Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „Wirecard“ (Rezension hier)

Mal ganz abgesehen davon, dass ich den Schreibstil nicht ganz so prickelnd fand – sicherlich Geschmacksache – und man eigentlich durchaus mitgekriegt hatte, worum es in dem Skandal so ging, hat es mich doch beim Lesen noch einmal ziemlich geschockt, wie es dazu kommen kann, dass jemand über so lange Zeit alle hinters Licht führen kann.

Und es ist ja auch nicht der erste Wirtschaftsskandal der Welt und nichtmal in Deutschland. Da haben wir Gesetze und Regelungen und Aufsichtsgremien. Und doch passiert sowas. Funktioniert die Aufsicht nicht oder sind diejenigen, die betrügen wollen, zu gerissen und führen die Aufsicht an der Nase herum?

Muss man nicht auch ziemlich viel kriminelle Energie haben, um über so einen langen Zeitraum diesen Aufwand der Geheimhaltung, Betrügerei und Trickserei durchzuhalten? Ist es wirklich „nur“ Gier, die einen dann mit so viel Energie und Antrieb ausstattet, das durchzuziehen?

Schließlich muss man doch auch damit rechnen, dass „Verbündete“ sich mal verplappern, dass mal irgendein Detail nicht zu den anderen Details passt. Man braucht wohl auch ein gutes Gedächtnis, um so ein Lügengebäude in sich konsistent zu halten und alle zukünftigen Ereignisse dort nahtlos hineinpassen zu lassen.

Emotional stehe ich wirklich fassungslos da. Auf der rationalen Ebene ergeben sich zwar einige Erklärungsmodelle, aber die Fassungslosigkeit überwiegt bei Weitem.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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2 Gedanken zu “Tagesgedanken

  1. Wie mein Chef so schön über Wirecard sagte, als die Bilanzfälschungsberichterstattung anfing: „Also, ich wüsste ja, ob ich 1,9 Mrd. Euro habe oder ob eben nicht …“ 🙂
    Was die Frage angeht, ob die Urachen dafür bei Betrügern selbst oder der Aufsicht liegen, so kann man hierzu wohl nur sagen: Beides! Selbstverständlich trifft die Firmenbetreiber die Hauptverantwortung, aber auch die Rolle, die Ernst & Young dabei gespielt hat, sollte man sich vielleicht nochmal genauer ansehen, denn für die Prüfer solcher Firmen gilt der Satz meines Chefs ganz ähnlich. Als Prüfer sehe ich nämlich, ob eine Firma 1,9 Mrd. Euro hat, oder nicht – zumindest dann, wenn ich meinen Job gewissenhaft mache und/oder nicht durch Gefälligkeiten des Auftraggebers davon überzeugt werde, lieber still zu sein …

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    • Hinsichtlich der Prüfer ist das auch so in der Art in dem Buch dargestellt – man hat sich wohl zu lange mit Schönreden einlullen lassen ohne genauer hinzuschauen. Das Buch meint dazu, dass die Prüfunternehmen die zu prüfenden Unternehmen als Kunden haben und diese nicht verlieren wollen. Hm, liegt hierin vielleicht EIN Fallstrick des Systems?

      Gefällt 1 Person

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