Wandern 2021 – Nachtrag #3

Welche Art von Wanderung (Vor-Organisation, Untergrund, Länge) ist eigentlich die richtige für mich?

Prinzipiell

Eine Sache weiß ich eigentlich ganz sicher: eine lange Wanderung, auf der ich Essen und Trinken für alle Tage mitnehmen muss, kommt für mich eigentlich nicht in Frage. Und allein würde ich mich nicht in Gebiete wagen, in denen z. B. vor Bären gewarnt wird. Überhaupt würde ich auch ungern allein in freiem Gelände im Zelt übernachten wollen. Wenn jemand dabei ist, ggf. mit eigenem Zelt, könnte ich mir Letzteres schon eher vorstellen.

Vor-Organisation

Gut finde ich für die Wanderungen Übernachtungen in Herbergen und Hütten. Ja, gern in Mehrbettzimmern oder auch im Matratzenlager. Kurzfristige Vorbuchung wegen möglicher Flexibilität wäre gut, wenn die Aussichten gut sind, eben kurzfristig auch noch etwas zu bekommen. Das ist immer so mein „Bedenkenfaktor“.

Dauer / Länge

Drei bis vier Wochen sollten es schon (mindestens) sein. Ein paar Tage brauche ich, um meinen Weg auf den Weg zu finden. Und dann würde ich das Gefühl des auf-dem-Weg-Seins gern eine Weile genießen. Wie viele km das dann sind, hängt stark vom jeweiligen Gelände ab. Auf den Jakobswegen kann man gut 30 km und mehr am Tag gehen. In den Bergen sind es eher „nur“ an die 20 km pro Tag. Hin und wieder sollte ich mir einen Ruhetag gönnen. Wobei das möglicherweise nur bei den Bergtouren wirklich relevant ist. Auf der Pyrenäentour hatte ich zwei Ruhetage. Diesmal hatte ich nach ca. 3 Wochen das Gefühl, mal einen Ruhetag zu brauchen. Auf den Jakobswegen hatte ich bisher nicht dieses Gefühl und habe auch nur auf meinem ganz langen Weg 2 Ruhetage gemacht. Allerdings habe ich beim 2. Ruhetag hinterher gemerkt, dass es echt gut war, ihn gemacht zu haben. Vielleicht sollte ich da eher einen einlegen und nicht erst darauf warten, bis ich wirklich den Bedarf verspüre.

Untergrund

Flachland oder Berge – das ist hier die Frage. Beides hat für mich seinen Reiz. Beide ermöglichen ganz unterschiedliche Formen der „inneren Einkehr“. Die Berge sind toll, herausfordernd. Hier werde ich immer wieder von der Schönheit geflasht. Meditation entsteht automatisch, wenn man über die Felsen krabbeln muss. Man muss sich derartig konzentrieren, denn ein falscher Schritt und es geht abwärts, dass man einfach keinen anderen Gedanken mehr denken kann. Die langen, geraden, einfach zu gehenden Strecken der Jakobswege führen dazu, dass ich über einen regelmäßigen, gleichmäßigen Rhythmus der Bewegungen wirklich ins Körperspüren und eine Art Flow komme. Auch dann sind alle anderen Gedanken ausgeschaltet. Aber es ist eben eine komplett andere Art der Meditation. Bei den Jakobswegen kommt hinzu, dass man wirklich das Gefühl haben kann, dass hier schon ganz viele Menschen vor einem langgegangen sind. Man kann sich mit ihnen verbunden fühlen. Und über die Herbergen (hier muss man natürlich schauen, welche man sich auswählt) kann man sich mit den Mitpilgernden verbunden fühlen. Auch das ist für mich Teil einer „inneren Einkehr“.

Fazit

Hinsichtlich Organisation und Dauer/Länge ist eigentlich alles mehr oder weniger eindeutig. Ambivalent bin ich hinsichtlich der Art der Wege. Aber hier habe ich eh noch eine gute Mischung auf meiner ToGo-Liste, dass ich da ja Jahr für Jahr abwechseln kann. Ideen gibt es viele. Wie viele Jahre mir wohl bleiben, sie umzusetzen?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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11 Gedanken zu “Wandern 2021 – Nachtrag #3

  1. Ich finde es tatsächlich ganz spannend, wie Du Deine Wanderung beschrieben hast und im Nachgang analysierst.
    Zumal ich selbst auch mal ähnliche Pläne hatte (der Jacobsweg war ein grosses Ziel), sie aber nicht mehr realisieren kann, weil meine Gehbehinderung dem inzwischen entgegen steht und ich unwegsames Gelände und lange Wegstrecken nicht mehr bewältigen kann…
    Deshalb: Vielen Dank, dass ich zumindest auf diesem Weg daran teilhaben kann!

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    • Sehr, sehr gern natürlich. Und danke für Deine Begleitung. Ich finde das ein sehr schönes Gefühl.
      Möglicherweise hatte ich das schonmal gesagt, aber es gibt auch ein Buch von einem, der mit dem Motorrad den Jakobsweg gefahren ist. Mit dem Roller braucht man vielleicht etwas länger. Aber wenn Ihr 100 km am Tag fahrt, wäre es vielleicht ein Monat bis hin. Vielleicht mal, wenn Frau Momo in Rente ist?

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      • Das Buch hab von Holger Janke ich tatsächlich auch auf meiner Leseliste für diesen Sommer gehabt, zumal ich schon andere Texte von ihm gelesen habe und ziemlich gut fand:
        tinyurl.com/bdy4es48
        Gelesen hab ich es allerdings noch nicht…..
        Und ja, durchaus vorstellbar für mich, sowas irgend wann mal zu machen, am Liebsten natürlich mit meiner Liebsten gemeinsam….

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      • Ich habe es leider noch nicht zu Ende gelesen. Aber es liegt noch auf dem Nachttisch 😉
        Wir wollen auch gemeinsam den Jakobsweg bis Santiago gehen. Bis Le Puy en Velay sind wir schon gekommen. Wenn Corona mal nicht mehr so wütet, soll es wieder weitergehen. Es ist eine ganz andere Erfahrung, mit jemandem – am besten natürlich dem/der Liebsten – solche Wege zu machen.
        Ach, ich würde mich so freuen, wenn Ihr Euch diesen Wunsch erfüllen könntet.

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  2. Ich kann mich nicht erinnern, einen Urlaub je so „aufgearbeitet“ zu haben. Entweder es war schön oder nicht *lach*. Ich denke, so ungefähr weiß ich, wie ich mir Urlaub vorstelle und wir fahren ja meist recht unvorbereitet einfach los und machen Halt, wo es uns gefällt. Jedenfalls haben wir das in Polen so gemacht. Aber wir haben auch schon fest gebucht, auf Rügen, Helgoland oder mal auf dem Darß. Und auch in Krakau hatten wir eine Unterkunft, die allerdings nicht toll war. Aber wir sind eh den ganzen Tag durch die Stadt gelaufen und nur zum Schlafen in das Appartment.
    Vielleicht liegt es bei uns daran, das wir z.B. damals als wir an der Ostseeküste entlang bis Danzig und durch’s Binnenland wieder zurück gefahren sind, einfach weiterfahren konnten, wenn es uns wo nicht gefiel. Das ist bei Deiner Art von Urlaub natürlich schwieriger.

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    • So wirkliche Aufarbeitung ist es für mich eigentlich gar nicht. Es ist eher, nochmal ein bisschen was revue passieren zu lassen, nochmal mit Freude an einige Dinge zu denken. Aber stimmt schon, im Moment sind es eher Überlegungen dazu, was gut oder weniger gut war hinsichtlich der Entscheidungen.
      Das liegt vielleicht einerseits so ein bisschen in meiner Natur. Ich grüble halt immer über alles nach… Und andererseits ist es auch immer ein bisschen Anliegen meiner Wege, wieder ein Stückchen mehr über mich zu erfahren, was mir gefällt, was mir gut tut, wie ich mit einigen Leichen aus dem Keller besser umgehen kann…

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      • Meine Leichen im Keller haben mir das Leben mal so derart schwer gemacht, dass ich sie nur mit professioneller Hilfe bearbeiten konnte. Das hab ich dann aber auch lange und intensiv getan (mit insgesamt ca. 1 Jahr Klinikaufenthalt, nicht am Stück).
        Seitdem habe ich sie weitestgehend weg gepackt, auch wenn das nicht immer klappt. Aber ich habe genug Handwerkszeug, um mit ihnen umzugehen, sollten sie mal wieder aus dem Keller krabbeln.

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      • Ich glaube, ich brauche noch eine Weile, um sie „sachgerecht“ zu verpacken. Sie sind noch nicht wirklich in der Kiste und schleichen sich dann und wann eigenständig nach draußen. Und dann brauchen die Handwerkszeuge hin und wieder eine Politur und Reparatur. Das klappt bei mir eben ganz gut in Bewegung.

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    • Ich weiß nicht, wie strategisch das jetzt wirklich ist. Aber ich denke, die meisten versuchen doch einfach, die Punkte, die an einem Urlaub nicht so gut gepasst haben, bei einem nächsten Urlaub möglichst zu vermeiden. Da ich ja doch eher „individuell“ unterwegs bin, habe ich da ja einigen Spielraum.

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