Taylor: Alle diese Welten

Alle diese Welten

  • Dennis E. Taylor, aus dem Amerikanischen von Urban Hofstetter
  • Heyne Verlag, Deutsche Erstausgabe, 10. Juni 2019
  • Taschennbuch, 384 Seiten
  • 14,99 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-453-31932-5

Inhalt

Das ist der dritte Teil von Taylor’s Trilogie über das Bob-Universum, wobei Bob ein in eine KI geladener Mensch ist (war?), der sich verselbstständige und irgendwann lerne, weitere KIs zu schaffen und sich als Kopie dort hinein zu laden. Außerdem machte sich Bob bzw. machten sich die Bobs mobil und stellten sich die Aufgabe, die Menschheit zu retten, da sie die Erde zunehmend unbewohnbar machten und seit dem zweiten Teil auch die Gefahr bestand, dass sie von einer Alien-Rasse bei deren Suche nach Rohstoff sozusagen als Kollateralschaden ausgelöscht werden.

Auf der Suche nach neuen Lebensräumen für die Menschheit stoßen die Bobs auf verschiedene, unterschiedlich weit entwickelte Zivilisationen, denen sie ebenfalls helfen, sich möglichst schnell weiterzuentwickeln. Auch für diese Zivilisationen sehen sich die Bobs in der Pflicht, sie vor den aggressiven bzw. wenig empathischen Aliens zu beschützen.

Die Bobs finden auch bewohnbare, aber noch unbewohnte Planeten, auf denen sie dann Teile der Menschheit ansiedeln. Sie helfen den Menschen, dort Fuß zu fassen, und müssen natürlich auch diese Gebiete vor der ressourcengierigen Alienrasse beschützen.

Viel Arbeit für die Bobs, auch wenn sie immer mehr werden.

Dieser Teil beginnt damit, dass die Fortschritte der einzelnen Welten (der Neubesiedlungen sowie auch der gefundenen Zivilisationen) gezeigt werden und wie sich der jeweilige Bob selbst mit entwickelt. Es werden moralische Fragen aufgeworfen, wie z. B. ob die Bobs verpflichtet sind, die Menschheit und die gefundenen Zivilisationen zu retten oder ob sie ihren eigenen Wünschen und Interessen nachgehen dürfen. Dürfen sie sich mit den „echten“ Menschen mischen? In Androidenkörpern ist das kein Problem, aber ist es ethisch vertretbar? Zunehmend sind die Bobs auch damit konfrontiert, dass die Menschen, mit denen sie gearbeitet haben, die zu ihren Freunden und vielleicht auch zu einer Art Familie geworden sind, sterben. Aber die Bobs werden immer weiter und weiter leben.

Die auf dem Rückentext des Buches angekündigte Auseinandersetzung mit der Alienrasse findet statt, im überwiegenden Teil des Buches allerdings eher in Form von Gedankenspielen und vorbereitenden Aktionen. Erst ab ca. Seite 300 kommt es wirklich zum Kampf, der aber nach etwa 50 Seiten entschieden ist. Die restlichen Seiten ziehen für die wichtigsten Bobs eine Art Resüme und zeigen, wie es in der nun bestehenden Situation in den verschiedenen Siedlungsgebieten und für die Bobs weitergehen kann.

Subjektive Eindrücke

Wenn man die ersten beiden Bücher gelesen hat, dann kann man wohl an dem dritten Buch nicht vorbei. Allerdings bin ich nicht schlüssig, ob man den dritten Teil lesen kann, ohne die ersten beiden gelesen zu haben. Man wird doch recht schnell an die verschiedenen Orten geworfen, die schon für eine/n „kundige/n“ Leser/in nicht immer leicht auseinanderzuhalten sind. Es tauchen auch Phänomene auf, die man aus den ersten beiden Büchern kennt, die aber hier nicht wirklich eingeführt werden. Da ich aber die ersten beiden Bücher kannte, war das für mich kein größeres Problem.

Gut fand ich, dass es tatsächlich in Ansätzen um die Andersartigkeit der Bobs ging und wie sie damit umgehen – untereinander, aber auch in der Zusammenarbeit mit den Menschen bzw. den gefunden Zivilisationen. Es werden menschliche Aspekte angeschnitten, aber auch rechtliche und ethisch-moralische. Hier hätte das Buch für meinen Geschmack deutlich tiefer gehen können.

Dass die eigentliche Konfrontation mit der Alienrasse auf 50 Seiten beschränkt bleibt und nicht weiter in die Tiefe geht, störte mich nicht weiter. Wer aber Fan von Sternenkriegen ist, der würde wohl davon enttäuscht sein.

Vor den knapp 400 Seiten muss man sich nicht fürchten. Einerseits ist die Schrift verhältnismäßig groß und andererseits liest sich der Text flüssig und entspannt.

Fazit

Ein schönes Ende der Bob-Trilogie. Wer die ersten beiden Bücher kennt, sollte an diesem nicht vorbei gehen. Sternenkriegerfans werden mit diesem Buch aber nicht auf ihre Kosten kommen.

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Übende Farbstifte #97

(„Spiroglyphics around the world“, Thomas Pavitte, 978-1-78157-546-8)

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Nepal #12

Tierische Begegnungen

Sie können Spaß machen. Sie können anregend sein. Sie können manchmal auch aufregend sein, weil sie zum Teil auch gefährlich werden können. Immer aber sind sie etwas Besonderes (für mich) – Begegnungen mit Tieren, insbesondere, wenn ich diese zu Hause nicht so erleben kann. Und da ist doch einiges auf unserer Tour zusammengekommen.

Natürlich sind wir vielen Tieren als Haustieren – besser gesagt als Nutztieren – begegnet. Und da gerade Frühling war, gab es auch gaaaanz viele Kleine dabei. Sooo süüüß.

Auf einem freien Gelände war ein Schäfer mit seiner Herde. Er hatte ganz viele Schwangere dabei. Und jeden Tag wurden ein paar Kleine geboren. Er machte sich Sorgen, weil er maximal 3 oder 4 gut beaufsichtigen und vor dem Adler bewahren könne. Im Moment hätte er aber einfach zu viele Neugeborene. Wollen wir hoffen, dass möglichst viele Kleine – wie dieses hier – überlebt haben. Es hatte gerade Anstalten gemacht, sich das erste Mal in seinem Leben auf die eigenen Füße zu stellen. Eigentlich mag ich Adler, aber…

Jeden Morgen werden die Tiere aus dem Dorf getrieben – jeden Abend kommen sie zurück. Dann wird es etwas eng in den Gassen. Und doch weiß jedes Tier, wo es hingehört und in welches Haus es abbiegen muss.

Es gibt viele Hunde in Nepal. Überall kann man sie schlafend herumliegen sehen – nicht nur wie hier in Kathmandu, sondern auch draußen im Gelände, in den Dörfern.

Manche Hunde, die niemandem (mehr) gehören, schließen sich Wandergruppen an. Genießen für ein paar Tage die Aufmerksamkeit, Zuwendung und das eine oder andere Leckerli, bis sie sich einer anderen Gruppe wieder anschließen. Uns hatte auch ein paar Tage ein schöner Hund begleitet. Über die „Wanderbewegungen“ der Hunde erzählte uns dann eine Wirtin einer Lodge, der wir von „unserem Hund“ erzählt hatten.

Die etwas unangenehmeren Gefährten sind dann diese. Aber schaut sie Euch an. Sind sie nicht auch wunderwunderschön? Welche Farben. Und die kleine Härchen oder Stacheln. Sehr kunstvolle Geschöpfe, würde ich mal sagen.

Allerdings wurde mein Enthusiasmus etwas gebremst, als eines Abends ein deutlich größeres Exemplar einer ähnlichen Gattung über der Badezimmertür unserer Unterkunft saß. Ob es sich wohl in der Nacht auf uns stürzen und uns verputzen würde? Also was tun? Leider konnte sich meine Zimmergefährtin kein Herz fassen, um es nach draußen zu befördern. Ich hatte sooo darauf gehofft. Also griff ich beherzt zum Handtuch, griff das arme Wesen, und ließ es auf dem Balkon wieder frei. Wegen der Unsicherheit ob meiner eigenen Tat, ließ ich das Handtuch lieber über Nacht ebenfalls draußen auf dem Balkon. Besser ist besser. Allerdings habe ich vor lauter Panik vergessen, das Tierchen – naja, es war ein Riesenwurm mit Abertausenden Füßen – zu knipsen. Also müsst Ihr die Geschichte auch ohne Foto glauben.

Zurück zu den netteren, den Artgenossen. In vielen Tempelanlagen, insbesondere in den Städten, gibt es Affen, aber auch in der freien Natur sind uns viele begegnet.

Und nun zu den etwas gefährlicheren Begegnungen. Über die Warnung vor rennenden Mulis hatte ich ja schon gesprochen. Da heißt es in der Tat nur: „An die Seite und Füße still halten!“

So richtig aufgeregt wurde unser Guide allerdings, als eine Herde Jacks auf dem Wanderweg stand. Wir sollten alle sofort den Weg in Richtung bergab verlassen – und zwar möglichst weit. Naja, das ging kaum, wenn man nicht abstürzen wollte. Er schnappte sich meine Wanderstöcke und versuchte, die Tiere vom Weg in Richtung bergauf zu scheuchen. Natürlich ist es ihm gelungen. Man hat ihm aber deutlich die Anspannung angemerkt, auch wenn er das hinterher durch ein paar kesse Sprüche übertünchen wollte.

Nun fragt Ihr Euch sicherlich, ob es denn gar keine Vögel gab. Oh doch, die gab es. Sie waren meist recht lautstark zu hören. Aber wir haben sie nie zu Gesicht bekommen. Nur gegen Ende der Reise, als wir wieder in Pokhara waren, da haben wir sie gleiche scharenweise in einem Baum sitzen sehen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Geißler: Die Uhr kann gehen

Die Uhr kann gehen – Das Ende der Gehorsamkeitskultur

  • Karlheinz A. Geißler
  • Hirzel, S., Verlag, 27. Mai 2019
  • Gebundene Ausgabe, 195 Seiten (eBook gelesen)
  • 19,80 € (D)
  • ISBN 978-3-777-62780-9

Inhalt

Allerorten kann man beobachten, dass Uhren abgebaut werden. Immer weniger Menschen tragen eine Armbanduhr. Sie schauen einfach ins Handy, wenn sie die Uhrzeit brauchen. Das ist aber nicht alles. Herr Geißler argumentiert, dass wir die Uhrzeit eigentlich nicht mehr brauchen. Ja, dass wir uns aus den Zwängen, die uns die Uhr auferlegt hat, befreien sollen und müssen und eigentlich schon aktiv dabei sind, es zu tun.

Im langen ersten Teil des Buches beschreibt Herr Geißler seine Beobachtungen zum Verschwinden von Uhren und Uhrzeit aus verschiedensten Blickwinkeln und gibt auch einen kurzen Abriss über die geschichtliche Entwicklung von Uhr und Uhrzeit. Der zweite Teil des Buches befasst sich knapp mit der Frage, wie der Kuckuck in die Uhr kam, warum es gerade ein Kuckuck war und was eine symbolische Bedeutung davon sein könnte. Das letzte Kapitel geht dann darauf ein, wie die Uhrzeit uns – insbesondere die Deutschen – auf Pünktlichkeit und, ja, auch auf Gehorsamkeit getrimmt hat. Herr Geißler argumentiert in diesem Teil auch, dass Pünktlich nicht mehr angesagt ist, dass man die Dinge dann tun soll, wenn es sich richtig anfühlt, also zur rechten Zeit und nicht zur richtigen Zeit.

Immer wieder benutzt Herr Geißler Künstler (Sänger, Schriftsteller) und zum Teil Philosophen für seine Argumentation.

Subjektive Eindrücke

Ich muss gestehen, dass mir das Lesen dieses Buches schwer gefallen ist. Das lag sicherlich nicht am Thema, denn ich fand es schon spannende zu sehen, wie sich das Festlegen einer getakteten Zeit auf das gesellschaftliche Leben auswirken kann, wie wir heute mit einer solchen linear strukturierten Zeit (noch) umgehen können und wo es uns vielleicht in Zukunft hinbringen kann.

Was mir Schwierigkeiten bereitete, war eher der Schreibstil. Er ist sehr blumig, voller Metaphern und Andeutungen. Eigentlich mag ich das sehr – allerdings eher in Romanen. In einem Sachbuch hat mich das eher immer wieder vom Thema abgelenkt und ich musste mich immer wieder ermahnen, konzentriert weiterzulesen. Auch hatte ich im ersten Teil des Buches immer wieder Schwierigkeiten zu sehen, was die eigentliche Zielrichtung des Buches sein sollte. Möglicherweise hatte ich da den Untertitel zu sehr im Kopf, der aber eigentlich erst auf den letzten Seiten des Buches Thema war.

Gerade dieser letzte Teil hatte aber mein Interesse geweckt – wie sieht es in der heutigen Gesellschaft mit dem Umgang mit Zeit aus? Was bedeutet es für das Zusammenleben und -arbeiten, wenn niemand mehr Verabredungen für verabredet hält und auch kurzfristig, weil er/sie meint, etwas Wichtigeres, Sinnvolleres zu tun zu haben, absagt? Was macht das mit uns, mit unseren Beziehungen und mit unserem Lebens- und Arbeitsstil.

Auch wenn ich viel über die Geschichte von Uhren, den aktuellen Prozess des Verschwindens von Uhren und über Kuckucksuhren erfahren habe, so kam mir der mit dem Untertitel versprochene Part deutlich zu kurz.

Fazit

Wie Uhren uns disziplinierten, wie sie jetzt verschwinden und wie sich das Verständnis von Pünktlichkeit ändert – das kann man in diesem Buch erfahren.

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Franziskusweg – Bitte um Rat in einer kleinen Sache

Ich hole mal wieder ein bisschen weiter aus, sonst erscheint die Idee wohl zu irrsinnig.

Da ich mich immer ein bisschen schwer damit tue, einfach so auf Leute zuzugehen, sie anzuquatschen und mit ihnen in Kontakt zu kommen, versuche ich immer, mich irgendwie dazu zu drängen. In einem Jahr hatte ich deshalb ein Notizbuch dabei und habe am Abend immer mindestens eine Person gefragt, ob sie etwas eintragen würde. Das klappte ganz gut und ist nun außerdem ein schönes Erinnerungsstück.

In Japan gab es Namenszettel, die vorgedruckt waren. Man musste sie nur ausfüllen. Einerseits steckte man sie in den Tempeln in die Wunschboxen, andererseits gab man sie an Mitpilger oder an Menschen, die einen unterstützt hatten, oder eben als „Gegenleistung“ für ossetai, die Geschenke, die Pilger von den Bewohnern bekommen.

Ein anderes Mal hatte ich jemanden beobachtet, der eine Set Wunsch-/Meditationskarten dabei hatte. Er ließ dann die Leute jeweils eine Karte ziehen.

Also, irgendsowas in der Art hätte ich gern wieder für den Weg in diesem Sommer. Notizbuch hatte ich ja schonmal, die japanischen Namensschilder sind hier unpassend, die gezogenen Karten fühlen sich im Moment für mich etwas unpersönlich an. Und da dann in meinen Gehirn irgendwas auf Hochtouren läuft, wenn ich erstmal eine Idee aufgeschnappt habe, purzelte dann plötzlich die Vorstellung einer Visitenkarte heraus. Die könnte ich recht individuell gestalten. Hintendrauf könnte ich einen Gruß und/oder Wunsch schreiben, wenn mir danach ist, und sie nehmen auch nicht so viel Platz weg. Außerdem sollten sie ja gegen Ende des Weges immer weniger werden 😉

Gedacht, getan. Auch wenn ich nicht gerade eine begnadete Designerin bin – eigentlich bin ich eine ganz furchtbare – habe ich mal versucht, meine Vorstellungen umzusetzen. Herausgekommen sind diese beiden Varianten.

Welche gefällt Euch denn besser? Die obere, die etwas voller ist, oder die untere, die etwas mehr Luft lässt? Oder wäre es eine Option, beide mitzunehmen und mal diese und mal jene weiterzugeben? Ich bin gespannt, was Ihr meint.

Und wenn Ihr überhaupt Verbesserungsvorschläge habt, dann bin ich natürlich ganz Ohr (oder eben Auge).

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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