Zentangle #12

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Shikoku 2017 – Nachlese #2

Wie schläft es sich in Japan?

Allgemein bekannt ist sicher, dass in Japan üblicherweise auf Futons geschlafen wird. Hin und wieder kann man das auch in etwas tiefer gehenden Dokumentationen sehen. Aber wie funktioniert das? Und kann man da wirklich schlafen?

In den traditionelleren japanischen Unterkünften (Minshuku und Ryokan oder in den Shukubo der Tempel) wird tatsächlich auf Futons geschlafen. In den Hotels gibt es in der Regel westliche Betten. Manche kleinere Hotels (soweit ich das beobachtet habe) haben auch Zimmer im japanischen Stil.

Ein Futon besteht aus einer unteren Decke, die einfach so auf die Tatami-Matten auf den Boden gelegt wird. Darauf kommt eine weitere Decke, auf die ein Laken gelegt wird. Die Dicke der Decken ist unterschiedlich. Das kann von einer 1 cm dicken Filzmatte bis zu einer Art Steppdecke reichen.

Das Kopfkissen ist so in etwa 60cm*40cm und mit einer Körnermischung gefüllt. Allerdings kann ich nicht sagen, was das für Körner oder Kerne sind. Es fühlte sich immer mal wieder anders an.

Nun kann man sich auf diesen Untergrund legen. Als Zudecke gibt es eine (für uns) normale Zudecke. Entweder steckt sie in einem Überzug oder man hat eine Art Laken, mit dem man sich zudeckt. Die Zudecke legt man dann darüber.

Für mich waren diese Konstruktionen in aller Regel zu hart, selbst die weicheren Ausführungen. Die Knochen drückten immer bis zum Boden durch. Das bereitete mehr oder weniger große Schmerzen. Da man sich das Bett selbst richten musste und die Zimmer in der Regel für 2 oder 3 Personen vorgesehen waren, habe ich irgendwann angefangen, mir eine zusätzliche Unterlage zu nehmen. Das war dann schon besser.

Die westlichen Betten waren sehr unterschiedlich. Eines war eigentlich eine hochgelegte Tatami-Matte mit daraufgelegtem Futon ***lach***. Ansonsten waren die westlichen Betten etwas härter als die, die wir normalerweise gewohnt sind. Nur ein einziges Bett war so weich, dass ich beinahe gesagt hätte, es hätte etwas härter sein können. Aber nach den vielen harten Nächten war es trotzdem eine Wohltat.

Ganz ehrlich: Die Schlafgelegenheiten sind nichts, was ich jetzt hier zu Hause vermisse 😉

Wir sehen uns unterwegs.
Let’s go!
Belana Hermine

Rezension: Die Entschlüsselung des Alterns

Die Entschlüsselung des Alterns – Der Telomer-Effekt

  • von Prof. Dr. Elizabeth Blackburn und Prof. Dr. Elissa Epel, Deutsch von Thorsten Schmidt
  • Mosaik, 6. März 2017
  • Gebundene Ausgabe, 464 Seiten (eBook-Version)
  • 24,00 € (gebundene Ausgabe), 18,99 € (eBook)
  • ISBN 978-3-442-39288-9

Inhalt

Das Buch gliedert sich in 4 Teile. Teil 1 erläutert die Funktionsweise von Telomeren. Teil 2 beleuchtet den Einfluss von Stress auf Telomere. Teil 3 befasst sich mit den Auswirkungen unserer Lebensweise auf Telomere. Teil 4 geht darauf ein, wie soziale Beziehungen die Telomere beeinflussen.

Die Sachverhalte werden überverständlich ausgebreitet und häufig wiederholt. Detailliert wird darauf eingegangen, wie man zu den Erkenntnissen gelangt ist, welche Studien dazu beigetragen haben und welchen wissenschaftlichen Wert diese Studien hatten. Insbesondere im ersten Teil des Buches wird immer wieder auf die folgenden Teile des Buches verwiesen.

Der Text wird begleitet von Checklisten und Handlungsanleitungen, wie ein telomerschonendes oder -förderndes Verhalten aussehen könnte.

Subjektive Eindrücke

Mir ist nicht ganz klar, an welche Zielgruppe sich dieses Buch richtet. Die eher schon fast simplen Erklärungen deuten auf ein Publikum mit wenig Bildungsnähe hin. Allerdings wäre es nicht verkehrt, ein paar Grundlagen über den Aufbau von Fragebögen, wie sie in einem Psychologiestudium vermittelt werden, zu haben, um die sehr, sehr vielen Ausführungen auf die zugrundeliegenden Studien wirklich einordnen zu können. Sicherlich ist es interessant, etwas über den Entstehungsprozess wissenschaftlicher Erkenntnisse zu erfahren. Aber war das das Anliegen des Buches?

Durch die vielen Wiederholungen, Verweise auf später und die etwas sehr einfache Darstellung fiel es mir schwer, das Buch sukzessive zu lesen. Ich brauchte einfach immer mal wieder eine Pause, ehe ich mich dem nächsten Kapitel widmen konnte.

In den Teilen 2-4 habe ich nichts wirklich Neues gefunden. Es geht um eine gesunde Lebensweise. Der einzige Punkt, der dieses Buch hier von anderen Büchern zu gesunder Lebensweise unterschiedet, ist, dass eine wissenschaftliche Begründung dafür gegeben wird, warum dies eine gesunde Lebensweise ist – nämlich, weil es die Telomere entsprechend beeinflusst.

Sollte man noch nichts von gesunder Lebensweise gehört haben, dann findet man in diesem Buch viele wertvolle Hinweise und Tipps und sicher auch Anleitungen, wie man zu einer gesunden Lebensweise finden kann. Ich zweifle allerdings ein wenig daran, dass es solche Leute gibt, und wenn, ob sie ein so dickes Buch mit einer derartigen Flut an Informationen lesen würden.

Fazit

Es ist interessant über die Funktionsweise von Telomeren zu lesen. Somit wäre es für mich ausreichend gewesen, wenn das Buch den Teil 1 enthalten hätte. Wer wenig über gesunde Lebensweise weiß, dem bietet sich in diesem Buch aber eine umfangreiche Fundgrube an Material – zum Lesen, zum Testen, zum Anwenden.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für Rezensionsexemplar.

Zisterzienser

Gestern war ich im LVR Landesmuseum Bonn. Dort läuft derzeit eine Ausstellung zu den Zisterziensern. Da ich auf meinen Jakobswegen immer mal wieder auf ihre „Nachfolger“ oder „Reste“ von ihnen treffe, wollte ich mir das unbedingt ansehen.

Ohne jegliche weitere Vororientierung bin ich direkt zum Beginn der Öffnungszeit ist. Geschick tirili – eine Viertelstunde später fing eine Führung an. Na, der habe ich mich doch glatt angeschlossen.

Man hat versucht, im Museum die Räume eines Zisterzienserklosters nachzugestalten. Grundsätzlich finde ich das gut gelungen, auch es ein paar Einschränkungen gibt, weil man ja nun nicht das ganze Museum dafür abreißen konnte.

Gleich am Eingang sind Reste von Fensterbögen auf dem Fußboden ausgelegt. Man kann gut erkennen, wie sie zusammengefügt wurden. Da das Fenster dort liegt, kann man an alles sehr nah ran.

Beeindruckend fand ich dieses Stein(!!!)-Relief. Es stammt aus einer Zeit, in der Nonnen noch keine weitere Beachtung geschenkt und ihnen auch nur wenige Rechte zugestanden wurden. Insofern ist es ein mutiges Werk.

Beeindruckt war ich auch von diesem Kapitell einer Säule aus einem Kreuzgang. Maria kitzelt dem Jesuskind den Bauch und beide haben ihren Spaß daran.

Ein Raum war wie ein Skriptorium gestaltet. Im Nachbarraum wurden alte Bücher gezeigt. Angefangen hat es mit Büchern, die nur Schrift enthielten, getreu den Regeln der Zisterzienser. Doch nach und nach wurden die Bücher zunehmend kunstvoller gestaltet (illuminiert – sagte die Dame).

Diese Ausstellung belegt nur einen Teil der Ausstellungsfläche des Museums. Es gibt eine Dauerausstellung zur Geschichte der Region. Und so kommt es, dass nicht weit entfernt vom Chorgestühl (unten links) ein Neanderthaler auftaucht (recht in der schwarzen Vitrine) 😉

Ja, es hat mir sehr gut in der Ausstellung gefallen und ich kann sie zum Besuch empfehlen, wenn man sich für diese Epoche und diese Thematik interessiert. Allerdings wirkt wohl meine diesjährige Pilgerung noch ziemlich nach. Ich habe die Unterschiede zwischen den Ansätzen dieser beiden Weltanschauungen/Religionen nahezu zum Greifen spüren können. Das war interessant und lehrreich, aber doch auch ziemlich verwirrend.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Eine Frage zum Sonntag

Zuerst möchte ich allen herzlich danken, die sich am letzten Sonntag an der Diskussion beteiligt haben. Es kamen verschiedene Herangehensweisen und Facetten zum Ausdruck, sodass ich mal definiere, dass das Experiment geglückt ist und fortgesetzt werden kann 🙂 heute mit der Frage:

Schon am Montag auf den Freitag warten?

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein hat hin und wieder den Vorteil, dass man (ungewollt) Gesprächen Anderer folgen kann. Manchmal höre ich dann am Montagmorgen Aussagen wie: „Ach, wenn es doch schon bald Freitagnachmittag wäre.“ oder „Wie ich mich auf den Freitag freue.“ oder „Hoffentlich ist bald Freitag.“

Mich gruselt dann immer ein bisschen. Ist es nicht furchtbar, wenn man sich vor jedem Arbeitstag neu scheut, weil man meint, nur Langweiliges, Sinnleeres, zu Schweres/zu Stupides vor sich zu haben? Ein Drittel eines normalen Arbeitstages verbringen wir auf der Arbeit. Es ist doch furchtbar, wenn man sich tagtäglich neu dazu zwingen muss.

Natürlich hat jeder Job auch öde Anteile. Das ist wohl nur normal. Und es gibt immer ein paar Kollegen, mit denen man nicht so gut auskommt. Auch ist mal ein Tag toll, einen anderen will man vielleicht lieber aus dem Kalender streichen.

Deshalb die Frage(n):

Wie viel „Ätz“ im Job verträgt man, ohne „Schaden“ zu nehmen? Kann man selbst etwas an der Situation ändern, ohne gleich den Arbeitsplatz wechseln zu müssen? Ab wann ist es sinnvoll, den Arbeitsplatz zu wechseln? Wie kommt man am besten mit den „unguten Aspekten“, die es nunmal zwangsläufig in jedem Job gibt, zurecht?

Ich bin gespannt auf Eure Lösungswege und freue mich darauf, uns darüber auszutauschen.

Wünsche Euch allen einen sinnvollen und erfüllenden Sonntag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Rezension: Zeitkurier

Zeitkurier

  • von Wesley Chu, aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
  • Heyne Verlag, 14. August 2017
  • Taschenbuch, 496 Seiten
  • 14,99 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-453-31733-8

Inhalt

Die Ressourcen der Erde sind erschöpft. In den Weiten des Weltalls, das man besiedelt hat, gibt es auch kaum ausreichend Ressourcen. Also versucht man, aus der Vergangenheit Ressourcen in die Zukunft zu holen. Für derartige Zeitreisen gibt es strenge Regeln, über deren Einhaltung eine Behörde wacht.

Zeitkuriere müssen eine strenge Ausbildung durchlaufen. Nur wenige schließen sie erfolgreich ab. Danach müssen sie sich für viele Jahre für den Dienst verpflichten. Die meisten erleben das Ende dieser Verpflichtung nicht.

Manche Zeitreisen sind aber so wichtig, dass sich die Zeitkuriere damit aus ihrer Verpflichtung „freikaufen“ können. Auf seiner letzten Zeitreise bricht einer der Zeitkuriere die Regeln und wird daraufhin gnadenlos verfolgt. Aber er hat etwas mitgebracht, das die Erde vor dem endgültigen Verfall retten könnte.

Subjektive Eindrücke

Zeitreisen und die möglichen „Verwerfungen“, die sie hervorrufen können, faszinieren mich schon lange. Hier geht es aber nicht nur um die technische Seite der Zeitreisen, sondern auch um moralische Verantwortung während der Zeitreisen, aber auch ganz allgemein für die Erde und für die Menschen. Eine wirklich schöne Mischung, die das Lesen auf verschiedenen Ebenen spannend und interessant macht.

Die Charaktere sind nachvollziehbar und in der nötigen Tiefe beschrieben. Sie agieren entsprechend ihrer gezeigten Eigenschaften. Nur ganz selten gibt es Zufallsereignisse, die unerklärt bleiben.

Die Spannung ist für mich ausreichend groß, ohne zu groß zu werden. Dennoch habe ich einmal am Ende des Buches nachgeschaut. Das kann man aber sein lassen. Das Ende wird erst dann verständlich, wenn man das Buch gelesen hat. Wirklich gut gemacht.

Fazit

Mit knapp 500 Seiten gehört dieses Buch sicher nicht zu den Leichtgewichten. Es bringt aber viel Lesevergnügen, wenn man sich für Zeitreisen und/oder mögliche Lebensmodelle in der Zukunft, die von unserem derzeitigen Umgang mit Ressourcen und Menschen extrapoliert sind, interessiert. Ein Buch ganz nach meinem Geschmack.

Ich habe das Buch mit viel Freude und Genuss gelesen und danke dem Verlag sehr herzlich für dieses tolle Rezensionsexemplar.