Übende Farbstifte #50

Kleine Farblehre: blau 😉

(„Der Achtsamkeitsbegleiter“, Lotos, 978-3-778-78271-2)

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Eine Frage zum Sonntag

Da gibt es noch ein paar Fragen, die ich rund um das Bloggen habe. Sie hängen zwar alle miteinander zusammen, betreffen dann aber doch recht eigenständige Aspekte des Bloggen. Ich hoffe, es wird nicht zu langweilig 😉

Welche Art Blog führt Ihr?

Wenn ich mich so in den verschiedenen Blogs umschauen, so gibt es Blogs, die sich einem einzelnen speziellen Thema widmen. Es gibt aber auch Blogs, die schreiben, was das Leben so hergibt. Es gibt Blogs, die sich über Fotos oder Bilder mitteilen, andere erzählen Geschichten oder schreiben Ihre Gedanken in Form von Gedichten auf. Andere lassen die Gedanken einfach so herausfließen. Welche Art ist habt Ihre gewählt und warum ausgerechnet diese?

Welche Art Blog lest Ihr gern?

Diese Frage zieht natürlich direkt die umgedrehte Frage nach sich. Was spricht Euch mehr an? Sind es eher Blogs, die genau das Thema behandeln, dass Ihr auch in Eurem Blog behandelt oder Euch im Leben am meisten interessiert? Oder sind es eher Blogs, die eine bunte Mischung des Lebens widerspiegeln? Was macht Euch an und warum?

Hat die Art des Blogs Einfluss darauf, wie viele „likes“ es gibt?

Und zum Schluss ein kurzer Seitenblick auf das leidige Thema „likes“. Meint Ihr, dass es einen Einfluss auf die Anzahl der „likes“ hat, ob man einen themenbezogenen oder eine allgemeinen Blog führt?

Ich bin wie immer auf Eure Diskussion und Anregungen gespannt und wünsche Euch einen thematisch anregenden Sonntag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Bericht Dunkelraum #2

Dann geht es heute also um ein paar Eindrücke eher persönlicher Art aus dem Dunkelraum

Wahrnehmungen

Interessant fand ich, wie sich die Wahrnehmung verändern kann, wenn wir auf einen Sinn nicht mehr zugreifen können. Was man ja immer so landläufig hört ist, dass dann die anderen Sinne die Aufgabe übernehmen und dadurch geschärft werden. Das kann ich gar nicht wirklich bestätigen, was aber auch daran liegen kann, dass ich ja nur zwei Tage im Dunkeln war.

Für mich hatte sich die Wahrnehmung des Körpers verändert. Während einiger Meditationen hatte ich das Gefühl, dass meine linke Körperseite (zumindest im Gesicht) größer wurde. Wenn ich mir das Bild vorstelle, dann müsste das ziemlich monnsterhaft ausgesehen haben. Auch wenn ich durch Türen gegangen bin, hatte ich den Eindruck, die Türrahmen wären schmaler geworden. Sind sie natürlich nicht – habe das jetzt im Hellen noch einmal geprüft 😉 Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass es im Dunkeln schwieriger ist, die Körpergrenzen wahrzunehmen. Oder anders ausgedrückt, es ist einfacher, sich in den Raum aufzulösen, insbesondere dann, wenn man ganz still sitzt und auch auf der Körperoberfläche eigentlich nichts mehr spürt.

Andererseits hatte ich immer ein ziemlich konkretes Bild von meinem Körper in meinem Kopf – fast so, als würde ich ihn wirklich sehen. Das Bild entsprach dann auch der tatsächlichen Körperhaltung.

Interessant war auch mitzubekommen, wie groß eigentlich unsere Sehkraft ist. Wenn man erstmal an Dunkelheit gewöhnt ist, dann kann man auch beim kleinsten Lichteinfall noch etwas erkennen. Ansatzweise merkt man das ja auch schon, wenn man mal abends oder nachts draußen ist. Selbst bei bedecktem Himmel ist noch viel zu erkennen.

Dunkelhaft

In ein oder zwei Kommentaren fiel auch das Wort Dunkelhaft. Ja, darüber habe ich auch nachgedacht. Der entscheidende Unterschied ist wohl, dass man sich freiwillig in die Dunkelheit begibt und auch nicht erwarten muss, dass man von außen unerwarteterweise schikaniert oder übel überrascht wird. Dadurch kann man sich unbelastet auf die Erfahrungen konzentrieren, die man in der Dunkelheit machen kann. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, das Ganze jederzeit zu beenden. Ich habe meinen Tagesablauf selbst geplant und gestaltet etc. Na, jedenfalls habe ich mich zu keiner Zeit inhaftiert gefühlt.

Was habe ich die ganze Zeit gemacht?

Ich habe viel meditiert. Dabei ging es natürlich viel um mich. In der Dunkelheit fühlte ich mich deutlich mehr auf mich selbst zurückgeworfen als im Hellen. Außerdem war wohl noch so einiges von meiner Sommerwanderung offen. Entsprechend wird es auch in den „Erkenntnissen“, die ich in den nächsten Tagen veröffentliche, viel um das „Ich“ und das „Ego“ gehen.

Das viele Meditieren fand ich recht anstrengend. So viel meditiere ich ja normalerweise nicht. Zum Ende hin hatte ich wirklich Schwierigkeiten, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Und so schweiften die Gedanken häufiger ab als sonst. Interessant ist natürlich, was die Gedanken tun, wenn man ihnen freien Lauf lässt. Hier im Dunkeln fingen sie an zu schreiben – Blogeinträge, Briefe, E-Mails, Chat-Nachrichten… Es war also kein endloses Grübeln über bestimmte Probleme, es war eher ein Beleuchten verschiedener Fragestellungen aus unterschiedlichen (je nach Empfänger, für den der Text bestimmt war) Perspektiven. Dabei hatte ich den Eindruck, dass es mir im Dunkeln leichter fällt, Ideen für Geschichten zu entwickeln – vielleicht wegen der fehlenden Ablenkung?

Schreiben im Dunkeln

Ja, ich habe in der Tat im Dunkeln geschrieben. So richtig mit Kuli auf Papier. Das ist echt eine Erfahrung wert. Man kann das ja auch mal schnell mit verbundenen Augen probieren. Nicht zu sehen, was man gerade geschrieben hat, nicht zurückblicken zu können, um den Faden zu halten, nicht zu wissen, ob man nun den Buchstaben schon geschrieben hat oder nicht – das ist irgendwie faszinierend, aber auch in gewisser Weise frustrierend. Im Wesentlichen konnte ich es hinterher gut lesen – nur an den Stellen, an denen die Zeilen ineinanderflossen, da wurde es etwas schwierig. Da wäre für ein nächstes Mal also an eine Zeilenunterstützung zu denken. Mir fiel dazu ein, dass wir beim Lesenlernen so eine Art Maske hatten, die immer nur eine Zeile zum Lesen freigab. Vielleicht ginge so etwas ja auch für das Schreiben im Dunkeln.

Fazit

Ich kann mir durchaus vorstellen, noch einmal eine kleine Auszeit in der Dunkelheit zu nehmen. Dazu würde ich mich dann gern besser hinsichtlich der spirituellen Übungen vorbereiten. Ich würde es nicht unbedingt mitten in einer arbeitsreichen Phase machen (siehe den Beitrag gestern). Und es wäre sicherlich auch anregend, so eine Zeit mit Gleichgesinnten und mit äußerer Unterstützung zu machen. Ich kann mir auch vorstellen, mal vielleicht nur für einen Tag in den Dunkelraum zu gehen, einfach so zur Entspannung und vielleicht für neue Ideen für Geschichten und Gedichte.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Bericht Dunkelraum #1

Tut mir leid, dass ich Euch so lange habe warten lassen. Aber da gab es einiges zu verarbeiten – und nebenbei ein wenig Stress auf Arbeit. Was könnt Ihr nun erwarten?

Es wird zwei Berichte geben. Im ersten (heute) werde ich über das „allgemeine Leben“ im Dunkelraum schreiben. In einem zweiten Bericht soll es eher darum gehen, was ich so die beiden lieben, langen Tage gemacht habe und was ich dabei erlebt habe. Außerdem habe ich ein paar Erkenntnisse als sechs kleine „Gedichte“ aufbereitet und werde diese dann nacheinander ebenfalls in den Blog stellen. Sollte ich irgendwelche Fragen nicht beantwortet haben, so fragt einfach. Kann man ja alles nachholen.

Doch nun zum ersten Teil – das (mein) „allgemeine Leben“ im Dunkelraum.

Beginn

Leider war ich später als geplant von einem recht anstrengenden Arbeitstag nach Hause gekommen. Da ich aber alles ganz gut vorbereitet hatte, brauchte ich nicht lange, um bereit zu sein, das Licht auszuschalten.

Das war am letzten Samstag gegen 19:30. Da es draußen eh schon dunkel war, wurde es mit dem Umlegen des Lichtschalters schlagartig tiefstdunkelstschwarzest. Kaum zu glauben. Für einen kurzen Moment verschlug es mir ein wenig den Atem. Also habe ich erstmal eine kleine Atemübung gemacht, die auch gleich die ganze Anspannung des Arbeitstages abfallen ließ. Außerdem habe ich die Atemübung genutzt, um das Retreat zu eröffnen, mich für die Möglichkeit zu bedanken, das Retreat zu widmen und um Unterstützung und Hilfe zu bitten.

Essen und Trinken

Als ich nach Hause kam, hatte ich noch überlegt, ob ich noch Abendessen soll, bevor ich in den Dunkelraum gehe. Das habe ich dann aber gelassen, weil es eh schon so spät war. Außerdem konnte es ja nur eine gute Übung sein, direkt mit dem vollen Programm zu beginnen. Allerdings hatte ich dann gar keinen rechten Hunger mehr, sodass ich nur etwas von dem vorbereiteten Gemüse gegessen habe. An diesem Abend hatte ich auch noch nicht so den rechten Schneid, mir einen Tee zu kochen. Das war dann am Sonntag und Montag schon anders. Außer der Sorge, dass ich mich vielleicht am Tauchsieder verbrenne, wenn ich ihn nach dem Kochen zur Seite lege, war alles ganz problemfrei. Allerdings merkte ich, dass ich mich auf alles deutlich stärker konzentrieren musste als im Hellen. Auch ging alles etwas langsamer vonstatten, da ja nichts passieren sollte, alles wieder an seinen ursprünglichen Platz musste und ich eben doch viele Handgriffe im Kopf nach-/mitvollziehen musste, die ich sonst einfach sehen kann. Kaffee und Tee zu kochen klappt gut. Auch ein Couscous-Gericht schaffte ich zuzubereiten. War ja im Grunde nur, den Couscous mit Wasser zu übergießen. Die vorbereiteten Schachteln mit Obst und Gemüse konnte ich gut im Kühlschrank ertasten. Selbst die Kaffeemaschine konnte ich im Dunkeln (mit Augenklappe) bedienen, was mir ein paarmal Wasser zu kochen ersparte. Allerdings hatte ich insgesamt sehr wenig Hunger und habe nur einen Bruchteil von dem gegessen, was ich vorbereitet bzw. bereitgestellt hatte.

Hygiene

Dies war schon ein wenig schwieriger. Auch wenn ich die Handgriffe kannte und wusste, wo ich etwas finde, so war es schon ein unbefriedigendes Gefühl, nichts sehen zu können. Ist nun genug Zahnpasta auf der Bürste? Hat das Toilettenpapier jetzt wirklich alles weggewischt? Hier würde ich gern für einen nächsten Versuch nachbessern, habe nur noch keine Vorstellung, wie das gehen könnte. Nach jedem Toilettengang zu duschen ist wohl keine angemessene Lösung 😉

Klamotten

Da der Versuch nur zwei Tage dauerte, brauchte ich nicht allzu viele Klamotten. Die, die es sein sollten, hatten ich so zurecht gelegt, als würde ich sie mir für den nächsten Morgen für die Arbeit zurechtlegen. Also auch hier überwiegend gewohnte Handgriffe. Was etwas länger dauerte, war herauszufinden, wie rum nun etwas richtig herum ist. Dabei war relativ klar feststellbar, wo vorn und hinten ist. Schwieriger war es festzustellen, wo innen und außen ist. Einmal war mir das nicht gelungen 😉

Irgendwann war mir recht kalt geworden. Also wurden dicke Socken gebraucht. Die hatte ich mir nicht zurecht gelegt. Allerdings wusste ich, wo sie sind, und konnte sie somit recht schnell finden. Problem gelöst.

Ja, ich habe mich auch zum Schlafengehen komplett umgezogen!

Dunkelheit

Es ist wirklich verdammt schwierig, einen Raum komplett abzudunkeln, sodass kein Lichtschimmerchen mehr hereinkommt. Am Sonntagmittag, als offensichtlich die Sonne auf das Fenster schien, gab es leider doch zwei schmale Lichtstreifen am Fenster. Sie waren allerdings nicht so stark, dass das Zimmer heller geworden wäre. Es reichte, wenn ich zu der Zeit gerade nicht in Richtung Fenster schaute. Und nach einer Weile war die Sonne auch wieder weg.

Es ist eindrucksvoll, dass man wirklich spürt, ob – ja eigentlich sogar wie – hell es ist. Im Zimmer war es ganz dunkel, im Treppenhaus einen Hauch hell und in der Küche ganz hell. Wenn ich das Zimmer verließ, habe ich mir immer eine Augenklappe aufgesetzt und die Augen zugemacht, um den Eindruck von Dunkelheit für die Augen beizubehalten. Aber der Körper kann in irgendeiner Weise auch „sehen“.

Allerdings habe ich es als sehr entlastend empfunden, in der Dunkelheit die Augen offen/leicht geöffnet zu haben und trotzdem nichts zu sehen. Das war deutlich angenehmer, als die Augen geschlossen halten zu müssen oder gar die Augenklappe auszusetzen.

Ende

Am Montag Nachmittag habe ich eine kleine abschließende Atemübung gemacht und mich für das Retreat bedankt. Dann habe ich die Tür zum Treppenhaus aufgemacht ohne die Augenklappe aufzuhaben. Danach habe ich im Bad das Rollo hochgezogen und nach und nach immer mehr Licht in die Räume gelassen. Mich an die Helligkeit zu gewöhnen, hatte ich eigentlich keine Schwierigkeiten – vielleicht weil ich nur zwei Tage in der Dunkelheit war. Allerdings hatte ich für eine Weile ziemliche Kreislaufprobleme und habe ganz schön vor mich hingewackelt. Das verging dann aber bis zum Abend wieder.

Organisatorisches Fazit

Eigentlich hat alles ganz gut geklappt. Wenn man ein längeres Retreat machen möchte, ist wohl organisatorische Hilfe ganz angebracht. Man kann ja nicht für ewig Essen bereithalten oder riesige Klamottenberge hinlegen. Bei einem nächsten Mal würde ich so ein Retreat aber nicht ausgerechnet in einer arbeitsmäßig stressigen Zeit machen – oder am Ende deutlich mehr Zeit zwischen Retreat-Ende und nächstem Arbeitsbeginn lassen. Ich war gegen Ende hin doch recht angespannt, ob ich die Vorbereitungen für den nächsten Arbeitstag noch alle ausreichend gut schaffen würde. Da half dann auch keine Meditation mehr 😦 Für den Beginn des Retreats war es okay, denn der Einstieg ins Retreat hat recht schnell ziemlich gut entspannt.

Wie geht’s weiter?

Im nächsten Beitrag geht es also dann darum, was ich so gemacht habe und welche Wahrnehmungen es gab.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Eine Frage zum Sonntag

Diesmal dreht sich die Frage zum Sonntags ums Bloggen – nein, nicht wie man möglichst viele Likes bekommt oder den Blog kommerziell verwerten kann. Mir geht es eher um die Strukturierung des Blogs durch die Beiträge.

Habt Ihr bestimmte Rubriken, in denen Ihr Eure Beiträge schreibt – oder schreibt Ihr eher, wie es gerade kommt? Was sind aus Eurer Sicht Vor- und Nachteile dieser Vorgehensweisen?

Wie komme ich auf diese Frage? Ich bin ja ein recht strukturierter Mensch. Wahrscheinlich spiegelt das auch dieser Blog wider. Jedem Tag ist ein bestimmtes „Thema“ zugeordnet. Da gibt es dienstags und freitags eine Rezension, donnerstags irgendwas Gekritzeltes, samstags einen (Un-)Sinns-Spruch etc.

Nun warten aber einige schon auf die Erfahrungen aus dem Dunkelraum. Und so stieß ich auf das Problem, wo ich die nun wohl unterbringen sollte. Einfach so parallel zu den „Themen“-Beiträgen oder anstatt eines „Themen“-Beitrags? Okay, wer keine Probleme hat, der macht sich welche. Aber vielleicht habt Ihr ja auch schonmal über so etwas nachgedacht und seid aus ganz bestimmten Gründen zu Eurer Lösung gekommen. Das würde mich interessieren.

Und derweil mache ich mich mal an den Erfahrungsbericht und poste ihn dann einfach mal wild durcheinander zu den „Themen“-Beiträgen 😉

Wünsche Euch einen strukturierten oder ganz chaotischen Sonntag – ganz nach Eurem Gusto.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Dunkelraum-Retreat – Die Vorbereitungen

Wenn Ihr diesen Text lest, hat WordPress ihn also planmäßig veröffentlicht und ich sitze noch immer in völliger Dunkelheit. Ansonsten würde ich jetzt darüber berichten, wie es mir ergangen ist und warum ich vorzeitig abgebrochen habe. Hihi, ist schon eigenartig, sowas im Vorgriff zu schreiben 😉

Räumliche Vorbereitungen

Es muss ein Raum geschaffen werden, der komplett dunkel ist und durch keinerlei Ritzen einen Lichtstrahl hindurchlässt. In enger Nähe sollte sich ein Badezimmer befinden, das ebenfalls absolut dunkel ist – auch der Weg dorthin sollte absolut dunkel sein. Im Zweifel kann man sich aber für diesen Teil mit einer Augenklappe, die man auch auf Reisen benutzt, behelfen. Dauerhaft würde ich sie ungern einsetzen, da sie doch immer auch das Gefühl vermittelt, eben eine Augenklappe zu tragen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Körper durchaus spürt, ob er sich im Dunkel befindet oder nicht.

Essensvorbereitungen

Wenn man jemanden zur Unterstützung hat, ist dieser Part natürlich etwas leichter zu bewerkstelligen. Man kann absprechen, wann was vor die Tür gestellt werden soll, damit man es sich dort wegnehmen kann. Aber MD ist unterwegs, also muss ich mir etwas ausdenken, wie ich trotzdem an ausreichendes und sinnvolles Essen komme. Ich habe also überlegt, was ich normalerweise am Tag so esse, habe das auf eine Liste geschrieben, die Kalorien dazu ausgerechnet und versucht, die Liste soweit abzuändern, dass es Lebensmittel sind, die ich über zwei Tage als Vorrat im Zimmer stehen haben kann, die mir schmecken und die eine Tagesration an Kalorien ausmachen. Im Vorfeld war ich ganz zufrieden mit der Ergebnisliste. Ob ich es im Nachhinein immer noch sein werde, darüber berichte ich dann später 😉

Trinkenvorbereitungen

Ich trinke viel Tee und Wasser aus der Leitung. Das Wasser kann ich mir im Badezimmer holen. Das ist kein Problem. Dann brauche ich also eine große Tasse, in der ich mit dem Tauchsieder Wasser kochen kann. Wann das Wasser kocht, hört man ja. Der Tee kommt dann über einen Teebeutel dazu. Normalerweise nehme ich zwar losen Tee, aber für die zwei Tage werden es Teebeutel auch tun, auch wenn die nicht so lecker sind. Vielleicht nehme ich noch eine kleine Flasche Saft dazu, falls ich mal einen anderen Geschmack will. Da ich den immer mit viel Wasser mische, ist eine kleine Flasche völlig ausreichend.

Sonstige Vorbereitungen

Alle Gegenstände, die ich so in diesen zwei Tagen brauchen würde, müssen so hingelegt werden, dass ich sie schnell finde und mich möglichst daran erinnere, wo ich sie hingelegt habe. Dazu gehören Bettzeug, frische Anziehsachen, aber auch Zahnputzzeug, Seife, Toilettenpapier, Haarbürste etc. Ob ich wohl etwas vergessen habe? Dann habe ich wohl für den Moment Pech gehabt – oh, oh.

Schreiben im Dunkeln

Martin Lowenthal, der das Buch „DunkelraumRetreat“ geschrieben hat, hat während seiner Dunkelraum-Retreats Tagebuch geschrieben. Ich habe mich gewundert, wie das gehen soll, und dachte, dass er vielleicht dazu eine Kerze genommen hat. Nein, nein, er hat wirklich in vollkommener Dunkelheit geschrieben. Na, dann bin ich ja mal gespannt, wie das funktioniert und wieviel ich davon hinterher noch lesen kann. Meine größte Sorge diesbezüglich ist, dass der Kuli nicht schreibt, ich es nicht mitkriege und nur Luftblasen geschrieben habe.

Wie ging es mir bei den Vorbereitungen?

Es war schon eine recht intensive Erfahrung mitzubekommen, an wie viele Dinge man für nur zwei Tage denken muss, mit wie vielen Gegenständen man an einem Tag umgeht, ohne es bewusst wahrzunehmen, wie wertvoll die Augen für das alltägliche Leben sind. Ja, und irgendwie erinnert mich das auch an meinen blinden Kursteilnehmer, der ja ständig nichts sehen kann und seine Welt entsprechend anordnen muss. Insgesamt war es schon in der Vorbereitung eine ziemliche Achtsamkeitsübung.

Solltet Ihr also diesen Text gelesen haben, dann wird es demnächst natürlich eine kleine Zusammenfassung der in diesen zwei Tagen gemachten Erfahrungen geben.

Wir sehen uns voll Licht und Freude.
Let’s go!
Belana Hermine