Nepal #9

Berge

Dies ist der dritte und damit letzte Teil der Landschaftsbeiträge zur Reise. Und da ich oft genug sprachlos vor diesen Naturschönheiten gestanden habe, möchte ich sie Euch hier auch ziemlich kommentarlos einfach nur so zum Genießen präsentieren.

Manche scheinen wie gemalt/gezeichnet. Ich kann Euch aber versichern, dass es alles tatsächlich Fotos sind 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Renz-Polster: Erziehung prägt Gesinnung

Erziehung prägt Gesinnung – Wie der weltweite Rechtsrutsch entstehen konnte – und wie wir ihn aufhalten können

  • Herbert Renz-Polster
  • Kösel-Verlag, 25. März 2019
  • Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-466-31116-3

Inhalt

Viele von uns sind schockiert über den wieder erstarkenden Rechtsradikalismus in der Welt und in Deutschland. Wir sind aber auch ratlos, woher das rührt und was wir dagegen tun können.

Die These des Buches ist, dass die Sozialisation in der frühen Kindheit prägt, wie wir dem Leben gegenüberstehen, und dass das auch unsere Haltung im Erwachsenenleben prägt. Wir lernen entweder, dass das Leben Gutes für uns bereithält, wenn wir in positiver sozialer Bindung, gefördert und nicht unter Druck und Zwang gesetzt aufwachsen können. Anderenfalls stehen wir dem Leben eher skeptisch gegenüber oder erwarten gar nur das Schlechte von ihm. Entsprechend agieren und reagieren wir. Wir werden entweder die Sandkastenmobber oder die guten/wahren Freunde. Immer bezogen auf eine allgemeine Gruppe – Einzelschicksale können natürlich auch anders verlaufen

Dieser These geht Herr Renz-Polster von verschiedenen Standpunkten aus nach. Er zeigt, dass autoritäre Erziehung keine Frage von Reichtum oder Armut ist. Er zeigt, dass autoritäre Erziehung keine Frage von Bildung ist. Er zeigt aber insbesondere auch, dass es eben insbesondere diese kindliche Prägung ist, die autoritäre Persönlichkeiten hervorbringt und dass andere Einflüsse höchstens wenig bis gar keinen Anteil daran haben. Dazu zieht er durch die Welt und schaut sich die allgemein üblichen Kindheitsbiografien an und vergleicht sie miteinander.

Er legt aber auch dar, dass die Kindheiten in Deutschland verhältnismäßig unautoritär und das in zunehmendem Maße verlaufen. Herr Renz-Polster zeigt auch, dass wir zwar im Moment einen Aufmerksamkeits-Boom für Radikalismus in Deutschland erleben, aber insgesamt die Trend weg von Autoritarismus und Radikalismus geht.

Jede Argumentation stützt Herr Renz-Polster auf verlässliche Studien. Er führt dazu auch verschiedene Autoritarismus-Forscher an. Entsprechend umfassen die Literatur- und Quellenhinweise am Ende des Buches 42 Seiten.

Subjektive Eindrücke

Ich bin tief beeindruckt von dem Buch – und auch betroffen. Insbesondere die Beschreibung dessen, was Kinder in verschiedenen Regionen der Welt durchmachen müssen, hat mich ziemlich stark bewegt. An der Stelle vielleicht ein kleines Achtung an alle, die selbst unter Gewalt zu leiden hatten.

Der Schreibstil von Herrn Renz-Polster gefällt mir sehr gut. Er braucht keine wissenschaftlichen, hochtrabenden oder unverständlichen Begriffe. Im Gegenteil, er findet sprechende und – aus meiner Sicht – passende Metaphern oder Bilder. Seine Argumentation stützt er nicht nur mit wissenschaftlichen belegen, sondern auch mit eingängigen aktuellen/praktischen Beispielen, die überraschen und überzeugen.

Das Buch macht Mut, was die Situation in Deutschland angeht – ganz im Gegenteil zu dem, was man hinsichtlich der lauten und z. T. lauter werdenden Stimmen erwarten würde. Aber es lässt auch sehr frustriert und pessimistisch hinsichtlich einiger anderer, sehr großer Länder dieser Welt zurück.

Letztlich das Kredo, wie wir den Autoritarismus und Radikalismus überwinden können: Gebt den Kindern – insbesondere den ganz Kleinen – was sie von Natur aus brauchen: Liebe, Geborgenheit, Anregung und Freiraum sich zu dem zu entwickeln, was in ihnen angelegt ist.

Fazit

Bitte, bitte, bitte unbedingt lesen – vor allem angehende Eltern oder Eltern kleiner Kinder, aber auch ErzieherInnen in KiTas, Schulen und sonstigen Einrichtungen. Auch wenn es schwer ist und die Ressourcen nicht zu reichen scheinen – es ist/wird das Fundament einer lebenswerten Zukunft.

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Nepal #8

Hängebrücken

Dies ist also im Grunde die Fortsetzung des Beitrags über die Landschaft. Bevor es aber nur noch zu gucken gibt, ein paar Worte zu den Hängebrücken.

Eigentlich hatte ich echt viel Sch… vor diesen Dingern. Im letzten Sommer hatte ich eine ganz kurze in den Pyrenäen erlebt. Als eine Trailrunnerin über diese Brücke joggte, kam sie ganz schön ins Schwingen, sodass sogar die Läuferin ihre Geschwindigkeit drosselte. Ich bin dann zwar ganz gut über die Brücke gekommen, hatte aber danach noch ein paar Sekunden lang das Gefühl, weiterhin zu schwingen. Sehr unangenehm, kann ich da nur sagen.

Der Wanderführer hatte sich auch ziemlich ausgelassen über diese Brücken. Eigentlich müsse man wohl keine Sorge haben, denn es wären Schweizer Bauten. Hm, kenne ich Schweizer als Brückenbauer? Aber gut, wenn sie so zuverlässig wie ihre Uhren (pfui, was für ein Stereotyp) sind, dann sollte ich mal weniger besorgt sein.

Allerdings meinte der Wanderführer auch, dass man sich vor Mulis auf den Hängebrücken in Acht nehmen sollte. Glücklicherweise haben wir die nie auf den Brücken getroffen.

Tja, und hier nun ein paar ausgewählte Stücke. Alt oder neu, kurz oder lang, durchhängend oder nach oben gebogen, ruhig vor sich hin hängend oder vom Wind gebeutelt, über ein tiefes Tal oder „nur“ über einen flachen Graben…

Jedes für sich genommen ein wahres Unikat.

Zuerst war es ganz schön gewöhnungsbedürftig, über diese Brücken zu gehen. Aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran. Am Ende bin ich sogar auf einer Berücke stehen geblieben und habe den tiefen Abgrund geknipst. Leider kommt das auf dem Foto nicht so heraus. Aber für mich wird es immer eine Erinnerung sein, dass auch Hängebrücken zu überleben sind.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Schmidt-Leukel: Wahrheit in Vielfalt

Wahrheit in Vielfalt – Vom religiösen Pluralismus zur interreligiösen Theologie

  • Perry Schmidt-Leukel, aus dem Englischen von Monika Ottermann
  • Gütersloher Verlagshaus, 22. April 2019
  • Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
  • 36,00 € (D), 37,10 € (A)
  • ISBN 978-3-579-08249-3

Inhalt

Das Buch versucht zu klären, warum und wie die Religionen in Dialog treten können, um grundlegende Gemeinsamkeiten, die überwiegend durch unterschiedliche Benennung verborgen sind, zu erkennen, diese anzuerkennen und zu einer gegenseitigen Wertschätzung zu kommen, um weitere Religionskriege zu verhindern.

Im ersten Kapitel erläutert Herr Schmidt-Leukel, warum er religiösen Pluralismus für nötig und für möglich hält und wie er ihn von Naturalismus, Inklusivismus und Exklusivismus entscheidet. Dann untersucht er getrennt für das Christentum, das Judentum, den Islam, den Hinduismus, den Buddhismus und die chinesischen Religionen, ob und welche pluralistischen Elemente sie enthalten.

Den zweiten Teil des Buches leitet Herr Schmidt-Leukel ein, indem er zeigt, wie man nun von pluralistischen Ansätzen innerhalb einer Religion zur interreligiösen Theologie finden kann, für die er Prinzipien und Methoden zusammenstellt. Anschließend nimmt er immer jeweils zwei Religionen und untersucht, inwieweit sich deren Glaubensgrundsätze miteinander und durcheinander erklären lassen und ob sich die jeweils andere Religion darin wiederfinden kann. So geht es um die Bedeutung des Sohnes, des Propheten und von Buddha.

Ähnlich untersucht Herr Schmidt-Leukel die Bedeutung der Schöpfungstheorien miteinander und durcheinander zu erklären.

Am Schluss des Buches stellt Herr Schmidt-Leukel seine grundsätzliche Auffassung religiöser Vielfalt vor. Diese erklärt er mit der Theorie der Fraktale des Mathematikers Benoît Mandelbaum von 1975.

34 Seiten Literaturnachweise sowie 7 Seiten Namensregister geben einen kleinen Hinweis darauf, welch umfangreiches Wissen in diesem Buch steckt.

Subjektive Eindrücke

Wie oft hatte ich mich nicht schon gefragt, warum sich die Religionen eigentlich so bekriegen, wieso es Religionskriege gab und gibt, wieso man Menschen anderer oder keiner Glaubensrichtungen derart verfolgen muss. Die Geschichte ist voll von widerwärtigen Beispielen. So kam das Buch gerade recht und ich flog förmlich darauf.

Die Argumentationen und Erläuterungen haben mich von der Detailliertheit und dem schier unermesslichen Wissen her tief beeindruckt. Nicht immer habe ich alles verstanden, weil Herr Schmidt-Leukel doch eher in der Sprache seiner Wissenschaft und mit religiöse geprägten Begriffen hantiert, die mir nicht geläufig sind – vermutlich, weil ich eben nicht mit einem bestimmten Glaubenssystem aufgewachsen bin.

So habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich das Buch eher an sehr fachlich Interessierte mit einer großen Portion Vorwissen richtet als an die „breite interessierte Masse“. Schade eigentlich. Denn wie sollten sich die vielen guten Ideen für einen Dialog zwischen den Religionen verbreiten und möglichst großflächig Fuß fassen, wenn nicht über die Menschen, die den entsprechenden Religionen angehören.

Ja, ich bin beeindruckt von den Ideen und Möglichkeiten, die das Buch erläutert und eröffnet. Und hoffe sehr, dass sie den Kontext der Wissenschaft, der Universitäten und Vorlesungen verlassen und bis zu den Menschen, die täglich Religion leben, vordringen können.

Fazit

Ein Buch voller brillanter Argumentation, umfangreichen Wissens, sehr begrüßenswerter Entwicklungsrichtungen – nur manchmal für den nicht so tiefgründig mit der Materien Vertrauten etwas schwierig zu verstehen.

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