2. Aufbautag

Auch der zweite Aufbautag steht noch unter dem Motto, sich langsam wieder an feste Nahrung zu gewöhnen. Hatte gar nicht gedacht, dass es da auch noch zu Schwierigkeiten kommen kann.

Morgens hätte ich gut und gerne auf etwas zu essen verzichten können. Mir war eigentlich gar nicht nach essen. Aber da ich auch zu einer Auswärts-Veranstaltung musste, war es schon sinnvoll, etwas zu essen. Man hätte wohl Getreideschrot mit Joghurt essen können. Aber nach Joghurt oder Quark oder etwas in der Art war mir gar nicht. Also habe ich wie so oft Haferflocken mit heißem Wasser überbrüht. Für morgens ist das etwas, was mir eigentlich immer ganz gut bekommt. Ein bisschen Kakaopulver dazu gibt dem Ganzen noch einen netten Geschmack. Für unterwegs hatte ich einen Stapel Knäckebrotscheiben, eine Dose Birchermüsli (das dann doch mit ein wenig Joghurt) und geschnittenes Gemüse mitgenommen. Die Knäckebrotscheiben haben die Reise nicht überlebt. Das Birchermüsli auch nicht. Allerdings habe ich das Gemüse wieder komplett mit nach Hause gebracht. Hier habe ich dann eine Tomate und zwei Stück Paprika genascht. Aber so wirklich gut bekommen ist es mir nicht. Sie lagen doch etwas schwer im Magen. Das finde ich nun wirklich sehr interessant. Die ganzen Körner und Körnerprodukte gehen, aber frisches Gemüse macht Schwierigkeiten? Na, morgen wird es bestimmt besser gehen.

„Unsere“ Eisdiele hat wieder aufgemacht. Also haben wir mit MD heute Abend noch einen Spaziergang dorthin gemacht. Natürlich habe ich mich nicht an einen Eisbecher getraut. Aber ob ein Capucchino geht, wollte ich dann doch wissen. Ich habe ihn voll  mit Genuss getrunken. Aber ganz so weise war diese Entscheidung dann doch nicht. Er grummelt ganz schön im Magen und auch der Kreislauf hat ganz schön reagiert. Nun ja, muss also auf die Merkliste fürs nächste Mal.

Die Veranstaltung in Hagen lief recht gut. Ich konnte ein paar Kommilitonen kennenlernen und auch die Betreuerin des Kurses. Außerdem habe ich noch ein paar Anregungen für die Hausarbeit bekommen. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es das studentische Reviewverfahren für die Einzelteile der Hausarbeit nur in den Gruppen, die diese Betreuerin haben. Auch wenn ich im Grunde immer denselben Reviewpartner reviewen musste und nicht wirklich viel davon mitnehmen konnte, so bin ich doch froh, dass ich daran teilgenommen habe (es war freiwillig), denn jetzt ist die Hausarbeit mehr oder weniger fertig. Noch das eine oder andere glatt ziehen, aber das Gros der Arbeit ist getan. Viele fangen jetzt erst an, die Arbeit zu schreiben. Da bin ich wirklich froh, dass wir da schon so weit sind.

Morgen ist noch einmal ein Aufbautag. Bis jetzt habe ich ja eigentlich überwiegend auf Eiweiß und Fett verzichtet. Das muss ja nun mal langsam dazu. Vielleicht morgen Eiweiß in Form von Quark und/oder Joghurt und dann übermorgen das Fett? Ich werde einfach mal schauen, wie es sich so anfühlt. Es verbietet mir ja niemand, auch noch einen 4. oder 5. Aufbautag zu machen.

Wir sehen und auf dem Weg.

Let’s go!

Belana Hermine

1. Aufbautag – Fastenbrechen

Dieser Tag sollte also die Fastenzeit beenden. Irgendwie habe ich rumgetrödelt und hier und dort noch etwas gepröttelt, als wollte ich die Zeit bis zum Apfel-Essen herauszögern. Aber dann war es soweit. Zusammen mit MD haben wir uns an den Tisch gesetzt und schon ging es los. Allerdings habe ich erstmal nur einen halben Apfel geschafft. Das dauerte so etwa 10 Minuten. Dann hatte ich das Gefühl, dass der Magen schon übervoll war. Irgendwie als wäre gar nicht alles reingegangen und würde nun noch in der Speiseröhre stecken. Nach etwa ein oder zwei Stunden war es besser und ich habe mich über die zweite Hälfte hergemacht.

2015-02-06-1     2015-02-06-22

Da ich heute wieder etliche Termine hatte, musste ich also los. Die Suppe für mittags hatte ich in einer Thermosflasche dabei. Auch die habe ich gut vertragen. Und dann fing echt der Hunger an. Also, es war wirklich nicht nur Appetit. Glücklicherweise hatte ich ein paar Scheiben Knäckebrot dabei, die ich ja eh am Abend essen dürfte. Die habe ich dann auch verputzt. Als ich nach Hause gekommen bin, hatte ich schon wieder Hunger und habe noch ein bisschen Knäckebrot gegessen. Zur Suppe am Abend habe ich dann noch trockenen Reis ergänzt. Nun bin ich doch einigermaßen satt. Das war deutlich mehr als im Buch stand. Von der Art her habe ich nur gegessen, was „erlaubt“ war, aber eben deutlich mehr. Naja, mir geht es gut. Also dachte ich, wird es schon in Ordnung sein. Schauen wir, wie die Nacht wird.
Bisher ist das Fastenbrechen also deutlich besser gelaufen als beim letzten Mal. Keine großen Steine im Bauch. Morgens vielleicht ein kurzer Anflug, den ich aber dadurch aufgefangen habe, dass ich erstmal nur einen halben Apfel gegessen habe. Ansonsten habe ich aber wohl deutlich mehr gegessen als vorgesehen war. Also, ein wenig besser als beim letzten Mal, aber sicher weitab von weise.
Übrigens sitze ich heute nicht mit MDs Kuschelpullover da. Den werde ich jetzt wohl nicht mehr brauchen. Schade, er war wirklich soooo gemütlich. Aber ich kann ihn ja auch anziehen, ohne zu frieren 😉

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Ende der Fastenzeit – ein Fazit

Fast drei Wochen ging es nun nahezu nur ums Essen bzw. ums Nicht-Essen. Damit wird zumindest in dieser Intensität vorerst Schluss sein. Aber ein Fazit möchte ich doch gern noch ziehen.

Was habe ich aufgegeben? Was habe ich bekommen?
Häufig wird je gesagt, dass Fasten Verzicht ist. Natürlich isst man nichts. Aber ob das immer ein Verzicht ist, ist fraglich. Ich habe es zumindest nur selten so erlebt. Das, was ich vermisst hatte, war der Genuss des Essens. Aber da es ja nur für eine Weile war, war das kein Problem. Dafür wurde die Aufmerksamkeit ganz automatisch deutlich mehr auf die Körperempfindungen gelenkt. Und das war für mich sehr interessant und aufschlussreich. Außerdem habe ich während dieser Zeit viel Vorfreue auf genussvolles Essen entwickelt. Und es gibt doch kaum etwas Schöneres als Vorfreue.

Neue Leitsätze
Bekommen habe ich auch die Leitsätze, die sich so nach und nach entwickelt haben. Hier sind die noch einmal in der Zusammenfassung.
– In aller Ruhe langsam machen.
– Essen bewusst genießen.
– Dieser Körper hat liebevolle Pflege verdient.
– Diesem Körper vertrauen.

Ist Fasten eine Willensfrage?
Viele Leute meinen, Fasten wäre eine Frage des Willens. Ich will das jetzt nicht so absolut bestreiten. Ich denke aber, dass man das etwas relativiert sehen muss. Gehen wir mal davon aus, dass zum Fasten eine ganz bestimmte, für jeden gleiche Menge an Willensstärke notwendig ist – sozusagen der Grundstock. Dabei bleibt es aber nicht. Da gibt es Leute, die essen äußerst gern oder sie essen, um ungute Stimmung zu vertreiben oder um glücklich zu sein. Wenn diese Leute auf das Essen verzichten wollen, dann brauchen sie dazu nochmal eine ganz gehörige zusätzliche Portion an Willensstärke. Für sie wird das Fasten also deutlich schwieriger. Andererseits gibt es aber Leute, die eher zu Magersucht tendieren, ohne wirklich magersüchtig zu sein. Aber für diese Leute ist das Fasten doch eher eine willkommene Möglichkeit, ihrem Hang zum Dünn-Sein nachzugehen. Sie werden also deutlich weniger Willensstärke brauchen, um zu fasten. Sie brauchen dann vielleicht eher eine gewisse Portion Willensstärke, um wieder aufzuhören. Also: Ja, im Grunde ist Fasten eine Willensfrage, aber einige müssen einen größeren Berg überwinden als Andere.

Ungünstiges Timing
Als ich die Fastenzeit geplant habe, dachte ich ja, dass es ein guter Zeitraum wäre. Das hat sich leider nicht bestätigt. Es kam doch eine großer Berg Arbeit, der relativ schnell erledigt werden musste. Eigentlich hätte ich das absehen können – habe ich aber nicht 😦 Bei einer Wiederholung muss ich das also besser einkalkulieren. Dadurch hatte ich leider nicht so die Ruhe, mich auf die das Fasten begleitenden Ereignisse einzulassen, wie ich das gern gemacht hätte. Das ist etwas schade. Aber dennoch bin ich recht zufrieden mit den Ergebnissen dieser Fastenzeit (siehe Leitsätze).

Wie lang ist eine optimale Fastenzeit?
Das ist sicher nicht ganz pauschal zu beantworten. Ich habe erstmal 5 oder 6 Tage gebraucht, eher ich mich an alles so recht gewöhnt hatte und mich auch um einige Aspekte neben dem Fasten kümmern konnte. Vielleicht waren 15 Tage etwas zu viel? Die letzten 3 Tage war mir ja insbesondere abends sehr kalt. Vielleicht wäre das ein Zeichen gewesen, mit dem Fasten aufzuhören? Schlecht ging es mir ja nicht. Aber vielleicht ist das Kalt-Werden ein Signal, dass nun an stärkere Reserven gegangen wird als vorher.

Würde ich die Fastenzeit wiederholen?
Natürlich würde ich gern wieder fasten. Ich würde aber auch gern sehen, dass ich einige der Dinge, die nicht so gut gegangen sind, beim nächsten Mal besser mache. Auf jeden Fall muss ich das Timing besser gestalten. Und ich sollte vielleicht besser auf Zeichen zum Aufhören hören. Das Fastenbrechen hat ganz gut geklappt. Das würde ich wohl so beibehalten.

Wie ist das mit dem Gewicht?
Das ist eine Frage die mir die meisten Leute, die wissen, dass ich gefastet habe, stellen. Natürlich habe ich abgenommen. Es sind in der Tag die etwa 200 g pro Tag, also insgesamt reichlich 3 kg. Da das ja nicht das vordringliche Ziel des Fastens war, ist das nicht so wichtig für mich, obwohl ich mich natürlich darüber freue. So habe ich jetzt ein wenig Spielraum und kann hin und wieder mal doch eher einfach so gedankenlos vor mich hin schlemmen 🙂 Allerdings denke ich, dass in den 3 kg auch eine Menge Muskelmasse ist. Ich hoffe, dass das mit wieder regelmäßigem Training wieder aufgebaut werden kann. So wird dann also die Gewichtsdifferenz eh wieder schrumpfen.

Und was ist spirituell gelaufen?
Leider konnte ich hier nicht so das tun, was ich mir vorgenommen hatte. Aber eigentlich ist es wohl eher so, dass es in eine andere Richtung ging, als ich das ursprünglich gedacht hatte. Also kann man eigentlich gar nicht so wirklich sagen, dass es schlecht gelaufen ist. Ich denke, dass die Fragen um die Körperwahrnehmungen für mich im Moment einfach sehr wichtig waren. Sie sind eigentlich auch eine Fortsetzung dessen, was sich auf den Jakobswegen entwickelt hat. Alles Andere sind dann eben andere Wege, die zu anderen Zeiten dran sind. Einen Weg jetzt nicht gegangen zu sein, heißt ja nicht, ihn nie zu gehen. Wenn es an der Zeit ist, werde ich auch diesen Weg gehen.

Ende eines Abenteuers
Ja, dieses Abenteuer ist nun vorbei. Gern würde ich mich noch ein bisschen intensiver mit dem befassen, was sich während dieser Zeit ereignet hat. Und dann geht es auf ins nächste Abendteuer 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.

Let’s go!

Belana hermine

15. Fastentag – der Letzte

Das ist also der letzte Tag dieser Fastenzeit. Wie geht es mir damit? Ziemlich ambivalent muss ich sagen. Will ich schon aufhören? Muss ich aufhören? Bin ich schon bereit aufzuhören? Bestimmt werde ich die Zeit vermissen. Aber andererseits freue ich mich auch schon auf neue Essgenüsse. Also: Schluss jetzt – also morgen. Der Apfel für das Fastenbrechen liegt schon bereit 🙂
George Bernhard Shaw: Jeder Dumme kann fasten, aber nur der Weise kann das Fasten abbrechen.
Ob ich wohl diesmal etwas klüger bin als beim letzten Mal? Weise bin ich ja sicherlich sowieso nicht. Beim letzten Mal lag mir die kleine, leichte Gemüsesuppe so derartig wie ein Stein im Magen. Das muss ich nicht noch einmal haben. Also werde ich mich zwar grundsätzlich an die Angaben im Buch halten, aber doch ganz genau „lauschen“, ob das alles so gut geht. Und ich werde versuchen, mich auch in den nächsten Tagen noch zu zügeln. Nun, schauen wir, wie es morgen geht.
Werde gleich noch eine Ausgleichsmeditation machen und mich von der Fastenzeit und ihren positiven Begleiteffekten verabschieden.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

14. Fastentag

Alles normal und eher vermehrt die Frage, wieso ich eigentlich aufhören sollte. Aber gut. Das Gewicht nimmt langsam utopische Größenordnungen an. Und man soll es dann ja auch nicht übertreiben. Also bleibt der Plan, am Freitag wieder mit dem Essen zu beginnen.
Heute Nacht bin ich mal aufgewacht, weil ich zur Toilette musste. Naja, wenn man literweise Tee trinkt, bleibt das wohl nicht aus. Aber ich hatte wohl zufällig meine Hand auf dem Unterbauch liegen und konnte so richtig diese gefüllte Kugel spüren. Als ich wieder zurück war, war die Kugel weg. Echt cool.
Dabei musste ich mich dann an die Zeit erinnern, als ich so im 2. oder 3. Monat schwanger war. Da konnte ich den Kleinen in seiner schützenden Wasserblase auch spüren. Das war toll. So musste ich nicht erst warten, bis der Bauch anfing, dick zu werden. Zu der Zeit war ich noch in einer Gymnastikgruppe. Und zum Aufwärmen gab es immer eine Übung, bei der man auf dem Bauch lag und dann hinter dem Rücken mit den Händen die Füße anfasste und dann auf dem Bauch entlang schaukelt. Ich mochte diese Übung eigentlich ganz gern. Aber irgendwann habe ich auch dabei den Kleinen gespürt. Es war dann fast wie auf so einem Wackelbrett, wo man Balance üben soll. Da habe ich dann aber mit dieser Übung aufgehört. Aber es war einfach toll, schon so früh mit dem Kleinen in Kontakt zu treten.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

13. Fastentag

Fast könnte man sagen, dass es nichts zu schreiben gibt, weil sich eine solche Normalität eingestellt hat. Und so bin ich dann doch etwas hin und her gerissen. Ich genieße das Fasten. Und hin und wieder bin ich geneigt zu sagen, wozu man überhaupt essen soll. Es geht doch auch so prima. Andererseits freue ich mich aber auch wieder darauf, die diversen Dinge genießen zu können.
Morgen Abend gibt es ein gemütliches Essen mit den netten Kollegen. Die Frage ist wirklich, was ich machen soll. Der erste Punkt ist schonmal, dass, wenn ich nichts esse, alle fragen werden, wieso, weshalb, weswegen. Und ich fühle mich immer äußerst unwohl, wenn sich alle Aufmerksamkeit auf mich richtet. Und der zweite Punkt ist, dass es wohl für die Kollegen blöd ist, wenn ihnen beim Essen ständig jemand ins Essen starrt. Ich glaube nicht, dass es mir selbst viel ausmachen würde. Hier sitze ich ja auch neben MD, wenn er isst. Und einen Tee oder vielleicht gar einen frisch gepressten O-Saft ohne Fasern wird es da wohl geben. Nun, ich werde mich wohl morgen kurzfristig entscheiden.
Und damit hat sich mal wieder herausgestellt, dass Essen neben der ganzen Kaloriengeschichte eben ein sehr kommunikativer Prozess ist. Und zum Teil schneidet man sich dann eben von diesen Erlebnissen ab. Aber es ist ja nur für eine kurze Zeit. Und danach kann ich das noch besser genießen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

12. Fastentag

Es geht alles nach wie vor gut. Nur abends wird es etwas kühl. Da klaue ich mir von MD einen dicken, kuscheligen Pullover und fühle mich rundherum wohl.
Tja, so langsam wird es wohl Zeit, über einen günstigen Termin zum Aufhören nachzudenken. Vielleicht am Freitag? Da ließe sich der Genuss des ersten Apfels ganz gut mit den anstehenden Terminen vereinbaren. Und wenn ich am Samstag unterwegs bin,  könnte ich schon wieder eine Kleinigkeit essen. Habe heute schonmal ein paar „Zutaten“ fürs Fastenbrechen besorgt. Die nächsten Tage werde ich wohl eher nicht dazu kommen. War schon interessant. Und ja, es hat etwas Vorfreude erzeugt 🙂
Man soll sich ja überlegen, ob man durch das Fasten nicht auch ein paar ungünstige Essgewohnheiten aufgibt. Da fällt mir hinsichtlich dessen, was ich esse, eigentlich nicht allzu viel ein. Wir essen viel frisches Obst und Gemüse, wenig Fleisch, versuchen, Vollkornvarianten zu nehmen, wenn sie für uns verfügbar sind. Gut, wahrscheinlich esse ich zu viel Süßes – vor allem Schokolade. Und da hatte ich ja schon gemerkt, dass das zum Teil ziemlich aus Gewohnheit ist. Da könnte ich mal überlegen, es etwas einzuschränken. Bzw. wenn ich Schokolade esse, es doch bewusst zu tun und sie ganz intensiv zu genießen. Dann brauche ich vielleicht auch nicht mehr so viel davon. Ein zweites „Laster“ wäre vielleicht, dass ich hin und wieder mal ein Glas Wein trinke. Das ist aber auch verschieden. Es gibt Zeiten, da ist es recht regelmäßig und kann dann auch mal zwei Gläser werden. Ich habe extra schon ein kleines Glas dafür. Aber es gibt auch Zeiten, da trinke ich gar nichts. Und auch jetzt hat es mir nichts ausgemacht, diese zeitlang nichts zu trinken. Und im Moment denke ich auch noch nicht weiter ans Weintrinken – da denke ich schon eher an leckeres Essen. Okay, ich spreche jetzt mal nicht über den Vino tinto zum Menu del dio auf dem Camino in Spanien. Aber das ist eh „Ausnahmezustand“ 😉
Wenn ich ans Ändern von Essgewohnheiten denke, dann fällt mir aber auf jeden Fall noch die Art und Weise zu essen ein. Also nicht aus Gewohnheit, nicht nebenbei und nicht, um einfach nur Kalorien nachzufüllen. Gerade zu Letzterem besteht ja gar kein Anlass. Man kommt doch gut und gerne ein paar Tage ohne Essen aus. Also wird es doch auch eine Weile gehen, bis man wieder genussvoll essen kann. Interessant ist, dass ich im Alltag manchmal sowas wie einen Hungerast hatte – so mit leicht zittrigen Händen und echt übler Laune und alles war nur noch darauf gerichtet, irgendwo Futter zu finden. Das hatte ich jetzt gar nicht, auch nicht am Anfang. Ist das eine Kopfsache? Dann sollte das doch in den Griff zu kriegen sein.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

11. Fastentag

Heute war ein müder Tag. Ich hatte nicht so gut geschlafen und wieder viel geträumt. Es war kein Fortsetzungstraum, sondern eher ein sich ständig wiederholendenr Traum – immer an unterschiedlichen Orten und, soweit Personen dabei waren, mit unterschiedlichen Personen.
Ich bin auf einem riesig hohen Turm und muss nach unten klettern. Je weiter ich nach unten komme, desto schwieriger wird es, weiter nach unten zu gelangen. Manchmal sieht es aus, als wären absichtlich Hindernisse aufgestellt worden. Und natürlich schaffe ich es nie bis ganz nach unten. Irgendwann ist der Traum zu Ende und ein neuer fängt an – ganz oben auf einem anderen riesig hohen Turm.
Nur der letzte Traum ist etwas anderes. Da war ich auf einer mittleren Etage eines lang gesteckten drei- oder fünfstöckigen Bürogebäude etwa in der Mitte. Ich weiß, dass sich das Treppenhaus an einem Ende des Gebäudes befindet. Also mache ich mich auf den Weg. Kurz vor dem Ende des Gebäudes treffe ich tatsächlich auf das Treppenhaus und mache mich auf den Weg nach unten. Ich laufe und laufe und laufe – viele, viele Stockwerke nach unten. Eigentlich müsste ich schon längst angekommen sein. Dann kommen wieder die schwierigen Abschnitte mit Hindernissen. Und so geht das, bis ich aufwache.
Und so bin ich halt den ganzen Tag über ziemlich müde gewesen und habe deutlich weniger geschafft als ich hätte schaffen wollen. Trotzdem habe ich mir die Zeit genommen, zwei meiner Erinnerungszettel in „Skizzen“ umzusetzen.

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Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

10. Fastentag

Ich glaube, ich bin im Modus „Wohlfühlen beim Fasten“ angekommen. Beim Arbeiten habe ich recht effizient viele Dinge erledigen können. Und die Sonne schien so herrlich.
Da habe ich mich entschlossen, endlich mal wieder ein bisschen laufen zu gehen. Ich wollte ja auch unbedingt wissen, ob Joggen und Fasten zusammen geht. Allerdings war ich ja wegen Mr. Bazillus fast ewig nicht laufen. Also dachte ich, wäre es vielleicht sinnvoll, etwas kürzer zu beginnen. Okay, also 5 km für den Anfang. Mr meinte, ich solle aufpassen, dass ich nicht zu kalt werde. Das war richtig anrührend. Eigentlich lief es ganz gut. Obwohl die Muskeln deutlich abgenommen haben, hatte ich nicht das Gefühl, dass es irgendwelche muskulären Probleme gab. Nun, das wird sich morgen zeigen. Mal schauen, wie viel Muskelkater es geben wird. Allerdings schnipste der Puls ziemlich schnell hoch. Und zum Ende hin, war ich doch etwas am Pusten. Naja, nicht ganz unerwartet.
Die Laufuhr zeigte einen Running Index von 42. Vor der Laufunterbrechung lag er bei 51-53. Also viel zu tun. Aus dem Running Index kann man errechnen, wie schnell man wohl einen Halbmarathon oder Marathon laufen kann. Aber das ist derzeit ohnehin uninteressant. Wahrscheinlich würde ich auf den letzten Atemzug noch 10 km schaffen, aber auf keinen Fall 20 oder gar 40 km. Das hört sich jetzt vielleicht alles sehr negativ an. Ist es aber nicht. Es hat Spaß gemacht, sich in der Sonne zu bewegen und zu merken, dass man trotz Fasten joggen kann. Echt toll.
Danach bin ich in die Sauna. Und dann war Körperpflege angesagt – mit Bürste und irgendeinem Granatapfelzeug. Granatapfel mag ich gern, auch Sanddorn. Aber irgendwie habe ich mich mit allem sehr beeilt. Also war es nicht so genussvoll. Ergo: neuer Erinnerungszettel – Zeit lassen; in aller Ruhe langsam machen.
Der 10. Tag. Wow. So langsam müsste ich mich mal mit der Frage befassen, wann ich mit dem Fasten aufhöre. Aber da es heute so gut lief, habe ich im Moment nicht wirklich Lust, darüber nachzudenken. Also verschiebe ich das mal auf später. Ich würde gern aufhören, wenn ich das Gefühl habe, dass es ausreichend ist. Werde ich das merken? Ich würde ungern wegen irgendwelcher Probleme aufhören müssen. Aber im Moment sieht alles wirklich gut aus 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

9. Fastentag

Das Fasten wird mehr und mehr zur Routine. Das ist gut. Dann kann ich mich mehr und mehr darauf einlassen, was da eigentlich passiert. Inzwischen habe ich auch ein wenig das Gefühl, dass sich die Haut bessert. Sie wird ein wenig weich. Oder liegt es nur am Eincremen von gestern?
Das Thema Körpergefühl möchte ich gern weiterführen. Da wäre ja schon mal zu fragen, was da für mich genussvoll ist. Und die nächste Frage wäre, wie ich es schaffe, es mir auch zuzugestehen. Also, in die Sauna zu gehen, geht gut. Das hat ja auch immer einen Gesundheitsaspekt. Auch das Duschen danach geht, denn es dient der Reinigung. Aber in der Wanne liegen, die Wärme und vielleicht einen netten Duft zu genießen, ja, das würde ich wohl als Genuss bezeichnen, aber da es im Grunde zu nichts nütze ist, tue ich mich damit recht schwer. Aber halt! Wie war das gestern? Dieser Körper hat liebevolle Pflege verdient. Ja, vielleicht kann man auch sagen, dass er liebevolle Pflege braucht, um gesund und leistungsfähig zu bleiben – insbesondere wohl auch mit zunehmendem Alter? Vielleicht sollte ich mir mal ein paar Zettel mit Erinnerungen hinlegen, damit ich das nicht wieder vergesse. Und ansonsten werde ich mich mal auf die Suche machen, was denn noch so genussvoll sein kann.
Ja, zu essen natürlich. Diese Art des Genusses fehlt mir momentan wirklich. Es fällt mir aber nicht schwer, darauf zu verzichten. Aber ich habe eigentlich erst jetzt so richtig gespürt, welch ein Genuss zu essen wirklich ist. Naja, manches spürt man erst dann, wenn man es vermisst. Ganz offensichtlich hatte ich beim letzten Mal nicht so sehr dieses Verlustgefühl. Hin und wieder tauchte jetzt schon der Gedanke auf: ‚Nie wieder essen, ohne es bewusst zu genießen!‘ Wäre schön, wenn es sich so umsetzen ließe. Aber ich weiß, dass es manchmal einfach zu hektisch zugeht. Dann heißt es wirklich nur, Kalorien aufzufüllen. Ja, manchmal verpasse ich sogar zu essen, wenn zu viel Trubel ist oder die Zeiten zwischen zwei Terminen zu kurz sind. Aber mit dem „Vorsatz“ gelingt es mir vielleicht, deutlich häufiger genussvoll zu essen. Vielleicht ist auch das einen Erinnerungszettel wert. Ich habe auch schon eine ganze Liste von Restaurants, in denen ich mal wieder ganz bewusst und genießend essen gehen möchte. Vorfreude ist wirklich eine schöne Freude 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine