Pyrenäen 2018 – Nachlese #14

So langsam habe ich mich wohl mit meinen Erinnerungen an die Wanderung dieses Jahres ausgetobt. Weihnachten und das Jahresende rücken näher. Und langweilen will ich dann ja auch niemanden. Wenn Ihr aber gern noch etwas wissen wollt, dann sagt doch kurz über einen Kommentar Bescheid.

Schauen wir nun also mal nach vorn und stellen die Frage:

What next?

Noch lassen es meine alternden Knochen zu – also wird wohl weiter gewandert 😉

In den Osterferien wird es wohl schon eine Wanderung geben, aber ob und wie ich darüber berichten werde, kann ich im Moment noch nicht sagen. Wenn es Beiträge dazu geben wird, dann definitiv erst im Nachhinein, weil es in der Gegend so gut wie nirgends Internetanschluss geben wird.

Da dann also über Ostern schon ein Teil Urlaub gebraucht wird, wird im Sommer dann keine so große Tour mehr möglich sein. Aber es gibt ja auch kürzere Runden. Die große Entscheidung ist wohl, ob es eher flacher und weiter oder eher hubbeliger und kürzer gehen soll.

Als flache Strecken bieten sich natürlich Jakobswege oder Teilstrecken davon an. Via de la plata kann ich mir ja gut vorstellen. Wirklich ohne Erhebungen – bis auf kurz vor dem Ende – und wenig Leute, also schön ruhig. Hitzig – ja. Aber das stört mich nicht. Dafür auch nahezu regenfrei 🙂

Aber will ich nach meiner diesjährigen Tour noch flach? Ich glaube, zurzeit zieht es mich wirklich eher in die Berge mit ein bisschen (!!!) Krabbeln und Kraxeln, aber nicht mit Klettern und Abstürzen. Da ist vor kurzem in Österreich ein Pilgerweg eröffnet worden: „Hoch und Heilig“ zum Großglockner. Um den Mount Blanc herum werden Gruppentouren angeboten. Beides sind Touren von etwa 2 Wochen. Das würde gut passen.

Alle anderen Touren, die noch auf meiner to-hike-Liste stehen, sind für diesen Sommer zu lang.

Fazit

Noch nichts klar, aber schöne Aussichten. Also, ab in die Zukunft und dann hoffentlich schöne Aussichten von den Bergen 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #13

Wäsche waschen

Auch das Waschen der Klamotten unterliegt in den Refugios einem anderen Ritus als auf dem Jakobsweg. Auf dem Jakobsweg habe ich jeden Tag alles gewaschen. Die Herbergen waren darauf auch eingerichtet und hatten meist eine Art Wäscheplatz, wenn auch nicht immer wirklich ausreichend groß. Allerdings haben mir auch einige Pilger erzählt, dass sie nicht immer alles waschen. In den allerwenigsten Refugios gab es eine Möglichkeit, nasse Wäsche aufzuhängen – nichtmal die Handtücher. Diejenigen, mit denen ich mich unterhalten habe/konnte, meinten, dass sie auch nicht immer alles waschen würden. Naja, in gewisser Weise kann ich das verstehen. Am nächsten Tag ist spätestens nach einer Stunde eh wieder alles nass und müffelt. Aber unangenehm war es mir schon. Also habe ich wenigstens immer die Unterwäsche gewaschen. Oberhemd und Hose nicht zu waschen, daran hatte ich mich dann irgendwann gewöhnt und fand es auch entlastend.

Manche waren ja schon echt hart in dieser Beziehung. So habe ich in einem Refugio „richtige“ Kletterer (also so mit Seil, Helm, Pickel, Geschirr etc.) beobachtet. Sie kamen am frühen Nachmittag, hatten die ganze Zeit dieselben Sachen an. Mit diesen gingen sie auch schlafen. Und am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe hatten sie immer noch dieselben Sachen an und wechselten diese auch nicht. Hm, wäre wohl nicht so mein Ding. Ich kann es aber vom Standpunkt der Praktikabilität her gut verstehen.

Wäsche trocknen

Wie trocknet man aber Wäsche, wenn es nichts zum Aufhängen gibt. Tja, man sucht sich eben Möglichkeiten und wird erfinderisch.

In Hotels und Pensionen habe ich meine Wäsche auf Bügel gehängt und diese dann verteilt, wie es gerade ging – im Zweifel eben auch im offen stehenden Schrank.

Hin und wieder konnte man im Zimmer eine mitgebrachte Leine spannen. Hier hat es meine Zimmerkollegin getan. Ich habe immer ca. 2-3 m schwarze, nicht zu dicke Leine dabei. man kann ja nie wissen.

Andere haben eine Wäscheleine unter dem Fenster entlang gezogen. Auch Strippen, die allerdings in erster Linie als Zaun gezogen waren, ließen sich zum Wäscheaufhängen gebrauchen.

Manchmal waren aber auch diese Möglichkeiten nicht gegeben. Dann halfen halt nur noch Steine oder Bretter, um dort die Wäsche in die Sonne (so sie da war) zu legen.

Aber Achtung: Wenn es windig ist, ist schnell mal eine Socke davongeweht. Dagegen helfen Steine.

Acht geben sollte man auch auf etwaig herumlaufendes Getier, dass ggf. durch farbenfreudige oder doch noch in Resten verlockend schnüffelnde Klamotten angezogen werden. Da habe ich einige Geschichten gehört, aber nichts selbst erlebt.

Tja, und einmal war es derartig windig, dass auch keine Steine mehr halfen. Da habe ich kurzerhand die Wäsche mit Sicherheitsnadeln am Zaun festgeklemmt.

Fazit: Nur nicht entmutigen lassen. Irgendetwas fällt einem dann doch immer ein, um die Wäsche trocken zu bekommen.

Folgendes gehört zwar nicht unbedingt zu Wäsche, aber ich fand es in diesem Zusammenhang doch interessant. Dies gab es in einem Refugio zur Aufbewahrung der Schuhe – leicht nach oben gebogene, kurze Stangen, auf die man die Schuhe hängte. Fand ich irgendwie clever.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #12

In der (Berg-)Hütte

Wenn es nicht so viele (Berg-)Hütten in guter Entfernung voneinander auf dem Weg gegeben hätte, hätte ich diesen Weg wohl gar nicht erst angetreten. Deswegen sind mir diese Hütten durchaus einen separaten Nachtrag wert.

Herberge (Albergue) oder (Berg-)Hütte (Refugio)?

Aufgefallen war mir, dass bis auf eine Unterkunft ziemlich am Anfang des Weges alle Hütten Refugio hießen. Auf dem Jakobs-Weg heißen alle Unterkünfte Albergue. Meine verhaltenen Versuche zu erkunden, warum das so ist, erbrachten kein Ergebnis. Aber ein paar Unterschiede zeigten sich im Laufe der Zeit.

In vielen Herbergen – insbesondere öffentlichen und kirchlichen – gibt es zum Teil riesengroße Schlafsäle. In den privaten Herbergen sind die Zimmer eher etwas kleiner. Auch in den Refugios gab es eher kleine Zimmer. Das mag auch der Größe der Gebäude an sich zuzurechnen sein. Nur in einem sehr beliebten Refugio (de Goriz) gab es Zimmer mit über 20 Personen.

In vielen, vor allem den neueren Refugios gab es den Sanitärbereich den Zimmern zugeordnet. Es gab aber auch viele Refugios, in denen es – wie in den allermeisten Herbergen auch – die Sanitäranlagen Gemeinschaftsanlagen waren.

Hinsichtlich der Schlafplätze unterscheiden sich Herbergen und Refugios durchaus. Doppelstockbetten (z. T. auch dreietagige Betten) sind absolut die Norm. Allerdings sind in den Refugios die Matratzen z. T. äußerst schmal. Gerade in den „wirklichen“ Berghütten war es hin und wieder so, dass man so eng lag, dass sich sprichwörtlich die ganze Reihe umdrehen musste, wenn sich mal einer drehen wollte.

In ganz vielen Refugios gab es Pantoffeln und man durfte den inneren Aufenthaltsbereich nicht mir den Wanderschuhen betreten. So etwas war mir in Herbergen noch nie begegnet.

Das Leben in den Hütten

Interessant war auch, dass die Abläufe in den Refugios teilweise etwas anders waren als in den Herbergen.

Etliche Herbergen machen erst am früheren (oder späteren) Nachmittag auf. Aber dann kann man auch rein und alle Einrichtungen nutzen. Refugios bieten aber auch mittags für Wanderer Essen an. Sie sind also offen. Aber nicht überall konnte man schon rein, wenn man ankam. Da gab es Refugios, in denen man erst um 17:00 oder noch später die Zimmer betreten durfte. Zum Glück konnte man sich in einigen davon zumindest schonmal frisch machen. Ich finde es absolut unangenehm, in den verschwitzten Wandersachen länger als nötig irgendwo herumzusitzen. Aber ich scheine damit eine ziemliche Ausnahme zu sein. Das wunderte mich schon, weil auf dem Jakobsweg jede/r zu allererst unter die Dusche huschte, sobald er/sie angekommen war.

In den Refugios setzten sie sich erstmal hin, tranken was, aßen was, erzählten sich oder spielten was. Ja, es gab sogar in den meisten Refugios Ecken, in denen Spielzeuge, Spiele und Bücher standen. Erst nach und nach räumten sie ihre Sachen in die Zimmer und gingen unter die Dusche.

In den Herbergen war es immer auch üblich, sich am späten Nachmittag noch einmal hinzulegen – jedenfalls machten das viele. Mir war auch hier auf meiner langen Wanderung immer wieder danach. Damit war ich aber ziemlich allein. Ich weiß nicht, vielleicht hat man dieses Bedürfnis nicht, wenn man weniger Tage unterwegs ist oder eine kürzere Gesamtstrecke zurücklegt.

Am Abend

Auch die Abendgestaltung unterschied sich zwischen Refugios und Herbergen. Meist bieten die Herbergen kein Essen an, sondern man geht dafür in ein nahe gelegenes Restaurant, das dann aber durchaus speziell für Pilger Angebote hat. In den Refugios wird im Gastraum, der tagsüber den vorbeigehenden Wanderern offen steht, gemeinsam zu Abend gegessen. Das sind sehr gesellige Runden. Das hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht auch deswegen, weil ich ja allein unterwegs war. Auf dem Jakobsweg war ich eigentlich auch beim Abendessen eher allein.

Frühstück gibt es in Herbergen normalerweise gar nicht. Wenn doch, dann ist es ein äußerst knappes spanisches Frühstück. Refugios bieten Frühstück an, das in der Regel (mit einigen Ausnahmen) durchaus ausreichend und ein guter Start in den Tag war.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #11

Mut

Away on Trip hatte letztens in einem Kommentar gefragt, ob ich mutiger geworden wäre. Da ich auch sonst hin und wieder zum Thema „Mut“ gefragt werde (auch im realen Raum), werde ich mich heute damit befassen.

Braucht man Mut zum Pilgern/Wandern?

Als ich zu meiner allerersten Pilgerwanderung aufbrach, sagte eine Freundin zu mir: „Mensch, Du hast ja Mut!“. Natürlich war es nett gemeint, aber ich habe sie überhaupt nicht verstanden. Was sollte denn daran, einen vorgegebenen, gut markierten Weg zu gehen und in extra dafür errichteten Herbergen zu schlafen, mutig sein? Und so wirklich verstehe ich es eigentlich bis heute nicht.

Sicherlich ist es etwas Ungewohntes und nicht alles lässt sich vorhersehen. Man muss immer mal wieder improvisieren. Aber man bewegt sich doch überwiegend in recht erschlossenem Gebiet ohne irgendwelches wilde Getier.

Gut, ich war als Frau allein unterwegs. Aber so wirklich allein war ich dann doch eher selten. Es sind, gerade auf den Pilgerwegen, doch immer Leute um einen herum oder kommen hinter einem, wenn wirklich etwas passieren sollte. Und so fürchtete ich mich eigentlich nicht. Aber ist nicht Furcht gleich Mut?

Mut in den Bergen?

Ein bisschen anders war es in diesem Jahr in den höheren Regionen, wo es zu kraxeln und zu krabbeln gab. Da gab es doch öfter Stellen, bei denen nicht im Voraus klar war, dass man sie ohne weiteres bewältigen kann. Ja, da hatte ich immer mal wieder Angst/Furcht, etwas nicht in den Griff zu bekommen, ja, vielleicht auch abzustürzen oder eben doch einen Blitz abzubekommen. In solchen Situationen hatte ich doch das Gefühl, dass ich etwas Mut brauchte, trotz der Ängste weiterzugehen. Im Nachhinein kam dann hin und wieder die Frage auf, ob da nicht eher Übermut als Mut im Spiel war. Und das führt dann auch zur nächsten Frage, nämlich…

Wird man mit der Zeit mutiger?

Mit der Zeit wird man definitiv erfahrener. Man weiß besser, was man schaffen kann und was nicht – auch in Abhängigkeit von der jeweiligen Form in dieser Situation. Das senkt sicher das Angst-/Furchtniveau, sodass man weniger Mut braucht, um weiterzugehen. Man kann fundiertere Entscheidungen treffen, die sich dann eben weniger angstvoll, aber eben auch weniger mutig anfühlen. Und man liegt häufiger richtig mit seinen Entscheidungen, je mehr Erfahrung man hat, je besser man sich kennengelernt hat. Und ich glaube auch, dass die Gefahr, übermütig zu werden, mit zunehmender Erfahrung sinkt. Man macht schließlich auch ungute Erfahrungen, die einen vor der Überschätzung der eigenen Fähigkeiten ein stückweit bewahren (hoffentlich).

Fazit

Mut sieht sicherlich für denjenigen/diejenige, der/die sich in der Situation befindet, anders aus als für diejenigen, die von außen draufschauen. Ich würde Euch gern zurufen: Schaut auf Euch, hört auf Euch und dann geht die Dinge beherzt an. Zu viel Angst ist wohl genauso ungut wie zu viel Mut/Übermut.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #10

Wetter

Das Wetter ist ja immer eine schöne Diskussion wert. Und so soll es heute Inhalt dieses Nachtrags sein.

Wie war das Wetter?

Eigentlich hatte ich diesmal wirklich sehr, sehr viel Glück mit dem Wetter. Es hat nur einige wenige Male geregnet. Zwar hat es häufig gewittert, aber da war ich – bis auf zweimal – schon in der Unterkunft. Und hin und wieder war es ziemlich neblig.

Wie gehe ich mit schlechtem Wetter um? – Regen

Schlechtes Wetter beim Wandern ist eigentlich nur Dauerregen und Nebel, wenn man auf Gelände ist, wo es keine „richtigen“ Wege gibt.

Gegen Regen gibt es aber genug Schutzmaterial. Bisher war es in den Gegenden, in denen ich gewandert bin, warm genug, sodass ich mich selbst eigentlich nie vor Regen geschützt habe. Unter einer Regenjacke werde ich eh nass. Wenn ich keine anhabe, habe ich die Chance, gleich wieder trocken zu werden, wenn der Regen aufhört. Für den Rucksack habe ich einen Regenschutz. Allerdings nehme ich normalerweise nicht den, der im Rucksack „eingebaut“ ist, weil der meist so knapp bemessen ist, dass er bei wirklichem Regen zu viel Wasser an den Rändern eindringen lässt. Zwar habe ich auch im Rucksack die wichtigsten Dinge (Klamotten, Schreibzeug, Schlafsack) in wasserfesten Beuteln, aber so wirklich wasserfest ist dann eben doch nichts – es sei denn, man nimmt großes Gewicht in Kauf.

Allerdings ging es in diesem Jahr doch so weit hinauf, dass es ein paarmal bei Regen doch zu kalt war. Das erste Mal war ich wirklich ziemlich durchgefroren, sodass ich klappernd und zitternd in der Unterkunft ankam. Das ist mir dann aber nicht noch einmal passiert.

Ansonsten macht Regen die Wege schleimig und glitschig, was an einigen Stellen deutlich gefährlich werden kann. Stöcke oder auch mal eine beabsichtigte Popo-Rutsche können zumindest teilweise helfen. Aber man kann auch darüber nachdenken, sich dann einen anderen Weg zu suchen.

Wie gehe ich mit schlechtem Wetter um? – Nebel

Nebel kann in den Bergen, insbesondere ohne klare Wegführung, schon ziemlich unangenehm – ja, gefährlich – werden. Das hatten einige von Euch ja auch schon in den Kommentaren angemerkt. Völlig zu recht. Solange es nichts zu krabbeln gibt, ist eigentlich noch mehr oder weniger alles in Ordnung – ACHTUNG: nicht auf Gletschern!!! – allerdings ist meine Lehre, nie wieder ohne Track zugehen. Ein Track kann einen auch bei Nebel einigermaßen in der Spur halten. Schwieriger wird es, wenn es steil bergauf zu kraxeln gilt. Hier ist ein Blick nach oben, um einen gehbaren Weg zu finden, nahezu unabdingbar. Da hilft dann auch kein Track mehr, weil es in der Tat auf ein oder zwei Meter mehr rechts oder links ankommen kann. Oder man muss eben wieder ein Stück zurück krabbeln und einen zweiten Anlauf nehmen. Nicht gut – gar nicht gut. Aber aus meiner momentanen Sicht irgendwie nicht wirklich zu vermeiden – oder man wartet einen Tag ab. Aber man ist angehalten, alle Unterkünfte schon vor Beginn der Urlaubssaison zu buchen. Hm, irgendwie nicht wirklich praktikabel.

Wie gehe ich mit schlechtem Wetter um? – Gewitter

Jaaa, Gewitter ist so ein Ding für sich. Ganz ehrlich? Ich fürchte mich schon ziemlich vor Gewittern. Und man liest ja auch immer mal wieder von Menschen, die vom Blitz erschlagen wurden – gerade auch in den höheren Bergen (Pyrenäen, Alpen etc.). Aber was, wenn man in ein Gewitter gerät? Da habe ich dann also mal wieder viele Bücher gewälzt. Die Hinweise klingen gut, aber eigentlich eher in der Praxis nicht umsetzbar. Okay, Stöcke in gute Entfernung legen – sollte machbar sein. Einen Unterschlupf finden, in dem man weit genug weg von den Wänden, aber auch vom Eingang sitzen kann. Nicht auf den nassen Boden setzen, sondern den Rucksack zur Isolierung unterlegen. Aber der ist doch auch nass??? Findet man keinen Unterschlupf, trotzdem möglichst hinsetzen – auf den Rucksack – gleicher Grund, gleicher Einwand. Außerdem soll man nicht auf nassen Wegen gehen oder stehen, insbesondere nicht, wenn dort das Wasser läuft. Hm, bis jetzt habe ich eigentlich noch nie ein Gewitter erlebt, bei dem es nicht auch geregnet hätte. Ein bisschen praxisrelevanter scheinen mir da solche Hinweise wie, dass man zusehen soll, aus einer exponierten Stellung (Gipfel, Ebene ohne höheren Bewuchs etc.) herauszukommen und absteigen, absteigen, absteigen. Nun ja, zweimal ist alles gut gegangen. Ich hoffe darauf, dass ich weiterhin nur ganz, ganz selten in Gewitter gerate und wenn, es dann auch unbeschadet überstehe.

Fazit

In Abwandlung eines gut bekannten Spruches würde ich mal sagen: Es gibt kein schlechtes Wetter – man muss nur entsprechend gut aufpassen. Und doch wünsche ich uns allen für all unsere Vorhaben immer schönes und sicheres Wetter. Passt gut auf Euch auf.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #9

Wie ist das mit dem Essen?

Wann, wo, was essen? Das ist auf meinen Wanderungen immer ein besonders wichtiges Thema, vor allem, weil da eben nur wenig Spielraum nach unten ist.

Auf den „Standard“-Routen des Jakobswegs ist das in der Regel kein Problem. in relativ kurzen Abständen gibt es Bars, an denen man etwas zu essen und zu trinken findet. Man kommt auch öfter in größere Orte, in denen es einen Tante-Emma-Laden oder gar einen Supermarkt gibt. Fast alle Pilgerherbergen oder etwas in ihrer unmittelbaren Nähe bieten zum Abendessen Pilgermenüs an. Das ist zwar nicht unbedingt immer das gesündeste Essen (viel Frittiertes, viel Fleisch), aber immerhin gut, um die Kalorien aufzufüllen.

Auf dem GR11 war die Lage schon etwas anders. Unterwegs hat man nicht viel Gelegenheit, groß einkaufen zu gehen. In einigen Orten gibt es Tante-Emma-Läden mit deutlich spartanischem Angebot (aus meiner Sicht natürlich). Durch größere Orte mit Supermärkten kommt man nur sehr selten.

Deshalb bieten die Refugios (oder Berghütten) Frühstück und Abendessen an. Man kann auch ein Lunchpaket für den Tag bekommen. Je nach Lage, also wie gut die Refugios erreichbar waren, unterschied sich das Angebot für Frühstück und Abendessen doch deutlich.

Beim Frühstück reichte das von abgezählten Einzelteilen bis hin zu freier Auswahl mit Wurst, Käse und sogar gekochten Eiern. Es war also immer gut, etwas für den Tag im Rucksack zu haben, da manches Frühstück nicht ganz lange durch den Tag hielt.

Tagsüber konnte man in Refugios, so denn welche am Weg waren, etwas zu essen und zu trinken bekommen. Das war aber nur in einigen wenigen Gegenden möglich.

Das Abendessen war immer ein Menü aus Suppe und/oder (meist und) Salat, Hauptgericht und Nachspeise. Wasser und meist auch ausreichend Brot gab es immer dazu. In vielen Refugios auch Rotwein. Hier konnte man sich immer satt essen. Vielleicht gab es von der Hauptspeise nicht zum Nachnehmen, aber Suppe und Salat, so es kein frischer Salat war, gab es eigentlich immer so viel, wie man wollte/brauchte. Es gab nie etwas Frittiertes. Alles machte den Eindruck, als hätte man sich wirklich Mühe gegeben, etwas Gesundes zu zaubern – selbst in Refugios, die per Helikopter beliefert werden. Also, das fand ich schon wirklich sehr beachtlich.

Meist gab es große Portionen für einen Tisch von 8 bis 10 Personen, die sich dann von dieser großen Portion nahmen. Nur in ganz wenigen Refugios war auch das Abendessen „abgezählt“.

Tja, da ich einfach viele Kalorien auf so einem langen Weg brauche, habe ich dann gleich bei der Vorspeise nachgenommen, wenn keine mehr wollte und noch etwas übrig war. Das führte dann einmal dazu, dass ich dezent darauf hingewiesen wurde, dass ja noch weiteres Essen kommen würde. Das war natürlich total nett, auch wenn ich das in dem Moment auch irgendwie witzig fand. Ich wusste ja durchaus, was ich da tue. Als ich von meinem Weg erzählte, war dann auch alles geklärt. Aber ich habe auch Wanderer getroffen, die das nicht wussten und diesen Hinweis sehr gern angenommen haben.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #8

Nochmal?

Manch einer wundert sich vielleicht, dass ich diese Frage überhaupt stelle, wo ich doch so über das Kraxeln und Krabbeln gestöhnt und zwischendurch sogar ans Aufgeben gedacht habe. Aber je länger ich zu Hause ohne Berge bin, je öfter ich über Bergwandern oder Touren durch die Berge lese, desto stärker spüre ich, dass ich mich doch nach ihnen sehne, dass ich sie irgendwie ins Herz geschlossen habe.

Und deshalb: Ja, ich könnte mir durchaus vorstellen, noch einmal auf den GR11 zu gehen.

Ich wüsste, was mich erwartet. Ich könnte mir die schönsten Gegenden heraussuchen und vielleicht die schwierigsten Stellen umfahren, wie Andere das ja auch ganz selbstverständlich tun.

Ich wüsste, dass ich weder Zelt noch Schlafsack oder Isomatte bräuchte, und wäre so mit leichterem Gepäck unterwegs. Die Etappen könnte ich besser zuschneiden und wüsste schöne Orte für Ruhetage.

Und hin und wieder würde ich an einigen Stellen etwas länger bleiben, um doch auch mal vom Wege abzugehen.

Tja, man kann eben auch aus erfolgreichen „Projekten“ lernen. Allerdings möchte ich keine Prognose darüber abgeben, wann ich noch einmal auf den GR11 gehe. Es gibt schließlich noch viele andere gebirgige Gegenden auf der Welt.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #7

Pilgern und/oder Wandern?

Auch mit diesem Beitrag gehe ich auf Fragen aus Kommentaren ein, die sich darum drehten, ob man auf Pilgerwegen wandern oder auf Wanderwegen pilgern kann.

Was ist Pilgern?

Die Antwort auf diese Frage/n hängt wohl stark davon ab, was man unter Pilgern versteht.

Meint man mit Pilgern tatsächlich das zielgerichtete Gehen hin zu einer Pilgerstätte wie z. B. Santiago de Compostella, Rom oder Jerusalem, um die 3 wichtigsten Pilgerziele des Christentums zu nennen, dann kommt man wohl nicht umhin, dafür einen Pilgerweg zu gehen. Das Besondere an solchen Pilgerwegen ist für mich, dass dort über die Jahrhunderte hinweg schon Tausende, vielleicht sogar Millionen von Menschen gegangen sind und dort ihre Spuren hinterlassen haben. Darauf kann man sich dann auf einem solchen Pilgerweg einlassen. Und wer sensibel genug veranlagt und/oder geübt ist, wird diese Spuren auch spüren können.

Pilgern kann aber auch das Gehen von einer rituellen Stelle zur nächsten sein, wie z. B. auf den Jakobswegen von Kirche zu Kirche oder dem 88-Tempel-Weg von Tempel zu Tempel. Dann besteht das Wesen der Reise in den wiederholten Ritualen an den entsprechenden Orten. Auch hierzu wählt man in der Regel historische Wege, für die dann das Gleiche wie oben gilt.

Pilgern kann aber auch sein, dass man über die Bewegung stärker zu sich selbst finden möchte, Zeit haben möchte für innere Einkehr und/oder Reflexion. Natürlich kann dafür ein historischer Pilgerweg hilfreich sein, insbesondere wenn man zu denen gehört, die die dortigen Energien spüren können. Aber wenn die Bewegung das auslösende Element ist, dann kann es auch sein, dass jeder andere, längere Weg hilfreich ist.

Unterschiedliche Arten von Wegen

Bisher war ich ja auf den eher (für mich) leicht zu gehenden Jakobswegen unterwegs. Da konnte ich in einem sehr gleichmäßigen Rhythmus gehen und darüber in eine Art Trance kommen und hin und wieder „Ganzheitserlebnisse“ haben. Diese Erfahrungen waren wundervoll, ich möchte sie nicht missen und hätte nichts dagegen, sie zu wiederholen.

Ganz anders aber auf der diesjährigen Kraxelstrecke. Über lange Strecken musste ich absolut konzentriert auf jeden Schritt, ja nahezu auf jede Bewegung achten. Achtsamkeit par excellence. Das führte mich zwar nicht in Trancezustände, aber doch auch in eine gewisse Art „anderer Realität“, in der ich auch eine Art von Ganzheit erleben durfte, die sich aber deutlich von den Ganzheitserlebnissen unterschied, die ich auf den Jakobswegen hatte. Nein, ich habe weder auf den Jakobswegen noch auf dem GR11 gekifft oder was geraucht oder was genommen. Aber es waren wundervolle Erfahrungen.

Pilgern ohne Weg?

Ja, und dann gibt es ja auch die Auffassung, dass Pilgern eine Art Weg zu sich selbst ist, was ja im Grunde der dritten oben genannten Art entspricht. Dies erfordert nicht unbedingt einen äußeren Weg – egal ob Pilger- oder Wanderweg – sondern man begibt sich auf einen inneren Weg.

Hierfür ist sicher sehr viel Selbstdisziplin nötig. Und für mich selbst ist einfach die Verbindung mit der körperlichen Bewegung immer ein förderlicher Aspekt. Den inneren Weg kenne ich durchaus auch. Schließlich kann ich nicht immer nur am Wandern sein 😉

Fazit

Egal in welcher Form, geht es wohl beim Pilgern immer um eine spirituelle Komponente, das eigene Innere. Wege dorthin gibt es viele – externe und interne. Das Entscheidende ist wohl, dass man sich aufrappelt und sich auf den Weg macht. Wie weit man vorankommt, kann man nur selbst ermessen, und auch, was es für einen bedeutet, kann man nur selbst erkennen. Und egal, ob es Außenstehende für Schmarrn, Spinnerei, unnütz finden – jeder einzelne Weg, den ich bisher mit den Füßen oder „nur“ innerlich“ gegangen bin, war mich persönlich äußerst wertvoll. Ich möchte keinen einzigen Schritt davon vermissen – weder die schwierigen und schon gar nicht die wundervollen.

Und (auch) deswegen immer wieder:

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Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #6

Einsatz von Technik beim Wandern

In den Kommentaren tauchte ja hin und wieder die Frage auf, ob mich denn die „social media“ nicht vom Wandern ablenken würden. Ich hatte versprochen, das in einem Nachtrag zu beantworten. Dem möchte ich nun gern nachkommen.

Eigentlich könnte ich es ganz kurz machen: Ich lasse mich im Alltag nicht von der Technik tyrannisieren, warum sollte ich das dann auf einer Wanderung tun? Aber zu diesem Thema kann man gut und gern ein bisschen mehr sagen.

Bisher

Auf meinem allerersten Jakobsweg (camino del norte 2011) bin ich ganz ohne Handy gegangen. Ich hatte lediglich einen Navi dabei. Im Vorfeld haben mich Leute als leichtsinnig und verantwortungslos hingestellt, weil ich mir ja keine Hilfe rufen könne, wenn ich welche bräuchte. Allerdings laufen auf den Jakobswegen so viele Menschen, dass relativ schnell jemand über einen stolpert, sollte man tatsächlich mal quer auf dem Weg liegen.

Keinen Kontakt zu meiner Familie zu haben, fiel mir allerdings schon schwer. Und hin und wieder gab es Herbergen, bei denen man anrufen musste, wenn man dort schlafen wollte. Dazu habe ich dann eben immer auf jemanden warten müssen, der nach mir kam und ein Handy dabei hatte.

Alle anderen Wanderungen habe ich immer mit Handy gemacht – einfach, um hin und wieder mit der Familie schwätzen zu können. In den ersten Jahren war das mit den Sim-Karten ein wenig kompliziert – jedes Land eine andere Karte, die es meist nur in den größeren Städten gab. Mit meinem jetzigen Tarif ist das alles mehr als easy.

Ab irgendwann hatte ich dann auch ein Smartphone, womit sich der Navi erübrigte.

Heute

Heute habe ich nur noch das Smartphone dabei, aber auch einen kleinen Fotoapparat. Das Smartphone kann zwar auch fotografieren, aber beide machen in unterschiedlichen Situationen die schönen Bilder. Gegen die Sonne geht es besser mit dem Handy, bei Nahaufnahmen bevorzuge ich die Kamera. Beides wird über ein USB-Kabel geladen, wofür ich einen Mehrfachstecker habe. Dann kann ich einerseits jemanden bitten, der eine Steckdose gefunden hat, oder ich kann jemandem die Nutzung anbieten – guter Kommunikationseinstieg 😉

Social Media

Ja, auf dem Handy ist auch eine Mail-App. Ich betreue einige unserer Klienten auch während der Wanderungen. Das ist sozusagen ein Teil des „Preises“, den ich für diese längeren Urlaube zu zahlen habe. Da ich aber weiß, wofür es ist, fällt mir das auch nicht schwer. Außerdem ist diese Betreuung ein sehr schöner Aspekt meiner Arbeit.

Mit der Familie und mit Freunden wird gechattet über Threema oder WhatsApp. Das ist sehr schön und man kann es ja je nach Bedarf in der Intensität und Dauer steuern.

Ich freue mich auch, dass ich unterwegs für jeden Tag einen Blog-Beitrag schreiben kann. Das Beantworten der Kommentare war immer ein schöner Augenblick des Tages für mich. Und Euer Mitfiebern hat mich sehr motiviert. Auch hier hatte ich nie das Gefühl, gezwungen zu sein oder mich zu stressen. Wenn es eben mal nicht ging, dann ging es eben mal nicht. Das einzige, was ich auf den Wanderungen deutlich einschränke, ist das Lesen, Liken und Kommentieren anderer Blogs. Das ist manchmal über das kleine Display das Handies doch anstrengend.

Und wenn es mal Mitwanderer gab, mit denen ich mich unterhalten konnte und wollte, na, dann blieb ein Blogbeitrag auch mal liegen oder fiel etwas kürzer aus.

Benachrichtigungsfunktion

Grundsätzlich habe ich die Benachrichtigungsfunktion meines Handies ausgeschaltet – auch zu Hause im ganz normalen Alltag. Es blinkt zwar, wenn etwas Neues angekommen ist, aber es piepst mir nicht ständig die Ohren zu. Auf den Wanderungen habe ich das Handy tagsüber im Flugmodus, u. a. um Strom zu sparen. Und so fängt es dann nichtmal an zu blinken.

Fazit

Für mich ist das Handy unterwegs ein nützlicher Begleiter. Wann und wie oft ich es benutze, entscheide ich selbst. Ich beantworte gern Beiträge, Kommentare und Nachrichten, fühle mich dazu aber nicht verpflichtet. Und wer mir deswegen die „Freundschaft“ kündigt, nun, der war vielleicht nicht wirklich einer 😉 Sobald ich wieder zu Hause bin, läuft ja doch wieder ein bisschen mehr Kommunikation.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #5

Seidene Fäden

So manches Unternehmen hängt schon von Beginn an am seidenen Faden, bei anderen tauchen diese Fäden unvermittelt auf. Leider reißen viele dieser Fäden, manche halten aber auch und verdicken sich wieder. Auch auf meiner Wanderung gab es einige seidene Fäden, von denen ich Euch gern in drei Teilen berichten möchte. Heute:

Teil 3 – Wenn der Körper zum seidenen Faden wird

Mehrere Wochen mit ca. 12 kg auf dem Rücken täglich um die 1000 Hm hinauf und wieder hinunter – zum Teil auch mehr – das zerrt ganz schön am Körper, was ihn ganz schnell zum eigentlichen Engpass eines solchen Unternehmens werden lässt.

Die guten Nachrichten zuerst

Normalerweise brauchte ich immer so anderthalb bis zwei Wochen, um mich an den Rucksack zu gewöhnen. Dazu gehörten dann Spannungen im Genick und den Schultern sowie Druckstellen auf den Beckenknochen. Gegen letztere hatte ich schon immer Heparin und Arnika-Kügelchen dabei. Gegen die Spannungen im Genick gab es eigentlich nichts außer auszuhalten. Doch dieses Mal war da ganz einfach nichts. Das war wirklich phänomenal.

Auch mit Blasen musste ich mich dieses Mal nicht auseinandersetzen. Es gab ganz am Anfang eine einzige, kleine, die aber mit Hilfe von Blasenpflaster nach zwei oder drei Tagen der Vergangenheit angehörte. Danach tauchte nie wieder eine auf.

Die Knie

Etwas untrainierter reagierten dafür die Knie. Noch nie hatte ich eine solche Tour mit derartigen, täglichen Höhenunterschieden gemacht. Zwar bekam ich keine Probleme mit den Knien, aber sie fühlten sich doch belastet an. Am jeweils nächsten Morgen dauerte es ein paar Minuten, bis ich wieder richtig eingelaufen war, aber dann war es auch gut. Auch nach der heftigen Abwärtstour mit den 2000 Hm hinunter. Das war schon wirklich verwunderlich.

Allerdings entdeckte ich dann doch am Abend eines Tages, der mit etwa 4, ziemlich schnell gegangenen Straßen-km endete, eine Beule am Knie. Die machte mich deutlich nervös, weil ich das nicht einfach als mal-eben-Belastung abtun konnte. Also waren Einschmieren, Hoffen und Beten angesagt. Trotzdem war die Beule auch am Morgen noch da, tat beim Wandern zwar nicht zu sehr weh, ging aber auch tagsüber nicht weg. Wie lange würde das gut gehen? Noch einmal eingeschmiert und gehofft und gebetet… Diesmal mit Erfolg. Die Beule war weg und kam auch nicht wieder. Was auch immer das war – ich war sehr froh, dass ich nun wieder unbelastet weiterlaufen konnte.

Eine Zerrung

Eigentlich war es eine relativ leichte Etappe. Es ging zwar viel und eigentlich nur nach oben, aber eher gemächlich und ohne große Kletterei. Fast war ich ein bisschen entspannt. An einem kleinen Wasserfall füllte ich meine Flaschen auf. Als ich wieder zurück zum Weg wollte, machte ich wohl eine ungeschickte Bewegung – derer ich mir aber nicht bewusst war/bin. Es zog ganz heftig im linken, hinteren Oberschenkel. Danach spürte ich beim Gehen einen leichten Schmerz. Nichts Schlimmes, sodass ich mir keine weiteren Sorgen machte. Es würde schon wieder weggehen. Damit hatte ich mich aber deutlich verrechnet. Am nächsten Tag tat der Oberschenkel so richtig weh – ganz besonders beim Hinaufsteigen. Ich konnte keine Kraft über das linke Bein beim Hochsteigen entwickeln. Da bekam ich ein wenig die Panik. So würde ich nicht über die Berge in Andorra kommen. Also versuchte ich erstmal, das Bein an diesem Tag zu schonen. Am Abend machte ich mich auf die Suche nach der eigentlichen Quelle des Schmerzes und konnte sie in der Tat ausfindig machen. Nun hieß es wieder Einschmieren und auch etwas Massieren, was aber schon ziemlich zwickte. Aber es sollte ja auch besser werden. Der nächste Tag war etwas leichter zu überstehen, allerdings versuchte ich noch, das Bein nicht zu sehr zu belasten. Es wurde besser 🙂 Also habe ich am folgenden Tag angefangen, das Bein wieder etwas mehr einzusetzen, und dann ging es wieder fast wie vorher. Das war auch gut, denn ich stand nun ziemlich direkt vor Andorra. Puuh, das war gerade noch gut gegangen. Vielleicht hätte ich noch mit einem zusätzlichen Ruhetag ausgleichen können. Aber danach?

Fazit

Man weiß nie, wie der Körper auf eine solche Tour reagiert und muss mit allem rechnen. Ruhetage müsste man tatsächlich absolut nach Bedarf und eben nicht nach Plan machen. Und ansonsten habe ich das Gefühl, dass da ganz viele Schutzengel am Werk waren, denen ich von ganzem Herzen dankbar bin.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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