Shikoku 2017 – Nachlese #15

Thema heute: Tsunami-Schutz

2011 hat die Südküste von Shikoku ein riesiger Tsunami getroffen mit schweren Verwüstungen und vielen Toten. Als ich dort entlang wanderte, konnte ich viele Vorkehrungen sehen, um im Falle eines Tsunamis gewappnet zu sein. Ob sie nun alle aufgrund der Schäden von 2011 errichtet wurden oder schon vorher vorhanden waren, kann ich nicht beurteilen. Mich hat aber der Umfang der entsprechenden Maßnahmen sehr beeindruckt.

Hinweisschilder

Ein Teil der Vorkehrungen betrifft Hinweisschilder. Diese gibt es in zweierlei Richtung. Einmal wird darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um ein gefährdetes Gebiet handelt, auf welcher Höhe über dem Meeresspiegel man sich befindet und über welchen Weg man sich (am schnellsten) in Sicherheit bringen kann.

 

Die zweite Sorte Hinweisschilder bezieht sich auf die „Rettungsgebiete“ an sich, deren Lage beschrieben wird bzw. die als solche gekennzeichnet sind.

Rettungsgebiete – Evacuation Areas

„Rettungsgebiete“ sind meist höher gelegene Waldstücke. Teilweise ist der Zuweg dorthin abgesperrt und wird wohl aufgeschlossen, sollte sich ein Tsunami ankündigen. Hin und wieder waren auch Tempelanlagen, wenn sie entsprechend hoch lagen, als „Rettungsgebiete“ gekennzeichnet.

Es wurden aber auch extra für diesen Zweck Konstruktionen erbaut, um Menschen vor dem Tsunami zu retten. Hier ist mir allerdings nicht klar, wie viele Menschen hier wirklich Platz haben und ob das der Größe der jeweiligen Ortschaft angemessen ist.

Natürlich kann ich überhaupt nichts dazu sagen, wie hilfreich diese Maßnahmen im Endeffekt sein werden. Ich gebe zu, dass ich immer mal wieder geschaut habe, wie hoch über dem Meeresspiegel ich mich befinde. Das war manchmal nur ein Windhauch 😉 Auch habe ich immer mal Ausschau danach gehalten, wo ich denn hinmüsste. Vielleicht ein bisschen paranoid, denn es war ja kein Tsunami angekündigt. Das mindert aber in keiner Weise meine Hochachtung vor diesen vielen Anstrengungen, die unternommen wurden, um eine gewisse Sicherheit aufzubauen. Und ich kann nur hoffen, dass sie sich im Falle eines Falles als sehr hilfreich erweisen – aber noch viel eher würde ich mir wünschen, dass sie völlig umsonst aufgestellt wurden. Ich möchte nicht in der Gegend sein, wenn ein Tsunami droht.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Shikoku 2017 – Nachlese #14

Thema heute: Müll

Japan gilt gemeinhin als sehr sauberes Land, auf dessen Straßen weder Dreck noch Abfall liegt. Ist dem so? Was hilft dabei? Was ist vielleicht auch schwierig? Hier ein paar Antworten, basierend auf meinen Erlebnissen.

Ist Japan wirklich ein sauberes Land?

Ja, Japan machte auf mich in der Tat einen sehr sauberen Eindruck. Auf den Straßen in den Städten und Ortschaften lag in der Tat kein Unrat. Allerdings verwunderte mich das etwas, da ich nur ein einziges Mal an einem „öffentlichen“ Abfalleimer vorbeigekommen war. Ansonsten musste ich meinen Müll immer bis zur Unterkunft mitschleppen, um ihn dort in den Haushaltsmüll zu geben. Allerdings sehen die Straßenränder außerhalb der Ortschaften doch den unseren hinsichtlich der Müllbesiedelung ziemlich ähnlich. An besonders „schlimmen“ Stellen gibt es sogar Hinweisschilder, dass man doch bitte nichts wegschmeißen möge.

Wie funktioniert die Müllabfuhr?

Müll gesammelt und getrennt wird auch in Japan. Dafür gibt es zentrale Sammelstellen, zu denen am Abfuhrtag der Müll gebracht wird. Das kann dann so aussehen:

Zu diesen zentralen Sammelstellen kommt dann ein Müllfahrzeug, wo meist junge Männer die Säcke aufsammeln und auf/in das Auto schmeißen (hinten links vor dem Haus).

Was, wie zu trennen ist, kann man auf solchen Karten ablesen:

Auch in manchen Unterkünften waren die Mülleimer beschriftet. Wenn man sich allerdings die Beschriftung genauer ansieht, dann fällt vielleicht auf, dass für einen Deutschen (okay, zumindest für mich) einiges offen bleibt. Brennbar, Plastik, Glas und Dosen. Der gute Hund zeigt zwar eine Apfelkitsche, aber ist sowas wirklich brennbar? Und gewohnt an „meinen“ Biomüll tat ich mich schwer, sowas dem Feuer übergeben zu lassen.

An den vielen Getränkeautomaten wurde nach Plastikflaschen und Dosen getrennt in den Mülleimer geworfen, innen drinnen landete aber alles im selben Sack. Allerdings muss es irgendwo Stellen geben, die alles wieder auseinandersortieren und der Weiterverarbeitung zuführen. Hier der zweite Verarbeitungsschritt von Dosenmüll – platt gequetscht und zu Quadern gepresst.

Allerdings scheinen sich auch Japaner nicht immer auf ihr Abfallentsorgungssystem zu verlassen/verlassen zu wollen. So wird Müll auch schonmal kurzerhand selbst verbrannt oder auch einfach eine eigene Müllhalde aufgemacht.

Eine umweltfreundlichere „Müllentsorgung“, die es ja auch in Deutschland gibt, ist ein Garagenverkauf oder ein Flohmarkt. So etwas scheint es auch in Japan zu geben.

Insgesamt bin ich mit dem Müllsystem ganz gut zurecht gekommen. Die fehlenden Abfalleimer unterwegs waren manchmal ein bisschen nervig. Wenn man schon den ganzen Rucksack voller Zeug mitschleppt, dann möchte man nicht noch zusätzlich etwas mitschleppen. Aber ich habe es brav gemacht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich nicht immer an das Trennsystem gehalten habe. Da ist dann auch mal ein Schokoladenpapier im Sammeleimer für die Flaschen am Getränkeautomat gelandet 😦

Vermutlich ist den Japanern durchaus bewusst, dass nicht alle ihr Abfallsystem verstehen. Hier gab es deshalb explizit eine Hinweistafel an einer zentralen Müllsammelstelle (gefunden auf der Künstlerinsel): — This is’n a trash can. —

So, dann hoffe ich, dass ich einigermaßen objektiv geblieben bin und mich nicht über Gebühr lustig gemacht habe. Aber irgendwie ist das echt ein interessantes Thema, weil es doch ziemlich viel über das „eigentliche“ Leben aussagt…

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Shikoku 2017 – Nachlese #13

Heute geht es um das Thema Straße – Ampel – Verkehr.

Die Fußgängerampeln haben mir gefallen. Sie zeigten mit seitlichen Streifen an, wie lange noch die entsprechende Phase dauern wird. Man muss also keine Zahlen lesen können, sondern schaut einfach, wie die Streifen immer kürzer werden.

 

Interessant war, dass auf manchen Infotafel auch das Wetter angezeigt wurde.

Die Beschilderung auf den Gleisen am Bahnhof war (zumindest in Osaka) für mich durchaus verständlich. Die beiden roten Zahlen rechts zeigen die Gleisnummer. Aber alles Andere spricht wirklich für sich.

Schwieriger war es schon an Bushaltestellen. Aber zumindest waren sie als solche erkennbar.

Da es viele nette Straßenschilder gab, werde ich daraus einen eigenen Nachtrag machen. Aber einen kleinen Vorgeschmack auf Hinweisschilder für Städte will ich hier geben.

Außerdem war mir aufgefallen, dass es recht abenteuerlich anmutende Beladungsarten von Fahrzeugen gab. Hier liegt ein Karton auf der eigentlichen Abdeckung. Einfach nur vergessen oder gewollt? Wie auch immer. Ich wollte nicht in der Nähe sein, wenn er sich selbstständig macht.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Shikoku 2017 – Nachlese #12

Heute soll es darum gehen, wie in Japan Wäsche getrocknet wird, wenn sie nicht gerade in den Wäschetrockner gestopft wird.

Ein Aufhänge auf der Wäscheleine so mit Klammern uns so gibt es eigentlich nicht. Vielleicht ist das aber auch eine Besonderheit von Shikoku wegen des häufig starken Windes.

Im Wesentlichen gibt es zwei Vorrichtungen zum Aufhängen von Wäsche. Das Eine sind dicke Rohre oder Standen, die auf Halterungen gelegt werden. Hier werden dann Pullover beispielsweise durch die Ärmel hindurch aufgefädelt. Die Ständer sind durch Steine gegen den Wind gesichert.

Hier sieht man im Hintergrund die aufgefädelte Wäsche.

Die zweite Vorrichtung ist eine Art aufhängbare Wäschespinne. Es ist also ein rundes Ding, an dem viele Klammern festgemacht sind und das man über einen Haken irgendwo anhängen kann, z. B. an der dicken Wäschestange von oben. Die Wäsche klammert man dann einfach an die Klammern an. Auch Bügelsets, die man anhängen kann, gibt es.

Und so habe ich dann auch meine Wäsche mit Hilfe dieser Gestelle angehängt.

Manchmal habe ich aber auf die altbewährte Methode mit normalen Bügeln zurückgegriffen. Was halt gerade möglich war.

Wichtig aber immer: ob auf der Wäschestange oder einen Bügel – die Wäsche wurde immer mit zusätzlichen Wäscheklammern gesichert. Dafür gab es besonders große Exemplare, die man eben an die obige dicke Wäschestange klammern konnte. Gesehen habe ich auch überdimensional große Wäscheklammern, mit denen Bettdecken an Terassengeländern oder Zäunen zum Auslüften und Trocknen festgeklammert wurden. Sehr beeindrucken.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Shikoku 2017 – Nachlese #11

Der Jahreswechsel bringt doch so einiges durcheinander. Und so sind auch die Nachträge der Sommerwanderung 2017 ein wenig unter den Tisch gefallen. Ein paar Dinge habe ich noch, die vielleicht interessant wären. Deswegen wird es ab jetzt wieder etwas regelmäßiger noch ein paar Nachträge geben.

Ich tue mich immer schwer damit, Menschen einfach so zu fotografieren. Und wenn man die Sprache nicht beherrscht, dann kann man auch nicht richtig fragen. Trotzdem habe ich ein paar wenige Fotos von (aus meiner Sicht) interessanten Tätigkeiten machen können. Diese möchte ich heute zeigen.

Baustellen, insbesondere im Straßenverkehr sind immer sehr intensiv abgesichert. Jeweils am Anfang und am Ende der Baustelle steht jemand mit einer Fahne, der die Autos und/oder Fußgänger leitet. Meist stehen sie über Sprechfunk in Verbindung, um zu sagen, ob frei ist oder nicht. Aber ganz häufig hatten sie leider auch nichts zu tun und standen einfach nur so in der prallen Hitze.

 

 

 

Hier gibt es zu Dienstbeginn einen Morgenappell mit Einweisung in die anstehenden Aufgaben. Allerdings sehen einige auch aus, als würden sie gerade einen ziemlichen Anpfiff bekommen 😦

 

Die Baumpflege in den Tempeln erfolgte eigentlich ziemlich genauso, wie ich das von zu Hause aus kannte 😉

 

Da es sich überwiegend um eine ländliche, zum Teil nur schwach besiedelte Gegend handelte, kamen hin und wieder Autos vorbei, bei denen man allgemeine Lebensmittel kaufen konnte oder eben Obst und Gemüse oder auch Fisch.

 

 

Die Post in Japan ist rot. Ausgetragen wird sie auf motorisierten Zweirädern mit einer großen roten Kiste hinten drauf.

 

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

Shikoku 2017 – Nachlese #10

Heute soll es um eines der wichtigsten Themen der ganzen Wanderung gehen – ums Essen 🙂

Allgemein gilt japanisches Essen wohl als gemüse-, fisch- und reislastig. Und so habe ich es auch erlebt. Rein vegetarisch (vegan?) war es nur in den Tempelunterkünften in Koyasan. Fleisch gab es in einigen wenigen Unterkünften – und dann hatte ich den Eindruck, man bot es für die „Ausländer“ an.

Eine Mahlzeit besteht aus vielen verschiedenen kleinen Dingen – also nicht EIN großes Essen. Hier mal ein Beispiel für ein Abendessen.

Reis ist ganz obligatorisch. Normalerweise gibt es davon so viel, wie man möchte. Das mit dem Deckel ist eine Misosuppe. Auch die ist eigentlich bei jedem Essen dabei, immer mit ganz verschiedenen Einlagen. Links oben in der Ecke ist Tempura – in Teig ausgebackenes Gemüse. Rechts unten ist Sashimi – roher Fisch auf fein geraspeltem Rettich. Sashimi gab es oft, aber nicht immer. Tempura war meist in irgendeiner Form dabei. Hier gibt es jetzt noch drei verschiedene Sorten eingelegtes Gemüse. Was es hier gerade nicht gab, war gebratener oder geräucherter Fisch, den es aber auch sehr oft gab. Hin und wieder gab es auch einen kleinen, süßen Nachtisch, aber bei weitem nicht immer. Also mit dem Abendessen hatte ich nie ein Problem, es sei denn, es war ein kompletter Fisch, der überwiegend aus Gräten bestand 😉

Eigentlich sieht das Frühstück ziemlich ähnlich aus. Hier ebenfalls ein Beispiel.

Was vielleicht auffällt ist, dass es deutlich weniger umfangreich ist. Auch hier ist Reis obligatorisch, wie auch die Misosuppe. Ein gebratenes Ei ist eher eine Seltenheit. In der Regel gibt es ein rohes Ei, das die Japaner mit Sojasauce mischen und dann über den Reis schütten. In diesem blütenähnlichen Schüsselchen sind ganz viele Babyfischchen. Oh, wenn die mich schon am Morgen mit ihren großen Augen angeschauten, dann fiel es mir die ersten Tage deutlich schwer, sie aufzuessen. Ein bisschen Wehmut ist bis zum Ende geblieben. Häufig gab es auch morgens Fisch. Wenn es ein Stück war, war es okay. Ansonsten hatte ich damit ähnliche Probleme wie abends, wenn es ein ganzer Fisch mit vielen Gräten war. In der Mitte des Tabletts liegen ein paar Nori-Blätter. Dort konnte man Reis einwickeln und ihn essen. Ich habe mir die Blätter als kleinen Snack für unterwegs mitgenommen. Die rötliche Kugel unten ist eine sauer-würzig eingelegte Pflaume. Die gab es nahezu zu jeder Mahlzeit – morgens wie abends.

Was man auf den Bildern nicht sieht, ist Tofu. Den gab es aber relativ oft in ganz verschiedenen Ausprägungen. Die meisten schmeckten richtig gut. Bei einer Sorte brauchte ich aber recht viel Sojasauce, um ihn essen zu können 😉

Manchmal gab es etwas ganz Besonderes.

Hier gibt es zusätzlich eine Nudelsuppe (Udon), die auf einem kleinen Feuer noch am Platz am Kochen gehalten wird.

Hier gibt es Japanischen Feuertopf. Keine Ahnung, ob es wirklich so heißt – ich habe es einfach mal so getauft. Auf einem Feuer steht ein Topf mit Wasser oder bereits gewürzter Brühe. In den kann man nach Belieben die ganzen Leckereien des großen Tellers (Pilze, Salate, Fleisch etc.) geben, sie garen lassen und dann mit verschiedenen Saucen essen. Eine sehr kommunikative Angelegenheit, wenn man die Sprache der Mitesser versteht 😉 Aber trotzdem total lecker.

Das allermeiste des Essens habe ich sehr genossen. Es gab aber einige Dinge, an die ich bis zum Ende nicht wirklich heran konnte. Das war einmal diese Pflaume. Dann waren es ganze Fische, wenn sie einen so anschauten – und dann noch die vielen Gräten. Das rohe Ei habe ich morgens auch nicht geschafft. Hin und wieder gab es direkt ein Spiegelei oder ein gekochten Ei. Ein paarmal bin ich auch gefragt worden, ob ich ein rohes Ei (Ei = tamago, vgl. Tamagotchi) wolle. Dann habe ich etwas Anderes bekommen. Aber ansonsten war alles fein.

Mit einer großen Ausnahme: NATTO

Da gab es also gleich am Anfang einen Becher, der wie ein Joghurt-Becher aussah. Voller Vorfreude machte ich ihn auf und fand darin irgendwelche kugelartigen Dinger, die aussahen, als wären sie vergammelt. Sie rochen auch völlig vergammelt. Als ich dann mit den Stäbchen eine dieser Kugel hochhob, zogen sich daran Fäden. Es waren vergammelte Bohnen. Eine wahre Delikatesse für Japaner und wohl auch äußerst gesund. Allerdings fürchtete ich, dass mein Verstand mir einfach nur Magenschmerzen und Übelkeit einreden würde. Deshalb habe ich das dann lieber gelassen.

Diese „Esskultur“ bildete sich in den Landschaften, durch die ich gegangen bin, durchaus ab. Es gab viele Reisfelder in unterschiedlichen Reifegraden. Es gab viele Gewächshäuser, aber auch „freie“ Gemüseplantagen. Und es gab etliche Gebiete mit Obstbäumen. Dafür habe ich nur zwei sehr kleine Rinderställe gesehen, einmal ein paar Schafe auf der Weide, keine Schweineställe, keine Hühnerställe. Aber zur Landwirtschaft soll noch ein weiterer Nachtrag folgen.

„Esskultur“ ist natürlich auch in Supermärkten erkennbar. Die Bereiche mit Molkereiprodukten waren äußerst klein – gemessen an denen zu Hause, die Fischabteilungen dafür umso riesiger, Fleischer nur klein. Das Obst ist sehr teuer – überall – beim Gemüse kam es ein wenig darauf an, wo man es kaufte. In den großen Supermärkten gab es auch immer etwas billigere Angebote (neben den teuren). Am billigsten waren die Stände am Straßenrand. Auch vorgefertigte Essen oder halbfertige Gerichte scheinen in Japan beliebt zu sein. Dazu gehören neben Sushi auch Reisdreiecke, die mit verschiedenen Dingen gefüllt sein können, etwas mehr als einen Euro kosten, und von denen zwei ein gutes Mittagessen für mich ergaben.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

​(Un-)Sinn(s)-Sprüche und -Fragen

Viele Gaststätten- und Hotelbetreiber sind so nett, ihre Wäsche, ihr Besteck etc. mit ihrem Namen und ihrer Adresse zu versehen. Dann weiß man hinterher wenigstens, wo man das Zeug geklaut hat.

Da war mal ein Kollege. Wenn man bei ihm zu Hause um einen Löffel für den Kaffee oder Tee bat, kam zuerst die Frage, von welcher Fluggesellschaft er denn sein solle. ***ohne Kommentar***

Auf meiner Sommerwanderung bekam man von vielen Unterkunftsbetreibern ganz offiziell ein kleines Handtuch geschenkt mit dem Namenszug der Unterkunft. Schöne Andenken, die ich gern um die Insel getragen habe 🙂 Hier die Sammlung der Handtücher/Tücher, die ich nicht benutzt habe. Einige hatte ich direkt als Schweißtücher eingesetzt.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

Shikoku 2017 – Nachlese #9

Das Symbol der Schildkröte

Die Schildkröte war mir auf der Reise in verschiedenster Form begegnet. Besonders auffallend waren natürlich die beiden Schildkröten in den Tempeln (22. Tag und 25. Tag). Aber auch lebende Exemplare in Gewässern oder als Haustiere gehalten und vielerlei Souvenirs in Form von Schildkröten habe ich gesehen. Das legte die Vermutung nahe, dass Schildkröten in Japan und/oder im Buddhismus eine besondere Bedeutung haben.

Mit Hilfe der Japanisch-Lehrerin und des Internets ließ sich Folgendes herausfinden:

In China und Japan wird die Schildkröte mit Weisheit und Glück assoziiert.

In China ist die Schildkröte auch ein Symbol für Fruchtbarkeit, Gesundheit und Vitalität. Wenn man in China eine Schildkröte im Traum sieht, so symbolisiert sie die Schöpfung.

In Japan steht die zusätzlich auch für ein langes Leben. Sowohl der Gott der Weisheit und des Glücks (Fukurokuju) als auch der Gott der Langlebigkeit und des Glücks in alten Tagen (Jurojin) werden von einer Schildkröte begleitet.

Mongolen und Inder interpretieren den Panzer der Schildkröte als den Weltenberg, den die Schildkröte trägt. Für sie, wie auch für die Chinesen bedeutet die Schildkröte auch Unsterblichkeit.

Häufig findet sich die Schildkröte gemeinsam mit einem Kranich und Bambus. Diese drei zusammen symbolisieren die Insel der Unsterblichen/Unsterblichkeit (hôrai). Den Kranich als Symbol für ein langes Leben kennen Viele sicherlich durch Hiroshima und Nagasaki, wo das Falten von 1000 Kranichen bedeutete, dass man nicht an der Strahlenkrankheit erkranken/sterben würde.

Da es ja auch im Buddhismus um Unsterblichkeit und den Eingang ins Nirwana geht, ist es also nicht verwunderlich, dass im Zusammenhang mit Tempeln auch immer wieder Schildkrötenfiguren auftauchen.

Hier eine Säule aus 13 Steinschildkröten.

Aber auch Kraniche werden figürlich dargestellt.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

Shikoku 2017 – Nachlese #8

Tengu – Der rote Typ mit der langen Nase

Einige von Euch erinnern sich sicherlich noch, dass ich von einem roten Typen mit einer langen Nase geschrieben hatte und nicht so recht wusste, was er zu bedeuten hat. Falls Ihr nachlesen wollt –> hier. In den Kommentaren hatten wir ein wenig herumgerätselt, waren aber zu keinem Schluss gekommen. Nun habe ich mich ein wenig kundig gemacht und habe auch fundierte Hilfe von der Japanisch-Lehrerin (herzlichen Dank) bekommen. Der Rest stammt dann aus Wikipedia.

Auf jeden Fall hat der Typ einen Namen: Tengu (chinesisch: Himmelshund; japanisch: Himmelsfuchs) und ist sogar in meinem Wörterbuch zu finden. Die Schriftzeichen sind unten auf dem zweiten Bild zu sehen. Er gehört zum Volksglauben, lebt in den Bergen (laut Wikipedia haben die Berge ihre „eigenen“ Tengu) und ist ein Kobold oder Waldgeist. Seine Wurzeln hat er in  buddhistischen, shinoistischen und auch alten daoistischen Vorstellungen. Dann muss ich mich also auch nicht wundern, eine solche Figur in einem buddhistischen Tempel zu finden.

Im Volksglauben ist Tengu eine Gestalt, die Unfug treibt und allerlei Streiche spielt. Auch sexuelle Anspielungen hinsichtlich der langen Nase fehlen nicht. Man kann ihn in Märchen finden. Im Theater gibt es entsprechende Figuren. Und natürlich hat Tengu in entsprechender Gestalt auch Eingang in Mangas gefunden.

Aber erst in der frühen Neuzeit bekam Tengu sein eher humoristisches Gewand. Davor waren sie gefürchtet, weil sie Besessenheit auslösten, Mönche und Kinder attackierten und entführten und sowohl aggressiv als auch waffengewandt waren.

Hier noch ein paar weitere Bilder von Tengu’s, die mir sehr gefallen haben.

 

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

Shikoku 2017 – Nachlese #7

Der Kreislauf des Lebens in Bildern

Viele Tempel sind Aufbewahrungsstätten für Kunstschätze – würde ich zumindest aus meinem laienhaften Verständnis heraus sagen. Einige der Tempel hatten regelrechte Sammlungen von Schätzen, meist Kalligrafien oder andere Bilder. In einem Tempel gab es ein ganz breites Bild, das den Kreislauf des Lebens darstellte. Es hat mich sehr beeindruckt. Deshalb möchte ich es Euch heute vorstellen, auch wenn die Fotos wegen der vielen Spiegelungen in den Vitrinengläsern nicht wirklich toll geworden sind.

Es beginnt damit, dass eine junge Frau ein Kind bekommt.

Das Kind wächst zu einem jungen, schönen Mann heran.

Er wird älter und älter.

Und irgendwann liegt er tot da und beginnt zu verwesen.

Tiere kommen und führen ihren Teil dieses Menschen in die Natur zurück…

…bis nur noch das Skelett daliegt, das zu Staub zerfällt.

Und übrig bleibt die Natur und maximal ein Stein zur Erinnerung.

Alle Bilder zeigen dieselbe Stelle in der Natur. Auch die Gebährende scheint an genau dieser Stelle ihr Kind zur Welt zu bringen. Das hat für mich dieses kreislaufartige besonders deutlich gemacht.

Bessere Fotos wären natürlich toll gewesen, aber bestimmt kann man sich auch so ganz gut vorstellen, was ausgedrückt werden soll.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine