Stempelmania

Das Stempeln geht weiter

Inzwischen hat sich bei uns die „Tradition“ etabliert, am 3.10. irgendwo wandern zu gehen. Und MD wollte schon immer mal um die Wahnbachtalsperre laufen. Also haben wir uns schlau gemacht. Siehe da, da gibt es jede Menge „offizielle“ Wanderwege, auf denen man Stempel sammeln kann. Na, wenn das nicht ein Grund mehr ist, sich auf den Weg zu machen…

Es sind sogar zwei „Sätze“ an Wanderwegen: die Erlebniswege Sieg – das sind 20 Runden, z. B. eine um die Wahnbachtalsperre – und der Natursteig Sieg – eine 200 km lange Wanderstrecke. Die entsprechenden Stempelpässe gibt es bei den Touristenbüros.

So haben wir uns heute Morgen auf die knapp 25 km lange Strecke mit knapp 800 Hm rund um die Wahnbachtalsperre gemacht.

Das Wetter war nicht sonderlich toll vorhergesagt, aber wir haben ja entsprechende Klamotten. Was sollte also passieren? Die letzte Stunde haben sie uns in der Tat vorbildlich geschützt.

Hier erstmal ein paar Eindrücke vom Stausee.

Nun heißt der Weg ja „Erlebnisweg“. Also sollte es doch auch etwas zu erleben geben, oder? Ja, das gab es.

Offensichtlich sind das Reste einer Demo…

Untrügliche Zeichen für den fortschreitenden Herbst haben wir auch gefunden…

Im Allgemeinen war der Weg wirklich gut ausgeschildert. Trotzdem haben wir uns an einer äußerst morastigen Stelle vertan. Da haben wir wohl zu sehr damit zu tun gehabt, nicht im Schlamm zu versinken. Aber wir haben es schnell gemerkt. Doch dann sind wir ein wenig herumgeirrt, um den richtigen Einstieg wiederzufinden. Doch es hat ja alles gut geklappt.

Aber wie ist das nun mit dem Stempeln? In den Plänen für die einzelnen Wege sind die Stellen, an denen es die Stempel gibt, eingezeichnet. Da habe ich natürlich aufgepasst, dass wir die auf unserem Weg nicht verpassen. Unseren Stempel sollte es in einer Wanderhütte geben. Echt, ich habe sie fast auf den Kopf gestellt und definitiv zweimal umrundet. Nichts. Naja, ein bisschen enttäuscht war ich schon. Aber nicht lange. Dafür war der Weg dann doch einfach zu schön 😉

Und dann kam doch noch eine Stelle, an der es den Stempel gab.

Naja, ein richtiger Stempel ist es nicht. Es ist eine Art Metallknopf. Man fertigt davon eine Frottage an – zu Deutsch: man legt Papier drauf und reibt das Motiv mit einem Blei- oder Buntstift durch. Habt Ihr als Kinder sicher mal mit Geld oder anderen geeigneten Gegenständen getan. Allerdings ist der Knopf nicht liegend wie auf einem Tisch angebracht, sondern sozusagen mit dem Gesicht zu meinem Bauch. Außerdem ist er sehr erhaben. Das macht es schon schwierig, ihn sauber abreiben zu können. Aber ich hatte ja Schmierpapier mitgenommen und konnte erstmal ein bisschen üben. Letztendlich habe ich doch ganz ansehnliche Frottagen in unseren Stempelpässen hinbekommen. Allerdings sehen wohl alle Stempel der Erlebniswege (und ggf. des Natursteigs?) so aus. Es ändert sich nur der eingeprägte Name oben. Schade. Aber trotzdem habe ich Spaß daran, die Stempelstellen zu finden und die Motive in den Stempelpass zu frottieren (ist frottieren das Verb zu Frottage?). Mal schauen, wann wir uns wieder auf den Weg machen.

Ich hoffe, Ihr konntet den 3.10. ebenfalls zu etwas nutzen, das Euch Spaß gemacht hat.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Übende Farbstifte #106

(„Animals – Lines & Dots“, 978-1-98653-639-4)

Interessanterweise kann man bei der gepunkteten Vorlage das Endresultat schon recht gut erahnen. Ich habe nur eine laienhafte Erklärung dafür: je mehr Anteil auf einer Fläche mit Farbe bedeckt wird, desto dunkler wirkt dieser Fleck. Hier wird durch Kreise angedeutet, wie viel Fläche ausgemalt werden soll. Pro Flächeneinheit gibt es die gleiche Anzahl von Punkten. Aber große Kreise bringen eben mehr Schwarz auf die gleich große Fläche als kleine Kreise. Bei den linierten oder den Spiralvorlagen gibt es nur verschieden gewellte Striche, die mehr oder weniger denselben Schwarzanteil auf eine gleich große Fläche bringen. Das ist doch voll verrückt, oder? Okay, für mich Laien zumindest 😉

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Franziskusweg – Nachlese #6

Stempel

Eigentlich sollen die Stempel nachweisen, wo man entlanggegangen ist und ob man wirklich gegangen und nicht mit dem Auto oder der Bahn unterwegs gewesen ist.

Die letzten 100 km bis Rom bzw. Santiago müssen zu Fuß zurückgelegt worden sein. Wahlweise kann man auch mit dem Pferd oder Fahrrad unterwegs sein. Dann sind entsprechend die letzten 200 km auf diese Weise zurückzulegen. Ob die Stempel mit den Datumsangaben wirklich den Beweis für die Fortbewegungsart liefern, lassen wir hier mal dahingestellt sein. Auf den Jakobswegen wird ja immerhin stark darauf geachtet, das Datum auch wirklich neben den Stempel zu schreiben. Das unterblieb nahezu immer auf dem Franziskusweg.

Den Stempel bekam man ursprünglich immer in der Unterkunft. Das waren damals ja überwiegend Kirchen, Klöster, Pfarreien. Heute bekommt man natürlich auch einen Stempel in der Unterkunft. Viele Kirchen auf den Jakobswegen haben Stempel, einige auf dem Franziskusweg auch. Auch in den Touristenbüros der Orte, durch die man geht, bekommt man in der Regel einen Stempel. Auf den Jakobswegen – je näher man Santiago kommt, desto zuverlässiger – haben auch Bars, Geschäfte, Souvenirläden und manchmal auch geschäftstüchtige Einzelpersonen Stempel.

Und ja, ich mag das mit den Stempeln. Ich lasse mir jeden geben, den ich bekommen kann. Die meisten sind sehr ideenreich gemacht. Und es ist immer wieder eine schöne Erinnerung, sie nach der Heimkehr anzusehen.

Ohne weitere Kommentare findet Ihr hier meine gesamte Franziskusweg-Kollektion in chronologischer Folge 😉 Welcher gefällt Euch am besten?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Villoldo: Schamanische Schöpferkraft

Schamanische Schöpferkraft – Wie wir unsere Lebensvision Wirklichkeit werden lassen

  • Alberto Villoldo, aus dem Amerikanischen von Karin Weingart
  • Ansata, 22. April 2019
  • Gebundene Ausgabe, 224 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-778-77547-9

Inhalt

Alberto Villoldo hat als medizinischer Anthropologe jahrelang die Sitten, Gebräuche, Riten, Traditionen und natürlich auch die Medizin der Andenindianer, insbesondere der Laika erforscht. Er wurde den Laika so vertraut, dass er sogar einen Mentor hatte – Don Manuel Quispe -, der ihm neben dem Wissen auch das Leben dieses Wissens näher brachte. Aus diesem Erkenntnisfundus schöpft Villoldo nun in seinem neuen Buch.

Dreh- und Angelpunkt des Buches ist die Aussage, dass wir drei Träume transformieren müssen, um zu einem authentischen Leben zu finden: den Traum von Sicherheit, den Traum von Beständigkeit und den Traum von bedingungsloser Liebe. Dabei gibt es viel zu entdecken: das „Ich bin“, die Unendlichkeit und die Furchtlosigkeit.

In einer Art Erfahrungsbericht erläutert uns Villoldo diese drei Träume, wie wir sie transformieren können und wie sich das, was wir dadurch entdecken können, anfühlt. Er gibt hier viel Wissen der Laika wieder, bringt seine eigenen Erlebnisse ein und versucht, die Kernaussagen der Laika mit den Kernaussagen des Katholizismus zu verbinden. Wenn er über seine eigenen Erkenntnisse spricht, schreibt Villoldo in der Ich-Form, wenn er über das Wissen der Laika spricht, verwendet er den Berichtstil, aber manchmal wendet er sich auch in der vertraulichen Du-Form an den/die Leser/in und regt einen an, das Gelesene mit dem eigenen Leben zu verbinden.

Auf den letzten ca. 10 Seiten führt Villoldo drei Übungen an, die uns helfen können, die drei Träume zu transformieren und einen für uns authentischen Weg zu finden und zu gehen. Diese Übungen beanspruchen in dem Sinne keine Zeit, sondern zielen eher auf eine Haltung in unserem Leben ab: zur Wahrheit stehen, Schönheit sehen/erkennen und (bedingungslose) Liebe verbreiten.

Subjektive Eindrücke

Villoldo ist einer meiner liebsten Autoren schamanischer Themen. Seine Bücher haben mich noch nie enttäuscht – und dieses natürlich auch nicht.

Villoldo lässt uns eintauchen in die Welt der Laika, nimmt uns regelrecht mit auf eine Reise.

Die Anknüpfung an den Katholizismus ist etwas Neues, was ich aber als sehr positiv erachte, denn es könnte helfen, hier Verbindungen zu schaffen und Verständnis zu fördern, wo vielleicht bisher eher Unverständnis und/oder Ablehnung herrschten.

Nach dem Lesen der Bücher von Villoldo fühle ich mich immer ein wenig beschwingt und mich auf meinem eigenen Weg „bestätigt“.

Fazit

Eintauchen in eine Welt uralten Wissens und sich auf ein eigenes Abenteuer freuen.

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Mein Winter mit dem ÖPNV #1

Wird wirklich alles immer schlimmer?

Oder ist es nur unser Empfinden, weil uns die unguten Momente mehr ärgern als uns die guten Momente erfreuen? Dem will ich nun mal auf den Grund gehen.

Nachdem im Sommer von ca. 20 Rückfahrten am Abend von Japanisch nach Hause gefühlt maximal 3 oder 4 pünktlich endeten, davon eine wegen einer Verspätung des vorhergehenden Zuges, graut mir ein wenig vor dem Winter. In der eisigen Dunkelheit auf den nächsten Zug warten, weil mal wieder einer ausgefallen ist, und dann auch noch den Anschluss verpassen, weil dieser Zug Verspätung hat bzw. bekommt? Ich will das nun genau wissen.

Eigentlich sollte alles etwas besser werden. Mehr Straßenbahnen fahren im 10-Minuten-Takt statt aller 20 Minuten. Da sollte sich dann auch eine Verspätung nicht so dramatisch auswirken. Bei der DB scheint sich aber am Fahrplan nichts geändert zu haben.

Was werde ich tun?

Glücklicherweise muss ich nur etwas zwei- bis dreimal in der Woche ins Büro – hin und wieder auch mal an 4 Tagen. Die anderen Tage kann ich von zu Hause aus arbeiten.

Ich werde also alle meine Fahrten protokollieren, indem ich die geplanten Abfahrts- und Ankunftszeiten aufschreiben, notiere, welche Begründung für Ausfall/Verspätung angegeben wurde, wenn es eine gab, und ausrechnen, wie viele Minuten ich zu spät am Ziel ankam (unterwegs-Verspätungen können sich also durch gute Anschlüsse verringern), aber auch wie viele Minuten ich umsonst im Wetter stand.

Erster Test

Einen ersten Test habe ich letzte Woche gemacht. An den beiden Tagen sind 35 Minuten Verspätung angefallen und ich musste 23 Minuten länger im Wetter stehen, was ja in der letzten Woche noch kein Problem war.

Vielleicht werde ich in der ersten Zeit jede Woche berichten. Wenn es sich aber auf bestimmte Werte eingependelt hat, dann werde ich vielleicht nur noch hin und wieder berichten. Ende Februar wird es dann einen „Abschlussbericht“ geben. Vielleicht werde ich die Daten dann auch mal an den ÖPNV weiterleiten. Natürlich weiß man, dass es Verspätungen gibt. Aber hat sich jemals jemand Gedanken darüber gemacht, was das wirklich für die einzelnen Menschen bedeutet?

Aber erstmal werde ich meine Zahlensammlung und -Auswertung genießen. Vielleicht habt Ihr an den Ergebnissen ja auch ein wenig Spaß.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Nguyen: KAWAII

KAWAII – 450 süße Sachen zeichnen

  • Angela Nguyen
  • Edition Michael Fischer / EMF Verlag, 18. September 2018
  • Taschenbuch, 128 Seiten
  • 14,99 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-960-93092-1

Inhalt

„Süße Sachen zeichnen“ – der Titel ist Programm des Buches. Und vermutlich nicht von Ungefähr wurde das japanisches Wort für süß – KAWAII (可愛い) – als Haupttitel verwendet. Es geht darum, wie man alltägliche Gegenstände vereinfacht und mit ein paar „Verzierungen“ versehen zu ganz niedlichen Bildern verwandeln kann. Nein, es geht hier nicht um ein Nachahmen von Manga oder Anima, sondern um einen ganz eigenen Zeichenstil.

Nach einer sehr knapp gehaltenen Einführung in das Zeichenmaterial erklärt Frau Nguyen kurz die Grundsätze für das Zeichnen süßer Sachen: Vereinfachen, helle Farben, runde Formen, (süßes) Gesicht. Und dann geht es schon los. Frau Nguyen teil ihre Beispiele in drei Kapitel ein – süße Personen, süße Tiere und süße Dinge. Die Auswahl an Motiven ist überwältigend. Für fast jedes Motiv wird mit drei Schritten dargestellt, wie es zu zeichnen ist. Es geht los mit einer abstrakten Skizze der Grundformen, wie man das vielleicht aus ganz „normalen“ Zeichenlehrgängen kennt. Der zweite Schritt zeigt, wie diese Grundformen zu einem Ganzen verbunden werden und welche Details angebracht sein könnten. Der dritte Schritt präsentiert eine kolorierte Variante.

Subjektive Eindrücke

Als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt, wollte ich „nur mal kurz“ reinschauen. Ich konnte es fast nicht mehr weglegen. Ich fand all die vielen Beispiele sooooo süüüüüß. Wirklich. Ich merkte, wie ich innerlich zu schmunzeln anfingt. Das wurde größer und größer, bis ich über das ganze Gesicht strahlte. Ja, das wollte ich auch können. Das wollte ich auch probieren.

Nun bin ich kein Zeichenkünstler. Und die meisten meiner Zeichnungen scheitern eigentlich an zu vielen Details, an zu viel Proportion – und ganz sicherlich an meiner mangelnden Übung. Aber diese kleinen Zeichnungen sahen nicht so kompliziert aus. Ganz im Gegenteil: Vereinfachung ist ein Grundsatz, um zu süßen Bildern zu kommen. Also machte ich mich gleich ans Werk. Es ist wirklich ganz einfach, sodass ich mich bei der Sonnenblume getraut habe, ein kleines Detail selbst hineinzusetzen. Und auch die Raupe hat wohl einen etwas anderen „Blick“ drauf 😉

Vielleicht seid Ihr der Meinung, dass das alles viel zu kitschig ist. Mag sein. Aber schaut doch einfach mal rein und lasst Euch verzaubern. Und wenn Ihr verzaubert seid, dann sollte es Euch nicht schwerfallen, auch so süße Zeichnungen anzufertigen.

Fazit

Ohne viel künstlerisches Können leicht nachzuzeichnen für ein schnelles Lächeln auf dem gemalten und dem eigenen Gesicht.

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Belauscht

Ein Pfarrer in einer Klosterunterkunft auf meinem diesjährigen Franziskusweg im Rahmen der Diskussion um wegfallende bzw. verlegte Gottesdienste wegen schrumpfender Gemeinden.

„Hat doch jeder ein Auto und kann zum nächsten Gottesdienst fahren.“

Kann das wirklich jede/r? Und: was ist mit denen, die das nicht wollen?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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