Perspektivenwandel

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich auf die Grafik des Verlaufs der Inzidenzzahlen schauen, wie doch die ersten Tage immer weiter in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Die erste Welle ist fast nicht mehr auszumachen.

Allerdings waren das die Tage, in denen die härtesten Maßnahmen ergriffen wurden, in denen wir am stärksten „in Panik“ gerieten, die größten Sorgen hatten.

Natürlich darf man Vergangenes nicht mit den Augen von heute bewerten und bewerten möchte ich eigentlich sowieso nichts.

Wir wissen inzwischen viel mehr über das Virus. Es gibt einen Impfstoff, der zumindest vor schweren Verläufen schützt.

Und doch wundere ich mich, dass angesichts der aktuellen Zahlen und der inzwischen klargewordenen Risiken für die kritische Infrastruktur doch eher wenig unternommen wird. Gleichzeitig scheinen die Proteste immer größer zu werden. Da baut sich in mir mal wieder eine „kognitive Dissonanz“ auf, die ich derzeit nicht aufgelöst bekomme.

Wirklich toll finde ich, dass sich inzwischen auch Gegenprotest entwickelt und wahrgenommen wird. Weiter so.

Trotzdem macht mir die Entwicklung weiterhin Sorgen. Bis Mitte/Ende Februar rechnet man mit der aktuellen Welle. Und dann? Dann kommt Rosenmontag. Geht dann alles wieder von vorn los?

Ich bin es echt langsam sowas von leid. Und doch weiß ich, dass es keine Alternative dazu gibt, nach wie vor umsichtig zu sein und unnötige Kontakte weitestgehend zu meiden.

Dann braucht man also die ganz kleinen privaten Kuschelmomente. Ich hoffe, Ihr könnt sie Euch in ausreichendem Maße schaffen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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9 Gedanken zu “Perspektivenwandel

  1. ich glaube der ganzen Geschichte kann sich nicht mehr mit Logik und Verstand genähert werden … es ist inzwischen hochemotional, politisch populistisch und irrational … am Ende wird sich herausstellen, dass alle irgendwie mehr oder weniger recht bzw unrecht hatten … mir fällt nur sehr extrem auf, dass wieder nur auf seine paar Quadratmeter geschaut wird, ohne dem Nächsten irgendein Maß an Beachtung zu schenken … klar – es wurden Fehler begangen … aber der grösste Fehler ist das Motto von „ich zuerst“ … das wird den Untergang von allem was wir kennen einläuten … unserer Gesellschaft und des für Menschen bewohnbaren Planeten … da ist dann Corona wirklich nur ein Vogelschiss

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    • Du hast sooo recht.
      Hochemotional – das ist wohl auch der Hauptgrund dafür, dass man es nicht mehr schafft, das „mehr oder weniger recht“ des jeweils Anderen zu sehen, anzuerkennen und sich damit gegenseitig in sinnvoller Art und Weise auseinanderzusetzen. Und „Fehler“ immer rückwirkend zu betrachten und zu verurteilen, ist auch nicht immer angemessen. In der Vergangenheit wusste man vieles noch nicht, was man jetzt weiß. Auch da wäre ein bisschen gegenseitige Gnade durchaus angemessen.
      Und ja, „ich zuerst“ – auch das ein Grund für viel Unheil, das wir uns selbst bereiten. Ein Miteinander würde für jeden einzelnen deutlich mehr bringen. Aber wie kriegt man sowas vermitteln?
      An Deinen letzten Satz möchte ich gar nicht denken, auch wenn das bei uns zu Hause auch öfter in der Diskussion steht.
      Trotz allem möchte ich mir die Hoffnung bewahren, denn ohne Hoffnung ist alles nichts.

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  2. Ich glaube, viele sind es einfach leid, zum Teil ja auch aus mehr als verständlichen Gründen. Mir war schon auch komisch zumute, als ich jetzt unterwegs war. Im Zug war es zum Glück zumindest auf der Rückfahrt relativ leer. Aber irgendwie war ich auch erstaunt, an wie vieles ich mich scheinbar schon gewöhnt habe. Impfnachweis vorzeigen, Maske tragen, Abstand halten. Alles dicht machen ist vermutlich einfach keine Option mehr, aber Rosenmontagszüge, volle Stadien und ähnliches muss nun wirklich nicht sein.
    Das es immer mehr Menschen gibt, die sich den Quarkdenkern entgegen stellt, finde ich auch gut. Klasse fand ich eine Gruppe von Jugendlichen, die laut rufend „wir sind geboostert“ an den Schwurblern vorbei gelaufen sind. Diese Corona Demos gehen mir so dermaßen auf den Zwirn. Nicht, weil es Menschen gibt, die anderer Meinung sind, aber diese Meinungen sind meistens so bar jeder wissenschaftlichen Realität und ich habe oft das Gefühl, um Corona geht es gar nicht wirklich. Ausserdem laufen mir da zu viele Nazis mit.

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    • Das kann ich alles guten Gewissens unterschreiben.
      Es wäre viel mehr erreichbar, wenn man es als gemeinsame Herausforderung begreifen könnte. Mit jeder gegen jeden kriegt man sowas einfach nicht in den Griff. Dann entstehen solche Situationen, wie wir sie jetzt sehen, dass die Situation einfach für die eigenen Zwecke ausgenutzt wird.
      Lass uns trotzdem weiter hoffen…

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  3. Wenn ich den letzten Jahreswechsel mit dem davor vergleiche, waren wir ruhiger, nicht mehr so ängstlich und dadurch, dass die Infektionen bei allen, die wir kennen und auch uns selbst, glimpflich verlaufen (sind), optimistisch, was die Zukunft betrifft.

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    • Das hört sich ja wirklich gut an. Lieben Dank für Deine hoffnungsvollen Worte. Schön, dass Ihr die Infektion gut überstanden habt. Wenn mir Leute etwas berichtet haben, dann eher, wie schlimm alles war. Da ist es gut, auch mal jemanden zu hören, bei dem es weniger schlimm verlaufen ist.
      Ja, wir werden uns wohl darauf einstellen müssen, dass wir es alle kriegen. Und da bin ich wirklich froh, dass ich alle Impfungen mitnehmen konnte, die es so gibt. Euch alles Gute und dass Ihr weiterhin so gut durch diese Zeit kommt.

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  4. Auf die Vernunft braucht man da nicht setzen fürchte ich, eher dass bald Frühling wird. Damit kann man sich Zeit erkaufen und hoffentlich nutzt man die dann auch bis zum nächsten Herbst.
    Sonst diskutieren wir das in 365 Tagen wieder genauso.
    Ich gehe mal zu so einer Anti-Anti-Demo und schaue mir das mal an

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    • Ich hoffe, Du wirst bei der Demo nicht in Mitleidenschaft gezogen. Ansonsten freue ich mich auf Deinen Bericht davon.
      Naja, das mit dem Sommer und den möglichen Vorkehrungen, die in dieser Zeit getroffen werden könn(t)en, das hatten wir doch schon zweimal. Meinst Du, beim dritten Mal würde es anders werden? Naja, man soll ja die Hoffnung nie aufgeben 😉

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