Urlaub 8. Tag – Wandern im Maladeta-Massiv

Was für ein toller Tag. Und nur, weil wir auf den neuen Reifen warten müssen. Fast könnte man meinen, es war gut so, weil wir uns wohl sonst diesen Wandertag nicht gegönnt hätten.

Das Maladeta-Massiv hat die höchsten Berge der Pyrenäen, die über 3000 m hoch sind. Der höchste ist der Aneto mit 3404 m. Den haben wir natürlich nicht bestiegen. Aber wir sind bis ca. 2300 m gekrabbelt. Einen längeren Halt haben wir in einem Refugio gemacht. Dort können 92 Leute schlafen. Viele starten dann von dort den 7 km langen Weg zum Gipfel des Aneto.

Allerdings waren wir wandertechnisch völlig unzureichend ausgestattet: nur bequeme Turnschuhe, keine Karte, keine Ahnung. So waren wir ganz froh, unsere Route geschafft zu haben. Es ging vorbei an Wasserfällen,

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Schneegebieten,

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Kühen,

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Geröllfeldern..

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Und am Ende – nach ca. 7 Stunden – gab es eine kurze Siesta 😉

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Entgegen aller Erwartungen war der Stein überhaupt nicht heiß; eher angenehm warm. Ich war nämlich durch den kühlen Wind da oben und einen heftigen Sonnenbrand ziemlich durchgefroren.

Irgendwann werde ich den GR 11 die Pyrenäen entlang gehen. Dann bin ich wieder hier in der Gegend. Und dann werde ich die 3404 m in Angriff nehmen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Urlaub 7. Tag – Benasque

Heute war wieder überwiegend Natur-Gucken angesagt. Das ist hier aber auch schön – überall.

Wir waren an einem Fluss, der vorwiegend aus Schmelzwasser gespeist wurde. Jetzt sieht er noch friedlich aus. Aber am Flussbett ist zu erkennen, dass das nicht immer so ist.

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Auch jetzt kommt noch an vielen Stellen Wasser herunter.

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Und es gibt sogar noch Schnee, wenn auch kaum mehr als solcher erkennbar. Und das bei über 30 Grad und unter 1000 m Höhe.

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Heute morgen haben wir eine Fahrradfahrerin mitgenommen, die eine Panne hatte. Mal schauen, welche interessanten Leute noch eine Mitfahrgelegenheit brauchen 😉 Allerdings werden sie zwei Tage warten müssen, denn wir müssen eine Zwangspause einlegen.

Die Berge und Felsen sind ziemlich am Arbeiten. Und so liegen immer wieder Steine auf den Straßen. Man bemüht sich zwar, sie wegzuräumen, aber das kann ja nicht überall klappen. Allerdings ist von einem (erfolgreichen) Versuch, sie mittig unter den Reifen zu nehmen, ernsthaft abgeraten. Bei uns führte das zu einem Reifenwechsel in schräger Parkposition, bei 40 Grad und in praller Sonne. Und nun warten wir zwei Tage auf einen neuen Reifen.

Alles kein großes Problem. Das Hostal hier liegt total toll – ein wundervoller Blick. Das Foto gibt’s morgen. Dann werden wir uns mal zu Fuß den Bergen nähern.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Urlaub 6. Tag – St. Girons

Das war aber ein grottiger Tag. Hihi. 🙂 🙂 🙂 Wir haben zwei Grotten besucht.

Die erste war die Höhle von Niaux. Nach der Höhle von Lascaux ist das wohl diejenige mit den am besten erhaltenen prähistorischen Höhlenmalereien. In unserem Reiseführer stand, dass insbesondere im Juli und August eine Anmeldung de facto Pflicht ist. Jeden Tag gibt es maximal 8 Führungen mit maximal 20 Personen. Trotzdem wollten wir unser Glück versuchen. Ich habe so so so sehr gehofft, habe aber nicht wirklich damit gerechnet. Als wir ankamen, gab es noch Plätze in einer Gruppe, die eine halbe Stunde später starten sollte – allerdings auf französisch. Uups. Aber das war dann auch egal. Die Zeichnungen sind auch ohne Erklärung verständlich und den Rest würde man irgendwo nachlesen können. Oh, ich war sowas von aus dem Häuschen!!! Aber das Beste kam noch. Wir waren nur 5 in der Gruppe. Es war also eine sehr individuelle Führung. Die Dame hat sehr deutlich gesprochen, sodass ich überraschend viel verstanden habe – warum ein paar Zeichnungen übereinander liegen, was die Pfeile bedeuten, welche Hilfsmittel eingesetzt wurden, um trotz schlechten Lichts durch das Feuer schön zu zeichnen, was gemacht wurde, um die Zeichnungen vor dem Wasser des Berges zu schützen… Alles sehr interessant. Alles so wundervoll 🙂

Leider durfte man natürlich nicht fotografieren. Also gibt es nur ein Bild von unserem Ticket.

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In der Nähe dieser Höhle gab es noch ein paar andere ähnliche. Die haben wir aber (aus Zeitgründen?) ausgelassen. Wir wollten nämlich noch zu einer Höhle, durch die man mit dem Auto fahren muss. Auf dem Weg dorthin haben wir einen Tramper mit dickem Rucksack mitgenommen. Ein Hund kam dann auch noch aus dem Gebüsch gesprungen. Hm, naja. Der größte Hundefan bin ich ja nicht gerade. Aber okay.

Es war beeindruckend, durch die Höhle mit dem Auto zu fahren. Aber es reizte uns nicht wirklich, dort auszusteigen und ein wenig herumzuspazieren.

Auf dem letzten Stück zu unserer Unterkunft kamen wir an einer Kirche vorbei. Von dort ging ein Weg zum Friedhof, der hinter der Kirche auf einem Berg lag. Am Wegrand standen lauter kleine Häuschen. Zuerst dachten wir, es wären auch Gräber. Aber in jedem dieser Häuschen gab es eine Relief mit einer Abbildung der letzten Stationen von Jesus Christus – also ein Kreuzweg. Das fand ich auch sehr interessant, weil ich so etwas vorher noch nie gesehen hatte.

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Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Urlaub 5. Tag – Sant Julia de Loria

Das war aber wirklich eine nette Unterkunft. Richtig familiär, auch wenn uns das aufgrund der Sprachbarriere nicht allzu viel weitergeholfen hat. Aber Atmosphäre kann man auch ohne Sprache spüren. Und es war definitiv Spanien. Mit dem Menu del dio um 21:00, was ja für uns ziemlich spät war, aßen wir gemeinsam mit den Familien mit Babies. Und mit dem Frühstück um 8:00 waren wir die Allerersten. Aber es war toll.

Für heute war ein Besuch in Andorra geplant. Aber neben diesem kleinen Land, das da in die Berge gebettet ist, gibt es auch noch eine winzige spanische Enklave umgeben von französischem Territorium. Ich muss mal versuchen herauszufinden, wie so etwas politisch zustande kommt. Die mussten wir natürlich auch durchfahren.

Auf dem Weg haben wir Halt in Ripoll gemacht. Dort gibt es ein Kloster, dessen Ursprünge im Jahr 879 liegen. Es hat einen tollen Kreuzgang mit zwei Etagen. Unten konnte man ausgegrabene alte Gräber sehen.

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In Andorra haben wir einen kurzen Aufenthalt in der Hauptstadt gemacht – Einkaufen als Beschäftigung für gelangweilte Urlauber :-(. Infoblätter etc. waren in 4 Sprachen: spanisch/katalanisch, französisch, englisch und???? Russisch! Es gab sogar ein Werbeplakat NUR auf russisch. Und an einem Restaurant hing explizit ein Schild, dass es hier auch eine russische Speisekarte gibt. Das war für mich mal wieder herausfordernd fürs Verstehen: die EU gibt Millionen Euros aus, um das russische Hochschulsystem zu unterstützen. Ich nenne das inzwischen Entwicklungshilfe. Das geht für mich nur schwer zusammen. Aber vermutlich mische ich wieder irgendwelche Ebenen in unerlaubter Weise zusammen.

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Aber die Gegend hier ist total toll. Die Hauptstadt liegt absolut im Talkessel verschiedener Berge. Das sieht überwältigend aus. Ein paar km abseits haben wir eine nette und (im Sommer?) preiswerte Unterkunft gefunden.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Urlaub 4. Tag – Camprodon

Das war unsere erste „richtige“ Pyrenäen-Etappe. Wir haben wieder viel beeindruckende Landschaft gesehen und sind viele kleine Bergstraßen gefahren.

In einem Gebiet konnte man ganz nah an die Sandsteinfelsen heran. Da Sandstein relativ schnell verwittert, haben sich in diesem Gebiet interessante Figuren geformt. Diese Felsen werden deshalb „Orgel“ genannt.

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In einem Ort in der Nähe gab es eine reich ausgestattete Kirche. Auf dem Bild im Buch wirkte es zwar beeindruckend, aber die Atmosphäre in echt zu spüren ist noch einmal was ganz Anderes.

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Nach weiteren vielen Kurvenkilometern waren wir am Ziel für heute angekommen. Es ist ein Casa rural. Wirklich nett gemacht. Und die Dame des Hauses bemüht sich sehr. Nichts ist ein Problem. Alles ist möglich.

Da in Spanien ja eh spät zu Abend gegessen wird, haben wir noch „schnell“ einen Abstecher zum ersten Berg, der über 2000 m hoch ist, gemacht. Wundervoll, beeindruckend, faszinierend… Aber auch ein wenig traurig machend, weil ein recht großer Teil der Natur durch ein Skigebiet überdeckt wurde.

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Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Urlaub 3. Tag – Nachtrag

600 km weiter und alles ist anders.
Gestern gab es schon ab 6:00 Frühstück, vielleicht auch wegen der Pilger, die um 7:00 mit dem Pilgergottesdienst ihren Weg antreten oder fortsetzen wollen. Hier gab es ab 8:30 Frühstück. Und als wir am Vorabend gegen 21:00 mit dem Essen fertig waren, hatten wir Sorge, mit den Bürgersteigen eingeklappt zu werden. Als wir gestern um 22:00 fertig waren, fing der Bär erst an zu tanzen. Naja, und für heute morgen hieß es zwar ab 8:30 Frühstück. Das wurde dann aber erstmal vorbereitet. Na, das ist eben Spanien, wie ich es schon kennenlernen durfte und es auch lieb gewonnen habe :-).

Gestern sind wir durch den Landstrich Languedoc gefahren. Eine sehr beeindruckende Landschaft. Aus tiefgrünen Wäldern mit hohen Bäumen ragen plötzlich bizzar geformte Felsen auf. Von Languedoc hatte ich zum ersten mal in „Northanger Abbey“ (Austin) gehört und dann in „Odolfo“ (Redcliffe) gelesen. Die Wälder hätte ich mir tatsächlich so vorgestellt. Aber die Felsen waren doch überraschend – überraschend schön.

Und nun fängt auch das babylonische Sprachgewirr an. Mit MD spreche ich deutsch – klar. Eines der Mädel, die wir mitgenommen hatten, sprach ganz gut englisch. Bisher ging es auf französischen mehr schlecht als recht. Nun, dachte ich, wäre spanisch angesagt. Aber das ist nicht sicher. Da kann es auch passieren, dass auf einen spanischen Satz französisch geantwortet wird. Oder es mischt sich katalanisch drunter. Dann hört es ja ganz auf. Und später wird katalanisch durch baskisch abgelöst. Oh, oh. Aber bisher haben wir uns noch immer verständigt bekommen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Urlaub 3. Tag – Llanca

Heute morgen waren wir in der Tat noch in der Kathedrale. Und es war wieder wunderschön und hat viele schöne Erinnerungen geweckt. Wer weiß warum, aber ich musste wieder viele Bilder knipsen, auch wenn ich die Dinge nun schon mehrfach fotografiert habe.

Hier die schwarze Madonna.

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Da wir recht früh aufgestanden waren, sind wir trotz Besuch der Kathedrale relativ früh losgekommen. Das war gut, denn die knapp 600 km bis Llanca wollten gefahren sein. Nun sind wir also kurz hinter den Pyrenäen in Spanien. Wir hatten uns so auf das Mittelmeer gefreut, dass wir auch gleich nach der Ankunft losgelaufen sind. Echt toll. Blitzblaues Wasser und gleich daneben die Berge.

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Etwa 150 km vor dem Ziel wollten zwei Belgierinnen mitgenommen werden. Sie machten an einem Tramp-Wettbewerb mit. Am Montag waren sie in Belgien gestartet. Dies war ihre 5. und letzte Etappe. Es wurde also immer von Etappenort zu Etappenort getrampt und am Ende die Gesamtzeit ermittelt. Da ihr Etappenziel nicht so weit von unserem Ziel entfernt lag, haben wir sie bis zu ihrem Ende mitgenommen. Heute waren sie somit Dritte.

Morgen erwarten uns dann die Berge :-).

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine