Zentangle #13

Ist wohl kein richtiges Zentangle, aber da es Elemente davon hat, habe ich es mal dieser Überschrift zugeordnet.


Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Shikoku 2017 – Nachlese #3

Das Chaos mit den Schuhen

Japaner sind im Allgemeinen sehr reinliche Leute. Früher, als es noch keine befestigten Straßen gab und z. B. das Clo nur über einen Weg draußen zu erreichen war, waren die Wege aufgrund des nassen Wetters häufig nur Matschlachen. Diesen Dreck wollte man nicht im Hause haben. Im Haus waren und sind etliche Zimmer mit Tatami-Matten ausgelegt, die recht teuer und schmutzempfindlich sind. Also wollte man sie schützen. Und so haben sich einige Schuhwechsel-Regeln etabliert, die einem Ausländer manches Anecken und die eine oder andere blaue Zehe beschert.

Regel 1 – Straßenschuhe gehören nicht ins Haus

Hierzu gibt es im Eingangsbereich des Hauses ein Stück, das ebenerdig ist, und ein Stück, das eine Treppenstufe höher gelegt ist. Straßenschuhe sind hier auszuziehen und dürfen den höher gelegten Bereichen nicht „betreten“. Die Stufe kann man maximal als Sitzgelegenheit nutzen, um beim Schuhwechsel nicht zu straucheln. Auf der Stufe stehen Pantoffeln/Latschen (Japanisch: surippa) bereit.

Das gilt, wie ich erst kürzlich in der Japanisch-Stunde gelernt habe, sogar für den Notarzt, der sich entsprechend daran hält!!!

Regel 2 – keine Schuhe (surippa) auf Tatami-Matten

Will man dann in einen Wohnbereich, so sind dort die surippa auszuziehen, da ein Wohnbereich meist mit Tatami-Matten ausgelegt ist. Die surippa bleiben vor der Tür zum Raum stehen.

Regel 3 – nur mit Toilettenschuhen auf die Toilette

Um nicht irgendwelche danebengefallenen Tröpfchen oder dergleichen im Haus zu verteilen, was wohl für Japaner etwas zutiefst Ekelhaftes ist, gibt es für die Toilette wieder andere Schuhe. Meist sind es Plastikpantoffeln. Man sollte also nicht abwarten, bis es eilig ist, weil man erst aus den surippa heraus und in die Toilettenschuhe schlüpfen muss, ehe man das Örtchen betreten darf.

Regel 4 – Schuhe stehen immer in „Laufrichtung“

Wenn man also die surippa wieder gegen die Straßenschuhe tauscht, kann man die surippa nicht einfach so mit den Spitzen in Richtung Hausausgang stehen lassen. Nein, nein. Man stellt sie sorgfältig so auf, dass der nächste Gast ganz bequem hineinschlüpfen und loslaufen kann. Das gilt ebenso für die Schuhe, die man vor dem Wohnraum stehenlässt, selbst wenn es einen nur selbst betrifft. Vergisst man es, kümmert sich die Hausherrin darum, was einem aber schonmal den einen oder anderen schiefen Blick einbringen kann. Und das gilt umso mehr für die Toilettenschuhe, da es da ja hin und wieder echt dringend sein kann, schnell in die Schuhe schlüpfen zu können.

Nebenregel 5 – es gibt auch Schuhe für „um das Haus herum“

Will man nur mal kurz nach gegenüber oder zu einer Wäschestange am Rand des Hause oder an ähnlich nahe Orte, dann gibt es dafür in der Regel ein weiteres Paar Schuhe – auch wieder in Pantoffelform. Das hat natürlich den Vorteil, dass man sich nicht mühsam seine Straßenschuhe (bei mir waren es ja Wanderschuhe mit vielen Ösen und Häkchen) anziehen muss.

Warum heißen surippa so ähnlich wie slipper? (bösartige Frage)

Weil sie leger am Fuß sitzen, sodass sie bei jeder Gelegenheit wegslippern (bösartige Antwort).

Mein Fazit

Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass diese Schuhregeln tatsächlich dazu beitragen, dass nicht so viel Schmutz ins Haus getragen wird. Mir fiel es am Anfang schon schwer, mich an all diese Handlungen zu gewöhnen. Manch abrupter Stopp, weil ich noch surippa anhatte, aber schon halb im Wohnbereich stand, endete dann in der Tat mit einem blauen Fleck 😉 Glücklicherweise habe ich nie vergessen, die Toilettenschuhe wieder gegen surippa zu tauschen. Dazu waren die Toilettenschuhe wohl doch zu anders. Das mit der Einhaltung der „Laufrichtung“ war wohl das Schwierigste für mich, insbesondere, wenn es um das Abstellen vor meinen Zimmer ging. Der eine oder andere böse Blick landete dann doch auf mir.

Ein wenig frage ich mich, wie das mit der Fußhygiene aussieht, wenn alle Leute die gleichen Schuhe anziehen und wo doch die Japaner im Allgemeinen so auf Hygiene bedacht sind. Allerdings habe ich auch keine Japaner gesehen, die barfuß gelaufen wären. Sie hatten immer zumindest ganz kurze Socken an.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Balana Hermine

Rezension: Die Kunst des Liebens

Die Kunst des Liebens

  • von Erich Fromm, aus dem Englischen von Liselotte und Ernst Mickel
  • Manesse Verlag, 14. März 2016
  • Gebundene Ausgabe, 192 Seiten
  • 14,95 € (D), 15,40 € (A)
  • ISBN 978-3-717-56002-9

Inhalt

Erich Fromm setzt sich in diesem Buch in recht wissenschaftlicher Manier mit dem Thema Liebe auseinander. Er bespricht, warum Liebe für die Existenz der Menschheit notwendig ist (nein – nicht etwa wegen der Fortpflanzung). Dann setzt er sich mit verschiedenen Formen der Liebe, wie z. B. der Mutterliebe oder der Liebe zu Gott auseinander.

Ein großer Teil des Buches ist der Analyse von Paarbeziehungen gewidmet und der Frage, ob sich die Personen in den besprochenen Konstellationen wirklich lieben.

Den Abschluss bildet eine Auseinandersetzung mit der zur Zeit Erich Fromms abnehmenden Liebe und der entsprechenden Auswirkungen auf die Gesellschaft. Da sich dieser Trend seit damals fortgesetzt zu haben scheint, kann man seine eigenen Schlüsse für die Jetztzeit daraus ziehen.

Subjektive Eindrücke

Dieses Buch ist keine Belletristik und dient nicht der Unterhaltung, sondern der ernsthaften Auseinandersetzung mit (vor allem) der psychologischen Seite der Liebe.

Für mich war es interessant, den Gedankengängen und Argumentationen von Erich Fromm zu folgen. Vieles war einleuchtend für mich. Manches wurde klarer, wenn ich den geschichtlichen Hintergrund des Buches mit einbezogen habe.

Bedrückend war der Schlussteil des Buches, in dem die Auswirkungen von mangelnder Liebe auf die Gesellschaft dargestellt wurden.

Fazit

Wer sich dem Thema Liebe ernsthaft widmen und dabei auch psychologische Aspekte nicht auslassen möchte, dem sei dieses Buch ernsthaft empfohlen.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses Rezensionsexemplar voller Wissen und Denkanregungen.

Wie weiter mit der Fitness?

Das Nachdenken über diese Frage hatte ja schon vor drei Wochen begonnen. Und wie sich gezeigt hat, kann man sich mit dem Nachdenken über Fitness ganz gut von den eigentlichen Fitness-Aktivitäten abhalten ;-).

Aktueller Stand

Nun, ganz so schlimm ist es nicht. Ich versuche, möglichst viel zu Fuß unterwegs zu sein, und lege auch extra Strecken ein. Aber dabei sollte es eigentlich nicht bleiben. Unser Sohn hat mir nun einen kleinen Fitnesskurs gezeigt. Seiner Meinung nach sollte ich ihn wenigstens zweimal in der Woche machen. Okay, kommt auf die Liste der guten Vorsätze.

Ein Blick auf den Fitness-Sommer

Mitte September endet in meiner Statistik der Fitness-Sommer. Und so will ich dann heute einen kleinen Blick zurückwerfen.

Im Wesentlichen bestand der Fitness-Sommer aus meiner Wanderung und der Vorbereitung dazu. Insgesamt sind so im Durchschnitt 89 Wander-km pro Wochen zusammengekommen. Die durchschnittliche Laufleistung (also Rennen/Joggen) hält sich dagegen sehr in Grenzen und kann/muss deswegen unter den Tisch fallen.

Ein Vergleich mit den Zielsetzungen für den Sommer ist obsolet, weil ich mich beim Setzen der Ziele völlig vertan haben muss. Da war wohl gerade geistige Umnachtung angesagt. Das muss besser werden.

Wie soll es weitergehen?

Die Wanderungen tun mir ganz gut. Also werde ich versuchen, diese weiterzuführen. Natürlich werden im Winter nicht so viele km anfallen. Aber so 20-30 km in der Woche wären schon nicht verkehrt. Vielleicht verirrt sich ja auch mal wieder der eine oder andere Lauf-km zu mir. Dann würde ich ihn nicht wegschicken.

Aus vorvergangenen Tagen habe ich auch noch ein Video mit einem Stretching-Kurs. Das hat mir damals auch immer sehr gut getan. Eigentlich würde ich den auch gern einmal in der Woche machen. Wäre also der zweite Zielpunkt für den Fitness-Winter.

Die Abrechnung gibt es in einem halben Jahr, wenn die Frühlingsblumen uns schon wieder erfreuen 🙂

Kommt fit durch das kühlere Halbjahr.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Eine Frage zum Sonntag

Trotz der nicht so sonntagsgerechten Frage 😉 gab es letzte Woche wieder eine gute Diskussion, sodass es direkt mit der nächsten Frage zum Sonntag weitergeht. Diesmal tatsächlich eine Frage zum Sonntag:

Wie sieht ein normaler Sonntag aus?

In der christlichen Tradition ist der Sonntag bekanntermaßen der Tag des Herrn, es wird nicht gearbeitet, sondern ihm gedacht. In vielen Berufen, insbesondere in denen, die mit Menschen zu tun haben, funktioniert das sowieso nicht. Für viele andere Menschen ist nur noch der sonntägliche Gang in die Kirche übrig geblieben. Viele Andere haben aber mit der Kirche gar nichts weiter zu tun.

Was macht man also normalerweise am Sonntag?

Solange unser Sohn noch zu Hause war/in die Schule ging, richteten sich unsere Wochenende natürlich an den Rhythmen der Schule aus. Sie gehörten familiären Aktivitäten. Inzwischen ist unser Sohn aus dem Haus. MD ist freiberuflich tätig. Mein Job ist wegen der ziemlich flexiblen Arbeitszeiten auch eher mit einem selbstständigen Job zu vergleichen. So verwischen die Unterschiede zwischen Wochentagen und Wochenendtagen zusehends. Einige Regelmäßigkeiten sind verschwunden. Familiäre (oder Paar-)Aktivitäten finden eher über die Woche verteilt und nicht so konzentriert auf das Wochenende statt. Es wird auch am Wochenende gearbeitet. Im Wesentlichen bin ich ganz zufrieden damit. Es wirft aber doch einige Fragen auf.

Wie viel Regelmäßigkeit braucht man am Wochenende oder ganz allgemein im Leben?

Ist der Sonntag der Familie vorbehalten oder wie viel Individuelles darf/muss sein?

Aus meiner Kindheit erinnere ich mich an die Sonntage bei meinen Großeltern. Da gab es auf jeden Fall ein tolleres Essen als in der Woche. Man nahm sich mehr Zeit zum Kochen. Und es gab natürlich den legendären Sonntags-Kaffee so „richtig“ mit Kaffee und Kuchen. Das Sonntagsfrühstück unterschied sich auch vom Frühstück an Wochentagen: Es gab Ei und Kakao.

Gibt es bei Euch auch besonderes Sonntagsessen? Gibt es ihn noch – den Sonntagsbraten? Und das sonntägliche Kaffeetrinken – wird es noch zelebriert?

Ich bin gespannt, wie bei Euch ein Sonntag aussieht, und wünsche Euch viel Spaß heute bei Euren sonntäglichen Aktivitäten.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Rezension: Enigma

Enigma

  • von Alaster Reynolds, aus dem Englischen von Irene Holicki
  • Heyne Verlag, 14. August 2017
  • Taschenbuch, 960 Seiten
  • 12,99 € (D), 13,40 € (A)
  • ISBN 978-3-453-31779-6

Inhalt

Dies ist der dritte Teil der „Poseidons Kinder“ Trilogie, die die Entwicklung der Familiendynastie der Akinya erzählt. Teil 1: Okular; Teil 2: Duplikat

Gestrandet in einer unbekannten Welt, versucht eine größere Gruppe von Menschen, sich diese Welt als neue Heimat einzurichten. Da erreicht aus einem viele, viele Lichtjahre entfernten System die Aufforderung, ein spezielles Mitglied der Akinya-Familie zu schicken. Dem wird gefolgt, wobei allerdings die Tochter der angeforderten Person geschickt wird.

Allerdings ist das nicht das einzige Raumschiff, das sich auf den Weg macht, denn auch auf der Erde wurde das Signal empfangen. Ein weiteres Mitglied der Akinya-Familie ist also unterwegs.

Abwechselnd werden die Erlebnisse auf beiden Raumschiffen beschrieben, die Herausforderungen, die sie zu bestehen haben, die zwischenmenschlichen Konflikte, die sie zu lösen haben.

Im Zielsystem treffen die beiden Raumschiffe aufeinander. Ein Rennen um die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die dieser Teil des Weltalls versprechen, beginnt, bis man merkt, dass eine Zusammenarbeit deutlich hilfreicher wäre.

Subjektive Eindrücke

Mit knapp 1000 Seiten ist das schon ein „gewichtiges“ Werk. Man sollte einige Zeit zum Lesen einplanen. Wie immer beschreibt Reynolds Charaktere und Umgebungen sehr ausführlich, eindrucksvoll und nach-/miterlebbar. Seine Ideen faszinieren mich immer wieder.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen der Trilogie ist dieses Buch deutlich ärmer an Kriegsszenen, was mir persönlich sehr gut gefällt. Dafür steht das Ringen um wissenschaftliche Erkenntnisse eher im Fokus.

Grundsätzlich sind die Charaktere und Handlungen glaubwürdig. Allerdings gibt es am Anfang zwei für mich nicht ganz plausible Aspekte. 1) Diese Gruppe von Menschen, die sich gerade auf dem neuen Planeten einrichtet und noch immer knapp an Ressourcen ist, kann ein interstellare Raumschiff bauen und abschicken? 2) Was qualifiziert die Tochter der eigentlich angeforderten Person eigentlich dazu, auf dem Raumschiff direkt zur „Führungsriege“ zu gehören – ja, was qualifiziert sie überhaupt, an dieser Mission teilzunehmen. Aber davon konnte ich dann beim Lesen absehen.

Das Ende möchte ich nicht vorwegnehmen. Nur soviel: Ich hatte den Eindruck, dass dies eine Art Vermächtnis von Reynolds ist, das er hier hinterlegen wollte. Das finde ich normalerweise immer sehr interessant. Und es ist auch in diesem Falle interessant. Allerdings stieß es in dieser Breite und Ausführlichkeit ein wenig auf meine Ertragensgrenze.

Es kann nicht schade, die ersten beiden Teile (mindestens Teil 2) gelesen zu haben. Meiner Meinung nach hilft das beim Verständnis einiger Aspekte in Teil 3.

Fazit

Wer sich gern in fremde Welten entführen und von ihnen faszinieren lässt, der kann gern zu diesem Buch greifen. Es gibt mehr SciFi als Sternenkrieg, was ich persönlich als sehr angenehm empfinde.

Ich freue mich, dass ich das Buch und die ganze Trilogie gelesen habe und danke dem Verlag sehr herzlich für dieses Rezensionsexemplar.