Stevenson: Rund um den Annapurna

„Rund um den Annapurna – Eine Trekkingtour durch den Himalaja“
Andrew Stevenson
Goldmann Verlag, München, 2003
Originalausgabe von 1997

Als Alleinwanderer begibt sich Andrew Stevenson auf eine 2-monatige Trekking-Tour in den Himalaja. Aufgrund seiner offen, aufgeschlossenen Art und seiner Wissbegier bleibt er nie lange allein, findet schnell Anschluss bzw. Gesprächspartner. Dabei unterstützen ihn letztlich auch seine Sprachkenntnisse, vor allem die nepalesischen.

Sehr eindrucksvoll, malerisch, gefühlvoll beschreibt er die Landschaften, die Menschen, deren tägliches Leben, die großen und kleiner Ereignisse rechts und links des Weges sowie an den Orten, an denen er Pause macht. Dabei geht er in sehr humoristischer Weise auch mit seinen eigenen kleinen und großen Erfolgen und Misserfolgen um. Es entsteht ein Gefühl sehr offener, fast vorbehaltloser Eindrucksschilderung. Ich hatte den Eindruck, alles mehr und mehr selbst miterleben zu können.

Im Laufe des Buches wandelt sich das, worüber Andrew Stevenson schreibt, von eher den Äußerlichkeiten zu eher den persönlichen, inneren Befindlichkeiten und Erkenntnissen. Auch diesen Wandel miterleben zu dürfen, war sehr aufschlussreich für mich.

Allerdings ist auch dieses Buch nicht ganz frei davon, sich über Mitwandernde lustig zu machen und sie danach zu bewerten, ob sie wohl eine solche Tour schaffen können oder nicht. Es hielt sich aber durchaus in Grenzen und tauchte auch im zweiten Teil des Buches fast nicht mehr auf. Ist auch das ein Ausdruck des inneren Wandels, den ein Trekker auf einer solchen Tour vollziehen kann, wenn er sich einer solchen Veränderung gegenüber offen zeigt?

Ein faszinierendes Buch, das wirklich Lust machen, selbst mal in diesem Gebiet unterwegs zu sein.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Werbeanzeigen

Davidson: Die Rose von Tibet

„Die Rose von Tibet“
Lionel Davidson
Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1987

Ein Mann begibt sich um die 1950er Jahre auf die Suche nach seinem Bruder, der mit einer Expedition nach Tibet gereist und von dort nicht zurückgekehrt ist. Dabei gerät er in die Wirren der Grenzkonflikte zwischen Indien, Tibet und China, muss Wetterkatastrophen überstehen, sich mit mehr oder weniger korrupten Bürokraten auseinandersetzen, schließt Freundschaften.

Das Problem für Ausländer ist, dass ein Orakelspruch verkündet hat, dass ein Ausländer einen Klosterschatz stehlen und außer Landes bringen wird. Deshalb ist man Ausländern gegenüber besonders misstrauisch und möchte sie nirgend wohin reisen lassen. Außerdem verstehen die Ausländer wenig von den Sitten und Gebräuchen in dieser Region.

Endlich gelangt der Mann in einen Ort mit einem großen Kloster, in dem die restlichen Mitglieder der Gruppe seines Bruders festgehalten werden. Aufgrund phonetischer Verwirrungen wird er für die Reinkarnation eines wichtigen Mannes gehalten und in das Kloster gelassen, dort jedoch auch mehr oder weniger gefangen gehalten.

Unter geheimnisvollen Umständen gelangt er bis zur Äbtissin des Klosters, die ihn ebenfalls als diese Reinkarnation erkennt und sich mit ihm in einer innigen Liebe vereinigt.

Als sich die Zustände durch die Aktivitäten der Chinesen zuspitzen, muss der Klosterschatz gerettet werden. Die Äbtissin begibt sich mit dem Mann und der Gruppe seines Bruders auf die Flucht. Wieder geht es über die Berge, durch Wetterkatastrophen, diesmal verfolgt durch die Chinesen, die inzwischen auch die einheimische Bevölkerung für sich gewinnen konnte. Letztlich wird durch das Zusammenspiel der verschiedensten Akteure im Endeffekt der Orakelspruch erfüllt.

Eine rasante Abenteuergeschichte. Hin und wieder fand ich es bei einzelnen Szenen unglaubwürdig, dass das irgendjemand lebend überstehen könnte. Aber das muss wohl in so einem Buch so sein. Aber es wird auch viel über die herrschenden Sitten und Gebräuche erzählt, was für mich sehr interessant war.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Matthiessen: Auf der Spur des Schneeleoparden

„Auf der Spur des Schneeleoparden“
Peter Matthiessen
Piper Verlag GmbH, München 2000, 3. Auflage

1973 macht sich Peter Matthiessen zusammen mit einem Tierforscher auf eine Reise in den Himalaja. Der Tierforscher will die dort beheimateten Blauschafe beobachten. Auch Matthiessen interessiert sich für die Tierwelt des Himalajas, aber noch mehr für die religiöse/spirituelle Welt. Selbst buddhistisch ausgerichtet, wird die Reise für ihn aufgrund ihrer viele Grenzsituationen zu einer spirituellen Reise zu sich selbst, die ihn neue Bewusstseinserfahrungen machen und seine Lebenseinstellungen überdenken lässt.

Sehr detailreich schildert Matthiessen die Strapazen der Reise, aber auch die Kunst- und Kulturschätze, die sie bewundern dürfen, wie auch die Menschen, denen sie begegnen, und deren Lebensgewohnheiten. Die Schilderungen bettet Matthiessen ein in die Schilderung seiner spirituellen Erfahrungen beim Anblick der Landschaften, beim Meditieren in der Natur, beim Bewältigen der körperlichen Strapazen der mehrwöchigen Wanderung über viele steile Pässe in Eis und Schnee und Kälte.

Ein Buch, aus dem man sehr viel vom Leben in der Himalaja-Region von Nepal erfahren, aber auch anhand der Schilderungen viele Eindrücken nahezu schon körperlich miterleben kann.

Für alle Reiseenthusiasten sicherlich ein Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).