1. Sonntag der Liebe

Miteinander reden

Die erste Euphorie des Verliebtseins ist vorüber. Die ersten Monate, Jahre sind vorbei. Man meint, sich alles gesagt, schon alles erzählt zu haben. Worüber soll man noch reden? Außerdem hat man eh so wenig Zeit. Und doch ist es so wichtig, miteinander zu sprechen.

Wann reden?

Gelegenheiten zum Reden gibt es sicherlich viele – am Esstisch, bei einem Spaziergang, auf dem Weg zu… Man muss sie „nur“ beim Schopfe packen. Wem das nicht gelingen will, der kann ganz bewusst sagen, dass z. B. das Abendessen dem Gespräch dienen soll. Oder er kann auch ganz bewusst Gesprächsgelegenheiten schaffen, z. B. nach dem Abendessen bevor der Fernseher eingeschaltet wird. Ja, im Zweifelsfalle auch durch einen Eintrag im Kalender. „What ever works.“

Worüber sprechen?

Wenn nach Jahren der Gesprächsstoff ausgeht, worüber soll man dann schon reden? Einstellungen, Meinungen, Erinnerungen ändern sich mit der Zeit. Das kann durchaus Anlass zu einem Gespräch geben. Aber auch Fragen des täglichen Lebens, der Arbeit, der Entwicklung der Familie sind immer ergiebige Themen, um darüber zu sprechen. Träume, Wünsche und Hoffnungen sollten auch regelmäßig im Mittelpunkt von Gesprächen stehen – einfach, damit sie nicht vergessen werden und ihnen die entsprechende Wichtigkeit zugestanden wird.

Und lasst nur kein Thema aus – auch nicht den Sex. Was nicht ausgesprochen wird, schwelt höchstwahrscheinlich unter der Oberfläche weiter und wird zu einem mehr oder weniger großen inneren Brand, ehe es wie ein Vulkan ausbricht. Und dann wird es schwierig, das Feuer zu zähmen.

Wozu das alles?

Beim Reden erfahren wir viel Neues über unseren Partner, auch wenn wir meinen, ihn schon zu kennen. Die immer wieder neuen Eindrücke des Lebens verändern uns und unsere Sicht auf den Partner. Wenn wir daran nicht teilhaben, werden wir uns voneinander weg entwickeln und uns irgendwann wirklich nichts mehr zu sagen haben, weil wir uns einfach nicht mehr verstehen können.

Darf Streit sein?

Meine Meinung: Streit kann, darf und muss sein. Es kommt immer darauf an, wie man miteinander streitet. Gut wäre es natürlich, wenn man die Widersprüche erkennt, noch bevor man sich in Rage geredet hat und eigentlich nur noch Wut, Hass und Ärger regieren. Dann wird man nicht mehr zu einem guten Ende finden.

Wenn man es schafft, einen Konflikt zu erkennen, bevor die Emotionen das Ruder übernommen haben, wäre es gut, sich für die Klärung eines Streits Zeit zu nehmen. Jeder sollte die Gelegenheit bekommen, seinen Standpunkt in Ruhe und ohne unterbrochen zu werden darzustellen. Versucht, die Argumente des jeweils Anderen nachzuvollziehen und zu verstehen, warum Eurem Gegenüber gerade diese Dinge so wichtig sind. (Das Gehen in den Schuhen des Anderen.) Geht davon aus, dass Ihr beide eine gute, gerechte Lösung anstrebt und nicht dem Anderen eins auswischen wollt. Wie weit kann jede/r von Euch von seinen/ihren Vorstellungen abrücken, um zu einem Kompromiss zu gelangen?

Muss Streit sein?

Auch wenn ich gerade gesagt habe, dass Streit sein muss, so muss doch nicht jeder Streit sein. Manchmal gibt es auch ganz pragmatische Lösungen. Der eine möchte die Zahnpastatube aufrollen, der anderen nicht? Warum hat nicht jeder seine eigene Zahnpastatube? (Okay, altes Beispiel – heutzutage kann man sie gar nicht mehr aufrollen.) Der eine möchte hartes, der andere weiches Toilettenpapier? Warum nicht auch hier abwechseln wie z. B. bei gewissen Haushaltstätigkeiten?

Versöhnung

Wie auch immer ein Streit ausgeht – man kann auch zu der Meinung kommen, dass man unterschiedlicher Meinung ist – am Ende sollte man sich der gegenseitigen Zuneigung und der Zusammengehörigkeit versichern. Eine wärmende Umarmung, ein inniger Kuss, vielleicht auch Versöhnungssex. Auf keinen Fall sollte man mit einem ungelösten Streit ins Bett gehen. Er wird über Nacht nicht besser und lässt einen sowieso nicht schlafen.

Ich wünsche Euch einen kommunikativen und vertragenden Sonntag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Advertisements

Aschermittwoch und Valentinstag

Zwei Anlässe, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten: Aschermittwoch – Beginn der Fastenzeit, das Aschekreuz soll uns an unsere eigene Vergänglichkeit erinnern; Valentinstag – wir feiern die Liebe.

Aber führt uns nicht die Fastenzeit hin zu Ostern, zur Auferstehung, zur Feier des Lebens und damit auch zur Feier der Liebe?

Die kommenden 9 Sonntage

Die 7 Sonntage bis zum Ostersonntag widme ich nun schon seit einigen Jahren jeweils einem (anderen) Thema. In diesem Jahr habe ich mich für Liebe, Partnerschaft und Sexualität entschieden.

Vor etlicher Zeit arbeitete ich in einer Bibel-App einen Leseplan zu Partnerschaft durch. Am Ende eines Tages gab es immer einen EHE-BOOSTER. Die Anregungen dieser Booster gefielen mir sehr. Ich möchte sie gern an den kommenden Sonntagen ein wenig aufbereitet mit Euch teilen.

Und was soll das Ganze mit Fasten zu tun haben?

Wenn wir fasten, versagen wir uns Dinge, (lasterhafte?) Genüsse, wir schränken uns ein. Irgendetwas sollte meiner Meinung nach an diese Stelle treten – warum nicht die Liebe? Und wer weiß, wer voll von Liebe ist, muss nach Abschluss der Fastenzeit vielleicht gar nicht zu den alten Gewohnheiten zurückkehren.

Erste Gedanken zur Liebe

Auch wenn ich nicht der christlichen Religion angehöre, so lasse ich mich gern von Texten der Bibel anregen und inspirieren. Und gerade über die Liebe gibt es in der Bibel viel zu lesen.

Die Erfüllung (aus „Das Hohe Lied Salomos“ (z. B. hier oder ein anderes hier))

Nur ihm, meinem Liebsten, gehör ich,
und mir gilt sein ganzes Verlangen!
Komm, laß uns hinausgehn, mein Liebster,
die Nacht zwischen Blumen verbringen!
Ganz früh stehn wir auf, gehn zum Weinberg
und sehn, ob die Weinstöcke treiben,
die Knospen der Reben sich öffnen
und auch die Granatbäume blühen.
Dort schenke ich dir meine Liebe!

Auch über die Liebe selbst schreibt die Bibel, z. B. im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefs (z. B. hier).

Mehr braucht es wohl für alle Verliebten am heutigen Valentinstag nicht.

Und was ist mit denen, die auf der Suche nach dem richtigen Partner sind?

Müsst Ihr Euch immer wieder anhören, dass Euer Traumpartner erst noch gebacken werden muss? Wir wäre es also, wenn Ihr das Backrezept für Eure/n künftige/n Geliebte/n aufschreibt, es an die Kühlschranktür hängt und heute ganz fest in Gedanken mit ihm/ihr den Valentinstag begeht? Ihr werdet sehen, irgendwann lauft Ihr Euch über den Weg.

An alle gewesenen, derzeitigen und zukünftigen Verliebten:
Happy Valetine’s day!!!

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Eine Frage zum Sonntag

Es wundert sicherlich niemanden, wenn sich die heutige Frage um den Karneval dreht, womit wir ja schon bei der ersten Teilfrage sind: Wie nennt man die närrischen Tage bei Euch? Ich bin mit Fasching groß geworden. Als ich dann hier in der Kita unseres Sohnes fragte, welches Thema denn die Faschingsfeier hätte, wäre ich fast gelyncht worden 😉

Ähnlich verhält es sich in der hiesigen Region mit den „Schlachtrufen“ der Karnevalisten. Es gibt ganz klar gezogene Grenzen, die die „Alaaf“- von den „Helau“-Regionen trennen. Gibt es bei Euch auch solche „Schlachtrufe“?

Was umfasst in Eurer Region eigentlich alles den Karneval? Hier beginnt es ja schon am 11.11. (oder eher; je nach dem, wie der Tag liegt). Und dann haben wir jetzt um die Zeit Weiberfastnacht (Donnerstag), Rosenmontag, Fastnachtsdienstag und Aschermittwoch. Der Hauptzug geht am Rosenmontag, klar. Aber die kleinen Stadtteilzüge gehen an Samstagen und/oder Sonntage schon seit Wochen vorher. Geschmissen wird allerlei Zeug – vornehmlich natürlich Süßes, aber auch kleine Sträußchen, Schokoladentäfelchen und kleines Trinkbares.

Und wie sieht Eure ganz persönliche Karnevalsfeier aus? Nachdem wir ein paar Jahre mit Freunden voll kostümiert zu den Zügen gegangen sind und ich danach zwei Jahre mit unserem Sohn in einer Tanzgarde getanzt und mit dieser in den Zügen mitgelaufen bin, hat sich eigentlich mein Bedarf an Karneval deutlich dezimiert. Wenn ich zufällig auf einen Zug treffe, bleibe ich eine Weile stehen. Aber wenn es sich einrichten lässt, nutze ich diese Tage, um Freunde zu besuchen, die etwas weiter weg wohnen.

Also, liebe Närrinen und Narren, Jeckinnen und Jecken, wie sieht es bei Euch aus? „Jede Jeck is anners“ war mal ein Thema des Kölner Karnevals. Aber eines haben wir wohl alle gemeinsam: Wir lieben Spaß – und diesen wünsche ich Euch von Herzen an diesem karnevalistischen Faschingssonntag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Eine Frage zum Sonntag

Wie oft hört man den meist freudigen Ausruf: „Ach, was für ein Zufall.“ Manch einer antwortet dann darauf: „Nein, Zufall gibt es nicht. Es ist alles Schicksal, alles vorherbestimmt.“

Ähnlich häufig wird wohl auch der Satz gesagt: „Das ist ein Zeichen.“

Und – gibt es nun Zufall oder ist alles Schicksal?

In dieser Beziehung schwanke ich doch sehr. Manchmal ist es einfacher, eine Zufälligkeit als Schicksal zu bezeichnen. Dann muss man sich ggf. nicht mit negativen Konsequenzen auseinandersetzen. Aber wenn alles Schicksal wäre, könnten wir uns dann noch an unseren Erfolgen freuen? Sie wären dann doch auch vom Schicksal vorherbestimmt und nicht unser Verdienst? Oder übersehe ich da gerade etwas? Kommt es vielleicht darauf an, ob es sich um eine große oder um eine kleine „Sache“ handelt?

Und wie ist das mit den Zeichen?

Kerkeling hat auf seinem Jakobsweg viele Zeichen gesehen, die ihm halfen, seine Fragen an den Weg zu beantworten. Manchmal sieht man z. B. ein Plakat und es fällt einem die Lösung für ein Problem ein. Dann neigt man doch dazu, dass es ein Zeichen war. Hin und wieder ist man vielleicht auch geneigt, Zeichen zu suchen, die einem sagen, ob man eine Sache anfangen soll oder nicht. Und hin und wieder kommt es bei mir vor, dass im Nachhinein interpretiert alles so gut zusammenpasst, dass ich mich dann doch mal hinreißen lasse zu überlegen, ob es nicht doch Zeichen gewesen sein könnten.

Wie ist das bei Euch? Lasst Ihr Euch von Zeichen leiten? Gibt es für Euch Zufall und/oder Schicksal?

Ich bin wie immer neugierig und wünsche Euch einen von gutem Schicksal gesegneten Sonntag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Eine Frage zum Sonntag

Viele von Euch lesen – Bücher, (Kurz-)Geschichten, Gedichte… Darum soll es heute gehen.

Warum lest Ihr?

Erinnert Ihr Euch noch, wie, wann, warum Ihr angefangen habt zu lesen? Wolltet Ihr oder musstest Ihr? Klar, man lernt in der Schule die Technik des Lesens und des Schreibens. Aber ob man deswegen gleich zu einem Leser wird, ist ja nicht sichergestellt. Ich erinnere mich, dass meine Schwester ungeheuer viel las. Auch wenn ich es immer hasste, wenn sie mir als das große Vorbild vorgestellt wurde – in dieser Hinsicht war sie wirklich mein großes Vorbild. Ich wollte auch so viel lesen können wie sie. Heute macht es mir einfach Spaß zu lesen. Ich kann dabei so schön von den alltäglichen Gedanken wegkommen. Und manchmal kann ich beim Lesen meine Gedanken auch wundervoll herumreisen lassen, auch wenn ich dann diese Stelle noch einmal lesen muss 😉

Was lest Ihr gern?

Da gibt es ja so die diversesten Sachen, die man lesen kann. Neben Büchern, Geschichten und Gedichten gäbe es noch Comics/Mangas, Zeitungen und Zeitschriften, Blogbeiträge etc. etc. Was zieht Ihr vor?

Ich möchte hierzu aber noch eine andere Frage stellen: Muss ein Text für Euch eine Moral bzw. Lehre vermitteln oder „reicht“ es Euch, wenn Euch eine Geschichte oder ein Text gut unterhalten kann? Vielleicht habt Ihr ja auch Eure ganz speziellen Gründe dafür?

Wie immer in voller Spannung auf Eure Antworten wünsche ich Euch einen lesevergnüglichen Sonntag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine