Corona-Gedanken

Heute möchte ich Euch auf ein kleinen Lesetext hinweisen (hier). Er ist allerdings auf Englisch. Aber vielleicht hilft ja ein automatischer Übersetzer.

Es geht um drei Städte und wie sie damals mit der Pest umgegangen sind. Besonders beeindruckt hat mich der Abschnitt zu Marseille.

Sie hatten ein gutes System entwickelt, wie sie autark sein konnten und keinen Menschenbewegungen hinaus und hinein benötigten. Schiffe, die Waren lieferten, hatten weit außerhalb vor Anker zu gehen. Über ein spezielles Prozedere (inkl. Quaratänemaßnahmen) wurden dann Waren ausgetauscht, ohne dass es zu direktem menschlichen Kontakt gekommen wäre. Man hatte ein Informationssystem aufgebaut und wusste so, in welchen Städten die Pest wütete und wo nicht. Entsprechend ließ man den kontaktfreien Austausch zu oder auch nicht.

Lange Zeit hielt sich Marseille so pestfrei.

Doch dann sollte eine Messe in Marseille stattfinden. Die Kaufleute bestanden darauf, dass eine Ladung kostbarer Seide unbedingt auf diese Messe musste. Man wusste, dass das Schiff aus einer Stadt kam, in der die Pest war. Sogar auf dem Schiff gab es Pestopfer. Die Kaufleute aber setzten sich durch.

Der Erfolg: 50.000 Tote aus den seinerzeit 80.000 Einwohnern.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s und Kommentare. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Pilgern/Etappenwandern zu Corona-Zeiten #6

Änderungen in der Vorbereitung

Was bedeutet es nun also, wenn ich jeden Tag zu Hause starte und wieder zu Hause ende, für die Vorbereitung der „Reise“?

Natürlich brauche ich keinen Reiseführer, weil ich die Umgebung hier ja kenne. Ich habe ein paar Strecken, von denen ich die Länge und auch das Höhenprofil kenne. Diesmal hätte ich also die Freiheit, mich jeden Tag neu für eine Strecke zu entscheiden. Wenn ich auf einer Etappenwanderung bin, dann muss ich sozusagen nehmen, was gerade für den Tag ansteht.

Natürlich brauche ich auch keinen großen Rucksack. Ich brauche keine Wäsche mitzunehmen, kein Waschzeug, kein Handtuch, keine Ersatzbatterien oder Ladegräte. Eigentlich brauche ich nur, was ich halt den Tag über benutzen würde. Regenklamotten je nach Witterung. Wenn es warm ist, reicht da das Rucksackverhüterli. Ein bisschen Futter, denn auf den wenigsten Strecken gibt es Einkehrmöglichkeiten. Ausreichend Wasser. Wasserstellen gibt es hier gar keine. Meinen Knipsomaten. Und auf jeden Fall mein Tagebuch mit ein bisschen Stiftzeug, falls es mal eine Skizze werden sollte.

Ich brauche auch nicht so sehr darauf zu achten, dass die Klamotten/Schuhe in einwandfreiem Zustand sind. Wenn was kaputt geht, bin ich ja am Abend wieder zu Hause und kann auf Ersatz zugreifen. So werde ich vermutlich auch die wenigsten Strecken in den knöchelhohen Wanderschuhen laufen. Einerseits trage ich ja keinen schweren Rucksack und andererseits sind die Wege hier eher leicht begehbar.

H, ich bin ja mal gespannt, ob sich das so alles bewahrheitet. Über ein paar erwartete Änderungen beim Pilgern/Wandern selbst, also auf der Strecke, schreibe ich dann nächste Woche etwas.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s und Kommentare. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Corona-Gedanken

Verantwortung und Gegenseitigkeit

Das Thema Masken hat ja ganz schön Wellen geschlagen. Und nun geht die Diskussion um, ob und wie man in den Urlaub fahren kann. Für mich haben beide Fragen mit dem Thema Verantwortung zu tun. Und auch mit Gegenseitigkeit.

Ich möchte mich nicht anstecken. Ich möchte nicht angesteckt werden. Das wünschen sich wohl die meisten Menschen und es ist wohl ein verständlicher Wunsch.

Aber gibt es da nicht auch eine zweite Seite der Medaille?

Wenn ich diesen Wunsch habe, muss ich dann nicht anerkennen, dass auch andere Menschen diesen Wunsch haben?

Und damit bin ich eigentlich auch schon am Ende meiner Gedankenkette: Wenn ich möchte, dass andere mich nicht anstecken, dass muss auch ich dafür sorgen, dass ich andere nicht anstecke. Aus meiner Sicht bräuchte es dafür gar keine staatlichen Regelungen. Eigentlich ergibt sich das für mich aus meinem Verständnis von Gegenseitigkeit und Miteinander.

Und um es mal ganz platt und ganz generell mit allgemein bekannten Worten zu sagen: Was Du nicht willst, das man Dir tu‘, dass füg auch keinem Anderen zu. Leben kann doch so einfach sein.

Also, Maske auf und Abstand halten. Wenn das jede/r tut, ist allen geholfen 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s und Kommentare. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Clear: Die 1%-Methode

Die 1%-Methode

  • James Clear, aus dem Amerikanischen von Annika Tschöpe
  • Goldmann Verlag, 27. April 2020
  • Broschiert, 368 Seiten (eBook gelesen)
  • 13,00 € (D)
  • ISBN 978-3-442-17858-2

Inhalt

In der Einführung erzählt James Clear, wie er nach einer gravierenden Verletzung zu sportlicher Höchstleistung gefunden hat. Die Erfahrungen, die er dabei gemacht hat, hat er zu vier Gesetzen zusammengefasst, wie man gute Gewohnheiten annimmt bzw. von schlechten Gewohnheiten lassen kann.

Die Grundprinzipien seiner Methode erläutert er im ersten Kapitel dieses Buches.

Die nächsten vier Kapitel widmen sich jeweils einem der vier Gesetze. Die Kapitel enden jeweils mit einer Kapitelzusammenfassung sowie dem Gewohnheitsspickzettel, der mit den zum Kapitel gehörenden Informationen ausgefüllt ist.

Im letzten Kapitel werden Hinweise für „Fortgeschrittene“ gegeben.

Der Anhang enthält neben dem Hinweis auf Zusatzkapitel im Internet 36 Seiten Anmerkungen bzw. weiterführende Literatur sowie 19 Seitenregister zur besseren Orientierung im Buch.

Subjektive Eindrücke

Der Prozess, wie man sich Gewohnheiten aneignen bzw. von ihnen lassen kann, ist durch die vier Gesetze, die der Autor aufgestellt hat, klar strukturiert. Die Erläuterungen sind gut nachvollziehbar und ausführlich und mit sehr verschiedenen Quellen belegt. An keiner Stelle des Buches hat man den Eindruck, dass sich hier der Autor einfach etwas ausgedacht hat, was er nun unter die Leute bringen will. Alles steht auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage. Dabei wird nie die Wissenschaft in den Vordergrund gekehrt, sondern dass praktisch Anwendbare steht im Mittelpunkt.

Ein sogenannter Gewohnheitsspickzettel kann von einer angegebenen Internetadresse heruntergeladen werden. Dort finden sich auch zwei Zusatzkapitel.

Das war für mich ein sehr inspirierendes Buch. Ich habe hier Erklärungen gefunden, warum es mir bei einigen Gewohnheiten gelungen ist, sie dauerhaft umzusetzen, und bei anderen nicht.

Fazit

Warum schaffen wir es, uns gewisse Dinge an- bzw. abzugewöhnen und andere eben nicht?

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Corona-Gedanken

„Spillover“ #6

Einen letzten Gedanken zu diesem Buch muss ich unbedingt noch loswerden.

Ein Grundtenor des Buches ist ja, dass wir „das Unsrige“ dazu beitragen, dass immer häufiger Pandemien auftreten. Die Vernichtung von Biotopen hatte ich ja schonmal erwähnt.

Es gibt da aber noch zwei weitere Aspekte, wie wir dazu beitragen. Gerade in China ist es unter den reicheren Menschen sehr angesagt, möglichst die wildesten Wildtiere zu essen. Man weiß inzwischen von der Gefahr, weshalb das offiziell verboten ist. Aber wo kann man nicht für Geld alles kaufen? Außerdem drängt es uns in immer abgelegenere Gebiete, an immer exotischere Orte. So werden Feldermaushöhlen als Highlights von Outdoor-Reisen vermarktet. Unbedarfte Touristen treten mit nur Schläppchen um ihre nackten Füße in möglicherweise (oder leider eher wahrscheinlich) infizierte Exkremente, stecken sich an, fahren nach Hause und setzen dort eine Welle in Gang. Nein, das ist kein Hirngespinst, sondern tatsächlich passiert.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s und Kommentare. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Sommer-Challenge 2020

Vor zwei Jahren habe ich das schon einmal versucht und es nicht geschafft. Hier gibt es eine kleine Einleitung zur Challenge. Und hier habe ich ein bisschen über die Gründe des Scheiterns nachgedacht. Fazit war eigentlich, dass es schaffbar sein könnte.

Das Wetter schien günstig. Ich fühlte mich recht gut. Die Tage sind noch verhältnismäßig lang, obwohl sie ja nun schon wieder kürzer werden. Also wollte ich am Freitag um 4:00 losgehen und bis Samstag 4:00 (also in 24 Stunden) 100 km geschafft haben.

Am Abend hatte ich mir schon alle Sachen zurechtgelegt. Ersatzschuhe, Ersatzakku fürs Handy. Da ich nicht wusste, ob, wann und welche Möglichkeiten für Futter und Wasser verfügbar sein würden wegen Corona, packte ich mehr Essen und Trinken ein als vor zwei Jahren.

Nachts konnte ich nicht recht schlafen. Gegen 3:28 schaute ich auf die Uhr. Und da das zwei Minuten vor der geplanten Aufstehzeit war, dachte ich, dass das wohl kein gar zu schlechtes Zeichen wäre 😉

Also raus, fertiggemacht und auf den Weg.

Es wurde auch recht schnell hell, sodass ich gar nicht mit der Stirnlampe laufen musste. Die Morgenstimmung war herrlich. Von ganz leise konnte man mitbekommen, wie allmählich alles wach wird. Die Vögel beginnen zu singen, die Pflanzen strecken sich, man begegnet mehr und mehr Menschen…

Der Weg an sich ist recht unspektakulär. Und da ich ihn öfter für meine langen „Teststrecken“ nutze, kenne ich ihn zwischen ganz gut. Allerdings war es mit Wasser und Futter in der Tat etwas schwierig. Aber ich hatte genug dabei. Irgendwo hatte dann auch endlich mal ein Bäcker auf. Und auf einem Friedhof habe ich mein Wasser nachfüllen können.

Pausen mache ich eh nur selten. Aber diesmal habe ich mich öfter mal für ein oder zwei Minütchen hingesetzt als beim letzten Mal. Ich habe mich also nicht nach einem strengen Pausenschema gerichtet, was ich vor zwei Jahren versucht hatte.

Auch die Demoralisierung dadurch, dass ich mich 50 km lang von meinem eigentlichen Ziel, also zu Hause, entferne, habe ich ausgetrickst. Ich habe mir immer vorgestellt, wie ich am Umkehrpunkt eine witzige Message an MD schicke – so nach dem Motto, dass ich jetzt aber die Nase voll hätte und umkehren würde.

Ca. bei km 55 gab es dann (wie gewohnt) ein fettes, ungesundes, kalorienreiches Mittagessen in Form von Fritten mit Mayo und Cola. Es war ein open-air-Imbiss. Sie hatten ein wenig umgeräumt im Vergleich zu sonst. Und man musste eine Art Formular ausfüllen, das man beim Bestellen abgeben musste. Ohne den Zettel wäre die Bestellung erst gar nicht entgegengenommen worden. Eigentlich eine recht effiziente Umsetzung der Vorschrift.

Dann wurde es aber doch schwerer und schwerer. Bis km 80 hielt sich der Enthusiasmus zum Weiterlaufen deutlich in Grenzen. Aber dann war ich wieder in einem Gebiet, das ich als „in der Nähe von zu Hause“ fühle. Die Überzeugung, diese restlichen 20 km nun auch noch zu schaffen, nahm spürbar mit jedem Schritt zu. Die letzten 5 km waren dann nur noch getragen vom Gedanken, es wirklich schaffen zu können.

Und ja, ja, ja. Um 23:15 bin ich zu Hause angekommen. Da wären also noch knapp 5 Stunden Luft für Pausen gewesen.

Aber ich war ganz schön geschafft – ehrlich. MD hatte Salat vorbereitet. Der tat unendlich gut. Dann ging es eigentlich nur noch unter die Dusche und ins Bett.

Ja, ich freue mich sehr, dass ich es geschafft habe. Ganz rational hatte ich wohl ausgerechnet, dass es gehen könnte, aber wirklich daran geglaubt hatte ich wohl nicht.

Allerdings: Das schreit nicht nach (sofortiger) Wiederholung. Und vielleicht ist es auch nicht unbedingt zur Nachahmung zu empfehlen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s und Kommentare. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Corona-Gedanken

Nicht nur wir Menschen scheinen bei Vollmond manchmal etwas rappelig zu werden (Bild von letzter Nacht).

Auch das Virus scheint dann nicht mehr zu wissen, wo rechts und links ist, denn…

  • es gab viele Gruppenparties
  • es wurde am Lagerfeuer gegessen, gesungen und getanzt
  • es wurde gemeinschaftlich Shisha geraucht

Natürlich war es schön, so viel „normales“ Leben und so viel Lebensfreude zu sehen, aber es stimmte mich doch etwas bedenklich.

Zum einen (teils) nächtlichen Ausflug gibt es morgen ein bisschen was zu lesen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s und Kommentare. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).