Pyrenäen 2018 – Nachlese #6

Einsatz von Technik beim Wandern

In den Kommentaren tauchte ja hin und wieder die Frage auf, ob mich denn die „social media“ nicht vom Wandern ablenken würden. Ich hatte versprochen, das in einem Nachtrag zu beantworten. Dem möchte ich nun gern nachkommen.

Eigentlich könnte ich es ganz kurz machen: Ich lasse mich im Alltag nicht von der Technik tyrannisieren, warum sollte ich das dann auf einer Wanderung tun? Aber zu diesem Thema kann man gut und gern ein bisschen mehr sagen.

Bisher

Auf meinem allerersten Jakobsweg (camino del norte 2011) bin ich ganz ohne Handy gegangen. Ich hatte lediglich einen Navi dabei. Im Vorfeld haben mich Leute als leichtsinnig und verantwortungslos hingestellt, weil ich mir ja keine Hilfe rufen könne, wenn ich welche bräuchte. Allerdings laufen auf den Jakobswegen so viele Menschen, dass relativ schnell jemand über einen stolpert, sollte man tatsächlich mal quer auf dem Weg liegen.

Keinen Kontakt zu meiner Familie zu haben, fiel mir allerdings schon schwer. Und hin und wieder gab es Herbergen, bei denen man anrufen musste, wenn man dort schlafen wollte. Dazu habe ich dann eben immer auf jemanden warten müssen, der nach mir kam und ein Handy dabei hatte.

Alle anderen Wanderungen habe ich immer mit Handy gemacht – einfach, um hin und wieder mit der Familie schwätzen zu können. In den ersten Jahren war das mit den Sim-Karten ein wenig kompliziert – jedes Land eine andere Karte, die es meist nur in den größeren Städten gab. Mit meinem jetzigen Tarif ist das alles mehr als easy.

Ab irgendwann hatte ich dann auch ein Smartphone, womit sich der Navi erübrigte.

Heute

Heute habe ich nur noch das Smartphone dabei, aber auch einen kleinen Fotoapparat. Das Smartphone kann zwar auch fotografieren, aber beide machen in unterschiedlichen Situationen die schönen Bilder. Gegen die Sonne geht es besser mit dem Handy, bei Nahaufnahmen bevorzuge ich die Kamera. Beides wird über ein USB-Kabel geladen, wofür ich einen Mehrfachstecker habe. Dann kann ich einerseits jemanden bitten, der eine Steckdose gefunden hat, oder ich kann jemandem die Nutzung anbieten – guter Kommunikationseinstieg 😉

Social Media

Ja, auf dem Handy ist auch eine Mail-App. Ich betreue einige unserer Klienten auch während der Wanderungen. Das ist sozusagen ein Teil des „Preises“, den ich für diese längeren Urlaube zu zahlen habe. Da ich aber weiß, wofür es ist, fällt mir das auch nicht schwer. Außerdem ist diese Betreuung ein sehr schöner Aspekt meiner Arbeit.

Mit der Familie und mit Freunden wird gechattet über Threema oder WhatsApp. Das ist sehr schön und man kann es ja je nach Bedarf in der Intensität und Dauer steuern.

Ich freue mich auch, dass ich unterwegs für jeden Tag einen Blog-Beitrag schreiben kann. Das Beantworten der Kommentare war immer ein schöner Augenblick des Tages für mich. Und Euer Mitfiebern hat mich sehr motiviert. Auch hier hatte ich nie das Gefühl, gezwungen zu sein oder mich zu stressen. Wenn es eben mal nicht ging, dann ging es eben mal nicht. Das einzige, was ich auf den Wanderungen deutlich einschränke, ist das Lesen, Liken und Kommentieren anderer Blogs. Das ist manchmal über das kleine Display das Handies doch anstrengend.

Und wenn es mal Mitwanderer gab, mit denen ich mich unterhalten konnte und wollte, na, dann blieb ein Blogbeitrag auch mal liegen oder fiel etwas kürzer aus.

Benachrichtigungsfunktion

Grundsätzlich habe ich die Benachrichtigungsfunktion meines Handies ausgeschaltet – auch zu Hause im ganz normalen Alltag. Es blinkt zwar, wenn etwas Neues angekommen ist, aber es piepst mir nicht ständig die Ohren zu. Auf den Wanderungen habe ich das Handy tagsüber im Flugmodus, u. a. um Strom zu sparen. Und so fängt es dann nichtmal an zu blinken.

Fazit

Für mich ist das Handy unterwegs ein nützlicher Begleiter. Wann und wie oft ich es benutze, entscheide ich selbst. Ich beantworte gern Beiträge, Kommentare und Nachrichten, fühle mich dazu aber nicht verpflichtet. Und wer mir deswegen die „Freundschaft“ kündigt, nun, der war vielleicht nicht wirklich einer 😉 Sobald ich wieder zu Hause bin, läuft ja doch wieder ein bisschen mehr Kommunikation.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #5

Seidene Fäden

So manches Unternehmen hängt schon von Beginn an am seidenen Faden, bei anderen tauchen diese Fäden unvermittelt auf. Leider reißen viele dieser Fäden, manche halten aber auch und verdicken sich wieder. Auch auf meiner Wanderung gab es einige seidene Fäden, von denen ich Euch gern in drei Teilen berichten möchte. Heute:

Teil 3 – Wenn der Körper zum seidenen Faden wird

Mehrere Wochen mit ca. 12 kg auf dem Rücken täglich um die 1000 Hm hinauf und wieder hinunter – zum Teil auch mehr – das zerrt ganz schön am Körper, was ihn ganz schnell zum eigentlichen Engpass eines solchen Unternehmens werden lässt.

Die guten Nachrichten zuerst

Normalerweise brauchte ich immer so anderthalb bis zwei Wochen, um mich an den Rucksack zu gewöhnen. Dazu gehörten dann Spannungen im Genick und den Schultern sowie Druckstellen auf den Beckenknochen. Gegen letztere hatte ich schon immer Heparin und Arnika-Kügelchen dabei. Gegen die Spannungen im Genick gab es eigentlich nichts außer auszuhalten. Doch dieses Mal war da ganz einfach nichts. Das war wirklich phänomenal.

Auch mit Blasen musste ich mich dieses Mal nicht auseinandersetzen. Es gab ganz am Anfang eine einzige, kleine, die aber mit Hilfe von Blasenpflaster nach zwei oder drei Tagen der Vergangenheit angehörte. Danach tauchte nie wieder eine auf.

Die Knie

Etwas untrainierter reagierten dafür die Knie. Noch nie hatte ich eine solche Tour mit derartigen, täglichen Höhenunterschieden gemacht. Zwar bekam ich keine Probleme mit den Knien, aber sie fühlten sich doch belastet an. Am jeweils nächsten Morgen dauerte es ein paar Minuten, bis ich wieder richtig eingelaufen war, aber dann war es auch gut. Auch nach der heftigen Abwärtstour mit den 2000 Hm hinunter. Das war schon wirklich verwunderlich.

Allerdings entdeckte ich dann doch am Abend eines Tages, der mit etwa 4, ziemlich schnell gegangenen Straßen-km endete, eine Beule am Knie. Die machte mich deutlich nervös, weil ich das nicht einfach als mal-eben-Belastung abtun konnte. Also waren Einschmieren, Hoffen und Beten angesagt. Trotzdem war die Beule auch am Morgen noch da, tat beim Wandern zwar nicht zu sehr weh, ging aber auch tagsüber nicht weg. Wie lange würde das gut gehen? Noch einmal eingeschmiert und gehofft und gebetet… Diesmal mit Erfolg. Die Beule war weg und kam auch nicht wieder. Was auch immer das war – ich war sehr froh, dass ich nun wieder unbelastet weiterlaufen konnte.

Eine Zerrung

Eigentlich war es eine relativ leichte Etappe. Es ging zwar viel und eigentlich nur nach oben, aber eher gemächlich und ohne große Kletterei. Fast war ich ein bisschen entspannt. An einem kleinen Wasserfall füllte ich meine Flaschen auf. Als ich wieder zurück zum Weg wollte, machte ich wohl eine ungeschickte Bewegung – derer ich mir aber nicht bewusst war/bin. Es zog ganz heftig im linken, hinteren Oberschenkel. Danach spürte ich beim Gehen einen leichten Schmerz. Nichts Schlimmes, sodass ich mir keine weiteren Sorgen machte. Es würde schon wieder weggehen. Damit hatte ich mich aber deutlich verrechnet. Am nächsten Tag tat der Oberschenkel so richtig weh – ganz besonders beim Hinaufsteigen. Ich konnte keine Kraft über das linke Bein beim Hochsteigen entwickeln. Da bekam ich ein wenig die Panik. So würde ich nicht über die Berge in Andorra kommen. Also versuchte ich erstmal, das Bein an diesem Tag zu schonen. Am Abend machte ich mich auf die Suche nach der eigentlichen Quelle des Schmerzes und konnte sie in der Tat ausfindig machen. Nun hieß es wieder Einschmieren und auch etwas Massieren, was aber schon ziemlich zwickte. Aber es sollte ja auch besser werden. Der nächste Tag war etwas leichter zu überstehen, allerdings versuchte ich noch, das Bein nicht zu sehr zu belasten. Es wurde besser 🙂 Also habe ich am folgenden Tag angefangen, das Bein wieder etwas mehr einzusetzen, und dann ging es wieder fast wie vorher. Das war auch gut, denn ich stand nun ziemlich direkt vor Andorra. Puuh, das war gerade noch gut gegangen. Vielleicht hätte ich noch mit einem zusätzlichen Ruhetag ausgleichen können. Aber danach?

Fazit

Man weiß nie, wie der Körper auf eine solche Tour reagiert und muss mit allem rechnen. Ruhetage müsste man tatsächlich absolut nach Bedarf und eben nicht nach Plan machen. Und ansonsten habe ich das Gefühl, dass da ganz viele Schutzengel am Werk waren, denen ich von ganzem Herzen dankbar bin.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #4

Seidene Fäden

So manches Unternehmen hängt schon von Beginn an am seidenen Faden, bei anderen tauchen diese Fäden unvermittelt auf. Leider reißen viele dieser Fäden, manche halten aber auch und verdicken sich wieder. Auch auf meiner Wanderung gab es einige seidene Fäden, von denen ich Euch gern in drei Teilen berichten möchte. Heute:

Teil 2 – Wenn die Motivation zum seidenen Faden wird

Vielleicht ist es ja normal, dass man auf so einer langen Tour auch mal einen Durchhänger hat. Aus bisherigen Touren erinnere ich mich da eigentlich nur an letztes Jahr, wo ich vor lauter Einsamkeit einfach weg wollte – wieder unter Menschen wollte. Ansonsten stellte sich die Motivationsfrage bisher noch nicht.

Aber auf dieser Tour war ja sowieso vieles anders 😉

Ein GR11-Wanderer, der vom Cap de Creus kam und mit dem ich mich recht am Anfang der Tour unterhielt, meinte, das Geheimnis des Weges wäre, dass man aufhören muss, wenn man es nicht mehr genießt. Und je öfter und härter ich klettern und kraxeln musste, desto weniger genoss ich die Tour. Auf jeden einzelnen Schritt musste ich so sehr aufpassen. Es blieb keine Möglichkeit, die schöne Gegend zu genießen oder zu knipsen. Immer nur Angst zu haben, gleich Bolognese-Sauce auf Felsengnocchi zu sein… Täglich blieb ich ein oder zweimal so zwischen den Felsen klemmen, dass ich einem Heulkrampf nahe war, weil ich das Gefühl hatte, nicht weiterzukommen, aber auch der Rückweg keine Alternative (mehr) war. Das ist doch nicht normal – dachte ich mir.

Und so kam es, wie es wohl fast unvermeidlich kommen musste. Am Tag mit den 2000 Hm Abstieg, der hin und wieder nur an der Absturzkante entlanglief und teilweise mit Seilen gesichert war, hatte ich sowas von die Nase voll. Ich hätte am liebsten dem armen Herbergsmenschen alles vor die Füße geschmissen. Aber der konnte ja auch nichts dafür. An MD schrieb ich, dass er doch bitte mal nach einer Heimfahrtmöglichkeit von Benasque – dort, wo ich in ein paar Tagen einen Ruhetag einlegen wollte – schauen sollte. Ja, ich war wohl gedanklich schon auf dem Heimweg.

Aber just in dieser Herberge traf ich auf verschiedene Wanderer, mit denen ich mich sogar Englisch oder Deutsch unterhalten konnte. Etliche meinten, dass die kommenden Etappen einfacher werden würden. Ein wenig machte es auch im Buch diesen Eindruck. Mehr als die Hälfte der roten Etappen war schon geschafft. Schwarze würde es keine mehr geben. Also gab ich dem Ganzen eine Chance bis Benasque.

Nun, das Ende vom Lied/der Wanderung kennt Ihr. Es wurde tatsächlich leichter. Wurde es das wirklich oder gewöhnte ich mich peu à peu daran? Vielleicht beides ein bisschen, immerhin vermisse ich inzwischen doch etwas, wenn ich an die Berge denke. Und so haben dann wohl Gewöhnung, Neugier und sicher auch ein Schuss Durchhaltewillen den Ausschlag gegeben, von Benasque aus weiterzugehen.

War es die richtige Entscheidung? Tja, was ist schon richtig, was ist falsch? Zumindest habe ich die Entscheidung nicht bereut. Trotz aller „Widrigkeiten“ die Tour beendet zu haben, hat mir schon eine gute Portion Vertrauen in die eigenen Kräfte gegeben. Und das fühlt sich einfach gut an.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #3

Seidene Fäden

So manches Unternehmen hängt schon von Beginn an am seidenen Faden, bei anderen tauchen diese Fäden unvermittelt auf. Leider reißen viele dieser Fäden, manche halten aber auch und verdicken sich wieder. Auch auf meiner Wanderung gab es einige seidene Fäden, von denen ich Euch gern in drei Teilen berichten möchte.

Teil 1 – Wenn die Ausrüstung zum seidenen Faden wird

Einige Ausrüstungsteile sind besonders essentiell. Wenn man diese verliert oder sie kaputt gehen und man nicht direkt Ersatz beschaffen kann – was in den Bergen eher der Fall sein dürfte -, kann das das Ende der Tour bedeuten.

Powerstecker

Eines dieser wichtigen Utensilien ist für mich der Powerstecker, über den alle elektronischen Teile geladen werden konnten. Teilweise war ich schon so paranoid, dass ich sogar nach dem Loslaufen noch einmal den Rucksack absetzte und prüfte, ob ich ihn auch wirklich eingepackt hatte. Er entpuppte sich glücklicherweise nie als seidener Faden.

Seife

Auch das in Pineta liegengelassene Seifenstückchen wurde nicht zum seidenen Faden, da ich für einige Tage mein Shampoo auch als Seife benutzen konnte, bis ich an meinem ersten Ruhetag in Benasque ein neues Stückchen kaufen konnte.

Wanderstöcke

Deutlich gravierender war ein Vorfall mit einem meiner Wanderstöcke. Auch sie sind äußerst essentiell und unterliegen deshalb meiner besonderen Beobachtung. Ich habe strikt darauf geachtet, sie entweder mit den Schlaufen über den Handgelenken zu haben oder sie mindestens mit einer Hand festzuhalten. Wenn ich mal etwas trinken wollte, hielt ich also beide Stöcke in einer Hand. Nachdem ich die Flasche weggepackt hatte, wollte ich den Stock wieder in die richtige Hand wechseln, diese Griff dabei aber daneben und der Stock machte sich selbstständig – und wer hätte es wohl anders erwartet – den Abhang hinunter. Allerdings standen dort glücklicherweise einige Büsche, sodass der Stock nach dem ersten Überschlag mit der Spitze nach oben dort hängenblieb. Oh, oh, das ging aber tief runter. Und ich musste mich nun ein wenig vornüber beugen, um ihn greifen zu können. Puuh, gerade nochmal geschafft.

Wasserflaschen

Ja, am Rollen war auf diesen Wegen vieles. Zweimal ist eine Flasche aus dem seitlichen Rucksackfach gefallen und hat sich ebenfalls äußerst agil auf den Weg nach unten begeben. Die eine blieb in der Lücke zwischen zwei Felsbrocken klemmen, die andere „versackte“ in Treibsand-ähnlichem Schotter. Ganz tragisch wäre der Verlust nicht gewesen, weil ich eh nur etwas festere PET-Flaschen, die leicht ersetzbar sind, und zusätzliche einen Wassersack habe, aber irgendwie mag ich die Flaschen 😉

Einlegesohlen und Socken

Last but not least – der kritischste seidene Faden: Circa anderthalb bis zwei Wochen vor dem Ende der Strecke begannen die Einlegesohlen der Schuhe, sich schichtenweise zu zersetzen. Die innere Masse war eigenartig klebrig, sodass gleichzeitig die Socken in Auflösung begriffen waren. Ein Paar Socken hatte eh schon das Zeitliche gesegnet, sodass es ein wenig knapp wurde. Und ohne Einlegesohlen in den Schuhen geht ja nun gleich gar nichts. Sollte die Tour nun an kaputten Einlegesohlen scheitern?!?!? In meiner Not versuchte ich, den Verfall durch Bekleben mit Pflasterstreifen aufzuhalten – wenigstens so lange, bis ich neue Socken und Einlegesohlen besorgen könnte. Die Notlösung hielt 🙂 Und an meinem zweiten Ruhetag nutzte ich die Gelegenheit, um mit dem Bus in die nächste größere Stadt zu fahren, um dort Ersatz zu beschaffen.

Fazit

Diese seidenen Fäden hielten also und haben mir Hinweise darauf gegeben, was ich bei weiteren Touren besser beachten sollte: definitiv Ersatzeinlegesohlen mitnehmen und auf die wichtigsten Dinge besser achtgeben und sie bewusst in den Rucksack packen, damit nachträgliches Nachsehen nicht nötig wird.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #2

Notdürftiges über die Notdurft

Keine Sorge, es wird nicht eklig und es geht auch nicht unter die Gürtellinie. Aber dies ist ein Thema, das mich aus eigenem Erleben und wegen eigener offener Fragen immer wieder umtreibt und für das man nur selten ergiebige Informationen bekommt.

Tja, wie geht das also, wenn man mitten in der Natur ist und sich die nächste offizielle Stelle Stunden entfernt befindet?

Einerseits kann man natürlich versuchen, wenig zu trinken, um eben gar nicht erst in diese Situation zu geraten. Allerdings muss man natürlich ausreichend trinken, um leistungsfähig zu bleiben oder nicht gar zu dehydrieren. Obwohl ich morgens normalerweise zwei oder drei Tassen Milchkaffee und auch Saft getrunken und auch unterwegs immer wieder aus den Flaschen getrunken und diese nachgefüllt habe, war es meist kein Problem, bis zum Nachmittag zur Zielankunft auszuhalten.

Aber was, wenn nicht?

Hin und wieder gab es ja unterwegs Unterkünfte. Dann kam es ein bisschen auf die dortigen Leute an. In einigen Unterkünften werden erst spät am Nachmittag die Zimmer und teilweise auch die Sanitäranlagen aufgemacht. Schon für die Zimmer ist mir der Sinn nicht so ganz klar, bei den Sanitäranlagen kann ich das erst recht nicht nachvollziehen. Klar, wenn sie gerade sauber gemacht werden, dann sollten da nicht zu viele Leute rumspringen. Aber sonst? Es gab sogar eine Herberge, da bekam ich als Antwort auf die Frage, ob ich denn mal die Toilette benutzten dürfte, zur Antwort, nur wenn ich was in der Bar nehmen würde. Manchmal ist es von Vorteil, eine Sprache nicht wirklich zu können. Aber im Kopf ist schon der Satz herumgespukt, ob ich vielleicht mein Häufchen vor die Herbergstür setzen solle – nur fehlten mir dafür die spanischen Worte; wohl gut so. Okay, ich wollte hier sowieso etwas trinken. Also durfte ich auch auf die Toilette.

Und wenn es auch keine Unterkünfte gibt?

Tja, dann könnte es schon schwierig werden. So haben auch die unbewirtschafteten Herbergen keine Toiletten. Per Zufall kam in einem Gespräch mit jemandem, der in der Nacht zuvor in einer solchen Herberge geschlafen hatte, dieses Thema auf. Ich meinte, dass hinter dieser Herberge ja ziemlich viel Müll lag. Und er meinte, dass viele diesen Platz auch als Toilette benutzen würden. Ha, da war das Thema. Also habe ich gleich eingehakt. Aber leider konnte ich nichts aus ihm herausbekommen.

Nun ja, vermutlich mache ich es eben so, wie die meisten auch: ich suche mir ein unbeobachtbares Plätzchen zwischen Bäumen und Büschen…

Aber natürlich ließ mich die Frage nicht los. Und siehe da – es gibt sogar ein kleines Buch dazu „How to shit in the woods“ vom Conrad Stein Verlag. Hier werden zwei Arten des Umgangs mit dem Thema angeführt: Loch buddeln und dann zuschaufeln (auch für das kleine Geschäft wegen der Geruchsbelästigung) oder mitnehmen. Das ist vermutlich wirklich das Sinnvollste. Allerdings hatte ich weder einen Spaten noch Tüten dabei. Aber es war ja auch nur selten nötig.

Eine interessante Sache in diesem Zusammenhang gibt es (für mich) noch. Sie bezieht sich darauf, wie es Hundehalter machen (müssen): in Deutschland wird mitgenommen, in Japan wird vergraben. Also sollte ich mir wohl mal ein paar von diesen Hundehäufchen-Tüten für die nächste Tour besorgen, denn einen Spaten würde ich nur ungern mitschleppen wollen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Pyrenäen 2018 – Nachlese #1

Nach einer langen Tour wieder zurück in den Alltag zu finden, ist keine wirklich einfache Sache. Das konnte ich nun schon ein paarmal erleben. Aber diesmal fällt mir das besonders schwer. Dabei habe ich keine wirklichen Erklärungen dafür.

Ja, ich erledige die Arbeiten, die anstehen. Das sind nach einer längeren Zeit der Abwesenheit nicht gerade wenige. Aber ich muss mich schon ganz schön dazu treiben und es kostet Kraft, dabei zu bleiben.

Viel lieber schaue ich mir schonmal an, wo es das nächste Mal hingehen könnte. Aber das dauert noch lange, lange, lange…

Wenn ich überlege, was auf dieser Tour anders war als auf den anderen, so fällt mir eigentlich nicht allzu viel ein.

Sie hat – gemessen an der Länge – ziemlich lange gedauert. Bisher habe ich immer so 200 km pro Woche gerechnet. Diesmal waren es nur etwa 130.

Oder war es die körperliche Herausforderung, der Umgang mit der Gefahr in den Bergen? Letzteres wäre eigentlich etwas, auf das ich gern verzichtet hätte. Aber ein bisschen Kraxelei war zum Ende hin schon ganz gut.

Oder waren es schlicht und ergreifend die Schönheit, die Wunder, die klare Natur, die ich nun vermisse und die ich gern durch irgendetwas wieder in meine Nähe bringen möchte?

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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