Pyrenäen – 40. Tag – Núria – Setcases

Das war die neuntletzte Etappe 🙂 Es war die letzte, die in dem einen Wanderführer rot, also schwierig, gekennzeichnet war. Und der andere Wanderführer meinte: not for the inexperienced in bad weather. Na, das „bad weather“ war gestern. Für heute war alles gut angesagt.

Also machte ich mich frohen Mutes, aber doch etwas besorgt wegen der roten Stecke auf die 21,3 km mit den 1100 Hm. Zuerst ging es durch ein schönes Tal, immer leicht bergan.

Es war ziemlich kalt und es blies ein eisiger Wind. Also zog ich meine Regenjacke als Windstopper über. Und da entgegen aller Vorhersagen dunkle Wolken am Himmel hingen, habe ich gleich auch dem Rucksack seinen Regenschutz verpasst.

Am Ende des Tales stand ich dann mal wieder vor einer Bergwand und befürchtete, da nun ungespitzt nach oben zu müssen („not for the inexperienced“). Aber welch positive Überraschung – es ging in Serpentinen zwar stetig, aber eher leicht bergan. Das kann ich gut 🙂

Oben empfingen einen 9 Kreuze, die diesem Pass auch seinen Namen gaben (Noucreus).

Im Hintergrund sieht man wohl schon das Desaster kommen – Nebel. „not for the inexperienced“ Da fiel doch gleich wieder was auf Grundeis…

Aber schön sieht es schon aus; das kann man nicht bestreiten.

Allerdings kann man leider die kleinen Seen im Tal nicht recht erkennen.

Na, irgendwie musste es halt weiter gehen. Ganz so dick wie letztens war der Nebel ja nicht. Und eigentlich habe ich auch keine wirklich kniffelige Stelle gefunden. Dafür war die Landschaft nach dem letzten Pass wieder besonders schön.

Tja, auch wenn ich schon vor vielen, vielen Tagen meinte, dass ich den höchsten Pass des Weges überschritten hätte (so sagte es das Buch), so war der heutige noch 20 m höher und wird vom selben Buch als höchster Punkt des GR11 angegeben. Na, wie auch immer – jetzt geht’s abwärts 😉 Natürlich nicht nur, denn Berge gibt es auch hier. Aber der GR11 wandelt nun nicht mehr in solch großen Höhen wie bisher hin und wieder.

Hier im Ort habe ich einen kleinen Rundgang gemacht. Außer Bars/Restaurants und Schlafplätzen gibt es fast nichts. Aber die alte Kirche sieht ganz interessant aus.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen – 39. Tag – Planoles – Núria

Was für ein Tag – wunderschön und doch so anstrengend. Aber alles ist gut und ich bin weiter auf Kurs.

Heute war die zehntletzte Etappe 🙂 Im Kopf zählt wohl schon seit zwei oder drei Tagen ein Countdown. Dann mache ich das hier einfach auch mal. Einige haben ja schon gefragt, wie lange es nun eigentlich noch dauert. Ab jetzt seid Ihr immer im Bilde 😉

Die heutigen 20 km mit 1600 Hm teilten sich ziemlich in der Hälfte. Der erste Teil ging einmal hoch und einmal runter in noch schönem, wenn auch bedecktem Wetter. So sah am Morgen der Himmel aus.

Es ging anfangs wieder durch Wald.

Dann öffnete sich der Blick auf erste felsige Berge…

…und in ein Tal hinein.

Queralbs war sozusagen der Etappenteiler. Da es den Rest nur noch nach oben gehen sollte und das Wetter Furchtbares in Aussicht stellte, machte ich hier doch tatsächlich eine kleine Pause. Ein bisschen Sightseeing war inbegriffen und brachte diese alte Kirche zum Vorschein.

In dem einen Wanderführer stand, dass hier die Zahnradbahn von wo auch immer nach Núria hält. Keine Aussage dazu, ob man zusteigen könnte oder wo die Station zu finden wäre. Eigentlich bin ich ja voll Fan von solchen Bahnen. Aber ich will den GR11 ja mit eigenen Füßen gehen. Also wollte ich mich auch nicht unnötig in Versuchung führen. Hätte ich wohl sollen?

Der Weg wurde schnell felsig, blieb aber überwiegend gut zu gehen. Hin und wieder natürlich nah an der Absturzkante. Hier ist eine, die wegen Felsrutsch abgesichert war.

Die Umgebung war wunderschön. Es ging zwischen zwei riesigen Felsenbergen entlang.

Mal links, mal rechts. Gewechselt wurde meist über Brücken. Hier ein besonders schönes Exemplar.

Dann fing es an zu schütten. Blitz und Donner gesellten sich hinzu, um es ein wenig spannender zu machen. Wow, das war schon gruselig. Ich versuchte immer abzuschätzen, wie weit das Gewitter entfernt wäre. Andererseits beruhigte ich mich damit, dass ich ja zwischen den Felsenbergen steckte und nicht exponiert auf einem Berg war. Zu naiv? Naja, als ich dann einmal beim Zählen nicht ganz bis zwei kam, ging mir doch etwas ganz schön auf Grundeis. Nach etwa einer Stunde war der Lichter- und Grummelspuk zu Ende. Der Regen brauchte noch eine Weile länger. Viel habe ich in der Zeit nicht geknipst. Da sich die Wege mehr und mehr in fließende Gewässer verwandelten, wurde es zunehmend anstengender, einen sicheren Tritt zu finden. Aber dieser Wasserfall musste dann doch aufs Bild 😉

Und hier endet die heutige Etappe – Núria. Ein Heiligtum und wohl das wichtigste Pilgerziel Kataloniens. Da gibt es eine kleine Kapelle…

…und eine „richtige“ Kirche, in der es so aussieht:

Da ich inzwischen völlig durchweicht und mir auch klapperich kalt war, habe ich keine weiteren Fotos von diesem Ort gemacht, sondern bin ganz schnell mit diesem Sessellift auf die Bergspitze gefahren, wo ich in der Jugendherberge Quartier bezogen und mich trocken und warm gelegt habe.

Unterwegs habe ich zweimal eine Bahn nach oben fahren sehen. Und als ich dort war, kam die dritte an. Angesichts der Wetterkapriolen habe ich mich dann doch gefragt, ob ich eine sinnvolle Entscheidung getroffen habe. Aber jetzt, wo ich trocken und warm hier sitze, freue ich mich doch, dass ich diese Etappe aus eigener Kraft geschafft habe.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen – 38. Tag – Puigcerdà – Planoles

Na, das war ja sowohl von der Länge her (28 km) wie auch von den Hm (1200 auf, fast genauso viel runter) her eine ganz schön umfangreiche Etappe. Aber die Anstiege waren nicht wirklich steil und es ließ sich überwiegend gut laufen. Das Wegefinden war teilweise etwas problematisch. Es gibt zwar viele Wegweiser, aber entweder stehen dort Ziele, die ich nicht zuordnen kann, oder es ist gar nichts zu lesen. Gegen Ende der Etappe tauchten plötzlich ganz neue Schilder auf. Ob die Verwaltungseinheit gewechselt hat? Ich lasse mich mal überraschen, wie es morgen aussieht.

Auch in dieser Nacht ist es ziemlich kalt geworden. Es sieht alles recht feucht aus.

Hier gibt es hin und wieder sehr Altes zu sehen. Zum Beispiel diese Brücke…

…oder diese Kirche. Auf dieser Straßenseite sieht man nur das Dach, auf der anderen Seite aber ein komplettes Gebäude.

Der Weg heute führte sehr nah an der spanisch-französischen Grenze entlang. Hier stehen alte Grenzsteine.

Die Berge sind noch nicht so richtig wieder da, aber man hat doch schöne weite Blicke.

Teilweise sieht es unterwegs aber auch aus wie „zu Hause“.

Und irgendwo habe ich dann diese winzigen Blüten entdeckt.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Pyrenäen – 37. Tag – Refugio de Malniu – Puigcerdà

Dies sollte eine leichte Etappe werden, die am Ende über 15,3 km ging und dabei 100 Hm Auf und 1100 Hm Ab zu bewältigen hatte. Das war wirklich alles kein Problem und ich war auch relativ früh am Etappenende. Aber Frust gab es auch heute wieder. Der Weg spielte Verstecken und die Richtungsschilder Verwirren. Beim besten Willen kam ich doch immer wieder auf Abwege 😦 Erst die Blicke auf den Track konnten mich auf den rechten Pfad zurückbringen. Grusel.

In der Nacht muss es ziemlich kalt geworden sein. Am Morgen liegt Reif auf der Wiese.

Die Landschaft ist noch immer bezaubernd.

Aber so allmählich verschwinden die Berge.

Dann geht es an einem Gebiet vorbei, in dem es vor etlicher Zeit gebrannt hat. Hin und wieder liegt noch der Geruch von Verbranntem in der Luft.

Diese Brücke führt nach Puigcerdà hinein.

Aber was ist passiert? Keine Berge mehr, das letzte Drittel des Weges auf der Straße, Unterkunft in einer Stadt, ein Muschelzeichen auf dem Orientierungsplan. Ich bin doch nicht etwa auf dem Jakobsweg gelandet? Aber es fühlt sich für mich ein bisschen so an.

Pyrenäen-Loch? Na, morgen geht es wohl wieder in die Berge.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Pyrenäen – 36. Tag – Refugio de l’Illa – Refugio de Malniu

Ein Tag der 1000 Bilder, weil alles so zauberhaft schön aussah, aber auch ein Tag, der mal wieder gezeigt hat, dass Freud und Leid manchmal ganz nah beieinander liegen können.

Aufgrund der Wanderführer hatte ich mir ein Bild davon gemacht, wie wohl die 15,3 km, die über 1000 Hm führen sollten, aussehen könnten: kurzer Anstieg, längerer Abstieg, längerer Anstieg mit folgendem steilen Abstieg und dann nochmal eine kleine Spitze – fertig.

Der kurze Abstieg gleich hinter der Herberge war gar kein Problem und führte an einem kleinen Stausee vorbei.

Danach ging es abwärts, aber für mich gut bewältigbar. Es folgte eine Zeit im Tal, was ich sehr genossen habe.

Dann begann der lange Aufstieg. Ich mag es ja, wenn ich sehen kann, wo es hinübergeht. Dann kann ich mich ein wenig einstellen. Diesmal wurde dieser Blick in 3 Etappen eröffnet. Hatte man die eine Höhe erklettert, wurde die nächste eröffnet.

Tja, oben angekommen gibt es natürlich nur eine Möglichkeit dafür, wie es weitergehen kann: nach unten.

Jetzt stand eigentlich nur noch die kleine Spitze an. Aber die hatte es ganz schön in sich. Sie führte seitlich am Berg entlang – immer an der Absturzkante, mal mehr mal weniger kletterich – nach oben, nach oben, nach oben. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie lange noch. Und da das alles so anstrengend und unabsehbar war, wurde ich richtig ein bisschen sickig. Aber irgendwann ging der Weg dann doch über den Pass und schlengelte sich hinunter bis zu diesem See kurz vor der Herberge. Puuh, geschafft.

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Pyrenäen – 35. Tag – Encamp – Refugio de l’Illa

Was für eine atemberaubend schöne Tour über 16,7 km und 1500 Hm. Fast ausschließlich gut zu gehende Wege eigentlich nirgends zu klettern und wirklich tolle Landstriche.

Nach einem etwas steilen Anstieg tauchte ein See auf, an dem es Picknickbänke, aber auch zwei Bars/Restaurants gab. Alles natürlich noch zu so früh am Morgen. Leider konnte man den See immer nur durch die Bäume hindurch sehen.

Tja, und dann gab es (für mich) DIE Überraschung des Weges schlechthin: einen Tunnel!!!

Auch wenn es nun etwas felsig wurde, war doch alles so aufbereitet dass es für Spaziergänger gehbar war – zumindest etwa bis zu zwei Drittel der Strecke. Aber auch danach war der natürliche Weg bequem begehbar.

Weite Teile des Weges führten an diesem sprudelnden Bach entlang…

…oder durch ein saftig grünes Tal.

Am Ende des Tales, als es wieder nach oben ging, wurde es leicht felsig. Aber es war eher so, als hätte ein Riese ein paar Streußel verteilt.

Auch die Sonne begleitete mich fast den ganzen Weg entlang.

Etappenziel war diese nagelneue Herberge, inmitten zauberhafter Berge. Aber es pfeift einem echt der Wind um die Ohren.

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Pyrenäen – 34. Tag – La Cortinada – Encamp

Nicht immer sind sich die beiden Reiseführer in der Weglänge einig. Da ich aber die Tracks des einen habe, sollte ich wohl eher nach diesen km sehen. Hinsichtlich der Zeiten lag ich bisher eher so zwischen den beiden. Irgendwie bin ich schneller geworden. Ich kann also weiterhin in Seelenruhe herumknipsen und abwärts drn Schneckengang einlegen 😉

Auf den heutigen 15,2 km mussten 1200 Hm überwunden werden. Dabei ging es über zwei Pässe. Bisher war es eher so, dass es nur ein Pass war. Nun mussten die Beine nach dem ersten Abstieg also noch einmal motiviert werden, nach oben zu gehen.

Auch wenn es hin und wieder steil war, so ging es überwiegend über gut zu laufende Wege, meist im Wald. Nur selten musste gekraxelt werden. Der zweite Abstieg war etwas ruppelig und ging entsprechend langsam.

Von oben konnte man gut ins Tal schauen.

Zwar habe ich noch nicht viel von Andorra gesehen, aber ich habe den Eindruck, dass jedes Stückchen Tal bebaut ist – meist mit Hotels und Restaurants. Und es wird weitergebaut. In diesem Tal habe ich 5 Kräne gezählt. Gut, dass ich eher in den Bergen herumkrabbele.

Blaue Blumen standen heute in großer Zahl auf den Wiesen.

Anderenorts widmete man sich eher den Nutzpflanzen (Tabak).

Ein wenig Sightseeing gab es auch. Hier eine Mühle.

Ein Blick in eine sehr alte romanische Kirche.

Eine kleine alte Kirche vor Ort.

Tja, und kurz vor dem Ziel hatte ich mich in eine Baustelle verirrt und fand nicht wieder heraus.

Dieser letzte Zaun konnte mich aber nicht wirklich aufhalten – ein Bein hinüber, Körper samt Rucksack hinterher und zum Schluss das zweite Bein. Aber ganz ehrlich: mir ist nicht klar, wie ich hineingeraten war.

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Belana Hermine

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