Schmidt-Leukel: Wahrheit in Vielfalt

Wahrheit in Vielfalt – Vom religiösen Pluralismus zur interreligiösen Theologie

  • Perry Schmidt-Leukel, aus dem Englischen von Monika Ottermann
  • Gütersloher Verlagshaus, 22. April 2019
  • Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
  • 36,00 € (D), 37,10 € (A)
  • ISBN 978-3-579-08249-3

Inhalt

Das Buch versucht zu klären, warum und wie die Religionen in Dialog treten können, um grundlegende Gemeinsamkeiten, die überwiegend durch unterschiedliche Benennung verborgen sind, zu erkennen, diese anzuerkennen und zu einer gegenseitigen Wertschätzung zu kommen, um weitere Religionskriege zu verhindern.

Im ersten Kapitel erläutert Herr Schmidt-Leukel, warum er religiösen Pluralismus für nötig und für möglich hält und wie er ihn von Naturalismus, Inklusivismus und Exklusivismus entscheidet. Dann untersucht er getrennt für das Christentum, das Judentum, den Islam, den Hinduismus, den Buddhismus und die chinesischen Religionen, ob und welche pluralistischen Elemente sie enthalten.

Den zweiten Teil des Buches leitet Herr Schmidt-Leukel ein, indem er zeigt, wie man nun von pluralistischen Ansätzen innerhalb einer Religion zur interreligiösen Theologie finden kann, für die er Prinzipien und Methoden zusammenstellt. Anschließend nimmt er immer jeweils zwei Religionen und untersucht, inwieweit sich deren Glaubensgrundsätze miteinander und durcheinander erklären lassen und ob sich die jeweils andere Religion darin wiederfinden kann. So geht es um die Bedeutung des Sohnes, des Propheten und von Buddha.

Ähnlich untersucht Herr Schmidt-Leukel die Bedeutung der Schöpfungstheorien miteinander und durcheinander zu erklären.

Am Schluss des Buches stellt Herr Schmidt-Leukel seine grundsätzliche Auffassung religiöser Vielfalt vor. Diese erklärt er mit der Theorie der Fraktale des Mathematikers Benoît Mandelbaum von 1975.

34 Seiten Literaturnachweise sowie 7 Seiten Namensregister geben einen kleinen Hinweis darauf, welch umfangreiches Wissen in diesem Buch steckt.

Subjektive Eindrücke

Wie oft hatte ich mich nicht schon gefragt, warum sich die Religionen eigentlich so bekriegen, wieso es Religionskriege gab und gibt, wieso man Menschen anderer oder keiner Glaubensrichtungen derart verfolgen muss. Die Geschichte ist voll von widerwärtigen Beispielen. So kam das Buch gerade recht und ich flog förmlich darauf.

Die Argumentationen und Erläuterungen haben mich von der Detailliertheit und dem schier unermesslichen Wissen her tief beeindruckt. Nicht immer habe ich alles verstanden, weil Herr Schmidt-Leukel doch eher in der Sprache seiner Wissenschaft und mit religiöse geprägten Begriffen hantiert, die mir nicht geläufig sind – vermutlich, weil ich eben nicht mit einem bestimmten Glaubenssystem aufgewachsen bin.

So habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich das Buch eher an sehr fachlich Interessierte mit einer großen Portion Vorwissen richtet als an die „breite interessierte Masse“. Schade eigentlich. Denn wie sollten sich die vielen guten Ideen für einen Dialog zwischen den Religionen verbreiten und möglichst großflächig Fuß fassen, wenn nicht über die Menschen, die den entsprechenden Religionen angehören.

Ja, ich bin beeindruckt von den Ideen und Möglichkeiten, die das Buch erläutert und eröffnet. Und hoffe sehr, dass sie den Kontext der Wissenschaft, der Universitäten und Vorlesungen verlassen und bis zu den Menschen, die täglich Religion leben, vordringen können.

Fazit

Ein Buch voller brillanter Argumentation, umfangreichen Wissens, sehr begrüßenswerter Entwicklungsrichtungen – nur manchmal für den nicht so tiefgründig mit der Materien Vertrauten etwas schwierig zu verstehen.

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Hümmler: Verschwörungsmythen

Verschwörungsmythen – Wie wir mit verdrehten Fakten für dumm verkauft werden

  • Holm Gero Hümmler
  • Hirzel, S., Verlag, 29. März 2019
  • Taschenbuch, 223 Seiten (eBook gelesen)
  • 19,80 € (D)
  • ISBN 978-3-777-62780-9

Inhalt

Fake news, Schönredereien, Verschwörungen, halbe Wahrheiten, reine Fakten – was kann, soll, darf, muss man (noch) glauben?

Herr Hümmler versucht mit seinem Buch, einige der wichtigsten und/oder bekanntesten Verschwörungstheorien Schritt für Schritt zu durchleuchten Dabei geht es nach einem gut nachvollziehbaren Schema vor und erläutert erst Argumente dafür und dagegen, untersucht deren Plausibilität und hinterfragt die Sinnhaftigkeit des Ziels der jeweiligen Theorie. Auch setzt er sich mit der Frage auseinander, ob eine derartige Verschwörung umsetzbar und/oder geheimhaltbar gewesen wäre. Für die wissenschaftlichen Argumente gibt es Hinweise, wie man sie selbst mit einfachen Mitteln und ohne Wissenschaftlicher der jeweiligen Disziplin sein zu müssen, plausibel nachprüfen kann. Dabei greift Herr Hümmler solche „Theorien“ auf wie die nicht stattgefundene Mondlandung, Hitlers high-technische Überlegenheit, die bewusste Generierung von Erdbeben, die Frage, ob die Erde hohl oder eine Scheibe ist, etc.

Ein einführendes Kapitel befasst sich kurz mit günstigen Entstehungsbedingungen für Verschwörungstheorien. Ein abschließendes Kapitel gibt einen Überblick darüber, wie man selbst vorgehen kann, um sich mit möglichen Verschwörungstheorien weitestgehend objektiv auseinanderzusetzen.

Subjektive Eindrücke

Ich habe das Buch mit viel Genuss gelesen. Einige der behandelten Verschwörungstheorien kannte ich noch nicht. Immer fand ich die Auseinandersetzung mit den pro und contra sehr interessant. Dabei habe ich viele interessante Dinge gelernt.

Das einführende und das abschließende Kapitel waren besonders hilfreich, da sie unabhängig von konkreten Theorien Hinweise für die eigene Auseinandersetzung mit anderen Verschwörungstheorien bietet. Allerdings hätte ich mir beide Kapitel deutlich ausführlicher gewünscht. Vieles war – für meinen Geschmack – nur angerissen. Gerade die Frage nach den Entstehungsbedingungen finde ich äußerst wichtig, weil hier vielleicht auch Möglichkeiten liegen könnten, das Entstehen neuer Verschwörungstheorien zu verhindern.

Fazit

Ein sehr spannendes und für alle, die es wollen, ein durchaus lehrreiches Buch. Oder ist es nur eine Verschwörung, um uns mit tiefgründigem Denken von banalen Dingen abzuhalten 😉

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Schnabl: Meine Suche nach dem Nichts

Meine Suche nach dem Nichts – Wie ich tausend Kilometer auf dem japanischen Jakobsweg lief und was ich dabei fand

  • Lena Schnabl
  • Goldmann Verlag, 20. Mai 2019
  • Broschiert, 416 Seiten
  • 14,00 € (D)
  • ISBN 978-3-442-15980-2

Inhalt

Lena Schnabl hat u. a. Japanologie studiert. Als Journalistin ist sie weltweit unterwegs, dabei eben sehr viel in Japan. Allerdings scheint ihr Körper mit ihrer Lebensgeschwindigkeit nicht recht mithalten zu können, sodass sie schwer erkrankt. Um sich Zeit zu nehmen, die Botschaft der Krankheit zu verstehen, wieder mit ihrem Körper ins Reine zu kommen und auch wieder Kräfte und Stabilität zu erlangen, macht sie sich auf nach Japan. Diesmal weniger, um für einen Auftrag zu recherchieren, als vielmehr, um auf Shikoku den Weg der 88 Temple zu gehen – und dabei natürlich ihrem geliebten Japan nah zu sein.

Der Zeithorizont des Buches beginnt also deutlich vor der eigentlichen Wanderung. Und auch wenn die Wanderung Hauptinhalt des Buches ist, so springt Lena Schnabl immer mal wieder zurück in Erinnerungen oder macht Sprünge in die japanische Kultur und Tradition ganz allgemein. Zu fast allen Tempeln erzählt sie eine überlieferte Geschichte. Aber sie stellt auch ihre eigene Wandlung, ihre eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse immer wieder dar. Damit ist das Buch nicht nur die Beschreibung einer Pilgerreise, sondern ein Gesamtkunstwerk aus Vergangenheit, Gegenwart und auch Andeutungen auf eine Zukunft.

Subjektive Eindrücke

Da ich 2017 selbst den Weg gegangen bin, konnte ich an diesem Buch einfach nicht vorbei. Ich habe es genossen – vom Anfang bis zum Ende. Es wurden so viele Erinnerungen wachgerufen.

Und auch wenn Pilgern sehr individuell ist und Lena Schnabel vollkommen andere Erfahrungen gemacht hat als ich, so gibt es doch unzählige Parallelen. Das festzustellen war gleichermaßen spannend wie überraschend. Ich fühlte mich von Lena Schnabel eingeladen und mitgenommen, mit ihr diesen Weg zu gehen, mit ihr zu leiden, mich mit ihr zu freuen. Und dabei eben auch zu erleben, dass andere Menschen mit ganz anderen Dingen auf solchen Wegen zu kämpfen haben als ich. Natürlich ist das auf der gedanklichen Ebene klar, hier wurde es aber ein stückweit emotional nachvollziehbar.

In seltenen Fällen habe ich einige Sachverhalte etwas anders in Erinnerung. Aber schließlich ist Jena Schnabel Journalistin und weiß, wie man recherchiert. Also ist das für mich Anregung, selbst noch einmal gut nachzuschauen und meine Erinnerungen kritisch zu hinterfragen.

Fazit

Wer Reisebeschreibungen und ferne Länder mit sehr anderen Kulturen mag, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.

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Schüle: In der Kampfzone

In der Kampfzone – Deutschland zwischen Panik, Größenwahn und Selbstverzwergung

  • Christian Schüle
  • Penguin Verlag, 25. März 2019
  • Gebundene Ausgabe, 304 Seiten
  • 22,00 € (D), 22,70 € (A)
  • ISBN 978-3-328-60080-0

Inhalt

Eigentlich sagt der Untertitel alles. Christian Schüle setzt sich mit der psychologischen, philosophischen, politischen… Situation Deutschlands auseinander. Dabei zeigt er auf, welche Entwicklungen zum derzeitigen Zustand geführt haben und wie wir wieder herausfinden könnten.

Nach einem „Prolog“ folgt eine grundlegende Bestandsaufnahme im Kapitel „In der Kampfzone“. Danach widmet sich Christian Schüle getrennt 4 Narrativen (laut Wikipedia ist ein Narrativ „eine sinnstiftende Erzählung, die Einfluss hat auf die Art, wie die Umwelt wahrgenommen wird“), die in Deutschland die Weltsicht prägen: Aufstieg, Angst, Schuld, Opfer. Im letzten Kapitel versucht er, Auswege „In die Freiheit“ aufzuzeigen.

Subjektive Eindrücke

Die meisten Menschen machen sich wohl ihre Gedanken über Deutschland, vor allem, weil immer wieder die Katastrophe, andererseits aber auch Deutschlands Stärke diskutiert werden. Wie ist das nun wirklich, fragt man sich dann doch irgendwann. Deshalb wollte ich unbedingt dieses Buch lesen. Und ich bin absolut fasziniert davon.

Christina Schüle schreibt sehr offen, ja nahezu schonungslos. Trotzdem bewertet er nicht oder schiebt „jemandem“ Schuld in die Schuhe oder polarisiert. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Über die Maßen beeindruckt hat mich der Schreibstil. Die Art des Untertitels gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf. Herr Schüle verwendet immer wieder Aufzählungen – Aufzählungen von Adjektiven, Aufzählungen von Substantiven, teilweise das Gleicher ausdrückend, teilweise Gegenteiliges ausdrückend, manchmal aber auch mit jedem neuen Wort drängender oder lockerer werdend. Ich habe in diesem Buch Worte gesehen, die ich schon lange nicht mehr gehört oder gelesen hatte. Das war eine erfrischende Wohltat, auch wenn es am Beginn etwas anstrengend war, da ich aus den vielen letzten Büchern, die ich gelesen hatte, einen eher „flachen“, einfachen Schreibstil gewohnt war. Aber ich habe mich sehr gern ganz schnell umgewöhnt 🙂 Ja, ich möchte auch so farbenfreudig, eindringlich und interessant schreiben können.

Fazit

Aktuelle und hochinteressante Zusammenhänge, brillant in Text gesetzt. Jede/r, den/die Deutschland am Herzen liegt, wird seine/ihre wahre Freude an diesem Buch haben.

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Barth, Rustler, Plambeck, Springmann, Krauss: Future Fit Company

Future Fit Company – Individuelle Trainingspläne für Macher, Entscheider und Veränderer

  • Daniel Barth, Florian Rustler, Isabela Plambeck, Jens Springmann, Nadine Krauss
  • Haufe, 20. Mai 2019
  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten (eBook gelesen)
  • 29,95 € (D), 30,80 € (A)
  • ISBN 978-3-648-12559-5

Inhalt

Das Buch ist – wie der Untertitel ankündigt – eine Sammlung von Trainingsplänen für alle, die für die aktuelle und zukünftige Geschäftswelt gut gerüstet sein wollen.

Zu Beginn der ca. 50-seitigen Einführung setzen sich die AutorInnen mit den Anforderungen, die an die AkteurInnen in der heutigen Arbeitswelt gestellt werden, auseinander. Dann wird der Aufbau des Buches erläutert. Ein Unternehmen ist für die AutorInnen in vier sogenannte Räume unterteilt – den individuellen Raum, den zwischenmenschlichen Raum, den strukturellen Raum und den operativen Raum. Getrennt nach diesen 4 Bereichen werden Trainingspläne vorgestellt, in denen Werkzeuge und Methoden vorgestellt werden, wie man mit den wichtigsten aktuellen Herausforderungen des jeweiligen Raumes umgehen und für ein reibungsloseres, zielgerichteteres Arbeiten sorgen kann. Übergreifend gibt es für die AutorInnen aber 8 Prinzipien, die in jedem Unternehmen gelten (sollten). Hier gibt es ein paar Checklisten, anhand derer man feststellen kann, wo der größte Handlungsbedarf für einen selbst, die Arbeitsgruppe oder das Unternehmen liegt. Sie AutorInnen zeigen, wie aufbauend auf den Ergebnissen ein individueller Trainingsplan aufgebaut werden kann.

An den Anfang jeder „Raumbeschreibung“ stellen die AutorInnen eine kurze Einführung in den „Raum“ und klären, was die 8 Prinzipien, im jeweiligen Raum bedeuten. Eine kurze Liste kommentierter Literatur ermöglicht die eigene, tiefere Beschäftigung mit diesem „Raum“. Den Rest jedes der 4 „Raum“-Kapitel bildet nun die Beschreibung der zu diesem „Raum“ gehörenden Werkzeuge und Methoden. Eine solche Beschreibung besteht aus einem groben Überblick und einer detaillierteren Erläuterung. Es schließen sich Beispiele, konkrete Übungsanleitungen, Anwendungsbeispiele aus der Praxis etc. an, je nachdem, was gerade für dieses Werkzeug bzw. diese Methode sinnvoll ist.

Am Ende des Buches wird auf die Webseite des Buches verwiesen, auf der es downloadbares Material gibt.

Das Buch ist mit dreifarbigen (schwarz, weiß und eine Farbe pro „Raum“), einfach gehaltenen Abbildungen illustriert.

Subjektive Eindrücke

Das Buch besticht durch eine absolut strenge Strukturierung und Systematik. Man kann sich schnell zurechtfinden. Die Texte sind präzise und trotzdem leicht verständlich geschrieben. Die Einfachheit der Abbildungen passt zum Fokus des Buches, Prozesse einfach, übersichtlich und zielsicher zu gestalten.

Es ist sicher kein Buch, das man an einem Stück durchlesen und dann wegstellen sollte. Nach dem Lesen der Einleitung sollte man sich sicherlich die Werkzeuge und Methoden heraussuchen, die man am dringendsten braucht und sich mit diesen auseinandersetzen. Dafür werde ich mir das Buch in Reichweite legen, um auch wirklich nicht zu vergessen, immer wieder nach Anleitungen nachzuschlagen.

Allerdings habe ich für diese Rezension das Buch doch „in einem Rutsch“ gelesen. Das führte dazu, dass ich am Ende eine Überfülle an Strukturierung und Systematik gespürt habe, die mich ein wenig gruseln lässt. Möchte ich wirklich jeden meiner Handgriffe nach Schemata durchführen? Andererseits habe ich für viele Probleme, denen ich im Arbeitsalltag begegne, strukturierte Vorgehensweisen gefunden, um ihnen zu begegnen. Wie so oft, wird wohl das Geheimnis in der richtigen Dosis liegen.

Fazit

Wer genervt von endlosen, ergebnislosen Meetings ist, wer das Gefühl hat, in einer Infoflut am Arbeitsplatz unterzugehen und doch nicht wirklich informiert zu sein, wer …, wer …, der/die sollte unbedingt einen Blick in dieses Buch werfen. Mit hoher Wahrscheinlich wird sich ein Werkzeug oder eine Methode finden, deren Anwendung Besserung oder gar Abhilfe verschaffen kann.

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Klasing: Der 2-Stunden-Chef

Der 2-Stunden-Chef

  • Insa Klasing
  • Campus Verlag, 9. April 2019
  • Gebundene Ausgabe, 224 Seiten (eBook gelesen)
  • 24,95 € (D)
  • ISBN 978-3-593-50991-4

Inhalt

Aufgrund eines Reitunfalls war Insa Klasing gezwungen, ihr Team unvorbereitet etliche Wochen ohne ihre Führung auskommen zu lassen. Da sie auch bis zu diesem Unfall ihr Team in angemessener Weise geführt hatte, ging das für die recht lange Dauer ihrer Abwesenheit überraschend gut.

Wieder zurück im Job, fand Frau Klasing ihr Team jedoch in gewandelter Form vor. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter agierten sehr viel selbstständiger, entschieden unabhängiger im Rahmen ihrer Kompetenzen und hatten sogar ein neues Projekt ohne ihre Leiterin auf- und erfolgreich umgesetzt. Frau Klasing konnte einfach in ihre alten Führungsmuster und -rollen zurückschlüpfen, die sie bisher gewohnt war. Zu „Hilfe“ kam ihr, dass sie ihre Arme noch nicht wieder gebrauchen konnte und bei weitem noch nicht wieder so belastbar war wie vor dem Unfall. Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchten sie auch gar nicht mehr so oft und intensiv wie bisher. Aber sie brauchten sie nun in andere Weise. Sie wollten in ihrer Autonomie so unterstützt werden, dass sie zum Wohle der Firma tätig werden konnten.

So kam es, dass Frau Klasing mit 2 Stunden Chefin-Sein am Tag auskam. Und so kam es, dass sie sich Gedanken darüber machte, wie sie nun anders führte und wie sie das anderen Chefinnen und Chefs vermitteln kann.

Entstanden ist ein System aus 4 Rollen für Chefinnen und Chefs, die jeweils in 3 wesentliche Handlungsaufgaben eingeteilt sind. Im Hauptteil des Buches stellt Frau Klasing dieses System vor, erläutert die Inhalte der einzelnen Aufgaben und gibt Anleitung, wie man sie bewältigen kann. Angereichert werden die Erläuterungen durch Interviews mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen – aus großen und kleinen Unternehmen, aus der Politik, aus der Forschung.

Immer wieder gibt es Fragenkataloge, die zur Reflexion der eigenen Haltung beitragen sollen und ein Zeichen dafür liefern können, ob man selbst wirklich (schon?) zu diesem Wandel bereit ist.

Am Ende des Buches finden sich Anmerkungen zu jedem Kapitel, die auch Leseempfehlungen beinhalten, sowie ein mehrseitiges Register.

Subjektive Eindrücke

Die Idee, durch einen entsprechenden Führungsstil die Autonomie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken, ist nicht ganz neu. Es wird aber immer dringender, einen solchen Führungsstil durchzusetzen, sodass sich immer mehr Chefinnen und Chefs entschließen, so zu führen, und es immer mehr Forschungsarbeiten und Bücher zu diesem Thema gibt. Dieses Buch stellt nur ein systematisches Handlungskonzept vor, dem man folgen kann. Es gibt aber auch Hinweise, wie die eigene Haltung aussehen muss als Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Wandel des Führungsstils. Die entsprechenden Darstellungen sind aus meiner Sicht gut gelungen und hilfreich.

Das ein solches Buch auch eine Hinleitung zum Thema braucht, ist völlig klar. Und sicherlich täte es vielen Arbeitenden gut, wenn sie an ihren Arbeitsplätzen autonomer agieren könnten. Und ja, mit Sicherheit würde es vielen deutschen Unternehmen ebenso gut tun. In diesem Sinne ist die Hinführung zum Thema, die etwa ein Drittel des Buches ausmacht, sehr scharf und deutlich formuliert, was grundsätzlich ja nicht verkehrt ist, wenn man ein Anliegen unbedingt verstanden wissen möchte. Ein wenig grenzte es für meinen Geschmack aber schon an Abrechnung in der Absolutheit, in der die Aussagen getroffen wurden. Frau Klasing deutet zwar darauf hin, dass dies eine Einladung zur Diskussion sei, aber eine Diskussion findet im Rahmen des Buches nicht statt. Hier hätte ich mir eine ausgewogenere Zusammenstellung der Argumente gewünscht.

Davon unberührt bleibt das Autonomie-Prinzip ein essentielles Prinzip für die Führung. Das in diesem Buch vorgestellte Modell ist gut verständlich und bietet Anleitung, selbst den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Autonomie zu gewähren.

Fazit

Mehr Autonomie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist in den Firmen angesagt. Hier kann man sehen, wie man den eigenen Führungsstil entsprechend umgestalten kann (und muss!), um auch in Zukunft ein attraktives Unternehmen für Arbeitende zu sein.

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Hamann: Leben, lieben, leuchten

Leben, lieben, leuchten – Wie du aus eigener Kraft glücklich wirst und deine inneren Schätze findest

  • Lea Hamann
  • Integral, 13. Mai 2019
  • Broschiert, 256 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-778-79292-6

Inhalt

Im Studium merkt Lea Hamann, dass ihr alles keinen rechten Spaß machen will, dass das Leben in ihr fehlt. Sie sucht nach Wegen, wie sie zu ihrer eigenen Bestimmung finden kann. Inzwischen hat sie ihn gefunden und zeigt als Coach anderen Menschen, wie man diesen Weg gehen kann. Da aber nunmal nicht jede/r bei ihr zum Coaching gehen kann, hat sie dieses Buch als Selbstcoaching Anleitung geschrieben.

Das Buch ist in 3 Teile (leben, lieben, leuchten) mit jeweils 4 Kapiteln gegliedert. Entsprechend geht es um das Finden, die Umsetzung und das Leben der eigenen Bestimmung.

Ein zentraler Bestandteil des Vorgehens ist das sogenannte „weiche Atmen“, das Lea Hamann aus einem Praxisratgeber gelernt hat. Ein zweiter zentraler Bestandteil ist das Senden und Annehmen von Liebe. Alle Hindernisse, alle Blockaden aus der Kindheit (und ggf. früheren Leben), alles, was sich unangenehm und unbequem anfühlt, wird mit Liebe weggeatmet. Nur wenn sich etwas gut und stimmig anfühlt, dann ist es in Übereinstimmung mit unserer Bestimmung.

Jedes Kapitel enthält eine Übung, die z. B. mittels Fragen anregt, bestimmte Dinge zu spüren oder spürend zu erkunden. Außerdem gibt es für jedes Kapitel eine Audio-Meditation. Der jeweilige Link steht direkt an dieser Stelle, aber auch noch einmal leicht auffindbar am Ende des Buches. Allerdings ist die im Buch angegebene online-Community derzeit für neue Anmeldungen geschlossen.

Subjektive Eindrücke

Ich freue mich sehr für Frau Hamann, dass ihr dieses Vorgehen geholfen hat, ihren Weg zu finden. Und es ist natürlich auch schön zu lesen, dass diese Methode auch vielen anderen Menschen hilft, glücklicher und stärker mit sich selbst im Einklang zu leben. „Wer heilt, hat Recht.“ Damit könnte man es eigentlich beenden.

Meiner nach wäre es gut gewesen, wenn doch auch ein paar „Gegenindikatoren“ erörtert worden wären. Auch wenn Frau Hamann viel Unheil in ihrer Kindheit erlebt hat und sich – so jedenfalls vermittelt es das Buch – ganz allein davon befreit hat, so muss das nicht für jede/n ebenso der Fall sein. Auch Referenzen zu ähnlichen Verfahren hätte ich schön gefunden, weil man dann vielleicht Parallelen sehen könnte und man manches vielleicht auch besser verstehen kann.

Frau Hamann berichtet davon, wie ihr das „weiche Atmen“, das sie aus einem Praxisratgeber gelernt hat, sehr geholfen hat. Es ist ein zentraler Baustein ihres Weges. Allerdings wird es kaum erklärt. Auch einen Verweise auf den Praxisratgeber findet man leider nicht.

Der Text an sich ist flüssig geschrieben und lässt sich leicht lesen. Die Anleitungen sind verständlich und lassen sich leicht nachvollziehen. Hin und wieder streut Frau Hamann eigene Erfahrungen ein, was ich immer als sehr interessant erlebe. Leider bleiben diese aber sehr auf der sachlichen Ebene, sodass mir die Verbindung zu dem, was eigentlich mit der Methode erreicht werden soll, nicht gelingen mag.

Fazit

Wer nach einem Weg zu mehr Zufriedenheit und innerer Erfüllung sucht, kann es ruhig mal mit dieser Methode probieren.

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