Tenzin Wangyal Rinpoche: Übung der Nacht

„Übung der Nacht – Tibetische Meditationen in Schlaf und Traum“
Tenzin Wangyal Rinpoche
Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2008, 6. Auflage

Wie kann man sich im Traum der Tatsache bewusst bleiben, dass man träumt? Wie kann man im Traum so wach bleiben, dass man das Traumgeschehen beeinflussen kann? Dazu gibt es alte tibetische Praktiken, die in diesem Buch vorgestellt werden. Wenn man sie beherrscht, dann kann man Träume benutzen, um tiefere Bewusstheit und Gelassenheit zu erreichen und seien spirituelle Entwicklung voranzutreiben.

Das Buch befasst sich mit dem Traum und der Natur des Träumens, damit, welche Arten von Träumen es gibt und welche Praktiken zum Traum-Yoga dazugehören und wie sie auszuführen sind. Dann geht es weiter mit der Erläuterung, was Schlaf ist und welche Praktiken es im Schlaf-Yoga gibt. Zum Abschluss werden ein paar spezielle Fragestellungen beleuchtet.

Die Übungen sind eingängig erklärt. Ich hatte den Eindruck, dass es nicht schaden kann, mit buddhistischer Meditation vertraut zu sein. Es könnte helfen, die Übungen schneller erfolgreich umzusetzen.

Sollte man nach weiterführender Literatur suchen, so ist Vorsicht geboten. Und dem Begriff „Schlaf-Yoga“ kursieren Yoga-Übungen, die zu einem besseren Schlaf führen sollen, was mit den hier beschriebenen Praktiken aber nichts zu tun hat.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Olvedi: Die Yogini

„Die Yogini“
Ulli Olvedi
arkana, München, 2016

Überreichlich 500 Seiten dürfen wir den Lebensweg einer Frau im alten Tibet mitverfolgen. Sie wächst als angenommene Tochter in einem reichen osttibetischen Haushalt auf. Die leibliche Tochter des Hauses ist ihr eine gute und vertrauensvolle Schwester. Der tibetische Buddhismus, Götter und Dämonen prägen die spirituelle Umgebung der beiden Schwestern. Gemeinsam versuchen sie, in den Wirren ihrer Zeit und unter Bedingungen, die Frauen als minderwertig betrachten, ihren Weg zu gehen, doch lernen zu dürfen und ebenfalls spirituelle Ausbildung zu erhalten.

Die Handlung verläuft mäßig schnell, manchmal etwas träge. jedoch immer mit reichlich Ausschmückung, sodass man sich beim Lesen in die Zeiten und Situationen hineingezogen fühlt und vielleicht eine kleine Ahnung davon bekommen kann, wie es wohl als Frau gewesen sein mag, im alten Tibet einen Lebensweg zu finden.

Damals wie heute stehen Frauen vor sehr ähnlichen Probleme, auch wenn die äußeren Rahmenbedingungen sich etwas geändert haben mögen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Häusermann, Becker: Russische Informationsmedizin

„Russische Informationsmedizin – Die neun Basis-Techniken und ihre praktische Anwendung“
Olga Häusermann, Klaus Jürgen Becker
Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2. Auflage, 2014

Eigentlich geht es nur auf etwa 20% der Seiten des Buches genau um die im Titel erwähnten Basistechniken. Trotzdem fand ich auch die ersten 80% sehr aufschlussreich. Hier wird die Entwicklung der Wahrnehmung, des Wissens und der Forschung über einen langen Zeitraum hinweg nachgezeichnet. Dabei wird vor allem auf Entwicklungen in Russland eingegangen, die ich so noch nicht kannte und aus denen ich viel lernen konnte.

Die Basistechniken kommen ohne viel materielle Vorbereitung und rituelle Handlungen aus, was meiner eigenen Arbeitsweise sehr entgegenkommt. Diese Techniken systematisch vorgestellt zu bekommen, hilft, sich ein Bild über ihr Zusammenwirken zu verschaffen und die für den jeweiligen Zweck angemessene Vorgehensweise auszuwählen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Kulle: 40 Tage im Kloster des Dalai Lama

„40 Tage im Kloster des Dalai Lama“
Stephan Kulle
Scherz, Frankfurt am Main, 2009

Stephan Kulle ist Journalist und Theologe. Als solcher hat er diverse Verbindungen, die ihm einen längeren Aufenthalt in einem exiltibetischen Kloster ermöglicht. Mein Eindruck ist, dass er eine Art „Religionsvergleich“ machen möchte, auch wenn das im Buch explizit so nicht gesagt wird.

Allerdings ist Herr Kulle (aus meiner Sicht) eher als Tourist unterwegs. Er lebt zwar im Kloster, nimmt aber nicht wirklich am Klosterleben teil, auch wenn er hin und wieder mal zu einer Zeremonie geht, ein Seminar besucht und sich mit Mönchen anfreundet. Diesbezüglich bleibt für mich die Frage offen, ob auf dieser Basis wirklich ein „Religionsvergleich“ möglich ist.

Was Herr Kulle aber definitiv in seinem Buch liefert, ist eine Außensicht auf das Leben der Exiltibeter, die auch auch politische Aspekte von Exiltibet mit einschließt. Das waren sehr interessante Aspekte für mich.

Zwei Zitate möchte ich anführen, die das, was ich für mich als Unterschiede auf den Pilgerwegen nach Santiago bzw. auf Shikoku nahezu körperlich erfahren habe, unterstreichen. „Wir [Christen] haben eine Chance, eine Strecke, und dann ist Schluss.“ — und — „Die Buddhisten befinden sich in einem Kreislauf, den sie in mehreren Leben absolvieren können, bis sie in der Glückseligkeit aufgehen – im Nirwana.“

Also ein aus verschiedenen Perspektiven gesehen sehr interessantes und für mich auch anregendes Buch.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Lowenthal: DunkelraumRetreat

„DunkelraumRetreat – Der direkte weg zum Licht im Innern“
Martin Lowenthal
Lotos Verlag, München, 2004

Bei der ganzen Lektüre über Buddhismus und „vergleichbare“ Traditionen war ich auf dieses Buch gestoßen und es faszinierte mich direkt. Herr Lowenthal beschreibt die Vorbereitung und Durchführung eines mehrere Wochen dauernden Retreats. Er lässt die Leser viele seiner Erfahrungen miterleben.

Während seines Dunkelraum-Retreats hat Herr Lowenthal Tagebuch geführt und auch Gedichte geschrieben. Das fand ich beeindruckend. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie das im Dunkeln gehen soll.

Das Buch enthält neben dem Erlebnisbericht auch Hinweise, wie man ein solches Retreat durchführen kann und welche Übungen angemessen sind. Allerdings weist Herr Lowenthal ausdrücklich darauf hin, dass man das nicht allein machen soll, sondern sich gute Anleitung und Begleitung suchen soll.

Vor lauter Neugierde konnte ich mich nicht daran halten, würde aber aus meiner Erfahrung heraus vermuten, dass man aus einem solchen Retreat deutlich mehr mitnehmen kann, wenn man sich gut vorbereitet und sich begleiten lässt. Trotzdem möchte ich meine zwei Tage Dunkelraum nicht missen und bin dankbar dafür, dieses Buch gefunden und dort wertvolle Hinweise bekommen zu haben.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Scheel, Engel: Weit Blick

Weit Blick – Einsichten auf dem Weg über die Alpen

  • Christine Scheel, Gerhard Engel
  • Claudius, 24. April 2018
  • Taschenbuch, 120 Seiten
  • 14,00 € (D)
  • ISBN 978-3-532-62814-0

Inhalt

Die Autoren wandern regelmäßig in den Alpen. Eine ihrer Touren haben sie in diesem Buch für uns festgehalten. Sie lassen uns an der Schönheit der Natur teilhaben, nehmen uns aber auch mit auf gefährliche Klettersteige. Sie kritisieren die Naturzerstörung durch gewinnorientierten Tourismus und eröffnen uns Zugang zu ihren spirituellen Gedanken.

Nicht immer gehen sie allein, aber wir erfahren leider nicht, mit wem sie unterwegs sind. Die Aufenthalte in den Unterkünften werden meist nur kurz angeschnitten oder erwähnt, aber nicht näher vorgestellt.

Subjektive Eindrücke

Ja, ich haben ein paar Einblicke in die Natur und die Schönheit der Alpen bekommen. Leider konnte ich die geschilderten Eindrücke nicht mit Menschen/Charakteren verbinden, da diese nicht weiter vorgestellt wurden.

Für mich blieb nicht nachvollziehbar, wo die Route nun entlangführte. Es gibt keine Bilder und auch keine Übersichtskarte im Buch. Wenn, dann müsste ich jetzt anhand der wenigen Ortsangaben versuchen, das über online-Medien nachzuvollziehen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es möglich ist, diese Route anhand der im Buch gegebenen Informationen „nachzulaufen“.

Sicherlich ist der Umweltschutz ein wichtiges Thema. Und natürlich werden die Eingriffe in die Natur bei solchen Wanderungen besonders krass sichtbar. Beim Lesen des Buches zerhackten aber die ständigen Wiederholungen um die Umweltzerstörung den Genuss der Natur. Ja, das passiert so in Realität. Und wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um das zu stoppen und teilweise auch zu korrigieren. Aber muss man sich davon vom Genuss der Natur auf einer Wanderung abhalten lassen? Den teilweise (für mich) spürbaren erhobenen Zeigefinger mochte ich beim Lesen dann aber doch nicht.

Eine andere Aufmachung/Vermarktung des Buches hätte bei mir möglicherweise passendere Erwartungen an das Lesen geweckt.

Fazit

Das Buch lässt sich leicht lesen. Man bekommt einige Einblicke in die Natur der Alpen und erfährt etliches über Maßnahmen des gewinnorientierten Tourismus, aber auch wie sanfter Tourismus aussehen kann. Ein Wanderführer ist es nicht (wurde auch nie so gesagt).

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Robinson: New York 2140

New York 2140

  • Kim Stanley Robinson, aus dem Amerikanischen von Jakob Schmidt
  • Heyne Verlag, 14. Mai 2018
  • Taschenbuch, 816 Seiten
  • 16,99 € (D), 17,50 € (A)
  • ISBN 978-3-453-31900-4

Inhalt

Das Titelbild zeigt es schon – New York ist überflutet. Die Menschen der Stadt versuchen nun, die Gebäude so zu präparieren, dass sie weiterhin darin wohnen können. Das gelingt bei einigen ganz gut, bei anderen weniger gut. Viele Brücken wurden gebaut und es fahren viele Boote, Kähne und Schiffe, um Bewegung von A nach B zu ermöglichen.

Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben. Das Wirtschaftssystem funktioniert nach wie vor, das politische System arbeitet für das Wirtschaftssystem nach wie vor.

Robinson zeigt uns sehr ausführlich, wie das Leben im New York 2140 abläuft. Dazu führt er ein paar Menschen ein, die ihr mehr oder weniger normales Leben führen, die ihren Tätigkeiten nachgehen, die ihre alltäglichen Probleme zu lösen haben. Das geht so bis etwa zur Hälfte (ca. Seite 400)des Buches.

Dann beginnen die Ereignisse, sich zu verdichten.

Nach weiteren ca. 100-150 Seiten sucht ein verheerender Sturm New York heim und setzt die Bewohner neuen Strapazen aus. Hier sehen jetzt einige Protagonisten die Chance, das bisherige Wirtschaftssystem ins Leere laufen zu lassen und eine neue Form des Zusammenlebens aufzubauen.

Dazu haben sie etwa 100 Seiten Zeit, denn auf den letzten annähernde 50 Seiten führt Robinson die Lebensfäden der einzelnen Personen in für den Zeitraum des Buches abschließenden Zustand.

Subjektive Eindrücke

Sehr langatmig. Es zieht sich – insbesondere zwischen den Seiten 200-400. Die Charaktere agieren zwar alle auf individuelle Art, bleiben aber doch flach. Man weiß nicht, warum sie so agieren, welche Vergangenheit sie haben. Erst gegen Ende werden einige dieser Dinge aufgedeckt.

Die Erläuterungen, wie es zu den Überschwemmungen New York kam, sind ebenfalls sehr ausführlich, dabei aber naturwissenschaftlich gesehen nicht sonderlich interessant aufgearbeitet. Gleiches gilt für die Ausführungen zur Funktionsweise des Wirtschafts- bzw. Finanzsystems. Streckenweise spürt man (okay – zumindest ich) sehr deutlich den erhobenen Zeigefinger. Schade, eigentlich könnte das Buch hier für sich selbst sprechen.

Eigentlich hat mich außer dem Ziel, einen Blogbeitrag darüber zu schreiben, nichts angehalten, das Buch zu Ende zu lesen. Vermutlich hätte ich das Lesen anderenfalls bei Seite 200 abgebrochen.

Der Titel und der Covertext sind durchaus vielversprechend. Ich hatte auch schon andere Bücher von Robinson gelesen. Vielleicht bin ich deswegen so enttäuscht von diesem.

Allerdings unternimmt es den Versuch zu zeigen, wie ein Gesellschaftsumbruch ohne Krieg und sonstige Verwüstungen vonstatten gehen könnte. Mehr zu sagen wäre allerdings gespoilert. Dies möchte ich aber dem Buch zugute halten, da die meisten anderen ScienceFiction-Bücher einfach ihre Zukunft postulieren und man im Unklaren darüber bleibt, wie es dazu gekommen ist.

Fazit

Interessanter Inhalt, aber kein wirkliches Lesevergnügen. Vielleicht etwas für wirklich lange Winterabende am warmen Feuer?

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