Roloff, Henke-Wendt: Geschädigt statt geheilt

Geschädigt statt geheilt – Große deutsche Medizin- und Pharmaskandale

  • Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt
  • Hirzel, S., Verlag, 15. November 2018
  • Taschenbuch, 256 Seiten
  • 22,00 € (D)
  • ISBN 978-3-777-62763-2

Inhalt

Das Buch beginnt mit einer kurzen Darstellung, was ein Ereignis zum Skandal macht und warum Medizinskandale AUCH eine positive Wirkung haben können (Spoiler: sie können zu neuen Richtlinien und Kontrollstellen führen).

In den folgenden Kapiteln wird jeweils ein Skandal intensiv beleuchtet. Jedes Kapitel schließt mit einer Literaturliste ab. sodass sich der Leser selbst noch einmal ein Bild anhand der Quellen machen kann.

Die Skandale reichen vom „Lübecker Impfunglück von 1930“ über Contergan und Duogynon zu „Anti-D in der DDR“, Doping in Ost und West und Geldschneiderei mit gestreckten Krebsmitteln. Beleuchtet werden auch die Bluter-Skandale Sowie Skandale um Behandlungsfehler bei der Strahlentherapie oder bei chirurgischen Operationen mit einem Spezialroboter. Es geht weiter mit Serienmorden in Altenheimen, falschen Gutachten, die Menschen zu Unrecht in die Psychiatrie brachten. Organtransplantationen waren Gegenstand von Skandalen ebenso wie die minderwertigen Silikon-Brustimplantate. Den Abschluss des Buches bilden Fälle, in denen Heimkinder zu Versuchszwecken missbraucht wurden – nein, nicht zu Zeiten des Nationalsozialismus, sondern sehr deutlich später.

Subjektive Eindrücke

Also, da braucht man schon gute Nerven, um dieses Buch einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Einfach unglaublich, was sich da so alles ereignet. Und vermutlich ist das ja nur die berühmte Spitze des Eisberges.

Natürlich kann es immer mal passieren, dass etwas schief geht. Und das ist dann nicht toll. Aber wenn alle offen und ehrlich damit umgehen würden, könnte viel Leid und Elend vermieden werden.

Ebenso unfassbar finde ich, dass Konzerne mit Mitteln Profit machen, sich dann aber nicht am Ausgleich der entstandenen Schäden beteiligen (müssen) und das wieder am Staat, also den Steuerzahlern hängenbleibt. Un-be-greif-lich.

Besonders schwer verdaulich waren für mich die Berichte über die Experimente mit Kindern.

Aus meiner Sicht ist das Buch gut recherchiert. Es beleuchtet die einzelnen Skandale von verschiedenen Seiten und bezieht verschiedene Standpunkte mit ein. Es macht nicht den Eindruck, Effekthascherei zu betreiben.

Interessant für mich war, dass das Buch für mich den Eindruck erweckt hat, dass es in der DDR weniger solche Skandale gegeben hat. Zum Teil wegen prinzipiell strengerer Überwachung? So gab es z. B. so gut wie keine Contergan-Fälle, weil das Mittel in der DDR nicht zugelassen war. Allerdings wurden Dinge auch strenger geheimgehalten als das vermutlich im Westen Deutschlands der Fall gewesen ist. So weiß man also auch hier nicht, was noch darauf wartet, aus dem Dunkel herauszubrechen.

Fazit

Ein sehr bewegendes Buch mit vielen wichtigen Sachinformationen. Ich halte es für absolut lesenswert und hoffe, dass es auch dabei helfen kann, die Möglichkeiten für weitere solche Fälle einzuschränken.

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Burckhardt: Eine kurze Geschichte der Digitalisierung

Eine kurze Geschichte der Digitalisierung

  • Martin Burckhardt
  • Penguin Verlag, 12. November 2018
  • Gebundene Ausgabe, 256 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-328-60001-5

Inhalt

Das Buch beginnt mit „Gedanken vorweg“, mit denen uns der Autor vorstellen möchte, worum es ihm im Buch geht. Dabei nimmt er schnell den Schwenk von der Digitalisierung zum Computer und begründet damit, warum es im Folgenden um die Geschichte des Computers gehen wird.

Den Anfang des Computers verortet Herr Burckhardt in der Entdeckung der Übertragbarkeit von Elektrizität und führt diesen Gedanken mit der Beschreibung eines netten Experiments ein. Das war im 18. Jahrhundert. Es folgen weitere wichtige Schritte auf dem Weg zur Erfindung des Computers. Sie werden von ihrer wesentlichen technischen Seite her erläutert und es werden die wichtigsten Figuren, die zu diesen Fortschritten gehören vorgestellt. Dabei geht es um bekannte und weniger bekannte Namen ebenso wie um positive als auch negative Einsatzmöglichkeiten der neuen Erkenntnisse. Für Herrn Burckhardt gibt es zwei entscheidende Wandlungspunkte: die Trennung von Information von Materie und von Ausführung/Berechnung und Materie.

Das drittletzte Kapitel ist als Frage-Antwort gestaltet und soll noch einmal argumentieren, warum es in diesem Buch nicht um den „welt- und gesellschaftsverändernden Wandel“ (Klappentext) geht, sondern um die Geschichte des Computers. Das anschließende Kapitel argumentiert, warum Herr Burckhardt künstliche Intelligenz nicht als Intelligenz versteht. Im letzten Kapitel stellt Herr Burckhardt eine (wessen? wie realistisch?) Zukunftsvision vor.

Das Buch ist in schwarz und orange gehalten, wie es auch das Cover-Bild andeutet. Schwarzer Text wird von zweifarbigen Skizzen aufgelockert, die kleine technische Szenen oder die Portraits der besprochenen Personen zeigen. Wen diese Portraits darstellen, muss man aus dem Text schließen, was nicht immer eindeutig ist, insbesondere, wenn mehrere, weniger bekannte Figuren im umgebenden Text auftauchen.

Da es keine klar benannten Zeitpunkte und z. B. auch keine Zeittafel oder ähnliches gibt und hin und wieder auch in den Zeiten hin und her gesprungen wird, fällt eine zeitliche Zuordnung schwer.

Das Buch ist in leicht verständlicher Sprache geschrieben und lässt sich flüssig, mit Interesse und angenehm lesen.

Subjektive Eindrücke

Ich muss zugeben, dass ich maßlos enttäuscht von dem Buch bin. Aus meiner Sicht ist es nicht ein Buch über die Geschichte der Digitalisierung, sondern über die Geschichte des Computers. Natürlich ist die Geschichte des Computers interessant. Und da das Buch nett zu lesen geschrieben ist, kann man es zu diesem Zwecke auch jedem empfehlen. Aber die wirklich „welt- und gesellschaftsverändernden“ Impulse, die ja eben gerade von der Anwendung der Computertechnik ausgehen, werden in keiner Weise angesprochen. Für mich ist Digitalisierung nicht gleich Computer. Digitalisierung beschreibt für mich eben gerade diese gesellschaftlichen Prozesse, die durch den Einsatz der Rechentechnik ausgelöst wurden und werden. Das hat für mich der Klappentext auch eindeutig versprochen, das Buch aber in keiner Weise eingelöst.

Die Zukunftsvision am Ende des Buches liest sich zwar nett, aber es wäre schon interessant gewesen zu erfahren, ob Herr Burckhardt denkt, dass die Zukunft so aussehen wird, oder ob das eine logische Folgerung aus den bisherigen Entwicklungen ist oder ob es eine „sollte-so-sein“-Vorstellung ist. Es hätte mir für die Einordnung des Gelesenen geholfen.

Fazit

Wenn man das Buch als „Geschichte der Computer“ liest, ist es wirklich sehr empfehlenswert. Über die im Klappentext versprochenen welt- und gesellschaftsverändernden“ Prozesse erfährt man leider in diesem Buch nichts.

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Arensmeier: Mein Bulletplaner

Mein Bulletplaner für Ideen, Ziele und Träume – das kreative Journal zum Ausfüllen und Gestalten

  • Jasmin Arensmeier
  • Südwest Verlag, 26. November 2018
  • Broschiert, 192 Seiten
  • 15,00 € (D), 15,00 € (A)
  • ISBN 978-3-517-09776-3

Inhalt

Der Bulletplaner bietet eine Art Kalendarium, das man aber zu großen Teilen selbst gestalten kann.

Zu Beginn gibt es ein paar Hinweise, was das Buch alles enthält und wie man prinzipiell damit umgehen kann. Für weiterführende Anregung verweist Frau Arensmeier auf ihre Webseite bzw. ihr Buch zum Thema.

Neben dem Kalendarium, das man jederzeit beginnen kann, enthält das Buch ein paar Seiten für diverse Checkliste, Listen zu unterschiedlichen Anliegen und auch eine Art Gesundheits- (oder Glücks-?) Tracker. Jeden Tag kann man hier über Punkte, andere Zeichen oder ganz einfach Zahlen angeben, wie gesund (oder glücklich?) man sich fühlt.

Subjektive Eindrücke

Ich bin ja schon Fan von solchen Ausfülldingen. Hier kommt noch dazu, dass die Listen ein gewisses Grundgerüst vorgeben, man aber doch auch eigene Gestaltungsmöglichkeiten hat, was zumindest bei mir die Lust, diese Listen und auch das Kalendarium zu nutzen, erhöht. Ob und wie lange ich das dann tun werde, wird sich natürlich erst im Verlauf der Zeit zeigen.

Das Buch ist zwar an und für sich farblich gestaltet, hält sich aber mit der Intensität der Farbe doch ziemlich zurück. Alles ist eher in einer Art Wasserfarben-Farbe gehalten. Das finde ich ein wenig schade, da ich doch intensive Farben sehr mag und sie mich normalerweise mehr anregen als blasse Farben.

Fazit

Wer Spaß am Ausfüllen hat, wer gern verschiedenste Dinge in Listen führt, wer gern einen Überblick über bestimmte Aspekte seines Lebens haben möchte, der wird durch die Anwendung dieses Buches sicherlich sehr in diesem Spaß unterstützt.

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Moers: Weihnachten auf der Lindwurmfeste

Weihnachten auf der Lindwurmfeste

  • Walter Moers, illustriert von Lydia Rode
  • Penguin Verlag, 23. November 2018
  • Gebundene Ausgabe, 112 Seiten
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-328-60071-8

Inhalt

Hildegunst von Mythenmetz schreibt an seinen langjährigen Brieffreund Hachmed ben Kibitzer über das Hamouli, das wichtigste und ritualreichste Fest auf der Lindwurmfeste. Die Beschreibungen sind detailreich, witzig und passen sich reibungslos in die schon bekannten Erzählungen über Zamonien ein. Seinem Brief legt Hildegunst von Mythenmetz zahlreiche taxonomische Tafeln bei, die seinem Brieffreund per Augenschmaus einen Eindruck vom Leben auf der Lindwurmfeste, insbesondere um die Tage des Hamouli bieten.

Nicht umsonst steht im Titel „Weihnachten“. Ganz bewusst setzt Walter Moers Parallelen bis hin zu Gemeinsamkeiten zu „unserem“ Weihnachtsfest. Er spart nicht daran, Hildegunst von Mythenmetz seine Abneigung gegen dieses Fest unverblümt und unverschönt ausdrücken zu lassen.

Subjektive Eindrücke

Bisher kannte ich die Bücher von Walter Moers als kreativ, phantasievoll, witzig. Das ist auch dieses Buch. Allerdings schlägt mir für meinen Geschmack die Abneigung gegen Weihnachten in einem Maße entgegen, das mir ein wenig den Genuss an den sonst so wundervollen Erzählungen über Zamonien etwas verleidet. Das finde ich sehr, sehr schade. Dabei bin ich gar nicht mal der größte Fan von Weihnachten.

Allerdings wird man durch die optische Aufmachung des Buches doch wieder ein stückweit entschädigt. Jede Seite des Buches ist gestaltet wie ein Briefblatt. Schließlich handelt es sich ja um einen Brief von Hildegunst von Mythenmetz an seinen Freund. Auch die taxonomischen Tafeln sind durch ihre Farbenfreude und meist auch ihren Formenreichtum wirklich wundervoll anzusehen. Mit jedem Blick kann man neue Details entdecken.

Am Ende des Buches gibt es eine kleine Leseprobe aus dem nächsten Buch von Walter Moers. Es scheint sich wieder stärker in die bisherige „Tradition“ der Bücher von Walter Moers einzureihen.

Fazit

Viel fürs Auge, nett zu lesen. Vielleicht ein Ticken zu viel Abneigung gegen Weihnachten zu stark rübergebracht.

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Homolka, Fegert, Frank: Weil ich hier leben will

Weil ich hier leben will – jüdische Stimmen für die Zukunft Deutschlands und Europas

  • Walter Homolka, Jonas Fegert, Jo Frank (Hg.)
  • Verlag Herder, 15. Oktober 2018
  • Gebundene Ausgabe, 224Seiten
  • 20,00 € (D)
  • ISBN 978-3-451-38287-1

Inhalt

Das Ernst-Ludwig-Ehrlich Studienwerk begeht in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen. Es widmet sich unter anderem der Förderung von Studien zur jüdischen Geschichte und zum jüdischen Leben. Das Jubiläum nahmen die Herausgeber zum Anlass, etliche Stipendiaten ihres Studienwerks mit ihren ganz persönlichen Geschichten und ihren Beziehungen zum jüdisch-Sein zu Wort kommen zu lassen. Grundtenor ihrer Aussagen ist, dass sie alle trotz ihrer jüdischen Beziehungen, trotz des Antisemitismus in Deutschland, hier in Deutschland leben und ihr jüdischen Leben gestalten wollen.

Die Berichte der Stipendiaten sind nach verschiedenen Themengruppen geordnet. So geht es um die Identität von Juden in Deutschland. Die Frage nach Assimilation und Desintegration wird gestellt. Es wird diskutiert, wie jüdisches Gemeindeleben in Deutschland organisiert, etabliert und wirklich gelebt werden kann. Dabei wird auch die ursprüngliche Pluralität als wichtiger Wert des Judentums besprochen. Einige Beiträge werden einen Blick auf Möglichkeiten jüdischer Bildung und stellen konkrete Schulangebote vor.

Jeder Artikel kann separat für sich gelesen werden. Alle zusammen ergeben ein weitreichendes, aber definitiv nicht abschließendes Bild über die verschiedenen Problem- und Fragestellungen jüdischen Lebens und mögliche Zukunftsperspektiven in Deutschland.

Subjektive Eindrücke

Ich habe in diesem Buch sehr viel Interessantes über das Judentum erfahren, aber insbesondere auch über die besondere Identitätsfrage jüdischer Menschen in Deutschland. Besonders eindrucksvoll und nachhaltig war für mich zu sehen, dass jüdische Menschen von nicht-jüdischen Menschen in Deutschland ein von eher mangelhaften Geschichtskenntnissen geprägte Identität zugeschrieben bekommen, was für die damit belegten Personen problematisch für die eigene Identitätsfindung ist und für die Gesellschaft Probleme für ein anerkennendes Miteinander bereitet.

Hier kann ich mich selbst natürlich nicht ausschließen, da auch ich ein nur durch den Schulunterricht geprägtes Bild jüdischen Lebens habe. Besonders schade daran ist eigentlich, dass es sich fast ausschließlich auf die Jahre des Nationalsozialismus bezieht und jüdischen Leben davor eher nicht betrachtet und damit auch große Leistungen jüdischer Menschen eher nicht im Bewusstsein verankert sind. Werden die Namen genannt, fällt es einem dann doch wieder ein…

Etwas schade finde ich, dass es sich bei den Artikeln im Buch ausschließlich um akademisch überwiegend hoch gebildete Menschen handelt, die von sich berichten – teilweise stark in der Sprache ihrer sozialwissenschaftlich ausgerichteten Ausbildung. Bei einige der Artikel fällt das Lesen deshalb nicht unbedingt. Außerdem scheint mir hier nur ein bestimmter Teil der jüdischen Menschen in Deutschland repräsentiert zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass da ein gewisser Teil einfach fehlt.

Fazit

Das Buch vermittelt Fragestellungen und Problemstellungen jüdischer Menschen, die Deutschland ihre Identität und Möglichkeiten, ihr jüdisches Leben zu leben, suchen. Es bietet eine äußerst interessante Möglichkeit, Verständnis für sie zu entwickeln und damit die gemeinsamen Kommunikationsmöglichkeiten zu verbessern.

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Berstein: Das Universum steht hinter dir

Das Universum steht hinter dir

  • Gabrielle Bernstein, Illustrationen von Micaela Ezra
  • Irisiana, 17. September 2018
  • Kartendeck mit 52 Karten
  • 15,00 € (D/A)
  • ISBN 978-3-424-15351-4

Inhalt

Aus dem Bücherpäckchen kam eine Schachtel im Format A6 hervor. Sie enthielt 52 Karten, die auf der Rückseite jeweils dasselbe Muster aus blei- oder filzstiftskizzierten Zweigen und Blättern mit einem Himmelskörper (Sonne, Stern, Erde?) in der Mitte tragen. Die Vorderseite ist mit Aquarellfarben gefärbt. Etwa die Hälfte der Karten ist zudem mit einem blei- oder filzstiftskizziertem Muster oder Bild versehen (z. B. Vögel, Insekten etc.). Außerdem trägt jede Karte eine Affirmation.

Das Set wird begleitet von einer Karte, auf der auf der einen Seite ein kurzer Gruß der Autorin an die LeserInnen und auf der Rückseite Infos zu ihrem Leben und dem der Illustratorin stehen.

Subjektive Eindrücke

Die Sprüche sind liebevoll ausgesucht und formuliert. Man soll sich mit jeder Frage oder jedem Problem an die Karten wenden können und in der Intuition angeregt und in der eigenen Sicherheit bestätigt werden.

Die Illustrationen sind in zarten Farben gehalten. Nichts schreit einen an, was für viele sicherlich wichtig ist, um sich ruhig und geborgen fühlen zu können.

Die Sprüche gefallen mir recht gut, aber die Illustrationen sind nicht so mein Fall. Ich mag es farblich doch etwas intensiver.

Fazit

Wie bei anderen Kartensets auch, ist es wohl überwiegend eine Frage des Geschmacks, ob man sie mag oder nicht. Mal hineinzuschauen, ob einen die Illustrationen anregen, ist hier sicherlich lohnend.

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Watson: Die Sprache der Menschlichkeit

Die Sprache der Menschlichkeit – Wie wir kranke Menschen wieder als Menschen wahrnehmen und nicht als Patienten

  • Christie Watson, aus dem Englischen von Posiao und Roberto de Hollanda
  • Goldmann Verlag, 29. Oktober 2018
  • Gebundene Ausgabe, 384 Seiten
  • 20,00 € (D)
  • ISBN 978-3-442-31473-7

Inhalt

Christie Watson war 20 Jahre lang als Krankenschwester tätig. In diesem Buch beschreibt sie, wie sie dazu kam, Krankenschwester zu werden, welche Ausbildungen sie durchlaufen hat, wie ihre ersten Tage in der Praxis verliefen, was sie eigentlich zur Krankenschwester gemacht hat, vor welchen Herausforderungen Pflegerinnen und Pfleger tagtäglich stehen und wie sie damit umzugehen lernen. Durch viele reale Beispiele nimmt uns Christie Watson mit in ihren Arbeitsalltag und lässt uns ziemlich hautnah erleben, welche Freuden und welchen Kummer Pflegerinnen und Pfleger in ihrer Arbeit erleben. Immer wieder verweist sie auf die Geschichte der Entwicklung der Krankenpflege, auf gesetzliche Regelungen, aber auch auf die realen Zustände in den Krankenhäusern.

Ein Gedanke durchzieht das gesamte Buch von Anfang an: Pflege ist gelebte Menschlichkeit. Anhand der klaren Darstellung ihres eigenen Werdensweges können wir gut miterleben, wie sich Christie Watsons Ansichten dazu herausbilden, entwickeln, nach und nach festigen und auch in ihr privates Leben hineinreichen.

Subjektive Eindrücke

Ein wirklich lesenswertes Buch. Die vielen realen Beispiele machen es sehr anschaulich. Hin und wieder sollte mit zu zart besaitet sein. Ja, man wird sich beim Lesen mitfreuen, aber man wird auch mit der Autorin traurig sein. Und ab und zu wird wohl auch eine Träne rollen.

An einigen Stellen war ich von den vielen medizinischen Begriffe etwas überfordert. Dann habe ich da einfach „drübergelesen“ 😦

Da wir aber alle mit Pflegekräften zu tun haben werden, als Patienten, als Angehörige von Patienten oder als Angehörige von Pflegekräften liefert das Buch viele wertvolle Einblicke in das Leben und Arbeiten der Pflegekräfte und kann uns damit helfen, uns zumindest ein wenige in die Lage der Pflegekräfte zu versetzen. Das kann eine positive Pflegebeziehung deutlich unterstützen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es das Buch schaffen kann, den Gedanken der Menschlichkeit weiter zu verbreiten. Das würde mich sehr freuen.

Fazit

Sehr lesenswert und eine gute Vorbereitung darauf, selbst Patient oder Angehöriger eines Patienten/einer Patientin zu sein.

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