkünfte ein bis drei Tage im Voraus gekümmert. Diese Unterkünfte waren dann in der Regel Pilgerherbergen oder Wanderhütten, also immer mit viel Anschluss an ähnlich Wandernde und normalerweise auch mit viel Einbettung in die Natur. Man geht eigentlich nur zum Schlafen und Essen rein. Ansonsten spielt sich fast alles draußen ab. Und man kann sehr schnell darauf reagieren, wenn man mal einen Tag Pause braucht. Man kann auch die Etappeneinteilung besser auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

In diesen Punkten war die diesjährige Wanderung durchaus recht unterschiedlich davon.

Alle Unterkünfte waren von einer Agentur vorgebucht. Das war durchaus beabsichtigt, weil mich die eigene Unterkunftssuche doch immer auch ein stückweit stresst. Und das wollte ich in diesem Jahr einfach „ausschalten“. Es hat ja im Grunde auch alles geklappt. Allerdings waren die meisten Unterkünfte dann eben auch ganz andere Unterkünfte als die, die ich sonst wähle. Überwiegend hatte ich auch den Eindruck, dass es gar keine Herbergen und/oder Hütten gab, wo ich gewandert bin. Ich würde mal 4 der Unterkünfte als derartige Herbergen/Hütten bezeichnen. Es waren sogar hin und wieder richtige (für mich) Edel-Hotels dabei. Total unpraktisch, wenn man am Wandern ist, aber edles Essen und Sauna-Bereich. Nicht, dass ich ein Sauna-Verächter wäre. Und ein Saunagang im Angesicht der Berge ist schon ein Erlebnis. Es passt für mich aber nicht zu meiner Wanderung.

Mitwandernde habe ich nur wenige getroffen. Zum Teil merkten wir auch erst nach zwei oder drei Tagen, dass wir gemeinsam wandern. Insbesondere in den Hotels spielt sich dann auch kaum etwas draußen ab. Und das ist dann wohl der Punkt, den ich am meisten bedauere an dieser Tour: ich habe es nicht wirklich geschafft, tiefer in Verbindung mit der Natur zu kommen. Natürlich war ich beim Wandern in der Natur. Und gerade bei krabbeligen Passagen muss man ganz einfach in eine starke Verbindung eintreten. Aber durch den Aufenthalt in diesen Hotels ist diese Verbindung immer wieder unterbrochen (zerrissen?) worden. Es war irgendwie so, als hätte ich jeden Morgen wieder neu anfangen müssen, den Faden zu knüpfen.

Die Strecke ist nun in der Tat nicht geradlinig zu nennen. Irgendwie bin ich in Schleifen und Kreisen und Windungen durch die Berge gestapft. Das ist schon okay, aber eben ein ganz anderes Gefühl, als dieses zielgerichtete Geradeausgehen. Ich glaube, dieses Zielorientierte spornt mich doch mehr an, die Strecke in Angriff zu nehmen. Das ist jetzt aber nichts Negatives. Ich habe diese Strecke auch sehr genossen – nur das Gefühl war ein bisschen anders als sonst.

Fazit

Buchen zu lassen ist deutlich entspannter als sich selbst auf der Strecke darum zu kümmern, ist aber mit vielerlei Inflexibilität verbunden. In sehr touristischen Gegenden ist es in der Hochsaison möglicherweise aber ratsam, vorher gebucht zu haben. Einige Mitwandernde berichteten von Schwierigkeiten beim kurzfristigen Selbstbuchen.

Trotzdem würde ich wohl lieber wieder auf Strecken gehen, bei denen ich kurzfristig selbst buche und dabei Herbergen/Hütten bevorzuge. Und ich glaube, ich möchte wieder klarer von A nach B gehen. Streckenideen dafür stehen noch viele auf meiner ToGo-Liste 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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2 Gedanken zu “Wandern 2021 – Nachtrag #2

  1. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Begegnungen mit anderen Wanderern ein Teil solch eines Weges sind. Ich habe ja mal das Buch von Hape Kerkeling gelesen und sein Camino lebt ja nicht unwesentlich davon. Ich stelle mir diese Mischung spannend vor… tagsüber alleine mit sich und der Natur und in der Unterkunft dann Begegnungen.

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