George: Wort für Wort

„Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben“
Elizabeth George
Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2004, 4. Auflage

Die Idee, die Entstehung eines Romans in Form eines Tagebuches festzuhalten, ist nett. Einige Ausschnitte aus diesem Tagebuch leiten die einzelnen Kapitel dieses Buches ein und stimmen damit auf das Grundthema des jeweiligen Kapitels ein.

Einige wenige Erklärungen setzen sich mit dem Thema auseinander. Dann werden aus verschiedenen Büchern Beispiele zum Thema gezeigt. Für mich waren es allerdings zu viele Beispiele aus zu vielen unterschiedlichen Büchern. Ich konnte weder dem Inhalt der Bücher folgen noch konnte ich erkennen, wie die gewählten Beispiele das Thema demonstrieren sollten. Das fand ich sehr schade.

Trotzdem kann man an der Abfolge des Buches erkennen, welche Prozesse beim Schreiben eines Romans auszuführen sind. Eine Zusammenfassung dieser Arbeitsschritte am Ende hilft, einen groben Überblick zu erhalten bzw. zu bekommen.

Wir sehen und auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Coelho: Brida

„Brida“
Paulo Coelho
Diogenes Verlag AG Zürich, 2008

Ein wundervolles Buch über die Liebe, wie man sie findet, was sie bedeutet und wieso es passieren kann, dass man gleichzeitig mehrere Menschen lieben kann. Zwar sehr spirituell – wie Coelho eben alle seine Bücher schreibt – aber eben auch völlig ohne jeden Kitsch und Schmus.

Man muss es definitiv selbst lesen, denn ich merke gerade, dass kein Wort, das ich schreibe, dem Zauber dieses Buches gerecht werden kann.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Rezension: Erdlicht

Erdlicht

  • von Arthus C. Clarke, Deutsch von Harro Christensen
  • Heyne Verlag, 25. Februar 2014
  • Taschenbuch, 181 Seiten (eBook-Version)
  • 3,99 € (eBook)

Inhalt

Es handelt sich um ein Werk der späten 1950er Jahre und spiegelt Anteile der damaligen weltpolitischen Lage wieder. Spionage, Kriegsgefahr, die Frage der Unabhängigkeit der Kolonien. Das ganze ist in eine Szenerie in 200-300 Jahren Zukunft auf den Mond verlagert.

Charaktere und Lebenswelt sind schlüssig und detailreich beschrieben. Die Handlung entwickelt sich nur langsam und macht dabei hin und wieder Sprünge.

Der Ausgang der Handlung ist wahrscheinlich das, was sich der Autor gern gewünscht hätte, was sich aber meiner Meinung nach nicht zwangsläufig aus dem bisherigen Geschehen ableitet.

Subjektive Eindrücke

Ich kenne Arthur C. Clarke als hervorragenden Beschreiber von Szenerien und Lebenswelten. Packende, vielleicht sogar spannende Handlungen habe ich von ihm nach nicht gelesen, was bei den bisherigen Themen aber nie ein Problem war. Auch wenn ich nicht der große Krimi- und Thriller-Liebhaber bin, hätte beim Thema dieses Buches doch ein wenig mehr Spannung gut getan.

Immer wieder finde ich es interessant, alte Science Fiction zu lesen. An die ganze heutige Computertechnologie war damals noch nicht wirklich zu denken, sodass es auf dem Mond noch Aktenordner und Lochkarten gibt.

Fazit

Auch wenn ich die Handlung etwas schwach fand, hatte ich doch viel Spaß beim Lesen dieses Buches. Wer eher klassische Science Fiction mag, der kann gern zu diesem Buch greifen.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses Freude bereitende Rezensionsexemplar.

Suzuki: Zen-Geist Anfänger-Geist

„Zen-Geist Anfänger-Geist – Unterweisungen in Zen-Meditation“
Shunryu Suzuki
Theseus Verlag, Berlin, 1999

Für viele Menschen ist der Buddhismus untrennbar mit Meditation verbunden. Aber Meditation ist nicht gleich Meditation. Ein paar Dinge sollte man da schon beachten. Dieses Buch gibt viele Hinweise zur Zen-Meditation, also der Meditation für eine „Schule“ des Buddhismus.

In drei Teilen – Rechte Praxis, Rechte Haltung und Rechtes Verstehen – werden unterschiedliche Aspekte der Meditation angesprochen. Insgesamt wird aber im Laufe des Buches klar, dass nicht allein das Meditieren den Zen-Geist ausmacht. Dazu gibt es am Ende des Buches noch einmal ein abschließendes Kapitel.

Die Erklärungen werden für meinen Verstand von Seite zu Seite schwieriger. Konnte ich am Anfang den Argumentation noch verhältnismäßig einfach folgen, wurde es nach und nach schwieriger. Und die letzten Abschnitte muss ich mir nach einer Zeit der Verdauung der ersten Teile wohl noch einmal genauer zu Gemüte führen. Aber ich vermute, dass das auch so gewollte ist. Es zeigt ganz gut den Lernprozess auf, den man auf dem Wege zur Verinnerlichung der Zen-Geists durchläuft.

Es ist ein für mich sehr wertvolles Buch.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

 

Wilhelm: I Ging

„I Ging – Das Buch der Wandlungen“
Richard Wilhelm
Piper Verlag GmbH, München, 2006

Es handelt sich um eine Übersetzung des I Ging, des ältesten und gültigsten Weisheitsbuches der Menschheit. Nach einer kurzen Einleitung, wie das auf die Situation/Fragestellung passende Hexagramm zu finden ist, werden die 64 möglichen Hexagramme vorgestellt.

Zu jedem Hexagramm wird zuerst etwas über die allgemeine Bedeutung des Hexagramms gesagt. Dann wird beschrieben, was die 6 Striche, die ein Hexagramm bilden, bedeuten.

Da es sich um eine Übersetzung und keine Interpretation des I Ging handelt, beziehen sich die Beschreibungen sehr stark auf die chinesische Geschichte und Kultur. Das bietet sicher weiten Interpretationsspielraum bei der Übertragung der Aussagen des I Ging auf unsere eigenen Lebenssituationen.

Da ist zwar einerseits ein wenig wage und wenig „geführt“, aber andererseits regt es auch in besonderer Weise dazu an, sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen und die Aussagen darauf anzuwenden. Das ist aus meiner Sicht eine der wesentlichen Aufgaben eines Orakels.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Bergpint, Holitzka: I Ging

I Ging – Chinesische Weisheit – Anleitung zum chinesischen Weisheitsorakel
Marie-Luise Bergoint, Klaus Holitzka
Urania Verlags AG, Neuhausen am Reinfall, 1997

Es handelt sich um ein kleines Büchlein, das von 64 Karten begleitet wird. Jede Karte repräsentiert ein Hexagramm des I Ging. Es wird das Strichmuster gezeigt und eine Pinselzeichnung, die die Bedeutung des Hexagramms darstellen soll. Verglichen mit der Übersetzung des I Ging konnte ich wenig Übereinstimmung zwischen den beschriebenen Bildern und den auf den Karten dargestellten Bildern entdecken.

Die Beschreibung der Hexagramm ist kurz, gibt aber doch Anregung, sich mit der Fragestellung und Lebenssituation auseinanderzusetzen. Sie ist auf den westlichen Kulturraum angepasst. Nicht an allen Stellen hatte ich den Eindruck, dass der Sinn wirklich erhalten geblieben ist.

Unabhängig davon sind die Bilder einprägsam gestaltet und regen zum Nachdenken und Träumen an. Mit Hilfe der kurzen Beschreibung kann man sicher ebenfalls Anregungen finden, über die an das I Ging gestellte Frage nachzudenken.

Für mich sind die Karten eine schöne Ergänzung zur Übersetzung des I Ging. Mit dem Begleitbuch werde ich wohl eher nicht arbeiten.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Rezension: Der Pfad schamanischer Heilung

Der Pfad schamanischer Heilung – Magische Werkzeuge für Transformation und Wachstum

  • von Alberto Villoldo, aus dem Amerikanischen von Andrea Panster
  • Goldmann Verlag, 19. Juni 2017
  • Taschenbuch, 288 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-442-22163-9

Inhalt

Erzählt werden die Geschichten der Heilung von 12 verschiedenen Personen. Dabei werden Wegstücke einmal aus Sicht der Person und einmal aus Sicht von Alberto Villoldo dargestellt. Das gibt einen interessanten Einblick in die wechselseitige Dynamik eines Heilungsprozesses.

Wir erfahren den Anlass für bzw. das Zustandekommen des Kontakts zwischen der Person und Villoldo. Es wird beschrieben, wie man an das Wissen um die Ursachen der Beschwerden kommen kann, wie die Ursachen und damit meist auch die Beschwerden beseitigt werden und wie sich der Heilungsprozess danach vollzieht. Immer geht es im Endeffekt darum, die eigene Bestimmung zu finden, sie anzunehmen und ihr zu folgen.

Die letzten beiden Kapitel stellen zwei kurze, aber anscheinend sehr wichtige Episoden aus Villoldos Leben dar. Eine Einleitung und ein Nachwort umschließen das Ganze.

Subjektive Eindrücke

Eigentlich ist mir nicht so recht klar geworden, ob das Buch nun wirklich von Villoldo geschrieben wurde oder von Anne O’Neill, die sowohl die Einleitung wie auch das Nachwort unterschrieben hat. In der Einleitung spricht sie viel von „wir“, wenn sie von den schreibenden Personen berichtet. Das finde ich sehr schade. Einerseits möchte ich schon gern wissen, wer die Texte verfasst hat, die ich lese. Andererseits bekommt Anne O’Neill nicht die ihr gebührende Achtung, wenn sie den Hauptteil des Buches verfasst hat – und sei es „nur“ nach ausgiebiger Rücksprache mit Villoldo.

Die Darstellung der möglichen Heilungswege hat mich sehr angesprochen und inspiriert. Die wechselseitige Ansicht ermöglichte, dass man sich wirklich in beide Beteiligte hineinversetzen konnte.

Im Wesentlichen kam drei Werkzeuge zum Einsatz. Jedes Mal wurde kurz dargestellt, was sie bewirken sollen und warum sie heilsam sein können. Es wird aber nicht dargestellt, wie sie wirklich eingesetzt werden. Das scheint aber „normal“ für derartige Bücher zu sein.

Die Wiederholung der Infos zu den Werkzeugen bei jeder Geschichte fand ich nicht so toll. Hier hätte man vielleicht ein einführendes Kapitel zu den Werkzeugen gestalten können.

Fazit

Wer noch nichts von Villoldo gelesen hat, wird sicher viel Neues und Lesenswertes in diesem Buch finden. Die individuellen Geschichten sind toll. Allerdings hatte ich schon viel von Villoldo gelesen und hatte deswegen wohl zu hohe Erwartungen an dieses Buch.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses Rezensionsexemplar.