Rezension: Adamus Saint-Germain

Adamus Saint-Germain – Entdecke den Meister in dir: 20 entscheidende Impulse für die Gestaltung der eigenen Realität

  • Geoffrey und Linda Hoppe, aus dem Amerikanischen von Wulfing von Rohr
  • Ansata, 22. Mai 2017, 2. Auflage
  • Gebundene Ausgabe, 256 Seiten
  • 17,99 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-778-77480-9

Inhalt

Das Buch umfasst 20 Geschichten, in denen es darum geht, wie Menschen zu einem „glücklichen Leben“ finden. Dabei wird häufig „glückliches Leben“ mit Erleuchtung (aber eher nicht im buddhistischen Sinne) oder auch mit dem „sich-selbst-Finden“ gleichgesetzt.

Die Anregungen für das eigene Leben, die diese Geschichten enthalten, sind interessant, nicht mit erhobenem Zeigefinger ausgedrückt. Man kann den handelnden Personen der Geschichten gut nachempfinden und so ein Stück selbst betroffen werden.

Der Anhang enthält Informationen darüber, wer Adamus Saint-Germain ist und wer Geoffrey und Linda Hoppe sind. Außerdem wird auf den „Crimson Circle“ eingegangen.

Subjektive Eindrücke

Die Geschichten haben mir wirklich sehr gut gefallen. Sie stellen Fragestellungen des Lebens dar, die sich sicherlich die meisten von uns in dieser oder ähnlicher Weise gestellt haben. Die Lösung ist meist überraschend oder gar paradox. Aber wenn man darüber nachdenkt bzw. es ein wenig wirken lässt, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass es tatsächlich so funktionieren könnte.

An ganz wenigen Stellen fielen mal die Worte Engel, Energieebene oder Atlantis, was ich aber beim Lesen nicht als störend empfand, weil es an diesen Stellen auch metaphorisch gemeint sein könnte und auch nicht aufdringlich daherkam.

Dann habe ich aber den Anhang gelesen. Gut, dass ich ihn erst hinterher gelesen habe. Mit dem Wissen darum, wer Adamus Saint-Germain demgemäß sein soll, hätte ich möglicherweise das Buch nicht gelesen. Und so stelle ich mir ein wenig die folgende Frage: Wenn ich die Geschichten gut und hilfreich finde, ist es dann ausschlaggebend, wo diejenigen, die die Geschichten aufgeschrieben haben, ihre Ideen herhaben?

Da mir die Geschichten aber wirklich gut gefallen haben, könnte ich mir durchaus vorstellen, ein weiteres, vergleichbares Buch zu lesen.

Fazit

Wenn man an Channeling glaubt bzw. einem die Quellen von Geschichten egal sind, dann findet man hier 20 schöne Lebensereignisse von ganz gewöhnlichen Menschen, die sicherlich die eine oder andere Anregung für das eigene Leben enthalten.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses anregende und unterhaltende Rezensionsexemplar.

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Rezension: Integrale Spiritualität

Integrale Spiritualität – Spirituelle Intelligenz rettet die Welt

  • Ken Wilber, aus dem Amerikanischen von Karin Petersen, unter Mitwirkung von Dr. Andreas Lorenz
  • Kösel-Verlag, 25. April 2017
  • Broschiert, 448 Seiten
  • 19,99 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-466-34691-2

Inhalt

Wilber versucht in diesem Buch, ein einheitliches System/Schema aufzustellen, mit dem alles unsere Aktionen eingeordnet, bewertet und auf ihre Entwicklungsmöglichkeiten hin untersucht werden können.

Einen großen Teil des Buches nimmt die Vorstellung des Systems/Schemas ein. Danach folgen, laut Inhaltsverzeichnis, Erläuterungen zu einzelnen Elementen dieses Systems/Schemas. Es folgen etliche Seiten Anmerkungen zu den Kapiteln und ein ausgiebiges Register. Eine Literaturliste gibt es nicht.

Subjektive Eindrücke

Ich habe mich beim Inhalt sehr kurz fassen müssen, da ich es nicht geschafft habe, das Buch zu Ende zu lesen. Das passiert äußerst selten und regt mich natürlich zur Suche nach den Gründen an.

Ein Grund mag sein, dass ich eine ganz andere Vorstellung mit dem Titel verband als das, was das Buch dann enthielt. Seit längerem beschäftige ich mich mit verschiedenen Aspekten unterschiedlicher Religionen, Glaubenssysteme und von Spiritualität. Ich hatte mir erhofft, hier eine Zusammenführung zu finden. Das war weit gefehlt.

Ein anderer Grund wohl aber auch darin, dass ich für das, was da im Buch tatsächlich vorgestellt wird, zu wenig Vorwissen habe. Ich kenne zwar viele der Namen und Konzepte, die Wilber beispielgebend für sein System/Schema anführt, jedoch fehlte mit das Detailwissen, um nachvollziehen zu können, wie er sie in sein System/Schema integrierte.

Allerdings muss ich auch sagen, dass mir die Art der Erklärungen nicht wirklich geholfen hat, eine Vorstellung von dem System/Schema zu entwickeln. Aus drei mach vier. Dann verdopple nochmal, sodass aus sechs acht werden. Ziehe jeweils Linien mit beliebig viele Unterteilungen ein, verwandle sie dann aber in Spiralen. Ein als Mathematik bezeichnetes Bezeichnungsschema half auch nicht weiter. Die Verwirrung wurde komplett durch permanenten Hinweis darauf, dass das später noch einmal erklärt wird und es nicht schlimm ist, wenn man es jetzt nicht versteht.

Nach ca. einem Viertel des Buches habe ich aufgegeben. Ich hätte natürlich weiterhin Buchstaben lesen und aus ihnen Worte generieren können, aber ich war zunehmend weniger in der Lage, diesen Worten Sinn zu geben.

Fazit

Da mich sicherlich meine unzutreffende Erwartung und unzureichende Vorkenntnis davon abgehalten haben, den Inhalt zu verstehen, kann ich hier kein sinnvolles Fazit geben.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses Rezensionsexemplar, auch wenn ich mich nicht in der Lage gesehen habe, es bis zum Ende zu lesen.

Rezension: Wenn die Wahrheit Kopf steht

Wenn die Wahrheit Kopf steht – Die Islamfeindlichkeit von AfD, Pegida & Co.

  • Christian Röther
  • Gütersloher Verlagshaus, 27. Februar 2017
  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • 17,99 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-579-08654-5

Inhalt

Das Buch behandelt genau das, was es verspricht, und das in einer sehr eindringlichen Art und Weise.

Man wird mit verschiedenen Aspekten und Facetten des Themas vertraut gemacht und erhält einen (aus meiner Sicht) recht umfänglichen Eindruck vom Thema.

Es wird auch klar, wie es zu entsprechender Meinungsbildung kommt, und warum es so schwer ist, diese Meinungen zu ändern.

Der Rückgriff auf Aussagen von Vertretern der entsprechenden Gruppen sowie die Wiedergabe von Ausschnitten eigener Interviews des Autors beleben den Text und lassen ihn sehr berührend werden.

Subjektive Eindrücke

Auch wenn ich mich vor dem Lesen des Buches einigermaßen über das Thema informiert fühlte, so merkte ich beim Lesen doch sehr schnell, dass ich bisher nur an der Oberfläche gekratzt und die eigentliche Prägnanz des Themas noch nicht erfasst hatte. Und genau das ist der Punkt, der mir immer wieder ein Schaudern über den Rücken schickte.

Der Text macht auch sehr plastisch klar, wie der Meinungsbildungsprozess funktioniert. Es bleibt ein wenig das Gefühl zurück, dass es wohl nur wenige Möglichkeiten gibt, daran etwas zu ändern. Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation – wie es sich ja in vielen Problembereichen anbietet. Allerdings scheitert es oft am Willen der entsprechenden Leute, was im Buch anhand von Beispielen recht hart gezeigt wird.

Ein wenig hoffnungslos und deprimiert bleibe ich zurück, bin aber trotzdem froh, dass ich das Buch gelesen habe.

Was habe ich für mich aus dem Buch gelernt? Dass nur ein differenziertes Bild über den Islam und den Islamismus, eine differenzierte Betrachtungsweise der Menschen, die dem Islam angehören, uns hier einen Schritt weiterbringen werden.

Fazit

Ein sehr beeindruckendes Buch – sowohl hinsichtlich der Inhalte als auch der Betroffenheit, die es auslöst. Es sollte Pflichtliteratur werden und zu vielfältigen Diskussionen einregen.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses aufschlussreiche und aufrüttelnde Rezensionsexemplar.

Rezension: Ich denke zu viel

Ich denke zu viel – Wie wir das Chaos im Kopf bändigen können

  • Christel Petitcollin, aus dem Französischen von Elisabeth Liebl
  • Arkana, 13. November 2017
  • Taschenbuch, 256 Seiten
  • 16,00 € (D), 16,50 € (A)
  • ISBN 978-3-442-34229-7

Inhalt

Grundthema dieses Buches ist mentale Hocheffizienz, wie die Autorin dieses Phänomen bezeichnet. Sie meint, dass mit diesem Begriff die Betroffenen am besten leben können, weil er nicht den Eindruck vermittelt, etwas Besonderes zu sein, sondern nur auf eine andere Art und Weise die Welt wahrzunehmen. Gemeint ist mit mentaler Hocheffizienz, dass bei diesen Menschen die rechte Gehirnhälfte stärker aktiv ist als die linke. Das führt dazu, dass Gedanken nicht rational und geradlinig verfolgt werden, sondern chaotisch auftauchen, aber auch nicht gebremst werden können.

Im ersten Teil des Buches werden die Prinzipien dieser Unterschiede zwischen mental Hocheffizienten und nicht so Hocheffizienten beschrieben und mögliche Auswirkungen für das Denken und Fühlen erläutert.

Teil zwei dreht sich dann um die Besonderheiten der Wahrnehmungswelten mental Hocheffizienter, welche Verhaltensweisen sich darauf ergeben, wie sich diese von nicht so Hocheffizienten unterscheiden und warum sie zu Schwierigkeiten zwischen diesen beiden Formen des Handelns und Fühlen führen. Diese Schwierigkeiten sind die Grundlage für die Art des Selbstbildes, das mental Hocheffiziente von sich aufbauen und das ihnen ihr Leben lang zu schaffen machen wird, wenn sie nicht die eigentlichen Ursachen erkennen und entsprechend angehen.

Der dritte Teil befasst sich dann damit, wie es Menschen geht, die erstmals mit der Idee konfrontiert werden, dass sie mental Hocheffizient sein könnten. Es wird beschrieben, welche Phasen sie durchlaufen, ehe sie sich mit dieser Erkenntnis anfreunden und einem entsprechenden Heilungsprozess beginnen können. In diesem Teil stellt die Autorin Übungen vor, die mental Hocheffizienten auf ihren Weg helfen sollen.

Eine Liste von Büchern zur weiterführenden Lektüre findet sich am Ende des Buches. Etliche Titel davon sind nur auf Französisch erhältlich.

Das Buch ist sehr einfühlsam und wertschätzend geschrieben. Die Texte sind leicht verständlich geschrieben, so dass sie sich leicht lesen lassen. Beispiele von Erwachsenen aus der Praxis der Autorin verdeutlichen die beschriebenen Sachverhalte und machen das Buch lebendig.

Subjektive Eindrücke

Das Buch richtet sich eindeutig und auch gemäß der Aussage der Autorin an mental Hocheffiziente. Da es aber recht detailliert beschreibt, was beim Zusammentreffen von mental nicht so Hocheffizienten und mental Hocheffizienten passiert, ist es wohl für beide hilfreich, es zu lesen, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Auch so könnte mental Hocheffizienten geholfen werden, mehr Akzeptanz zu finden, und dass vielleicht angemessener mit ihnen – insbesondere mit mental hocheffizienten Kindern – umgegangen wird. Deshalb war der zweite Teil für mich besonders interessant.

Teil drei stelle sich ja die Aufgabe, Übungen vorzustellen, mit denen mental Hocheffiziente ihr Leben besser meistern können. Ich habe hier aber nur die Erläuterung der MindMapping-Methode gefunden und eine Erklärung der 5 bzw. 6 logischen Ebenen der Kommunikation/Bedeutung gemäß des Neurolinguistischen Programmierens. Möglicherweise ist das hilfreich, mit den Gedankenströmen umzugehen, ob es aber hilft, mit den aufgebauten psychischen Defiziten umzugehen, würde ich aus meiner Perspektive eher anzweifeln.

Mir hat besonders der zweite Teil viel Interessantes gebracht. Daneben hat mir der wertschätzende Stil dieses Buches sehr zugesagt.

Fazit

Man muss wohl nicht mental Hocheffizient sein, um dieses Buch zu lesen. Beide Seiten erhalten hier viele wertvolle Informationen über die Auslöser mentaler Hocheffizienz und Einblicke in das Erleben dieser Menschen, was einem gemeinsamen Miteinander helfen sollte.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses sensible, wertschätzende und aufschlussreiche Rezensionsexemplar.

Rezension: Zu intelligent, um glücklich zu sein?

Zu intelligent, um glücklich zu sein? Was heißt es, hochbegabt zu sein

  • Jeanne Siaud-Facchin, aus dem Französischen von Dietlind Falk
  • Goldmann Verlag, 20. März 2017
  • Broschiert, 320 Seiten
  • 12,99 € (D), 13,40 € (A)
  • ISBN 978-3-442-17639-7

Inhalt

Das Buch dreht sich um das Thema Hochbegabung. Zuerst wird erklärt, was im Rahmen dieses Buches unter Hochbegabung verstanden werden soll: eine Kombination aus hoher Intelligenz und hoher Sensitivität, ausgelöst durch ein überdurchschnittlich vernetztes Schalten im Gehirn. Im Kapitel zwei wird argumentiert, warum man sich mit hochbegabten Erwachsenen befassen sollte. Kapitel drei stellt den Entwicklungsweg vom hochbegabten Kind zum hochbegabten Erwachsenen vor. Wie man Hochbegabung diagnostiziert wird in Kapitel vier thematisiert. In Kapitel 5 schließt sich eine Typisierung hochbegabter Persönlichkeiten an. Die folgenden drei Kapitel stellen Schwierigkeiten im Leben hochbegabter Menschen vor: im Allgemeinen, von Frauen und in Partnerschaften. Kapitel neun reißt kurz an, wie es denjenigen hochbegabten Personen gehen könnte, denen es gut geht. Die Kapitel zehn und elf geben Hinweise, was hochbegabte Personen tun können, damit es ihnen gut geht. Es folgt ein sechs Seiten langes Register.

Der Text ist flüssig lesbar geschrieben. Beispiele aus der Praxis der Autorin lockern das Lesen weiter auf. Im Text wird hin und wieder, dann aber wiederholt auf einige wenige Quellen verwiesen.

Subjektive Eindrücke

Für mich war diese Definition von Hochbegabung neu, sodass ich mich beim Lesen des Buches immer wieder bewusst an diese Definition erinnern musste, um dem Text sinnvoll folgen zu können. Auf die bisher mir bekannten Definitionen trifft vieles, was ich in dem Buch gelesen habe aus meinem Verständnis heraus nicht zu.

Das Kapitel über die Diagnostizierung enthält sehr viel Lobbyismus für Psychologen/Therapeuten. Sicher ist ein Hinweis, dass eine Diagnose professionell zu erstellen ist, sinnvoll, aber dies wurde mir hier zu vehement und ausführlich dargelegt und in verschiedenen Ausführungen wiederholt. Dabei war es ja nicht das Hauptthema des Buches.

Mir ist nicht wirklich klar geworden, an wen sich das Buch richtet. Da es viel um hochbegabte Erwachsene ging, wahrscheinlich in erste Linie an sie. Es gibt aber auch umfangreiche Passagen über den Umgang mit hochbegabten Kindern. Viele der praktischen Beispiele beziehen sich auf Kinder. Die letzten beiden Kapitel enthalten häufig eine direkte Ansprache des Lesers, sodass der Eindruck entstand, dass es tatsächlich nur von hochbegabten Erwachsenen gelesen werden sollte.

Mir fehlte es an konkreten Hinweisen, wie man mit der Diagnose „Hochbegabung“ im Sinne des Buches – egal in welchem Alter – umgehen sollte. Das, was an Hinweisen im Buch steht, ist das, was man gemeinhin an Hinweisen für ein gutes Leben lesen kann. Es wird zwar betont, dass diese Dinge erst recht für Hochbegabte gelten, aber dieses „erst recht“ wird nicht weiter aufgelöst.

Genauso erging es mir mit den Hinweisen, wie man die Entwicklung hochbegabter Kinder fördern solle. Hier ein Zitat: „Ihrer Persönlichkeitsstruktur nach haben sie, um ein erfülltes  Leben führen zu können, gewisse, recht simple Bedürfnisse, die jedoch von höchster Wichtigkeit für sie sind: Verständnis, Liebe, Förderung, Wertschätzung. Von dieser affektiven Nahrung hängt die Bildung eines positiven Selbstbildes und soliden Selbstbewusstseins ab.“ (S. 252) Gilt das nicht für alle Kinder (und Erwachsenen)? Der Hinweis, dass das in besonderem Maße für hochbegabte Kinder gilt, bringt nicht viel, da er nicht weiter konkretisiert wird.

Fazit

Es fällt mir schwer, ein objektives Fazit zu ziehen. Das Thema ist definitiv wichtig und man sollte darüber Bescheid wissen. Ob das Buch aber mit den vielen allgemeingültigen Hinweisen dazu hilfreich ist, möchte ich hier nicht bewerten.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses Rezensionsexemplar.

Rezension: Rache

Rache

  • Alastair Reynolds, aus dem Englischen von Irene Holicki
  • Heyne Verlag, 9. Januar 2018
  • Taschenbuch, 560 Seiten
  • 10,99 € (D), 11,30 € (A)
  • ISBN 978-3-453-31895-3

Inhalt

In einem Universum lange nachdem unsere Sonne verglüht ist machen sich zwei Schwestern gegen den Willen ihres Vaters auf den Weg ins All, um Abenteuer zu erleben. Sie verfügen über eine besondere Gabe und sind somit gesuchtes Personal für Raumschiffe, wobei die Anheuerung nicht immer mit friedlichen Mitteln erfolgt. In einem Angriff auf das Raumschiff, auf dem sie dienen, werden die beiden Schwestern getrennt. Die eine wird ab sofort als Geisel gehalten, die andere schwört Vergeltung und begibt sich auf den Weg, ihre Schwester zu befreien und zu rächen.

Der Roman ist aus der Sicht der suchenden Schwester geschrieben und als Entwicklungsroman angelegt. Wir können recht tief in die Welt dieser Schwester eintauchen und sie ziemlich hautnah auf ihren Abenteuern begleiten.

Der Roman ist flüssig geschrieben und lässt sich gut lesen. Die Geschichte vollzieht sich überwiegend zügig und spannend. Die Welten sind glaubhaft aufgebaut. Die Charaktere sind vielschichtig aufgebaut, agieren gemäß ihrer Anlage und entwickeln sich während der Geschichte in ihre jeweils eigene Richtung.

Subjektive Eindrücke

Es macht viel Freude, das Buch zu lesen. Es ist spannend, sodass ich doch mal am Ende nachschauen musste, wie es hinsichtlich der beiden Schwestern ausgeht, um in Ruhe weiterlesen zu können.

Vielleicht ist es nicht unbedingt das, was ich unter einem Pageturner verstehen würde, aber ich konnte das Buch trotzdem nicht wirklich aus der Hand legen. Genau weiß ich es nicht, aber es war wohl die ganze Atmosphäre, dieses neue Universum, die sich entwickelnden Figuren, die mich immer wieder gerufen haben – weniger die Spannung der Geschichte, die mich zwang weiterzulesen.

Um die Andersartigkeit des Universums zu verdeutlichen benutzt Reynolds für einige sehr gewöhnliche Dinge (z. B. Luft oder Gehirn) andere Begriffe. Leider rutschen ihm hin und wieder doch die gewohnten Begriffe durch. Das fand ich schade, zumal es ja einfach technische Mittel gibt, um so etwas zu verhindern. Aber davon muss man sich den Spaß am Lesen ja nicht verderben lassen.

Fazit

ScienceFiction-Fans kommen voll auf ihre Kosten: ein neues Universum, interessante Figuren und auch ein bisschen Sternenkrieg.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses spannende und immer wieder nach mir rufende Rezensionsexemplar.

Rezension: Die geheimen Verträge der Seele

Die geheimen Verträge der Seele – Wie wir unheilsame Verbindungen zu unseren Ahnen lösen

  • Danielle MacKinnon, aus dem Englischen von Elisabeth Liebl
  • Goldmann Verlag, 20. Februar 2017
  • Taschenbuch, 288 Seiten
  • 9,99 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-442-221288-8

Inhalt

Grundsätzlich ist das Buch in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es darum, was Seelenverträge sind, wie sie zustande kommen und wie wir sie grundsätzlich loswerden können. Im zweiten Teil wird dann ein System aus 5 Schritten vorgestellt, wie man nun vorgehen kann, wenn man sich mit seinen eigenen Seelenverträgen befassen möchte.

Das Buch ist leicht lesbar beschrieben. Die Beschreibungen wirken authentisch und erfolgen ohne erhoben Zeigefinger oder mit dem Anspruch die einzige und letzte Wahrheit zu verkünden. Die Texte enthalten immer wieder auch Beispiele aus der praktischen Arbeit der Autorin, sodass das Buch dadurch etwas Lebendigkeit erhält.

Hin und wieder spricht die Autorin auch von Reinkarnation, merkt aber selbst an, dass ein Glaube an Reinkarnation für das Verständnis des Buches oder das Nachvollziehen der vorgeschlagenen Entwicklungsschritte nicht nötig ist und man die entsprechenden Passage auch gut überlesen kann.

Subjektive Eindrücke

Besonders positiv angesprochen hat mich an dem Buch, wie die Autorin damit umgegangen ist, dass nicht unbedingt jeder an alle Konzepte glaubt, die sie in dem Buch vorstellt. Und es ist in der Tat so, dass das vorgestellte Vorgehen zur Arbeit an den Seelenverträgen nicht auf die zugrunde liegenden Konzepte angewiesen ist.

Etwas weniger positiv wirkte auf mich, dass die Autorin aber in gewisser Weise einen Misch verschiedener Konzepte betrachtet, die für mein Verständnis nicht unbedingt zusammenpassen.

Ob sich die vorgeschlagene Vorgehensweise für eine eigenständige Arbeit eignet, würde ich gern bis zu einem gewissen Grade anzweifeln. Nicht umsonst finden wir hier auch viele Beispiele aus der Arbeit der Autorin mit ihren Klienten. Aus meiner eigenen Erfahrungen weiß ich, dass man sich normalerweise nicht ausreichend objektiv betrachten kann, um die Schritte sinnvoll gehen zu können. Außerdem wäre aus meiner Perspektive der Hinweis wichtig, dass man, wenn man sich zu tief in seinen Gefühlen verstrickt, unbedingt professionelle Hilfe aufsuchen sollte.

Wenn die Fragestellungen, die man untersuchen will, aber nicht zu tiefgreifend sind, dann kann man sicher aus der vorgeschlagenen Vorgehensweise einiges an Hinweisen herausnehmen, um sich damit auseinanderzusetzen.

Fazit

Ein interessantes Buch, das viele Hinweise und Anregungen gibt, die aber je nach Schwere der Fragestellung mit etwas Vorsicht betrachtet werden sollten. Im Zweifel: professionelle Hilfe suchen.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses offene und anregende Rezensionsexemplar.