Franziskusweg – Nachlese #4

Nochmal ein paar italienische Beobachtungen

Das sind jetzt Beobachtungen, die ganz individueller Art sind – also darauf beruhen, was ich vorher alles nicht über Italien wusste. Für mich war es sehr interessant und erhellend, das erfahren zu dürfen.

Cappuccino oder Cafe Latte?

Bevor ich auf die Reise ging, hatten wir zufälligerweise ein Treffen mit einem italienischen Kooperationspartner. In der Kaffeeküche stellte ich meine Kaffee-Frage: Welchen Kaffee sollte ich in Italien trinken? Lischon war die Antwort. Hm, verstanden habe ich das nicht wirklich. Es hieß dann noch, dass der Kaffee nach Süden hin immer besser werden würde. Diese feinen Unterschiede haben meine Geschmacksknospen aber nicht wahrnehmen können. Ansonsten bekam ich einen lang andauernden Vortrag über Kaffeemaschinen und Kapseln und darüber, dass die Italiener ja die Erfinder wären. Okay, dann also doch das Selbstexperiment.

„Lischon“ heißt still, lernte ich dann irgendwann im Zusammenhang mit Wasser (lischon oder frizzante). Aber was heißt das im Zusammenhang mit Kaffee?

Ich griff also auf die mir bekannten Kaffees zurück: Cappuccino und Cafe Latte. Bis heute habe ich den Unterschied nicht herausfinden können. Vermutlich muss ich da mal recherchieren. Aber Cafe Latte kostet etwa halb so viel wie Cappuccino (in der gleichen Größe) und damit etwas so viel wie ein cafe con leche in Spanien. Und wenn sich für mich der Unterschied eh nicht erschließt, dann eben Cafe latte.

Rotwein

Ich hoffe, ich zähle noch nicht zu den Spritis. Aber nach getaner Arbeit an so einem Pilgertag ein Gläschen Rotwein zu schlürfen ist schon nett. Erfreulicherweise kostet er in Bars vergleichbar viel wie in Spanien. In Restaurant ist er natürlich erheblich teurer. Und normalerweise gibt es auch zu Menüs Rotwein (und Wasser) – wie in Spanien (und Frankreich) auch. Das hatte mich doch äußerst positiv überrascht 😉

Urlaub

Klaro, dass Menschen Urlaub machen wollen, müssen und ihn auch verdient haben. Und das tun sie in Italien überwiegend im August – hauptsächlich zwischen dem 10. und dem Monatsende, weil hier zwei wichtige Feiertage von Heiligen liegen (15. und 22.). Einerseits ist dann also vieles zu, andererseits ist vieles überfüllt. Keine guten Voraussetzungen für Spontanbuchungen oder -erscheinungen von Pilgern. In größeren Städten ist das nicht das ganz große Problem. Aber wenn in kleinen Orten von 2 Essensgelegenheiten 80 % zu haben, dann bleibt nicht viel übrig – wogegen in größeren Orten von vielleicht 10 dann immerhin noch 2 verfügbar sind. In Frankreich war es um den 14.7. etwas eng, ansonsten auch mancher Orts zur Urlaubszeit, die aber eher von Mitte Juli bis Mitte August zu reichen scheint. In Spanien war mir eigentlich nur der 15.8. als gewisse „Engstelle“ aufgefallen. Allerdings: wenn der 15.8. auf einen Ruhetag fallen sollte, dann wird in Spanien der nächste Tag zum Ruhetag. Da wurde es dann letztes Jahr in dem entsprechenden Ort ein wenig knapp. Ansonsten habe ich auf den spanischen Jakobswegen keine urlaubsbedingten Einschränkungen erlebt. So schlimm ist es ja auch nicht. Wenn man es weiß, richtet man sich darauf ein. Zumindest Ruhetage werden von gewissen Apps angegeben – Urlaub leider nicht.

Ein Achtungszeichen würde ich auch an Hotels machen, die ein Restaurant angeben. Bitte immer schauen, wann dieses Restaurant Ruhetag hat. Das war mir neu, dass ein Hotelrestaurant Ruhetag hat.

Pilgerstempel

Während auf den spanischen Pilgerwegen das Stempeln oder Stempel-Sammeln fast schon ein kleiner Sport ist und die Stempel auch eine Art Werbemittel sind (jeder möchte einen ganz besonderen Stempel vergeben), scheint das Konzept in Italien nicht so verbreitet zu sein. An nur zwei Stellen fand ich einen Stempel zum selbst-Stempel. An ganz vielen Stellen gab es keinen Stempel oder eben den „normalen“ Firmenstempel. Das war für mich jetzt ein bisschen schade, weil ich die Stempelei schon ganz witzig finde. So ein vollgestempelter Pilgerpass ist einfach auch ein ganz nettes Andenken. Aber da fällt mir ein, dass ich Euch ja mal die schönsten Stempel zeigen könnte. Das kommt dann also in einem nächsten Nachtrag zu diesem Weg.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Franziskusweg – Nachlese #3

Italienisches Leben

Nun behaupte ich nicht, dass ich nach diesem Weg weiß, wie Italienisches Leben geht – ganz und gar nicht. Aber ein paar Momente durfte ich doch sehr interessiert beobachten.

Leben, Leben, Leben

Es ist sicherlich nichts Neues, wenn ich jetzt sage, dass die Italiener vor lauter Leben nur so sprudeln. Sie drücken das nicht nur durch Lautstärke aus, sondern durch den ganzen Körper. Zweimal hatte ich Gelegenheit, das recht nah ansehen zu können.

Einmal übernachtete in einer Unterkunft eine Gruppe von Jugendlichen. Zu Abend wurde im Garten der Herberge gegessen. Da ich nicht zur Gruppe dazugehörte, saß ich an einem anderen Tisch. Vielleicht war das ja sogar gut, weil ich wohl dem übersprudelnden Leben ein wenig im Weg gesessen hätte. Und auch wenn ich kein Wort verstanden habe, so waren alle Interaktionen durch die entsprechenden Gesten und Bewegungen sehr klar und eindeutig zu interpretieren. Ich hatte viel Freude am Zuschauen.

Ein zweites Mal übernachteten in der Unterkunft zwei Italiener. Einer davon war künstlerischer Blumen-Arrangeur. Er gab der Dame des Hauses gleich Hinweise für die Gestaltung ihrer Blumen. An einer recht großen, palmenartigen Pflanze schien er besonders interessiert zu sein. Bei seinen Erläuterungen umschwärmte, umtänzelte, umzirzte er diese Pflanze förmlich. Nach dem Abendessen holte er sein Handy heraus und zeigte viele Bilder von seinen Arrangements und erläuterte sie wort- und gestenreich.

Religiosität

Auf welch großen/kleinen Anteil der Bevölkerung sich folgende Beobachtungen beziehen, kann ich nicht sagen, aber sie haben mich doch in ihrer Häufigkeit ziemlich beeindruckt. Das eine ist, dass es auf dem Weg sehr viele aktive Klöster gab. Das habe ich auf den Jakobswegen bisher so nicht wahrgenommen. Und man kann nahezu jeder Zeit dort klingeln und sich im Kloster herumführen oder sich etwas erklären lassen. Allerdings habe ich mich das eher nicht getraut – auch wegen der sprachlichen Barriere. Das andere ist, dass eben viele Leute in die Kirchen gehen – auch viele junge Leute. Es gibt auch sehr, viele Bilderstöcke, zu denen die Menschen gehen, um zu beten. Einmal habe ich einen Mann gesehen, der mit mir im Ort startete, bis zu einer kleinen (geschlossenen) Kirche etwas 4 km vom Ort entfernt ging, dort durch das Kirchenfenster betete und dann den Rückweg antrat. Davon war ich wirklich zutiefst beeindruckt.

Verfallserscheinungen?

Dieser Punkt ist nicht ganz so erfreulich und vermutlich auch nicht typisch Italienisch. Aber diese Dinge sind mir hier so deutlich begegnet, dass ich sie in diesem Zusammenhang mal erzählen möchte.

Es gibt viele kleine Orte, deren Bausubstanz sehr alt ist. Viele dieser Orte liegen auf Berggipfeln bzw. ziehen sich von dort nach unten. Die Straßen sind eng, die Verbindungen zwischen den Straßen steil, z. T. Treppen. Meist kann man in diese Orte nicht mit dem Auto fahren, weil die Straßen einfach zu eng sind. Es wohnen überwiegend alte Menschen in diesen Orten. Die Jungen sind wohl woandershin gezogen. Aber wie lange werden diese Orte dann noch existieren? Einige Ausnahmen gibt es, wenn diese Orte Sehenswürdigkeitswert haben wie Assisi oder der Stadtkern von Florenz. Aber auch dort wohnen in den Bereichen mit den alten Gebäuden eher keine Menschen.

Eine andere Verfallserscheinung scheint im Moment noch positive Auswirkungen zu haben. Durch den Wegzug so viele Menschen, stehen vermehrt Wohnung und Häuser leer. Als Lebensunterhalt oder um diesen aufzubessern, gestalten die Eigentümer diese Räume zu Bed&Breakfast-Unterkünften um. Aber wie viele solcher Unterkünfte und das Abwandern wie vieler Menschen verträgt ein Ort oder eine Stadt? Wenn die Stadt immer leerer wird, wird sie wohl für Besucher zunehmen unattraktiv. Dann braucht man auch keine B&B-Unterkünfte mehr.

Ich wünsche allen Menschen dort, dass sie langfristig ihr Auskommen finden. Und allen Pilgern und Reisenden wünsche ich, dass es für sie immer ein Dach über den Kopf für die Nacht gibt.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Franziskusweg – Nachlese #2

Was war das für ein Weg?

Ich hatte dieses Mal wirklich meine Schwierigkeiten, mit dem Weg warm zu werden, auf dem Weg heimisch zu werden. Mal hatte ich das Gefühl, ganz nah dran zu sein, dann war ich wieder ganz weit weg.

Vermutlich muss man, wenn man diesen Weg geht, entscheiden, ob man pilgert und die Orten des Franziskus eher als Anregung für sich selbst nimmt oder ob man sich mit Leben und Wirken des Franziskus auseinandersetzen möchte. Für mich hat beides zusammen nicht hingehauen. So kam es wohl auch, dass ich insbesondere in Assis das Gefühl hatte, dass etwas falsch ist.

Franziskus ist in Assisi geboren und er ist dort gestorben. Also sollte Assis Ausgangspunkt und Endpunkt einer Wanderung auf den Spuren von Franziskus sein. Ich hatte mit einigen Leuten in Assisi gesprochen und sie meinten, dass wohl eine sternenförmige Tour immer wieder von und nach Assisi angemessen wäre. Ja, ich kann mir das gut vorstellen. So hatte ich jedenfalls immer wieder Probleme, die Orte und die entsprechenden Ereignisse dazu einzuordnen – in ihren historischen Kontext und in den Kontext des Lebens von Franziskus. Ich war also immer wieder mit dem Kopf am Arbeiten, was mich doch etwas von meiner „inneren Einkehr“ abgehalten hat. (Dafür gibt es sicher noch genügend andere Gründe, die in meiner eigenen Verantwortung liegen.)

Ein anderer Punkt, warum ich nicht so recht auf den Weg gekommen bin, ist wohl, dass es eben DEN Franziskusweg nicht gibt. Jeder Führer schlägt eine etwas andere Route vor. So gibt es sogar eine Etappe, die der rote Führer in die eine Richtung und der gelbe Führer in die andere Richtung gehen. Ein paar Tage, nachdem ich La Verna verlassen hatte, zeigte „mein Wegweiser“ in Richtung La Verna und ich musste entgegengesetzt zu denen gehen, die nach Assisi wiesen. Verkehrte Welt.

Es gibt auch keine einheitliche Ausschilderung des Weges. Klaro, wenn es nicht DEN Weg gibt, wie sollte er, wenn es ihn nicht gibt, auch einheitlich ausgeschildert sein. Die vielen verschiedenen Wegweiser habe ich ja immer mal wieder in meinen Tagesberichten gezeigt. Außerdem habe ich folgende Wegbezeichnungen auf den Abschnitten gesehen, die ich gelaufen bin: cammino di francesco, la via di roma (tomba di pietro roma), la via francigena di san francesco, via benedicti, cammino di san benedetto. Und der E1 lief ja auch mal kurzzeitig gemeinsam mit „meinem Weg“.

Der physische Weg

Ansonsten war der Weg überwiegend gut zu laufen. Leider ging es häufig über Straßen oder geteerte Wege. Waldwege waren deutlich in der Minderheit. Insgesamt fast 20 km hoch und runter auf 660 km Wegstrecke sind nicht zu verachten. Das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man diesen Weg geht und vielleicht an den camino frances oder gar die via de la plata denkt. Nachdenken sollte man wohl auch über die Jahreszeit. Es war schon ganz schön heiß. Wenn ich das richtig verstanden habe, war das für die Italiener KEIN außergewöhnlich heißer Sommer, denn es hieß immer wieder, dass im Juli/August niemand pilgert, weil es zu heiß ist. Also war es wieder ein recht einsamer Weg.

Gewundert habe ich mich ein wenig über die anfänglichen Schwierigkeiten, mit der Hitze umzugehen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich in Hitze gelaufen bin. Die via de la plata bin ich auch im Juli/August gelaufen. Auf Shikoku war ich auch in einer Zeit, in der wegen der Hitze sonst niemand pilgert. Und 2012 war es mal für eine Weile so heiß, dass sogar das französische Fernsehen dazu berichtete und dafür Pilger interviewte. Aber nach einer Weile hatte ich mich dann wohl doch daran gewöhnt – es dauerte halt.

Unterkunftssituation

Dieser Weg ist infrastrukturell nicht so für Pilger erschlossen, wie es die bekannten Jakobswege sind. Allerdings habe ich mehr Pilgerunterkünfte gesehen als die Führer sie beschrieben haben. Das fand ich sehr schade. Im Gegensatz zu den Jakobswegen habe ich hier auch deutlich mehr Klöster gesehen, die Pilger aufnehmen. Man sollte sich hier im Vorfeld gut informieren. Es gibt italienische Webseiten dazu. Mit einem Übersetzertool sollte das heute keine Schwierigkeit mehr sein, auch ohne Italienisch-Kenntnisse. Sollte ich den Weg noch einmal gehen, würde ich davon deutlich stärker Gebrauch machen.

Mein Fazit

Auch wenn vielleicht meine innere Einkehr ein wenig zu kurz gekommen ist, so haben mich die Orte des Franziskus doch bewegt, beeinflusst und inspiriert. Ich habe viele schöne Orte entdeckt mit toller Atmosphäre, guten Energien, an denen ich gern auch etwas länger geblieben wäre, und hatte trotz viel Einsamkeit auch einige wundervolle Begegnungen. Ja, es war physisch herausfordern. Aber davor habe ich mich ja noch nie gedrückt.

In diesem Sinne habe ich also sehr viel erlebt, habe mich körperlich ein wenig ausge“tobt“ und habe wieder viele Anregungen bekommen, die mich bis zur nächsten Wanderung beschäftigt genug sein lassen werden.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Franziskusweg – Nachlese #1

Nach Hause kommen

Wo hört ein Pilgerweg eigentlich auf? So ganz materiell sichtbar wohl am Zielort. Das wäre dann für dieses Mal tatsächlich die Franziskusstatue in Rom gewesen. Für andere Rom-Pilger ist es eher das Petrusgrab. Man freut sich, dort anzukommen, da es eben das äußere Zeichen des Ankommens ist.

Aber den Geist und die Seele dauert es bei mir immer eine Weile, bis die Tatsache des angekommen-Seins wirklich begriffen, wahrgenommen, angenommen ist. Meist kommt der wirklich Aha-Effekt erst, wenn ich wieder zu Hause bin, wenn ich den direkten Unterschied zwischen Pilgern und dem alltäglichen Leben spüre. Mit „alltägliches Leben“ ist dabei nichts Schlechtes gemeint.

Am Samstag (24.8.) bin ich am Abend wieder nach Hause gekommen und hatte den Sonntag, um die Sachen auszupacken und mich wieder auf die neue Woche in neuer Umgebung, mit neuen Ritualen, mit neuen Abläufen einzurichten. Ich denke, das ist mir diesmal ganz gut gelungen – vielleicht, weil ich nicht ganz so lange weg war wie manches andere Mal. Nun bin ich also wieder zu Hause.

Kleine Statistik

Insgesamt bin ich 674,7 km auf dem Franziskusweg gelaufen und habe dabei 19.920 Hm sowohl hoch als auch runter bewältigt. Für Sightseeings etc. bin ich zusätzlich 85,1 km gelaufen.

Hier die Zusammenfassung der aufgezeichneten Tracks auf dem Franziskusweg (ohne Sightseeing)…

…und das daraus entstandene Höhenprofil.

Zwei Nachträge von meiner Etappe nach Rom hatte ich Euch ja noch versprochen, dann aber im Trubel der sich nahezu überschlagenden Eindrücke ganz vergessen.

Pilgersegen

Es ging ein langes Stück auf einer stark und aggressiv befahrenen Straße. Für einen Moment konnte ich dem entkommen, indem ich in eine offene Kirche huschte. Dort saß ein Mann in „Ordenstracht“, die ich allerdings nicht zuordnen konnte. Er begrüßte mich in „seiner“ Kirche und fragte ein bisschen nach dem Woher und dem Wohin. Er sprach zwar weder Deutsch noch Englisch, aber genug von den Rudimenten anderer Sprache, die mir zur Verfügung standen, sodass ich das Wesentliche verstehen konnte. Für diesen Tag hatten sie ein Fest zu Ehren von Maria Königin geplant. Er bat mich, ein kleines Grußwort für die Gäste aufzunehmen. Englisch wäre okay. Naja, warum nicht. Er drehte das Video mit seinem Handy, allerdings so, dass er auch auf dem Bild zu sehen war 😉 Keine Ahnung, ob ich nun erzählte, es er sich so vorgestellt hatte. Letztendlich schien er zufrieden damit und segnete mich. Dann ergriff ich die Chance uns fragte nach einem Stempel für meinen Pilgerpass. Er legt gleicht noch einen Gebetskarte des Patrons seiner Kirche dazu.

Straßenereignis

So frisch ausgeruht und gesegnet wagte ich mich also wieder auf die gefährliche Straße. Nach etwa 500 m sollte man abbiegen auf eine ruhigere Straße, was ich natürlich auch tat. Ja, diese Straße war in der Tat etwas ruhiger, aber deshalb noch lange nicht weniger gefährlich, denn hier fuhren sie entsprechend schneller und riskanter. Plötzlich hupte und quietsche es neben mir. Vor lauter Schreck stolperte ich in allseits bereitstehendes Brombeergebüsch. Die jungen Kerle in ihrem Wagen amüsierten sich köstlich. Die schlimmsten Kratzer hat wohl mein Wanderhemd abgehalten. Da war es mal wieder gut, dass ich immer mit langen Beinen und langen Armen auf Tour gehe. Nur an der Schulter kriegte ich doch einen etwas härteren Dornen ab, weil dort der Stoff des Hemdes direkt auf der Haut aufliegt. Es blutete etwas und im Nachgang brannte es auch, weil ja der schweißdurchtränkte Stoff immer auf dieser Stelle rieb. Das hätte böse ins Auge gehen können und ich bin froh, dass es derart glimpflich ausgegangen ist.

Die versprochene Auseinandersetzung mit der Frage, was mir nun das Handy auf meinen Wanderungen bedeutet (im Nachgang zum Absturz der SD-Karte am 16. Wandertag), verpacke ich dann in einen weiteren Nachlese-Beitrag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Franziskusweg – ein Tag in Rom

Von der Pilgerin zur Touristin

Ja, das geht ganz schnell in diesem Gewimmel und Gewusel. Wirklich in innerer Einkehr zu pilgern, ist da nicht (mehr) drin. Und doch merke ich, dass ich noch nicht wieder komplett zurück in der Zivilisation bin. Die Autos und die echten Menschenmassen überforderm mich noch ein bisschen.

Natürlich war ich pilgergemäß zu Fuß unterwegs – bis auf eine Stadtrundfahrt am Nachmittag.

Viele von Euch werden die Plätze kennen. Deswegen werde ich ohne viele Kommentare, eher mit Fotos meinen heutigen Weg nachzeichnen.

Spanische Treppe. In der Tat sitzt dort niemand (mehr). Etliche gelb bekittelte Kontrolletis sorgen für „Ordnung“. Wenn ich daran denke, dass auch das von den 4 € Tagegeld, die man für Rom berappen muss, bezahlt wird, wird mir ganz grummelig.

Piazza del Popolo

Ara Pacis hatte leider noch zu 🙁

Blick auf die Engelsburg.

Hier gab es den ersten Zwischenstopp, denn das deutsche Pilgerzentrum befindet sich gegenüber der Engelsburg, aber auf der anderen Tiber-Seite – also auf der, von der aus das Foto gemacht wurde.

Dort bekam ich einen Stempel und durfte etwas Wasser trinken. Zufällig sah ich an einem der Aushänge, dass auch dieses Pilgerzentrum eine Urkunde ausstellt. Also habe ich darum gebeten. Ich sollte meinen Namen auf die Urkunde schreiben, dann wurde sie abgestempelt – fertig. Allerdings gab mir die Dame einen Gummi, damit ich die Urkunde als Rolle transportieren kann.

Und nun also der allerletzte Weg – ins Pilgerzentrum des Vatikans. An der Engelsburg vorbei spielte gerade ein Geigenspieler ein sehr emotionales Stück. Ich bekam regelrecht Gänsehaut, die durch den Anblick des Petersdoms noch unterstützt wurde.

Im Pilgerzentrum bekam ich einen Stempel. Die Dame schrieb das Datum auf die Urkunde und schob sie mir rüber. Den Namen sollte ich dann zu Hause eintragen. Ach ja, congratulations. Fertig. Auch das ganz anders als in Santiago de Compostella. Dort hat man das Gefühl, dass ihnen das alles irgendwie wichtig ist, dass nicht geschummelt wird, dass die Urkunde ordentlich ist etc. – trotz der vielen Pilger, die dort täglich ankommen. Naja, Rom ist Rom und Santiago ist Santiago.

Und nun legte ich die Pilgerin ab und wurde zur Touristin.

Einmal nach oben in den Petersdom und dann hinein.

Danach machte ich die Rundfahrt „Vatikan und Rom“ mit. Es geht hauptsächlich um die Orte, die mit dem Vatikan/Papst und dem Christentum verbunden sind. Leider gibt es nur sehr spärliche Erklärungen.

Zurück ging es dann wieder zu Fuß.

Das Pantheon – voller Menschen.

Auch der Weg vom Pantheon zum Trevi-Brunnen war voller Menschen und entsprechend voller Anbieter von Essen, Trinken, Souveniren…

Klar, dass der Trevi-Brunnen total belagert war. Aber mit etwas Geduld wird dann doch ein Foto.

Von da ging es ohne weiteres Sightseeing in die Unterkunft. Ich werde mal meinen Kram für morgen zurechtmachen, noch ein wenig Verpflegung für die Fahrt besorgen, zu Abendessen und dann ein letztes Mal für diese Reise „in der Fremde“ schlafen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Franziskusweg – 31. Wandertag – Teil 2

Von Porta Pia zur Statua di Francesco

4,7 km. Laut Buch 50 m hoch und 50 m runter. Die angekündigten 35 Grad waren tatsächlich eingetreten.

Egal, wo man sich in Rom befindet, es befindet sich dort auch eine Kirche. Na, zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen.

Von der Porta Pia hatte ich im Teil 1 ja schon ein Foto gezeigt, bei dem ich nicht sicher war. Stimmte aber. Es war die Sicht Stadt auswärts. Hier ist die Sicht Stadt einwärts.

Auf dem Weg zur Franziskusstatue gab es nun viele, tatsächlich auch offene Kirchen.

Santa Maria della Vittoria.

Santa Maria Maggiore.

Battisterio Lateranense. Hier war für mich der runde Innenraum überraschend, aber auch die teilweise offenen Abschnitte innerhalb des Gebäudes. Es ist das braune, etwas rundliche Gebäude ziemlich rechts auf dem Foto (mit den Autos davor).

San Giovanni in Laterano.

Und gegenüber endlich das Ziel des Franziskusweges – die Statue des Franziskus, auf der er in Dankbarkeit für die Anerkennung der Ordensregeln durch den Papst seine Arme gen Himmel streckt.

Jetzt bin ich am Ziel – jetzt bin ich angekommen. Was der Weg mir zu sagen hatte, wird sich wohl in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

Der Rückweg zur Unterkunft und zum Abendessen führte mich an einem Teil der Stadtmauer Roms entlang und zu einem weiteren Stadttor – Porta di Maggiore.

Morgen habe ich einen Tag, um mich in Rom ein wenig umzuschauen und mir die Pilgerurkunde geben zu lassen. Da wir mit MD vor zwei Jahren eine Woche lang ganz viel in Rom gesehen haben, drängt mich nichts und ich kann mich ein wenig nach Lust und Laune treiben lassen.

Doch nun geht’s erstmal ins Bett. Da der Rückweg auch nochmal an die 6 km war, war das heute ein verdammt langer Tag – wege- wie zeittechnisch.

Wir sehen uns auf dem Weg.
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Belana Hermine

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Franziskusweg – 31. Wandertag – Teil 1

Von Mentana nach Rom (Porta Pia)

31,6 km. Laut Buch 310 m hoch und 400 m runter. Für heute waren 35 Grad angekündigt.

In Rom bin ich schonmal, aber noch nicht an der Franziskusstatue. Das mache ich gleich, wenn ich ein wenig ausgeruht bin – das kommt dann als Teil 2. Der Weg ist also noch NICHT zu Ende!!!

Diese Tour heute war für sich schon ein kleiner Pilgerweg und hatte fast alles dabei, was man auf einem ausgewachsenen Pilgerweg so erleben kann. Hoch und runter, gute Wege, aber hauptsächlich Straßen, auch richtig gefährliche Straßen, nette Begegnungen, aber auch A….löcher. Und natürlich die Freude und Erleichterung beim Ankommen.

Ich zeige Euch mal eben die Fotos von heute und erzähle die Geschichten dazu in Teil 2.

Wie schon so oft – ein paar Häuser auf einem Berg, diesmal mit zwei sehr charakteristischen Pinien. Das war am Ortsausgang von Mentana.

Es gab wieder eine Stelle, von der aus man Rom sehen können sollte. Sollte. Konnte man aber nicht. Da war einfach nur Dunst 🙁.

In Fonte Nuova gibt es eine sehr neue, moderne Kirche, in die man sogar einen Blick werfen konnte.

Alles war hier sehr hell und strahlte Lust am/aufs Leben aus. Das hat mich sehr beeindruckt.

Ein gutes Stück des Weges weiter stand diese Kirche Sant‘ Alessandro. Von der dortigen Begegnung werde ich Euch noch erzählen. Hier erstmal zum Anschauen.

Sie steht an einer kreuzgefährlichen Straße. Und auch wenn es kurz nach der Kirche auf eine andere Straße ging, war diese nicht wirklich weniger gefährlich (Bericht folgt), auch wenn sie mit ihrem Piniensaum doch sehr beeindruckend aussah.

Und so ging es langsam nach Rom hinein. Aber es dauerte noch lange, bis die Basilika Sant‘ Agnese fuori le mura auftauchte, sich aber auch sehr verschlossen gab.

Die letzten 2,5 km dieser Etappe führten dann zur Porta Pia. Ich habe einfach mal geknipst, was an der Stelle stand, wo mein Navi das Kreuz im Track anzeigte. Allerdings kommt mir das sehr komisch für eine Porta vor. Ich checke das morgen nochmal. Da mir das Gebäude aber trotzdem gefiel, möchte ich es Euch doch zeigen.

So, nun ist genug ausgeruht, runtergekühlt, geschwätzt und gegessen. Jetzt suche ich nach der Franziskus-Statue –> Teil 2 (folgt heute Abend oder morgen).

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Belana Hermine

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