Endspurt zur Klausur

Dann also mal los. Bis zum 8.3. ist noch etwas Zeit, aber eben auch nicht mehr zu viel. Dann steht die letzte – die allerletzte – Klausur (Pädagogische Psychologie) in meinem Fernstudium an. Es ist die allerletzte Aktion überhaupt, denn die Bachelorarbeit hatte ich ja schon im letzten Jahr geschrieben. Wie gut. Ich muss mich wirklich ziemlich zusammennehmen, um die Energie und den Antrieb für diese letzten Tage zu finden. Aber ich will mal nicht jammern und klagen – nur mir ein bisschen Druck von der Seele reden ;-).

Für die nächsten Tage stehen also Wiederholungen auf dem Programm, sodass vielleicht doch das eine oder andere noch besseren Halt in der grauen Masse findet. Außerdem werde ich die Altklausuren noch ein paarmal durchgehen. Alles Multiple-Choice. Und so sieht dann ein Übungsblatt aus. Man sieht ziemlich genau, wo ich zuviel gekreuzt hatte. Die fehlenden Kreuze sieht man glücklicherweise nicht ;-).

Das Modul umfasst 4 Teile.

Die ersten beiden („Einführung in die Pädagogische Psychologie“ sowie „Diagnostizieren, Evaluieren und Intervenieren in Bildungskontexten“) sind soweit okay. Damit habe ich teilweise ja auch im Job zu tun. Dazu gibt es auch etliche Altklausuren, an denen man üben kann.

Auf den vierten Teil („Lehren und Lernen mit elektronischen Medien“) hatte ich mich richtig gefreut, war dann aber von den Unterlagen tierisch enttäuscht. So viele theoretische Modelle, die sich kaum voneinander unterscheiden und (aus meiner Sicht :-() nicht wirklich einen Bezug zur Praxis haben. In der Klausur muss man sie aber fein säuberlich unterscheiden können. Aber okay, es gibt zumindest Altklausurfragen. Da heißt es also üben, üben, üben.

Der dritte Teil („Motivation und Emotionen in Bildungskontexten“) ist der eigentliche Fürchteteil. Es ist alles sehr interessant und zu einem geringen Teil schon aus anderen Modulen bekannt. Aber es ist ungeheuer viel. Und da es ein neuer Teil ist, gibt es KEINE Altklausurfragen dazu, nichtmal ein paar Probeklausurfragen. Man weiß also ganz und gar nicht so recht, worauf man sich vorbereiten/einstellen soll. Summasummarum heißt das also, die anderen 3 Teile möglichst gut zu beherrschen, um ggf. diesen dritten Teil ausgleichen zu können.

So, das musste ich mir einfach mal von der Seele schreiben. Mit diesem Thema werde ich mich dann erst wieder nach der Klausur melden – hoffentlich mit einer guten Info ;-).

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Kuriositäten des Alltags 

Text an der automatischen Fahrplananzeige (falls das Teil so heißt – normalerweise steht dort, wann die nächste Bahn kommt):

„Zur Zeit kommt es auf der Linie xxxx zu Verspätungen von 10-15 min.“

Die Linie xxxx fährt zu dieser Zeit im 10-min-Takt. Hört sich für mich ziemlich pünktlich an ;-). Wäre doch viel interessanter zu erfahren, wann die nächste kommt. Offensichtlich hat die Verspätungsmeldung höhere Priorität.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

Rezension: Der Pfad des friedvollen Kriegers

Der Pfad des friedvollen Kriegers – Das Buch, das Leben verändert

  • von Dan Millman, aus dem Amerikanischen von Thomas Lindquist
  • Heyne Verlag, 14. Oktober 2013
  • Taschenbuch, 304 Seiten
  • 9,99 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-453-70240-0

der-pfad-des-friedvollen-kriegers-pdf

Inhalt

Das Buch beschreibt die Wandlung von Dan, einem als Leistungssportler erfolgreichem us-amerikanischen Studenten, von einem eher unbewusst vor sich hinlebenden Menschen hin zu einer bewusst sein Leben gestaltenden Person.

Hilfe erhält er durch einen mysteriösen Tankstellenwart. Auch ein paar Schicksalsschläge bewegen ihn zum Nach- und Umdenken. Nicht immer wird völlig klar, ob die Erlebnisse in der Realität, einer Traumwelt oder als innere Erfahrung stattfinden. Das ist aber auch nicht von Belang, denn es wird immer nachvollziehbar dargestellt, wie diese Ereignisse Dan zum Nachdenken anregen, ihn zum Durchhalten motivieren und auch ihn verändern.

Subjektive Eindrücke

Wenn ich auch nicht alle im Buch vorgestellten Aspekte auf meine eigene Realität beziehen kann, so habe ich doch viele Anregungen gefunden, über mein eigenes Leben nachzudenken und mehr Bewusstheit in meine Handlungen zu bringen.

Fazit

Eine schöne Darstellung, wie ein Weg zu einem bewussteren Leben aussehen kann, aus der jede/r sicher das Eine oder Andere für sich selbst ableiten kann.

Ein interessantes Lesevergnügen, für das ich dem Verlag sehr herzlich danke.

Schreiben, schreiben, schreiben – Aufgabe 2 (Kai)

Die Aufgabe

Gegeben waren zwei Fotos. Auf einem war eine junge Frau in einem Ruderboot zu sehen, wie sie gerade auf einen See hinauspaddelte. Auf dem anderen saß ein junger Mann sehr wütend in einem Auto.

Zu einem dieser beiden Fotos sollte man sich eine Geschichte ausdenken. Dabei ging es nicht darum, das Bild zu beschreiben, sondern die Situation, die auf dem Bild gezeigt war, sollte in der Geschichte vorkommen.

Was fiel mir schwer?

Ich hatte keine Ahnung, wie ich zu einem Foto, das eigentlich nichts in mir zum Klingen brachte, eine Geschichte erfinden sollte. Dass nur das Foto mit dem See in Frage kam, war direkt klar. Es musste nun eine Weile in meinem Kopf arbeiten und irgendwann tauchte eine Idee auf. Von da an war es nicht mehr schwer, die Geschichte aufzuschreiben.

Was habe ich gelernt?

Ich habe wohl die Angewohnheit, viele kurze Sätze zu schreiben. Eine Mischung aus kurzen und längeren Sätzen ist offensichtlich besser. Außerdem könnte ich an einigen Stellen etwas ausführlicher sein, was allerdings ein wenig schwierig ist, da man ja eine bestimmte Länge „vorgeschrieben“ bekommt.

Interessant ist, dass diejenigen, die die Geschichte gelesen haben, sie als Geschichte des jungen Mannes verstanden haben. Als ich sie schrieb, dachte ich eher, ich würde sie aus Sicht der jungen Frau schreiben. Inzwischen habe ich aber verstanden, woran das liegt. Die Geschichte aus Sicht der Frau werde ich nachliefern.

Das Ergebnis

So, und hier nun der Text nach Einarbeitung der Korrekturanmerkungen. Über ein paar Hinweise von Euch würde ich mich wieder sehr freuen.

Der Morgen danach

Ungewöhnlich früh für einen Sonntagmorgen sitzt Kai in der Küche. Seine Finger umklammern die Kaffeetasse. Die Fingerknöchel treten weiß hervor, während er auf Melani wartet.

Seit zwei Jahren wohnen sie gemeinsam in dieser WG. Melani studiert BWL. Ihre Augen strahlen Ruhe und Freundlichkeit aus. Was immer sie zu lernen hat, gelingt ihr auf Anhieb, und sie denkt über alles nach, bevor sie etwas tut. Kai ist da ganz anders. Er studiert Musik. Wenn ihn etwas bewegt, merkt das jeder in seiner Umgebung sofort. Manchmal nervt das seine Mitmenschen.

Aber heute Nacht. Eine solche Nacht hat Kai noch nie erlebt. Melani war so voller Gefühl, ganz ohne Grübeln und Nachdenken. Sie waren eins und doch nicht eins, waren ganz im Hier und Jetzt und doch überall und nirgendwo.

‚Ich will Meli‘, geht es Kai immer wieder durch den Kopf. ‚Sie wird es nicht wollen. Sie will jemanden, der nachdenkt, der nicht bloß spontan seinen Gefühlen folgt. Ich will, ich will, ich will.‘

Melani kommt in die Küche. Sie ist noch nicht ganz wach. Kai springt auf und sagt: „Hi, Meli! Komm, ich mache dir einen Kaffee.“ Schon ist er an der Kaffeemaschine. Schwungvoll reicht er Melani die Tasse, sodass der Kaffee fast überschwappt.

„Danke.“ Melani setzt sich an den Tisch, legt die Hände um die Tasse, wie um sich daran zu wärmen, und schaut in ihren Kaffee.

„Hey, wollen wir heute gemeinsam was unternehmen?“, fragt Kai. ‚Egal was. Hauptsache ich bin mit dir zusammen‘, setzt er in Gedanken hinzu.

„Kai, wir müssen reden.“

„Oh, das hatte ich jetzt nicht gemeint. Hat es dir heute Nacht nicht gefallen?“, fragt er enttäuscht.

„Doch schon. Es war toll. Ja, sehr sogar. Aber es geht nicht.“

„Was? Wieso denn nicht? Das hat doch toll gepasst.“

„Nein, hat es nicht. Überleg doch mal. Du bist Musiker, impulsiv, emotional. So kann man doch nicht leben. Man muss nachdenken, sich einen Plan machen, ein Ziel verfolgen.“

„Heute Nacht warst du aber überaus spontan“, versucht Kai es auf die lustige Art.

Melani lässt sich dadurch nicht beeindrucken. „Kai, ich mag dich ja. Als Kumpel, als Freund. Ich kann mich auf dich verlassen. Du bist da, wenn ich mal reden muss. Aber es geht einfach nicht.“ Melani ist kaum noch zu hören. Sie wischt sich über die Augen, als wollte sie Schlafsand wegreiben, und versenkt sich noch tiefer in ihren Kaffee. Plötzlich springt sie auf und rennt in ihr Zimmer.

Kai hört, wie sie ein paar Sachen in eine Tasche stopft. Kurz darauf kommt sie mit ihrer Reisetasche zurück. Ohne ein Wort zu sagen, stürmt sie aus der Wohnung und schmeißt die Tür hinter sich ins Schloss.

Kai fragt sich, wohin sie geht. Dann erinnert er sich daran, wie sie davon sprach, dass ihr Großvater immer ein guter Berater für sie gewesen sei. Das bringt ihn auf eine Idee. Er schnappt seinen Rucksack und springt zur Tür hinaus. Er schleicht ihr hinterher und hofft, dass sie ihn nicht entdeckt.

Melanis Großvater wohnt in einer Blockhütte an einem See ganz in der Nähe. Der Großvater freut sich immer über ihre Besuche, auch wenn sie unangekündigt kommt, und nimmt sie herzlich in den Arm. Gemeinsam gehen sie ins Haus.

Kai versteckt sich hinter einem Busch in der Nähe der Haustür. ‚Bitte, du Großvater, gib ihr die richtigen Ratschläge. Ich liebe sie so sehr.‘ Für ihn bleibt die Zeit stehen.

Nach einer Unendlichkeit, wie es Kai scheint, gehen Melani und ihr Großvater zum See zu dessen Boot. Sie steigt ein, nimmt das Paddel in die Hand und rudert los. Ihr Großvater schaut ihr eine Weile hinterher und geht dann ins Haus zurück.

Als er verschwunden ist, rennt Kai zum Steg und beobachtet, wie Melani im Boot ihres Großvaters auf den See zusteuert. Die Oberfläche des Sees bewegt sich nicht. Die Bäume links und rechts am Ufer spiegeln sich darin ohne eine Verzerrung. Der See suggeriert Weite, Ruhe und Frieden – das, was Melani zum Nachdenken braucht.

Kai beginnt, sich auszuziehen, und will ihr hinterherschwimmen. Dann stockt er. ‚Vielleicht muss sie wirklich allein sein zum Nachdenken?‘ Er setzt sich auf den Steg und schaut ihr hinterher. ‚Muss ich dich wirklich ziehen lassen? Das halte ich nicht aus.‘

Er kann seinen Blick nicht von dem Boot lassen. Es entfernt sich Meter für Meter. Kai steht auf und seufzt. Der See liegt vor ihm. In seiner Weite liegen die Antworten.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine