Lewkowicz, Neukomm: Kompetent führen

Kompetent führen – Betriebswirtschaftliche und psychodynamische Grundlagen für den Führungsalltag

  • Eva-Maria Lewkowicz, Marius Neukom
  • Schäffer-Poeschel, 4. Oktober 2019
  • Taschenbuch, 200 Seiten (eBook gelesen)
  • 22,00 € (D)
  • ISBN 978-3-791-04474-3

Inhalt

Die Anforderungen an die Führung von Mitarbeitenden haben sich mit der Zeit gewandelt, wie sich eben auch die Mitarbeitenden gewandelt haben. Es reicht nicht mehr, die ursprünglichen betriebswirtschaftlichen Theorien zur Führung zu kennen und nach ihnen zu handeln. Mehr und mehr werden die psychologischen Zusammenhänge der Führung geklärt und sollten von allen Führenden beachtet und in ihr Handeln einbezogen werden.

Dieses Buch versucht die Symbiose beider Richtungen. Entsprechend werden betriebswirtschaftliche und psychologische (bzw. psychodynamische) Grundlagen betrachtet – allerdings überwiegend getrennt/nacheinander und selten gleichzeitig, gemeinsam, verbunden.

Das Buch ist in 3 Teile gegliedert. Im ersten Teil (Grundlagen) werden in 4 Kapiteln betriebswirtschaftliche Grundlagen wie „Management und Führung in Organisationen“, „Der Mensch als ökonomischer Akteur und Gefühlswesen“, „Organisation als Führungsaufgabe…“ und „Wissensintegration, Innovation und Gruppendynamik“ und in einem Kapitel psychologische Grundlagen („Motivation und Wohlbefinden“) besprochen. Der zweite Teil widmet sich Anwendungen dieser Grundlagen und betrachtet aus Sicht der Führungsperson, wie sie agieren soll, um als solche wirken zu können. Teil drei umfasst ein Kapitel, in dem eine Modellbildung zum bis hierher erarbeiteten Führungsverständnis erarbeitet wird. Dieses Modell wird in der einzigen Abbildung des ganzen Buches dargestellt.

Das Buch macht den Eindruck eines Lehrbuches. So gibt es am Anfang jedes Kapitels eine Liste von Lernzielen, die insbesondere im Kennen und Verstehen, selten im Anwenden oder Interpretieren/Evaluieren liegen. Unterstützt wird der Eindruck als Lehrbuch durch Beispiele, zu denen Fragen gestellt und Hinweise für die Antwort (allerdings keine Musterlösungen) gegeben werden. Jedes Kapitel nennt an seinem Ende Schlüsselbegriffe und ein oder zwei Werke zum Weiterlesen.

Am Ende des Buches finden sich 9 Seiten Literaturverzeichnis, vier Seiten Stichwortverzeichnis und eine Vorstellung der beiden Autor/innen.

Subjektive Eindrücke

Führung nicht nur als Zirkusdressur von Unterstellten zu betrachten ist in der heutigen Zeit angesagt. Die Psychologie liefert hierzu auch wissenschaftlich untermauerte Erkenntnisse. Diese mit den bisherigen betriebswirtschaftlichen Theorien und Vorgehensweisen zur Führung zusammenzubringen und in einem Buch vermitteln zu wollen, ist wohl das anzuerkennende Anliegen des Buches. In diesem Sinne kann das Buch Anregung geben, seine eigenen Vorstellungen von Führung, Führungskräften und Mechanismen der Führung zu überdenken.

Dieses Buch ist ein Lehrbuch, wie man es aus der Psychologie kennt. Die Literaturarbeit ist hervorragend. Man bekommt sehr viele Hinweise, wo man sich weiter informieren kann. Die Lernziele – wenn auch eher reproduzierend als kreativ anwendend in der Ausrichtung – geben eine Orientierung für das jeweilige Kapitel. Auch die Schlüsselworte am Ende jedes Kapitels helfen, sich bewusst zu werden, ob man den Inhalt der Kapitel in seinen Grundzügen erfasst hat.

Positiv hervorzuheben ist, dass es für die Beispiele Reflexionsfragen gibt, zu denen Antwortanregungen gegeben werden. Jedoch gibt es keine klaren Aussagen dazu, was falsch und richtig ist, was möglicherweise aber auch dem Thema geschuldet ist. Ob diese Art der Stoffvermittlung hilft, sich in der Praxis anwendbares Wissen oder gar Fähigkeiten anzueignen, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ansonsten besticht das Buch dadurch, dass es bei reichlich 200 Seiten mit einer einzigen Abbildung und ohne sonstige Hervorhebungen oder Führungen durch den Text für die Lesenden auskommt.

Fazit

Die Anreicherung bisheriger BWL-orientierter Führungsvorstellungen durch psychologisches Wissen ist als Thema durchaus interessant.

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Frechverlag: Die KUNST des Zeichnens

Die KUNST des Zeichnens – Mein JAHR – 52 Wochen zum Zeichnen & Planen

  • ohne Autor
  • Frechverlag, 11. Juni 2019
  • Gebundene, 128 Seiten
  • 12,00 € (D), 12,40 € (A)
  • ISBN 978-3-772-48279-3
  • zum Reinschauen

Inhalt

Das Buch ist eine Kombination aus jahresungebundenem Kalender und Inspirationen zum Zeichnen für alle Wochen des Jahres. Es sind keine Daten eingetragen, sodass man in jedem beliebigen Jahr mit dem Kalender beginnen kann. Wer will, kann natürlich auch mitten im Jahr anfangen. Einfach das gewünschte Datum eintragen – fertig.

Auf der jeweils linken Seite findet sich ein Kalendarium für eine Woche. Auf der rechten Seite gibt es eine Anregung zum Zeichnen, die mit ein paar wenigen Worten angeleitet wird.

Am Ende des Buches findet sich ein Jahresplaner, sowie ein Geburtstagskalender für ein Jahr. Danach sind 4 Seiten frei für zusätzliche Notizen oder auch Skizzen.

Subjektive Eindrücke

Die Anregungen zum Zeichnen werden denjenigen, die die Zeichenbücher aus dem Frechverlag kennen, sicherlich bekannt vorkommen. Entsprechend kann man sich auf angemessene Anleitung freuen. Die Inspirationen sind vom Schwierigkeitsgrad her durchaus gemischt, sodass man in ausreichend vielen Wochen Ideen für das eigene Fähigkeitsniveau finden wird. Ich habe mich dann auch gleich von diesem hier zum Zeichnen bewegen lassen 😉

Ich kann mir vorstellen, dass dies ein nettes Geschenk für all diejenigen ist, die über dem Alltag das Hobby immer mal wieder aus den Augen verlieren. Sie werden mit diesem Kalender immer wieder auf nette Art und Weise daran erinnert, bekommen Anregung und haben auch gleich den Platz, um die Ideen umzusetzen.

Fazit

Ein Kalender, der hilft, das Hobby nicht zu vergessen.

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Fischer: Erfolg hat, wer mit Liebe führt

Erfolg hat, wer mit Liebe führt – Vom Egoismus zum Wir

  • Mike Fischer
  • Campus Verlag, 18. September 2019
  • Gebundene Ausgabe, 235 Seiten (eBook gelesen)
  • 27,95 € (D)
  • ISBN 978-3-593-51101-6

Inhalt

Mike Fischer hat nach der Wende in Gera eine Fahrschule aufgebaut und führt sie durch sinnvollen Wandel der Angebote und Unternehmenskultur bis heute. In diesem Buch beschreibt er seinen Weg. Er entwickelt sein Unternehmen von den ersten Schritten als „Standardunternehmen“, über verschiedene Erfahrungen und Erkenntnisse, über Versuche und Irrtümer, hin zu einem Unternehmen, das seinen Mitarbeiter/innen einen ganz individuell angemessenen Arbeitsplatz bietet, von einem tief verwurzelten Miteinander lebt und dieses als zentrale Firmenkultur implementiert.

Die Entwicklung des Unternehmens und die Schritte hin zu einer wir-orientierten, hierarchiefreien Kultur stellt Herr Fischer in 7 Kapiteln dar, wobei das letzte Kapitel einen Blick in die Zukunft wagt.

Innerhalb der Kapitel sowie jeweils am Ende eines Kapitels gibt es Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen. Dabei geht es einerseits um die eigene Haltung zu den im Kapitel erläuterten Aspekten wie auch darum, das Gelesene und Verstandene auf die eigene Situation anzuwenden. An diese Fragen schließen sich jeweils einige Leseempfehlungen an.

Das Buch kann mit dem eingedruckten Code auch als E-Book heruntergeladen werden.

Subjektive Eindrücke

Wenn man das Buch so liest, wünscht man sich sofort, auch in einem solchen Unternehmen zu arbeiten. Und ich will ehrlich sein: ein wenig bin ich neidisch auf die Menschen geworden, die bei Herrn Fischer arbeiten dürfen. Das ist wohl der beste Nährboden, auf dem Neues heranwachsen kann, indem es die eigene Haltung ändert und man sicherlich auch anders auftritt.

Die Texte sind gut zu lesen. Die vielen Beispiele aus dem Leben des Unternehmens, machen mit diesem vertraut. Man hat das Gefühl, dass man sich ein wenig umsehen konnte.

Die Lesehinweise sind grau hinterlegt, was den Kontrast etwas schmälert und sie etwas mühsamer lesbar macht. Dass sie hervorgehoben sind, ist aber grundsätzlich gut. Eine Zusammenstellung am Ende des Buches hätte mir gefallen.

Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass in dem Buch sehr wenig Eigenwerbung vorkommt. Im Gegenteil: viele dargestellte Hilfsmittel können kostenlos von der Webseite heruntergeladen werden. Auch der Download der elektronischen Version des Buches ist kostenlos. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass Herrn Fischer seine Botschaft wichtig ist und dass er sie ganz real lebt.

Etwas ist mir aber noch wichtig: Vom Wort „Liebe“ im Titel und im Zusammenhang mit Arbeit/Führung war ich zuerst etwas abgeschreckt, verbinden wir mit diesem Wort doch eher die intime, romantische Liebe zwischen zwei Lebenspartnern. Das passt für mich so nicht in den Arbeitskontext. Aber die Psychologie kennt noch andere Arten von Liebe und belegt sie mit Fremdworten, die den meisten Menschen nichts sagen. Das wäre also auch keine geschickte Alternative. Nach dem Lesen des Buches und mit dem Wissen, welche Art von Liebe gemeint ist, kann ich nun gut mit dem Titel leben – und habe noch immer keine bessere Variante gefunden.

Fazit

Dass Mitarbeiter/innen gern zur Arbeit gehen, ist möglich. Das Buch zeigt wie und macht damit sehr viel Hoffnung.

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BamBu: Ein OM für alle Fälle

Ein OM für alle Fälle – Einfach meditieren in Bildern

  • BamBu, aus dem Französischen von Gabriele Hoffmann
  • Irisiana, 14. Oktober 2019
  • Taschenbuch, 224 Seiten
  • 12,00 € (D), 12,40 € (A)
  • ISBN 978-3-424-15363-7

Inhalt

Nach einer kurzen Einleitung erfahren wir viele Einzelprinzipien zum Meditieren. Diese sind in 7 Kapitel unterteilt: Körper, Atmung, Sinne, Gefühle, Gedanken, Wille und Öffnung. In jedem Kapitel werden 7 Prinzipien mit jeweils einem Bild, das als Metapher für das entsprechende Prinzip steht, einigen Definitionen und etlichen Übungen erläutert. Die 7 Kapitel sind jeweils mit einer anderen Farbe hinterlegt.

Das Buch begleitet eine App (BamBu).

Subjektive Eindrücke

Die Texte sind äußerst einfach geschrieben. Die Definitionen der metaphorischen Bilder sind deutlich vereinfacht und beziehen sich auf den begleitenden Text. In den jeweiligen Übungen kann man das Prinzip gleich ausprobieren. Diese Übungen darf man sich aber nicht als geführte Meditationen vorstellen. Sie stellen eher Einzelelemente, eben Einzelprinzipien der Meditation zum Kennenlernen vor, damit man sie in einer wirklichen Meditationssitzung anwenden kann.

Auch wenn mich die Zeichnungen der metaphorischen Bilder durchaus angesprochen haben und ich auch die Texte als leicht verständlich erlebt habe, so muss ich doch zugeben, dass mir das Ganze einen Ticken zu versimplifiziert dargestellt ist.

Die App habe ich ausprobiert. Es gibt einen „Einführungskurs“ und danach verschiedene Meditationsprogramme. Der Anfang ist kostenlos wie auch einige Basisprogramme, danach fallen monatliche oder halbjährliche Gebühren an. Direkt am ersten Tag bekam ich eine Mail, die mich an diese Abonnements erinnerte. Vier Tage später bekam ich eine Mail, die fragte, ob alles verständlich ist.

Fazit

Leicht verständliche Versinnbildlichung von Meditationsprinzipien. Die App bietet geführte Meditationen, die diese Prinzipien anwenden.

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Dusy: Buddha Bowls für kalte Tage

Buddha Bowls für kalte Tage – über 50 Wohlfühlrezepte – Ramen, Suppen und mehr

  • Tanja Dusy
  • Edition Michael Fischer / EMF Verlag, 20. August 2019
  • Gebundene Ausgabe, 144 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-960-93498-1

Inhalt

Buddha Bowls sind seit einiger Zeit ein neuer Gerichtetrend: In eine Schüssel passt eine ganze Mahlzeit, die dabei noch ausgewogen an Kohlehydraten, Eiweiß und Fetten ist. Dieses Buch stellt nun in erster Linie eine Sammlung von Rezepten für solche Bowls dar, die aus saisonalen Zutaten, also z. B. viel Wurzelgemüse wie Karotten, Kürbis, rote Bete, zubereitet werden. Dazu gehören ein paar süße Bowls, einige kalte Bowls, aber überwiegend herzhafte warme Bowls. Die Rezepte sind für 2 Personen gedacht.

Nun, der Name des Trends (Buddha…) verrät es wohl schon, dass hier das Asiatische einen großen Einfluss hat. So sind häufig Nudeln (z. B. Ramen) und Reis, aber auch Linsen oder andere Getreidearten der Kohlehydratlieferant dieser Gerichte. Etwa die Hälfte der Gerichte kommt ohne Fleisch bzw. Fisch aus, davon die Hälfte auch ohne sonstige tierische Produkte.

Das Buch startet mit einer Einführung in den Gerichtetrend. Dann werden die Hauptzutaten in einer Art kleiner Lebensmittelkunde vorgestellt. Bevor dann der Rezepteteil beginnt, gibt es ein paar Anleitungen für Beilagen für die Bowls, die man in größerer Menge herstellen und dann einfach den Bowls hinzufügen kann.

Der Rezepteteil ist untergliedert in Breakfast-Bowls, Suppen, Easy Bowls und Super-Bowls. Fast alle Gerichte werden auf zwei Seiten gezeigt. Auf der linken Seite steht in einer Spalte die Zutatenliste, in der Spalte daneben die Anleitung. Dabei sind die wesentlichen Arbeitsschritte nummeriert und so voneinander abgegrenzt. Auf der rechten Seite ist ein schönes Foto, auf dem das Gericht nett arrangiert gezeigt wird.

Subjektive Eindrücke

Als Fan von asiatischem Essen musste ich das doch unbedingt mal ausprobieren. Die Vielfalt der Gerichte, die von unterschiedlichen asiatischen Ländern beeinflusst wurden, hat mich gleich begeistert. Die Bilder sehen alle so lecker aus, dass man am liebsten gleich losfuttern möchte.

Aber halt: Davor steht die Zubereitung. Erst war ich ein wenig von den vielen verschiedenen Zutaten abgeschreckt. Aber dann stellte ich doch schnell fest, dass viele der würzenden Zutaten sowieso in unserem Schrank stehen, weil wir eben gern mal asiatisch kochen. Blieben noch die vielen verschiedenen frischen Zutaten in kleinen Portionen. Da hatte ich erst keine rechte Vorstellung, wo ich die herkriegen sollte. Ich hatte halt bisher keinen Bedarf und habe sie deswegen nie wahrgenommen. Aber in den regionalen Bauernläden und auch im Bioladen gibt es alles, was man an Frischem braucht – eben auch in kleinen Portionen.

Dann also mal los. Ich entschied mich für eine Ramen-Buddha-Bowl (nicht die vom Buch-Cover). Alles hat wunderbar geklappt. Da ich nicht so oft koche, war ich allerdings ein wenig unter Stress, was die Vielzahl der Handgriffe und ihre Synchronisation angeht. An ein paar Stellen habe ich improvisiert. So habe ich Soba statt Ramen genommen und den Knoblauch weggelassen. Und leider entpuppte sich unser Sesam als weißer und nicht als schwarzer. Aber es hat uns beiden sehr gut geschmeckt und wir waren richtig, richtig satt.

Einziger klitzekleiner Nachteil: Ich koche nicht mit Fleisch/Fisch, sodass nur die Hälfte der Rezepte für mich in Frage kommt. Aber es sind immer noch genug, um auszuprobieren. Außerdem bekommt man beim Machen ein Händchen dafür, wie die Buddha-Bowls „ticken“ und kann dann sicher selbst kreativ werden. Und: Es gibt auch Bücher mit ausschließlich vegetarischen bzw. veganen Buddha-Bowl-Rezepten.

Fazit

Etliche Handgriffe sind nötig, aber am Ende ist alles total lecker und gesund.

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Vieregge: Lass uns über den Tod reden

Lass uns über den Tod reden

  • C. Juliane Vieregge
  • Ch. Links Verlag, 13. März 2019
  • Gebundene Ausgabe, 304 Seiten (eBook gelesen)
  • 22,00 € (D)
  • ISBN 978-3-962-89044-5

Inhalt

Juliane Vieregge hat berühmte Menschen interviewt, wie sie mit dem Tod enger Verwandter und Freunde umgegangen sind, was er in ihnen ausgelöst, was er für sie bedeutet und wie er ihr Leben und ihre Einstellungen verändert hat.

Die Erzählungen untergliedert sie danach, welche konkrete „Folge“ der Tod für die Hinterbliebenen hatte: Der Tod als … Auftraggeber, Versöhner, Lebensbegleiter, Weichensteller, Lehrmeister, Berufender. Jeder Gruppe von Erzählungen ist eine kurze Einleitung im Sinne einer Hinführung zu dieser „Funktion des Todes“ vorangestellt.

Am Ende des Buches finden sich ein Nachwort, zwei Seiten Literaturhinweise sowie Dankesworte der Autorin.

Subjektive Eindrücke

Ich stimme der These zu, dass wir den Tod zu sehr aus dem Leben verbannt haben, dass wir mehr über ihn sprechen sollten, dass wir eine zeitgemäße Form des Umgehens mit dem Tod finden müssen. Über den Tod zu reden und darüber, was der Tod eines mir nahestehenden Menschen für mich bedeutet, ist dazu sicherlich ein erster Schritt, denn man holt so den Tod wieder etwas ins Bewusstsein.

In diesem Sinne ist dies ein wichtiges Buch, das durch die realen Fallgeschichten einen Bezug zum eigenen Leben herstellen kann. Die Berichte sind realistisch und glaubwürdig geschrieben, gehen aber nie in Richtung Voyeurismus, bleiben pietätvoll und wertschätzend, sind anrührend, gehen unter die Haut.

Die Geschichten haben mich jede auf ihre eigene Art und Weise berührt. Da der Tod in unserer Familie schon recht viel und früh in meinem Leben gewütet hat, konnte ich an vielen Punkten Vergleiche anstellen, entdeckte manches wieder und konnte einiges neu bzw. in neuem Licht sehen.

Allerdings geht es in dem Buch nicht darum, was der eigene Tod und das eigene Sterben für einen selbst bedeuten. Es geht um den Tod von Anderen und bleibt damit noch immer ein stückweit distanziert. Aus welchen Gründen auch immer – aber das war eigentlich meine Erwartung an das Buch, sodass ich – trotz der vielen interessanten Einblicke und Anregungen – doch etwas enttäuscht aus dem Buch herausging. Hierzu gibt es dann ja aber auch andere Bücher.

Deswegen oder trotzdem ist dieses Buch rundum lesens- und empfehlenswert, insbesondere für diejenigen, die selbst noch nicht viel in Berührung mit dem Tod gekommen sind.

Fazit

Es geht darum, was der Tod eines mir nahestehenden Menschen mit mir macht, mit einigen wenigen Anklängen davon, was der Tod für mich selbst bedeutet.

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Sendker: Das Gedächtnis des Herzens

Das Gedächtnis des Herzens

  • Jan-Philipp Sendker
  • Karl Blessing Verlag, 26. August 2019
  • Gebundene Ausgabe, 336 Seiten
  • 22,00 € (D)
  • ISBN 978-3-896-67502-6

Inhalt

Eine wundervolle Geschichte. Eigentlich sagt der Text auf der Rückseite des Buches alles, was man dazu „wissen“ muss:

„Die Geschichte einer großen Liebe, die im Wirbel politischer Ereignisse zu zerbrechen droht, der Suche eines Jungen nach seine Mutter und der heilenden Kraft des Verzeihens.“

Aber ein paar Details mehr dürfen es für eine Rezension wohl sein 😉

Bo Bo wächst seit seinem 5. Lebensjahr bei seinem Onkel U Ba auf. Wir lernen ihn im Buch kennen, als er 12 Jahre alt ist. Sein Onkel bringt ihm alle lebenswichtigen und lebenstauglichen Dinge (z. B. auch Englisch und Bücher zu rekonstruieren) bei, sodass für Bo Bo die Schule eher ein langweiliges Übel ist. Einmal im Jahr bekommt Bo Bo Besuch von seinem Vater, der Burmese ist. An seine Mutter, eine Halbburmesin-Halbamerikanerin, kann er sich so gut wie nicht erinnern.

Wir lernen das Alltagsleben von Bo Bo kennen und spüren seinen zunehmenden Drang, mehr von seiner Vergangenheit und seinen Wurzeln zu erfahren. U Ba eröffnet ihm das Schritt für Schritt auf ganz verschiedene Arten und Weisen. Wir lernen die Liebesgeschichte von Bo Bos Eltern kennen, wie sie die Wirbel der politischen Ereignisse in Burma verändert hat und was eigentlich dazu geführt hat, dass Bo Bo bei seinem Onkel lebt. Nun möchte Bo Bo noch dringender seine Mutter kennenlernen und fährt eines Nachts heimlich in die Stadt, in der sie und Bo Bos Vater wohnen.

Nach sieben Jahren und den Ereignissen, die zur Trennung geführt haben, ist das Wiedersehen schwierig. Werden sie als Familie wieder zusammenfinden (können)?

Subjektive Eindrücke

Eine ergreifende Geschichte über ganz viele verschiedene Herzensangelegenheiten: Hat die Liebe zwischen zwei Menschen so verschiedener Herkunft eine Chance? Wie viel Mitmenschlichkeit ist möglich, ohne selbst zu kurz zu kommen? Wie können Menschen unterschiedlicher Religionen friedlich miteinander leben? Wie reagiert man auf Hass und Gewalt? Kann man etwas, das einem „zugefügt“ wurde, verzeihen und was kann das bewirken?

Diese Fragen werden zwar nicht direkt gestellt, treten aber durch die Handlung deutlich hervor. Insbesondere durch die verschiedenen Lebenshintergründe und -erfahrungen gelingt es Herrn Sendker auf sehr interessante Weise, verschiedene Antwortmöglichkeiten auf diese Fragen gegenüberzustellen. Immer wieder werden burmesische Rituale, Traditionen und Lebensgewohnheiten in die Handlungen eingeflochten, was für mich einen sehr anregenden Einblick in einige Aspekte der burmesischen Kultur ergab.

Das Schicksal der Hauptcharaktere dieses Buches/dieser Geschickte ist ergreifend. Ich denke, hier kann sich jede/r in zumindest in gewissen Aspekten wiederfinden.

Das Buch kam vom Verlag zusammen mit einem kleinen Säckchen, in dem sich ein rotes, geflochtenes Armband befand. Was es damit auf sich hat, erfährt man, wenn man das Buch liest, und wird hier nicht verraten.

Fazit

Eine berührende Geschichte über ein Familienschicksal, das Aushandeln von unterschiedlichen Wertvorstellungen gemischt mit Einblicken in die burmesische Kultur.

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