Kuriositäten des Alltags

Intergalaktisch

Kürzlich in einer Stellenausschreibung gefunden:

the monthly gross salary stated in the job announced is paid out 14 times per year“ (das in der Stellenausschreibung angegebenen monatliche Bruttogehalt wird 14-mal im Jahr ausgezahlt)

Wo mag der Arbeitsplatz wohl liegen?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „Lockdown“ (Rezension hier)

Ich finde es immer ein kritisches Unterfangen, im Nachhinein Entscheidungen zu bewerten, die man unter bestimmten Bedingungen getroffen hat. In der Regel haben sich die Bedingungen geändert, man weiß hinterher, wie es funktioniert hat, man weiß hinterher in der Regel mehr als man zum Zeitpunkt der Entscheidung wusste etc.

In diesem Sinne halte ich ein schnelles Entscheiden und Reagieren in einer Krisensituation durchaus für vernünftig. Was mir im Grunde gefehlt hat und zum Teil immer noch fehlt, ist eine größere Offenheit hinsichtlich der Gründe und der gesetzten Zielrichtungen für Entscheidungen. Sicherlich wäre es auch sinnvoll gewesen (und ist es auch heute noch), nach der Entscheidung einen Diskussionsprozess in Gang zu setzen, in dem man fundierte, langsamere ggf. korrigierende oder revidierende Entscheidungen hätte treffen können. Man hätte sicherlich in solchen Diskussionsprozessen für viele Dinge auch kreative Lösungen oder Verbesserungen herausarbeiten können. Ich denke, dass wir da Vieles vergeben haben.

Leider herrscht in der Politik eher die Denke vor, dass man sich nicht irren darf, dass man Entscheidungen nicht revidieren darf. Da sind Wissenschaftler anders. Sie schauen sich die Daten-/Faktenlage an und interpretieren diese. Und wenn sich die Fakten-/Datenlage ändert, dann können sich auch Interpretationen ändern. Sie sprechen dann aber auch ganz offen darüber.

Natürlich wusste man zu Beginn der Pandemie nicht wirklich, welche Verbreitungswege des Virus suchen wird, wie tödlich es wirklich ist etc. Also wählte man erstmal einen vorsichtigeren Weg. In dem Zuge, in dem man das Virus kennenlernt, kann man dann die Maßnahmen anpassen.

Es gibt ein zweites „Leider“ – leider herrscht in vielen Diskussionen ein entweder-oder-Denken vor, gepaart oder verbunden mit dem Drang, eine Diskussion gewinnen zu wollen/müssen. Warum geht denn kein sowohl-als-auch? Sowohl Verhinderung von Kontakten als auch Ermöglichung von Kontakten, da wo es aus sozialer/humanitärer Sicht äußerst geboten ist (z. B. Besuch von Kranken und Sterbende; Präsenzunterricht für die am meisten gefährdeten Kinder). Wir sind so viele Menschen. Da müssten doch so viele gute Ideen zusammenkommen, wenn man das Einende in einer Diskussion in den Vordergrund stellt, nämlich eine gute Balance aus Schutz vor dem Virus und Kontakten, wo es am nötigsten ist.

Ansonsten wäre ein Fazit aus dem Buch, dass es um unsere Krisenprävention nicht allzu gut bestellt ist. Da kam dann auch ein Satz wieder hoch, der in der Anfangszeit der Pandemie mal recht oft benutzt wurde: There is no glory in prevention. Man muss Geld ausgeben und Anstrengung leisten. Im besten Fall gibt es keine Krise und alles war umsonst. Im ungünstigen Falle gibt es eine Krise. Aber dass man dann ein paar schwere Auswirkungen durch die Vorbereitung verhindern konnte, wird immer unberechenbar bleiben. Bleibt am Ende in der Wahrnehmung, dass man Geld und Anstrengung für umsonst in den Sand gesetzt hat. Umsonst Steuergelder ausgeben? Das ruft doch gleich wieder allerlei Institutionen und Gegenbeweger auf den Plan.

Tja, ein ziemlich komplexes Gewirr aus ja, nein, vielleicht. Ich würde mir wünschen, dass wir gemeinsam gute Wege finden, das auf mitmenschliche Art und Weise aufzuarbeiten und zu einer gemeinschaftlich akzeptierten Vorsorge finden könnten. Covid-19 wird nicht das letzte Virus dieser Erde sein.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Tagesgedanken

Traumatisieren die Covid-19-Maßnahmen Kinder zwangsläufig?

Vielerorten hört/liest man, dass die Covid-19-Maßnahmen Kinder traumatisieren, weil sie lernen würden, dass andere Menschen gefährlich seien.

Nun will ich nicht widersprechen, dass es negative Auswirkungen der Covid-19-Maßnahmen gibt. Und es ist schade um jeden Schaden, der geschieht. Aber alles, was wir tun – egal ob für, gegen, wegen, mit, unter, auf Covid-19 oder nicht – hat IMMER positive und negative Auswirkungen.

Ich denke, hier ist mal wieder ein breiterer Blick erforderlich als die blanke Aussage, dass Kinder traumatisiert werden.

Ja, es ist hart, wenig Kontakt zu haben. Es ist hart, nicht dem nachgehen zu können, was man gewohnt ist. Aber ist das dann direkt und unmittelbar und zwangsläufig traumatisierend?

Einerseits wird der Begriff des Traumas wohl recht häufig benutzt. Nicht jede Herausforderung, nicht jedes Problem, vor dem wir stehen, ist gleich ein Trauma bzw. traumatisierend. Eigentlich fast im Gegenteil – ein gewisses Maß (!!!) an Herausforderung ist einfach für eine gesunde Entwicklung erforderlich.

Erwiesen ist inzwischen auch, dass Menschen unterschiedlich auf Herausforderungen reagieren. Was die einen traumatisiert, ist für die anderen eine willkommene Abwechslung und Anregung zu Entwicklung. (Buzzword Resilienz)

Aber da bin ich wohl ein wenig abgeschweift von der eigentlichen Frage.

Lernen Kinder im Moment durch die Covid-19-Maßnahmen, dass andere Menschen gefährlich sind?

Da sehe ich gerade zwei Punkte, auf die ich gern hinweisen möchte.

a) Erziehen wir nicht auch in nicht-Covid-19-Zeiten Kinder dazu, sich vor den Mitmenschen in Acht zu nehmen? Steige zu keinem Fremden ins Auto. Nimm von keinem Fremden ein Geschenk an. Lass Dich nicht über den Tisch ziehen. Packe Deine Sachen gut weg, damit Du nicht beklaut wirst. Schließe eine Rechtsschutzversicherung ab, damit… Da könnte man fast argumentieren, dass Covid-19 da nur ein weiterer Baustein in der Reihe ist – okay, dies natürlich mit etwas Ironie gemischt.

b) Kann man das nicht auch von einer anderen Seite sehen? Wir können die Kinder heute ganz hautnah und in Farbe erleben lassen, dass wir es selbst in der Hand haben, uns UND andere zu schützen, dass es wert ist, sich für den eigenen Schutz UND für den Schutz anderer einzusetzen. Man kann Rücksichtnahme lernen und auch erleben. Nicht, dass ich es toll finde, dass Corona umgeht, aber dieses alltägliche, direkte Erleben von Mitmenschlichkeit finde ich einen ganz wichtigen Punkt in der Entwicklung der Kinder (und ganz allgemein der Menschen).

Ich will natürlich nicht unerwähnt lassen, dass mir durchaus bewusst ist, dass das in großem Maße davon abhängig ist, wie die Eltern und engsten Betreuungspersonen in der Lage sind, das den Kindern zu vermitteln. Aber das häufige Fehlen dieser Fähigkeiten hat nichts mit Corona zu tun. Das haben wir schon vorher so implementiert und hingenommen. Das zu nehmen, um gegen die Covid-19-Maßnahmen zu argumentieren, stellt die Dinge in einen falschen Zusammenhang und vergisst, was wir bereits vorher versäumt haben.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Tagesgedanken

Was ist Zeit?

Mal wieder so eine meiner philosophischen Fragen 😉 Aber ich werde sie natürlich nicht allumfänglich in diesem Beitrag beantworten.

Es ist mal wieder nur ein winziger Aspekt, der mir gerade so durch den Sinn fährt oder den ich gerade meine wahrzunehmen.

Im Moment fühlt sich Zeit wie eine klebrige, zähe Masse an, die aber dennoch voll in Fahrt ist.

Ich scheine festzustecken, nichts geht mehr. Und doch rase ich allem in einer irren Geschwindigkeit hinterher. Wenn ich es fühle, scheint es ganz logisch und schlüssig. Aber wenn ich es so aufschreibe, wirkt es plötzlich völlig paradox.

Es gibt andere Zeiten. Da hat Zeit eine völlig andere Qualität. Dann ist sie eher wie ein quicklebendiges Quellflüsschen, das lustig vor sich hinplätschert, von Stein zu Stein hüpft, in der Sonne glitzert. Und dann fühle ich mich auch so. Alles geht leicht von der Hand. Und am Abend ist noch genug Energie und Quicklebendigkeit übrig, um ein paar hübsche Sachen fürs eigene Wohlbefinden zu machen.

Ist Zeit vielleicht gar nicht Geld, sondern eher Lebensenergie? Und gibt es vielleicht ähnlich wie in der Energiewirtschaft auch eben fossile Lebensenergie und regenerierbare Lebensenergie? Naja, und irgendwann ist eben alle Energie aufgebraucht?

Im Moment wüsste ich nur gern, wie ich die Zeit wieder etwas flüssiger machen könnte. Es muss ja nicht gerade der Springquell oder ein tosender Wasserfall sein. Aber ein breites, ruhiges Flussbett käme mir im Moment durchaus entgegen.

Ich wünsche Euch eine gute Zeit, was immer das für Euch bedeuten mag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Tagesgedanken

Was ist anders an online-Veranstaltungen – „unmotivierte“ Lacher

Da hatte ich gestern mal wieder ein interessantes Erlebnis. Arbeitskontext, ca. 20 Teilnehmende, 3 Vortragende. Ich war als Dritte dran und hatte danach mit den Teilnehmenden noch andere Punkte zu klären.

Einerseits klinkten sich die beiden vor mir Vortragenden direkt nach ihrem Vortrag aus. Dass das hin und wieder mal passiert, ist schon klar. Das ist ja auch in Präsenz so. Aber dass beide Vortragenden gehen und das eigentlich auch weder ankündigen noch begründen, das war dann doch etwas außer Limit (für mich).

Der zweite Punkt war etwas, was ich schon mehrfach beobachtet hatte, mich gestern deswegen nicht wirklich aus der Bahn warf, aber doch wieder kognitiven Aufwand brauchte. Da fingen plötzlich zwei an zu lachen, obwohl ich gar nichts Witziges gesagt hatte und auch sonst aus meiner Sicht nicht Lächerliches passiert war.

So langsam habe ich das Gefühl, dass ich hin und wieder erkennen kann, wenn sich jemand mit anderen Dingen befasst. Und so hatte ich schon während die anderen beiden vortrugen mir mal so die Gesichter angeschaut. Es war klar, dass sich da etliche mit anderen Dingen befassten. In Präsenz sieht man das einfach leichter. Und so habe ich dann den „unmotivierten“ Lacher darauf geschoben, dass sich da wohl zwei über ein anderes Medium unterhalten und sich was Lustiges erzählt hatten.

Als mir das das erste Mal passiert war, hat es mich echt in meinem „Vortrag“ irritiert. Aber ich habe nichts gesagt und einfach weitergemacht. Es blieb aber etwas Nagendes zurück.

Das zweite Mal passiertes es in einer Gruppenbesprechung. Da waren wir 5 oder 6 Leute. Da habe ich das dann ganz aktiv angesprochen. Ich habe wirklich gesagt, dass es mich sehr irritieren würden, wenn plötzlich zwei Leute loslachen, ohne dass ich dafür einen Grund erkennen kann. Die beiden haben es dann gleich erzählt und sich auch entschuldigt. Naja, um das Entschuldigen ging es ja gar nicht so. Aber ich muss einfach lernen, mit dieser online-Form klarzukommen und die (wenigen) Signale, die ich bekomme, möglichst richtig zu deuten.

Wenn man zusammen in einem Raum ist, dann sieht man, dass sich Leute etwas zuflüstern. Und dann fangen normalerweise auch diejenigen, die nebeneinandersitzen, an zu lachen. Dann kann man das ein bisschen besser einschätzen. Wenn sie während des Tuschelns auf einen geschaut haben, dann hat man wohl wirklich gerade irgendeinen Bock geschossen. Ansonsten haben sie sich halt eine nette Story erzählt.

Aber im online-Meeting sitzen die „unmotivierten“ Lacher meist nicht direkt nebeneinander. Gestern war es tatsächlich eine Kachel in der linken oberen und eine eher rechts im unteren Bereich. Da ich aber schon gesehen hatte, dass sich die Leute mit anderen Dingen befassen, konnte ich es eher als nicht zu mir gehörig erkennen.

Aber anstrengend bleibt es trotzdem 😦

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Belana Hermine

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Tagesgedanken

Gedanken zum Buch „Der Preis des Profits“ (Rezension hier)

Das Buch ist wirklich gut geschrieben und kommt ohne viele Fachbegriffe und hochgestochenes Theoretisieren aus. Das war sehr angenehm.

Zwei Punkte sind mir besonders in Erinnerung geblieben, vielleicht weil sie in der Eindringlichkeit neu für mich waren oder etwas, was ich eher ahnte als wusste, unterstützt haben.

1 – Derzeit wird überwiegend auf das Bruttoinlandsprodukt zurückgegriffen, um die Güte einer Volkswirtschaft zu bestimmen. Dies setzt sich (grob gesprochen) zusammen aus den Profiten, die die produzierenden (Produkte und Dienstleistungen) Unternehmen erwirtschaften, und dem, was über Finanztransaktionen verdient wird. Der erste Anteil basiert auf wirklicher Wertschöpfung und kann damit zum Gemeinwohl beitragen, der zweite Anteil tut das nicht. Gerade in vielen großen Industrienationen ist aber ausgerechnet dieser zweite Anteil größer und größer geworden, was im Umkehrschluss bedeutet, dass von dem wenigen Wachstum, das diese Volkswirtschaften ausweisen, ein immer kleinerer Teil sich im Gemeinwohl niederschlägt. Es sind wohl inzwischen Diskussionen im Gange, die Güte einer Volkswirtschaft (auch?) auf andere Weise zu bestimmen.

2 – Von Vertretern der reicheren Schichten wird immer wieder argumentiert, dass steigender Wohlstand in diesen Schichten nach und nach durchsickert auf die weniger reichen Schichten und dann auch dort den Wohlstand erhöhen wird. Im Buch wird recht klar dargelegt und mit Zahlen untermauert, dass dem nicht so ist. Maximal ein kleiner Teil des steigenden Reichtums in den reichen Schichten sickert überhaupt zu den weniger reichen Schichten durch. Ich weiß nicht, ob man da mehr als Milchmädchenrechnung können muss, um zu sehen, dass das dazu führt, dass sich die Einkommensniveaus dieser Schichten damit zwangsweise immer weiter auseinander entwickeln.

Am Ende bleibt – auch aus diesen beiden Punkten – die Frage, wie viel Ungleichheit eine Gesellschaft verträgt? Oder andersherum: wieviel Vergleichbarkeit/Gleichheit braucht es für eine stabile Gesellschaft?

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Belana Hermine

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Tagesgedanken

Winter?

Das Winterelfchen von heute Morgen beruhte ein bisschen auf Erinnerung und auf Wunschdenken.

Hier ist es zwar frisch, aber immer ein bisselchen über Null Grad. Und auch wenn es dann vom Himmel kleine Flöckchen grieselt, dann tauen sie spätestens auf, wenn sie den Erdboden berühren.

Allerdings haben wir gestern ein Auto gesehen, dass Schneereste von bestimmt 5-7 cm Höhe auf der Kofferraumklappe hatte. Das muss dann aber wohl von woanders hergekommen sein.

So dieses Geschmuddele mag ich ja nicht so. Aber so richtig knackig kalt, dann einmal ordentlich schneien und für ein paar Tage liegenbleiben, das ist schon toll. Wenn man dann so auf einem Feld steht, auf dem es sich der Schnee so richtig breit und gemütlich gemacht hat und die Sonne blitzelt und bratzelt darauf, sodass es funkelt wie tausend Sterne – das ist einfach wundertraumvoll.

Ich hatte das einmal. Da war ich über den Winter in Russland. Nein, nein, nicht gleich Sibirien. So ca. 400 km Ost-Südost von Moskau. Mit Freunden sind wir in ein Erholungslager an einem Stausee gefahren. Der wahr so zugefroren, dass man bis weit auf den See hinaus raufgehen konnte. Und dann hat man um sich herum nur noch Weiß und Funkeln und sonst nichts mehr gesehen. Eigentlich noch immer unvorstellbar, auch wenn ich es ja wirklich selbst erlebt habe.

Dieses Weite, dieses Klare, dieses Reine – unendliche Natur ohne jeden Makel. Da vergisst man sogar die Kälte, die da eben in die Nase zwickt oder in die Ohren, selbst mit dicker Fellmütze 🙂

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Belana Hermine

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Tagesgedanken

Was ist anders an online-Veranstaltungen – mehr explizite Kommunikation nötig

Da ich gestern wohl etwas unklar hinsichtlich dessen war, dass es sich nur um meine individuellen Wahrnehmungen handelt, die ich versucht habe, mit den Erkenntnissen des Buches zu „begründen“ und wohl implizit davon ausgegangen bin, dass alle immer an online-Veranstaltungen mit eher vielen Menschen denken – das ist bei mir so die Regel – will ich dann den angekündigten Aspekt direkt heute „nachschieben“.

Vielleicht nochmal zur Klärung des Gestrigen: Ich habe den Eindruck, dass einem im beruflichen Kontext in online-Veranstaltungen mit vielen Menschen bestimmte Aspekte der Wahrnehmung fehlen, die man in Präsenzsituationen aber durchaus implizit mitbekommen kann.

Ich habe dann für meinen Kontext gemerkt, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, dieses Fehlen in gewissen Grenzen „aufzufangen“. Deshalb finde ich es für mich wichtig, dass mir dieses Fehlen in einem ersten Schritt bewusst wird/ist. Dann kann ich überlegen, wie ich das ausgleichen kann.

Ich habe implizit damit angefangen, größere Gesten zu machen. Ja, man darf mich echt nicht auf meinen Bürostuhl beobachten, wenn ich eine online-Veranstaltung leiten muss. Ich versuche ganz bewusst, dafür zu sorgen, dass meine Hände, die sich eben immer bewegen, in der Kamera sichtbar sind. Naja, ein bisschen mehr Bewegung kann ja nicht schaden.

Außerdem habe ich gemerkt, dass ich schneller mal nachfrage, wenn ich eine Situation nicht erfassen kann. Was ich im Präsenzraum „erfühlen“ konnte, also ob ich das jetzt so laufen lassen kann oder nicht, das muss ich jetzt eben erfragen.

Und ich habe auch festgestellt, dass es beiden Seiten hilft, wenn man das, wie es einem gerade ergeht, öfter mal explizit ausdrückt. In Präsenz sehe ich das im Grunde an der Körperhaltung, daran, wie sie Menschen zueinander sitzen bzw. sich aufeinander bezogen bewegen. Das passiert ja online gar nicht. Aber ich frage inzwischen häufiger mal nach. Und ich erkläre auch öfter mal, wie es mir so geht – auch in der Hoffnung, dass das Vorbild für die anderen sein kann. Insbesondere Feedback, dass man sonst vielleicht an meinem Gesicht oder auch an meiner Körperhaltung ablesen konnte, versuche ich nun stärker verbal auszudrücken.

Ja, das sind alles so Punkte, die das (für mich) Fehlende ein wenig ausgleichen können. Aber sie strengen an, wohl auch, weil wir noch nicht so daran gewöhnt sind. Ich denke, es wird mir mit der Zeit leichter fallen. Erschwerend kommt hier für mich dazu, dass ich nicht so der Typ bin, der sein Herz direkt auf der Zunge trägt.

Und vielleicht nochmal zum Abschluss die Anmerkung, dass diese Sachen in einer privaten vielleicht sogar Zweibegegnung direkt wieder anders aussehen. Ich denke, dass man da ohnehin viel expliziter Dinge benennt. Nach und nach lernt man sich auch besser kennen und kann viel mehr aus dem Gesicht ablesen, als man das vielleicht bisher gemacht (gekonnt?) hat.

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Gedanken zum Buch „Wie wir werden, wer wir sind“ (Rezension hier)

Nachdem das letzte Buch, das ich von Herrn Bauer gelesen hatte („Fühlen, was die Welt fühlt“; Rezension hier), mich doch einigermaßen enttäuscht zurückgelassen hat, musste ich nun unbedingt eins zur Versöhnung lesen. Das geht zugegebenermaßen auch mal ins Auge, aber diesmal hat es doch geklappt 🙂 Ich bin wieder überwiegend versöhnt.

Für mich war besonders beeindruckend, dass ich hier Vieles fand, was meine Beobachtungen hinsichtlich der ganzen online-Veranstaltungen schon meinten, herausgefunden zu haben. Und ich fand auch etliche Erklärungen dazu. Das ist immer eine kleine Bestätigung dafür, dass man seinen eigenen Beobachtungen durchaus ein Stückchen vertrauen kann und vermutlich auch sollte.

Wir brauchen, um Menschen wirklich wahrnehmen zu können, die ganze Person – den ganzen Körper, die Körperhaltung/-sprache/-bewegung, Mimik, Sprache… In so einem online-Meeting gibt es das Gesicht und fertig ist. Und auch das manchmal nur in geringer Qualität. Ergo – so meine Folgerung – fehlt mir eigentlich ganz viel, um mir wirklich ein Bild von dem Menschen mir gegenüber zu machen („sich ein Bild machen“ – steckt nicht auch da schon eine Menge drin? Wir machen uns eben ein BILD und kein Portrait.). Ich brauche aber dieses Bild, um mich auf mein/e Gegenüber einzustellen. Also folgere ich weiter, dass es dann wohl nicht verwunderlich ist, wenn es in mir immer versucht ist, dieses Bild doch irgendwie zusammenzupuzzeln, was dann eben mit deutlich höherem kognitivem Aufwand verbunden ist als eine reale Begegnung. Kein Wunder also, dass ich inzwischen so geschlaucht bin?

Nutzen einem solche Erkenntnisse?

Naja, ich werde ja an der Situation, dass bei uns alles nur noch online läuft, nichts ändern können. Die Firmenleitung hatte ja in der Weihnachtsmessage von weiteren 12 bis 15 Monaten gesprochen. Also auf der rein praktischen, umsetzungstechnischen Ebene Fehlanzeige. Allerdings ist es für mich doch auch eine Art Entlastung, wenn ich verstehe, warum ich so oder so reagiere bzw. diese oder jene Erscheinungen zeige. Ich fühle mich dann nicht mehr so schlecht und selbst schuld. Das ist so die eine Sache, die ich positiv daraus ziehe. Es gibt noch eine andere Sache, die ich auch gut finde: da ich davon ausgehe, dass es ja meinem/r Gegenüber ebenso ergeht, kann ich mich diesbezüglich auch besser auf ihn/sie einstellen und da etwas nachsichtiger agieren.

Es gibt noch einen 3. Punkt, auf den ich aber später nochmal eingehen werde in einem Beitrag für die Reihe „Was ist anders an online-Veranstaltungen“ – nämlich, dass man das, was die anderen nicht sehen können, dann eben anders ausdrücken muss, und was das konkret für mich bedeutet.

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Tagesgedanken

Winterschlaf

Es gibt da so ein paar Aspekte, hinsichtlich derer ich unsere fernen, fernen Vorfahren beneide. Okay, es gibt da natürlich auch Vielerlei, um das ich sie nicht beneide. Aber bleiben wir mal bei Ersterem.

Die langen Nächte und das kalte Schneetreiben vor den Höhleneingängen haben doch mit Sicherheit dazu geführt, dass sie sich in ihren Höhlen eng aneinander gekuschelt und versucht haben, die lange, dunkle Zeit möglichst zu verschlafen. Klaro, irgendjemand war der arme Wicht und musste sich ums Feuer kümmern. Ich hoffe, sie waren (noch) so sozial, dass sie sich da immer mal abwechselten.

Ich fürchte, meine Vorfahren waren hinsichtlich des Winterschlafs besonders eifrig, obwohl ich mir durchaus auch vorstellen kann, dass ein paar sehr engagierte Feuermeister unter ihnen waren.

Warm gekuschelt ausschlafen – das ist gerade eine ganz große Sehnsucht in mir.

Also schwinge ich meinen Hintern mal wieder auf den Bürostuhl und haue in die Tasten, um diese kindisch-albernen Gedanken zu vertreiben. ***schluchz*** 😉

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