Rezension: Durch die Nacht

Durch die Nacht – Eine Naturgeschichte der Dunkelheit

  • von Ernst Peter Fischer
  • Pantheon Verlag, 9. Mai 2017
  • Broschiert, 240 Seiten
  • 14,99 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-570-55321-3

Inhalt

Auf teils leicht humoristische, aber überwiegend sachliche Art und Weise widmet sich Herr Fischer verschiedenen Aspekten, die mit der Nacht und der Dunkelheit zu tun haben. Dazu beginnt er mit der naturwissenschaftlichen Erläuterung, was Dunkelheit ist. Es schließen sich zwei Kapitel an, in denen aus geschichtlicher Perspektive beleuchtet wird, was in den verschiedenen Jahrhunderten in der Nacht passiert ist, wie die Nacht mehr und mehr zum Leben erweckt wurde, woher der Begriff „Nachtleben“ rührt. Die ausgiebigste Beschäftigung nachts ist wohl das Schlafen, weshalb diesem Punkt ebenfalls ein komplettes Kapitel gewidmet ist, Auch das Träumen nimmt einen breiten Raum ein, sodass sich zwar ein Kapitel mit dem Träumen befasst, aber eher damit zu zeigen, welche kreativen Ideen bekannten Wissenschaftlern nachts im Traum gekommen sind. Die Bezug zu den Wissenschaftlern gibt Herrn Fischer nun die Möglichkeit, sich im folgenden Kapitel mit der Verantwortung bzw. Verantwortungslosigkeit der Wissenschaften auseinander zu setzen. Er breitet das im nächsten und abschließenden Kapitel auf den Menschen an sich aus und befasst sich mit der bösen Seite des Menschen.

Am Ende des Buches gibt Herr Fischer kapitelbezogene Literaturhinweise und liefert ein Sach- und Personenregister.

Subjektive Eindrücke

Grundsätzlich habe ich viele interessante Dinge in diesem Buch erfahren. Es war gut zu lesen und aufschlussreich.

Nicht alle behandelten Themen hätte ich unter dem Titel erwartet, aber mit ein wenig Fantasie und metaphorischer Auslegung ist sicher auch das Böse im Menschen als Dunkelheit zu verstehen und passt somit zumindest zum Untertitel. Aber auch diese Teile sind voller interessantem und lesenswertem Wissen.

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass man mehr über die eigentlich themenrelevanten Aspekte hätte sagen oder detaillierter werden können, sodass die „Rand“-Kapitel nicht unbedingt hätten sein müssen. Ich denke da z. B. an ein Mehr zur Bett- und Schlafkultur, zu (Einschlaf-)Ritualen, zur Entwicklung des Verständnisses von Träumen, den wirklichen Gründen dafür, dass wir schlafen und dies überwiegend nachts tun etc.

Fazit

Wenn man offen dafür ist, über den eigenen Titel hinaus über angrenzende Bereiche Lesenswertes zu erfahren, dann kann man das Buch uneingeschränkt empfehlen. Es macht Spaß es zu lesen und es enthält interessantes Wissen.

Ich danke dem Verlag herzlich für dieses Rezensionsexemplar voller Wissen.

Schreiben, schreiben, schreiben – Aufgabe 7

Die Aufgabe

Gegeben war ein Bild, auf dem ein Mann im Businessanzug ohne Socken in einem Wald auf einem Baumstumpf in Meditationshaltung sitzt. Man sollte sich dazu eine Geschichte ausdenken, ein Gliederung schreiben und natürlich die Geschichte erzählen. Wie immer sollte die Geschichte Anfang, Mittelteil und Ende haben.

Was fiel mir schwer?

Zwar habe ich Schwierigkeiten, wenn gar kein Thema vorgegeben ist, aber wenn es so eng gezogen ist, dann habe ich auch meine Probleme. Diesen Typen konnte ich gar nicht leider. Er sah sowas von arrogant aus. Dass er meditierte, nahm ich ihm überhaupt nicht ab. Okay, also musste sich die Geschichte irgendwie darum drehen.

Noch viel schwieriger war es für mich, erst eine Gliederung und dann die Geschichte zu schreiben. Sicherlich ist es bei größeren Werken eine gute Idee, sich vorher Gedanken zu machen, wie der grobe Ablauf ist. Aber bei drei Standardseiten? Normalerweise setze ich mich hin und es schreibt einfach so los. Fertig. Klar, eine Gliederung habe ich hingekriegt – allerdings wohl nicht ganz so wie gefordert. Sie war wohl deutlich zu knapp. Aber wir hatten auch nur 10 Zeilen dafür.

Was habe ich gelernt?

Aus der fertigen Gliederung die Geschichte zu machen, war wirklich mühselig und harte Arbeit. Ich habe so richtig gemerkt, wie mir diese Vorstrukturierung den kreativen Fluss genommen hat. Schade, schade. Also werde ich das in Zukunft nicht wieder tun bzw. mir genau überlegen, ab welcher Größenordnung der Geschichte ich eine Art Gliederung brauche und wie detailliert sie sein sollte, um trotzdem noch genügend Schreibspielraum zu haben.

Das Ergebnis

So, und hier nun der Text. Die Betreuerin war insgesamt wohl zufrieden. Über ein paar Hinweise von Euch würde ich mich wieder sehr freuen.

Der nette Kollege

Kevin reißt die Tür auf, stürmt in das Büro und knallt seine Tasche auf den Schreibtisch. Dass alles von oben herab wirkt, hat nicht nur mit seiner schlaksigen Länge zu tun. Seit er vor zwei Jahren frisch von der Uni kam, meint er, der Alleskönner zu sein, und lässt das auch seine Kollegen spüren.

„Na, Gislinde! Gestern wieder schön Fernsehen geguckt?“, ist eine seiner harmlosen Begrüßungen. Gislinde arbeitet in der Firma, seit sie ihre Lehre als Industriekauffrau abgeschlossen hat. Inzwischen ist sie Mitte 40, hat zwei Kinder und einen Mann. Das Familienleben ist ihr wichtig.

Auch seinen Kollegen Knut begrüßt Kevin abwertend und macht sich dabei über dessen Spiritualität lustig.

Kurz nach Arbeitsbeginn kommt Herr Meister, der Vorgesetzte, herein und erklärt die Aufgaben des Tages. „Wird gemacht, Chefe!“ Beinahe salutiert Kevin.

„Gislinde, du kannst dich um die Schreibarbeiten kümmern. Knut und ich machen die Recherche. Danach hilft dir Knut beim Text“, kommandiert Kevin.

Gislinde ist das gewohnt. Da ihr ihre Arbeit Spaß macht, kann sie über Kevins schnodderigen Ton hinwegsehen. Knut greift oft auf sein inneres „Om!“ zurück, kann sich manchmal aber einen Kommentar nicht verkneifen: „Den Chef-Titel musst du dir aber erst noch verdienen“, sagt er dann.

In der Mittagspause gehen die drei gemeinsam in die Kantine zum Essen.

„Hey, Leute! Letztens war ich auf einem Meditationswochenende. Das wäre echt was für dich gewesen, Knut“, gibt Kevin an.

„Wieso?“, hakt Knut nach.

„Wir haben draußen im Wald gesessen. Die Bäume um uns rum. Und klar, die sprechen mit einem.“ Kevin grinst.

„Ach ja?“ Das überzeugt Knut nicht.

„Aber ja doch. Ich hab‘ sogar Bilder gemacht“, prahlt Kevin.

„Die würde ich gern mal sehen.“ Knut zweifelt immer noch.

„Klaro, gleich morgen“, verspricht Kevin.

Nun muss Kevin nur noch ein solches Foto auftreiben. Ihm fällt eine ehemalige Freundin ein, die ein Fotostudio betreibt. Klar, er hatte sie abserviert, dieses kleine, zarte Wesen. Aber sie hat ihn so geliebt, dass sie ihm wohl auch jetzt diesen Wunsch nicht abschlagen wird.

Mit einem „Hey, Caroline! Ich brauche mal deine Hilfe“ platzt Kevin in ihr Fotostudio.

„Hi, Kevin. Schön, dich zu sehen. Worum geht’s denn?“ Caroline freut sich aufrichtig.

„Knips‘ mich doch mal, wie ich wie zum Meditieren dasitze und kopiere das dann in ein Foto von einem Wald. Ich muss meinen Kollegen weismachen, dass ich in der freien Natur meditiert habe.“

„Meinst du nicht, dass der Schwindel auffällt?“ Caroline ist skeptisch.

„Nicht, wenn du es vernünftig machst“, kontert Kevin.

„Okay. Setz‘ dich hier hin.“

Kevin überschlägt die Beine im Lotussitz.

„Willst du den Anzug anlassen?“, fragt Caroline.

„Klar, wieso nicht. Der Anzug ist ich – ich bin der Anzug.“

„Dann zieh‘ wenigstens die Socken aus“, schlägt Caroline vor.

„Schon gut. Jetzt sei mal nicht so pingelig.“ Kevin wird ungeduldig, zieht aber die Socken aus.

Caroline fotografiert Kevin ein paar Mal. Dann setzt sie sich an den Computer, baut das Bild zusammen und druckt es ein paarmal aus. Kevin reißt ihr die Fotos aus der Hand.

„Cool. Das passt. Dann bis bald also.“ Schon ist Kevin durch die Tür. Caroline ruft ihm hinterher: „Schön, dass du da warst.“

Am nächsten Morgen fliegt nicht nur Kevins Aktentasche, sondern auch das Foto auf den Schreibtisch.

„Hier! Glaubst du es nun?“, fragt Kevin provozierend.

Knut braucht sich das Bild nicht lange anzuschauen. Die Perspektive stimmt in keiner Weise und die Natur war vor ein paar Tagen auch noch nicht so weit: „Ja, ich glaube dir. – Ich glaube dir, dass du ein Aufschneider bist.“

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Rezension: Einsam, na und?

Einsam, na und? – Von der Entdeckung eines Lebensgefühls

  • von Maximilian Dorner
  • btb Verlag, 9. Mai 2017
  • Taschenbuch, 240 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-442-71535-0

Inhalt

Einsamkeit, Alleinsein, Langeweile, zu sich selbst finden… 1001 Begriffe ranken sich um das Thema, das hier aufgegriffen und von verschiedenen Seiten beleuchtet wird.

Das Buch ist in 24 Kapitel gegliedert, die sich bemühen, jeweils einen Aspekt des Themas herauszugreifen, doch bleibt trotz allem eine gewisse Wirre zurück, die möglicherweise die tatsächliche Unschärfe des Begriffs Einsamkeit wiederspiegelt.

Immer wieder stehen die eigenen Eindrücke und Befindlichkeiten des Autors im Mittelpunkt, die gegen erfragte Meinungen von Freunden, Bekannten oder anderen wissenden Personen gestellt werden. So bleibt am Ende doch die Frage, wie viel Allgemeines über Einsamkeit hier zu lesen ist, oder ob es eine Auseinandersetzung mit der eigenen, ganz persönlichen Einsamkeit des Autors ist.

Dies ist wohl aber das letztendliche Fazit, das das Buch nahelegt: Jeder hat, lebt und erlebt seine Einsamkeit auf seine/ihre jeweils ganz individuelle Art und Weise.

Subjektive Eindrücke

In einem ersten Ansatz bin ich mit der „Sachbuchbrille“ an das Lesen des Buches herangegangen. Dafür war es mir dann einfach zu diffus und unstrukturiert, dem auch die Gliederung in die 24 Kapitel nicht abhelfen konnte.

Nach einer Weile wechselte ich also die Brille und setze die für individuelle Lebensgeschichten auf. Und siehe da, das Diffuse wandelte sich in den Ausdruck des Persönlichen und war in seiner Unstrukturiertheit plötzlich zu verstehen. Mit einigen Aspekten konnte ich nach wie vor nichts anfangen, andere erfassten mich direkt. Aber das ist wohl bei persönlichen Geschichten relativ normal.

Und so sagt dann das, was man aus dem Buch mitnimmt, eher etwas über den/die Leser/in aus als über den Autor. Dass das Buch aber überhaupt anregt, macht es zu einem grundsätzlichen guten Buch.

Fazit

Einsamkeit wird in unserer Gesellschaft wenig thematisiert. Gut, dass es hiermit jemand getan hat. Man erfährt aus den Augenwinkeln des Autors die vielen Facetten der Einsamkeit und kann sich dann sicherlich sein individuelles Bild der eigenen Einsamkeit zeichnen. Das kann recht aufschlussreich sein.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses zum Entdecken der eigenen Einsamkeit anregende Rezensionsexemplar.

Shikoku – Zusammenfassung der Sportswoche

Neben der Fitness-Challenge vom Sonntag war nicht viel mit Sport in dieser Woche. Es sind 19 Wander-km zusammengekommen. Vielleicht wäre es ja gesünder, die Aktivitäten etwas gleichmäßiger zu verteilen. Aber manchmal lässt es sich eben nicht wirklich gut einrichten.

Ausrüstung – Schreib- und Malutensilien

Sicher kann man auch ohne auskommen, aber ich brauche unbedingt etwas, um ein Tagebuch zu schreiben. Das kann man sicher auch elektronisch machen, aber dann braucht man dafür wieder das entsprechende Equipment, einschließlich Ladekabel etc. Das Handy ist mir dann ein bisschen klein, um längere Texte zu schreiben.

Also kommt auf jeden Fall ein kleines Mäppchen mit Stiften mit. Zwei Kugelschreiber müssen es schon sein, falls der eine mal den Geist aufgibt und kein Geschäft zwecks Ersatzbeschaffung in Sicht ist. Vorzugsweise ist es ein blauer und ein schwarzer, dann habe ich gleich zwei Farben, in denen ich zeichnen könnte. Zusätzlich kommen zwei Fallbleistifte (einer härter, einer weicher) mit, sodass die Palette an schwarz recht breit ist. Ein kleiner Radiergummi wird dabei sein, der Anspitzer ist in den Fallbleistiften integriert. Auf meiner ersten längeren Wanderung hatte ich Farben vermisst, sodass ich ab der zweiten Wanderung zwei Mehrfarbkugelschreiber mit jeweils unterschiedlichen Farbensätzen dabei hatte. Interessanterweise habe ich sie nie wirklich genutzt. Also bleiben sie dieses Mal zu Hause. Ggf. würde ich überlegen, einen dritten Kugelschreiber, dann in rot, mitzunehmen.

Zum Schreiben benutze ich immer kariertes Papier – keine Ahnung warum. Zum Malen gibt es ein paar weiße Blätter. Das sind jeweils nachfüllbare A5-Hefte mit einem Plastikumschlag. Solche Umschläge sind strapazierfähig und wenig wasseranfällig. Fürs karierte Papier kommt ein Nachfüllheft dazu, damit ich ungehindert schreiben kann. Das alles ist tagsüber im Rucksack verstaut. Für eilige Notizen unterwegs steckt ein kariertes A6-Büchelchen mit Gummischlaufe für den Stift in meinem Bauchbeutel. Das war auf der letzten Wanderung mehr als praktisch.

Summasummarum ist das vom Gewicht her möglicherweise so viel wie ein kleiner Laptop oder ein Tablet und doch fühle ich mich damit wohler und flexibler als wenn ich mehr Technik und Stromabhängigkeit mitnehmen würde. Aber da hat wohl jeder so seine eigenen Wünsche und Vorlieben.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine