Schulz, Gianella: Wenn Turnschuhe nichts bringen

Wenn Turnschuhe nichts bringen – Der CEO-Code für starke Führungskräfte

  • Benjamin Schulz, Brunello Gianella
  • Frankfurter Allgemeine Buch, 1. März 2019
  • Gebundene Ausgabe, 200 Seiten (eBook gelesen)
  • 20,00 € (D)
  • ISBN 978-3-962-51058-9

Inhalt

Autorität ist out, Authentizität ist in. Aber was bedeutet es, authentisch zu sein, und wie wird man das?

Benjamin Schulz und Brunello Gianella beleuchten Führung von verschiedenen Seiten, legen dar, wie es nicht (mehr) gehen kann, und erläutern, wie es gehen sollte. Dabei stützen sie sich überwiegend auf das Motivationsprofil von Reiss, das in ganz kurzen Zügen am Ende des Buches aufgeführt ist. Sie gehen auch darauf ein, was passiert, wenn eine Führungskraft nicht authentisch führen kann/darf. Das nutzen sie, um ein paar Einblicke in ihre Coaching-Tätigkeit zu liefern.

Nicht immer steht nur die Führungskraft selbst im Zentrum der Aufmerksamkeit – es geht auch um die Außenwirkung der Unternehmen, das Einstellen neuer Mitarbeiter und Führungskräfte, die Einstellung der gesamten Gesellschaft zum Unternehmertum – immer mit dem Grundtenor „Authentizität“.

Benjamin Schulz und Brunello Gianella ist es wichtig, dass ein Umdenken im Personalwesen hin zu mehr Authentizität und weg vom reinen Funktionieren stattfindet. Ihr Mittel der Wahl dafür ist das immer wieder angeführte Motivationsprofil. Sie argumentieren, dass das Versagen einer Führungskraft kein funktionales Versagen ist, das auf mangelndem Wissen oder fehlender Kompetenz beruht, sondern dass es durch das nicht-Passen des eigenen Motivationsprofils zu den Anforderungen des Jobs bedingt ist.

Subjektive Eindrücke

Was hilft uns, glücklicher und zufriedener mit unserer Arbeit und ggf. auch mit unserem privaten Leben zu werden? Die Antwort der Autoren: Authentizität.

Für mich war es interessant, diese Gedankengänge zu lesen. Überwiegend konnte ich sie gut nachvollziehen und fand sie plausibel.

Ich hätte mich gefreut, wenn das Motivationsprofil vorgestellt worden wäre und vielleicht auch dessen Anwendung anhand von einigen wenigen Beispielen demonstriert worden wäre. Lediglich der Hinweis darauf mit der knappen Vorstellung am Ende des Buches waren für mich diesbezüglich zu wenig.

Ein wenig hat mir auch der rote Faden gefehlt. Viele und durchaus auch wichtige Aspekte werden in dem Buch angesprochen, aber es wird auch immer wieder zwischen den Aspekten hin- und hergesprungen, teilweise wieder auch etliches wiederholt.

Vermutlich richtet sich das Buch ausschließlich an Männer, denn es kommen nur zwei oder drei Frauen überhaupt zu Wort und einmal gibt es einen kurzen Hinweis darauf, wie etwas in einer Frauengruppe funktionieren würde. Auch werden überwiegend die männlichen Berufsbezeichnungen verwendet, in den anderen Fällen neutrale. Sorry, aber als Frau ist mir das doch negativ aufgestoßen.

Fazit

Das Buch vermittelt eine neue Sicht darauf, wie eine Passung zwischen MitarbeiterIn und Arbeitsstelle herstellt werden kann, und ist somit zumindest für alle interessant, die mit dem Personalwesen zu tun haben. Aber auch für einen persönlich kann der Blick auf das Motivationsprofil helfen, besser mit sich und den eigenen Lebenssituationen klarzukommen.

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Bergdolt: Kriminell, korrupt, katholisch?

Kriminell, korrupt, katholisch? – Italiener im deutschen Vorurteil

  • Klaus Bergdolt
  • Franz Steiner Verlag, 18. Oktober 2018
  • Gebundene Ausgabe, 243 Seiten (eBook gelesen)
  • 32,00 € (D)
  • ISBN 978-3-515-12123-1

Inhalt

Wie ist das Bild der Italiener vor Jahrhunderten entstanden und wie hat es sich seither entwickelt?

Je nach historischer Epoche liegen unterschiedliche Dokumente vor, aus denen sich die Meinung der Deutschen über die Italiener ableiten lässt. Waren es anfangs die Reichen und Gebildeten, die lang andauernde Reisen bzw. Aufenthalte in Italien machten, so kamen in den vergangenen einhundert Jahren mehr und mehr Menschen in den Genuss einer Italienreise, bis heute, wo sehr viele Deutsche Italien zumindest während einer kurzen Urlaubsreise erleben können.

Die Zustände in Italien haben sich während dieser Jahrhunderte natürlich auch geändert, jedoch sind die Überrest einiger früher Eindrücke noch heute in unserem Bild von Italien enthalten. Und andersherum prägt natürlich auch die Sicht der Italiener von den Deutschen die Art und Weise des gegenseitigen Umgangs.

Sehr akribisch nimmt Klaus Bergdolt die verschiedenen Meinungen auf und setzt sie zu einem zur jeweiligen Epoche gehörenden Bild zusammen. Auch zeigt er auf, welche Veränderung in Italien, in Deutschland aber auch in den Reisemöglichkeiten welche Veränderungen in der Wahrnehmung der jeweils anderen Seite geführt haben können.

Der Text ist mit vielen Quellenverweise versehen, sodass man sich recht schnell weiter mit der Thematik befassen kann.

Subjektive Eindrücke

Da ich an den Kulturen anderer Länder sehr interessiert bin, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Es ist in einem sehr sachlichen Ton geschrieben, was bei dieser brisanten Thematik gegenseitiger Wahr-/Falschnehmung durchaus angebracht ist. Mich hat die Akribie begeistert, die aus dem Text spricht und die durch die viele Weiterverweise unterstrichen wird. Man kann sich beim Lesen recht gut in die jeweilige Zeit hineinversetzen und durchaus nachvollziehen, weshalb es zu dem einen oder anderen Eindruck gekommen sein kann.

Auch wenn gegen Ende des Buches das Bild der Deutschen von den Italienern durchaus besser geworden zu sein scheint, so scheint es doch gemäß des Buches schlechter zu sein als das, welches in meinen Kopf steckt. Allerdings bin ich mit der italienischen Kultur noch nicht so sehr vertraut.

Für ein sinnvolles Miteinander in Europa halte ich es für wichtig, dass wir uns gegenseitig gut kennen, dass wir wissen, wo die jeweiligen Stärken und Schwächen liegen und diese gegenseitig akzeptieren können. Ein solches Buch trägt auf jeden Fall dazu bei, hier Verständnis aufzubauen. Auch wenn vielleicht der recht sachliche Stil nicht jedermanns/fraus Sache ist, so würde ich mich freuen, wenn viele Menschen dieses Buch lesen würden und wenn es viele weitere Bücher dieser Art auch über andere Kulturen geben.

Fazit

Wer Verständnis für die italienische Kultur entwickeln will und wissen möchte, wie sich das deutsche Bild von den Italienern entwickelt hat, dem sei dieses Buch engstens ans Herz gelegt.

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Augstein, Blome: Oben und unten

Oben und unten – Abstieg, Armut, Ausländer – was Deutschland spaltet

  • Jakob Augstein, Nikolaus Blome
  • Deutsche Verlags-Anstalt, 25. Februar 2019, 2. Auflage
  • Gebundene Ausgabe, 272 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-421-04826-4

Inhalt

Jakob Augstein und Nikolaus Blome, die recht gegensätzlichen „Meinungslagern“ angehören unterhalten sich über die Verhältnisse in Deutschland.

Das Buch ist in Form des Mitschnitts ihrer Gespräche gestaltet. Hin und wieder beziehen sie in ihre Unterhaltung auch andere Menschen ein, z. B. einen Gewerkschaftsvertreter, einen Familienunternehmer, einen arbeitende Mutter.

Es geht um Fragen der Gerechtigkeit, wie sie erreicht werden kann, was Gründe für Ungerechtigkeiten in Deutschland sind und wie die weitere Entwicklung gestaltet werden kann.

Da die beiden „Kontrahenten“ aus unterschiedlichen Denkrichtungen stammen, kommen sie natürlich nicht zu einem Ergebnis, sondern stellen ihre Meinungen neben- bzw. gegeneinander und versuchen, den jeweils anderen von ihrer Meinung zu überzeugen und die Denkfehler des jeweils anderen offenzulegen.

Sarkasmus, Ironie, kleine Angriffe und Spitzfindigkeiten sollen dem Buch eine heitere Note verleihen.

Subjektive Eindrücke

Die behandelten Themen sind wichtige und drängende Fragen in Deutschland. Das ist unumwunden klar. Hier werden diese Aspekte von zwei verschiedenen Seiten betrachten. Auch das ist durchaus positiv anzumerken. Allerdings ist diese Art der Streitkultur nicht so ganz mein Ding. Argumente bleiben nebeneinandergestellt. Es geht nicht darum, eine gemeinsame Lösung zu finden, sondern den jeweils anderen von der eigenen Meinung zu überzeugen. Die zur Aufheiterung eingesetzte Ironie gibt für mein Gefühl den Gesprächen eher einen aggressiven Unterton. So möchte ich persönlich nicht diskutieren.

Aber unabhängig davon war es für mich interessant, über die beiden Standpunkte zu lesen und zu versuchen, sie nachzuvollziehen und sie mit meinen eigenen Ansichten abzugleichen.

Gewöhnungsbedürftig ist möglicherweise die teilweise Anordnung der Redebeiträge. Hin und wieder setzt der Beitrag der linken Seite auf der nächsten linken Seite fort, während auf den jeweils rechten Seiten der Kontrabeitrag erscheint.

Fazit

Eine interessante Gegenüberstellung zweier verschiedener Ansichten, bei der man vieles über die unterschiedliche Interpretierbarkeit der Zustände in Deutschland, insbesondere hinsichtlich Gerechtigkeit erfährt. Die Art der Auseinandersetzung muss man (meiner Meinung nach) mögen. Sonst wäre vielleicht eine andere Infoquelle zu bevorzugen.

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Grätz, Kupfer: Die fabelhafte Welt der Ameisen

Die fabelhafte Welt der Ameisen – Eine Ameisen-Umsiedlerin erzählt

  • Christina Grätz, Manuela Kupfer
  • Gütersloher Verlagshaus, 20. März 2019
  • Gebundene Ausgabe, 288 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-579-08728-3

Inhalt

Das ist fürwahr eine kribbelig krabbelige Welt, in die uns die beiden Autorinnen da entführen.

Im Wechsel berichten Frau Grätz und Frau Kupfer von ihren Erlebnissen mit Ameisen bei deren Umsetzung und geben viele interessante Informationen über das Leben der Ameisen. Die Sachbereiche sind speziell gekennzeichnet, so dass der/die LeserIn selbst auswählen kann, ob er/sie das Buch in der gebundenen Reihenfolge liest oder sich für den Erzähl- oder den Sachstrang entscheidet.

Das Buch deckt das Leben der Ameisen in einer deutlichen Breite ab. So geht es um den Aufbau und die Konstruktion von Ameisenbehausungen, das soziale Leben im Ameisenstaat, Freunde und Feinde von Ameisen, verschiedene Arten von Ameisen und ihre Besonderheiten, überragende Fähigkeiten von Ameisen, die speziellen Anforderungen eines Jahresablaufs an die Ameisen und das Zusammenleben von Ameisen und Menschen.

Das Buch schließt ab mit einer Liste („Partyinformationen“) wichtiger Informationen über Ameisen, mit denen, wer gern möchte, auf einer Party angeben kann.

Subjektive Eindrücke

Auch wenn ich keine Angst vor Ameisen habe, so hat es mich doch beim Lesen das eine oder andere Mal ganz schön geschüttelt. Fast war es, als würden die Abertausenden Tierchen Marathon auf meinem Körper laufen. Aber ich saß dann ja doch ganz bequem in meinem Lesesessel und bewunderte alle Beteiligten bei ihrer Arbeit und sog die vielen interessanten Details über das Leben der Ameisen in mich auf.

Sowohl die Abenteuer als auch die sachlichen Abschnitte sind interessant und gut lesbar geschrieben. Man hat Spaß daran, lesend immer weiter in die Welt der kleine Krabbler einzutauchen – natürlich nur gedanklich 😉

Die Idee, die Grabungserlebnisse und die sachlichen Erläuterungen am Wechsel im Buch zu präsentieren ist gut gelungen. So wirkt das Buch sehr abwechslungsreich. Und doch ging es mir dann manchmal nicht schnell genug mit den Sachinformationen über die Welt der Ameisen. Am Ende gibt es zwar ein paar Informationen darüber, wie nützlich Ameisen sind. Sie werden z. B. als Eiweißlieferanten für unsere Ernährung beschrieben. Aber dazu würde man sie doch auch wieder abschlachten. Insgesamt hätte ich über die Nützlichkeit der Ameisen gern noch deutlich mehr erfahren wollen, auch, um bessere Argumente für Gespräche mit Ameisenängstlichen zu haben. Aber nun werde ich ihnen wohl erst einmal dieses Buch in die Hand drücken. Es kann helfen, eine neue Sicht auf Ameisen zu bekommen.

Fazit

Unbedingt lesen. Und nicht vom Kribbeln beunruhigen lassen. Das hinterlässt nur vertieftes Wissen über Ameisen als Nachwirkung 😉

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Walter: Im schwarzen Loch ist der Teufel los

Im schwarzen Loch ist der Teufel los

  • Ulrich Walter
  • Penguin Verlag, 11. Februar 2019
  • Taschenbuch, 272 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-328-10307-3

Inhalt

Als Astronaut wird Herr Walter immer wieder zu Veranstaltungen eingeladen, auf denen ihm die verschiedensten Menschen die unterschiedlichsten Fragen zum Weltall stellen. Durch diese „Auftritte“ ist er darin geübt, diese Fragen auf einfache Art und Weise verständlich und doch korrekt zu beantworten. In diesem Buch ist eine Reihe dieser Fragen mit ihren Antworten zusammengestellt.

Die Fragen sind in 5 grobe Bereiche eingeteilt. So geht es rund um die Frage, wie das Universum aus dem Nichts heraus entstehen kann. Es geht um Einsteins Theorien und mögliche Beweise für sie. Es geht noch einmal grundsätzlich um die Basis unseres Universums. Die Fragen, ob wir allein sind oder doch Nachbarn haben (können) und wenn, wie diese aussehen könnten. Und nicht zuletzt geht es um Überlegungen, die Erde zu verlassen.

Subjektive Eindrücke

Alle behandelten Fragen fand ich äußerst interessant. Auch wenn ich für viele Fragen schon Antworten gehört hatten, so langweilte mich die Art der Beantwortung der Fragen nicht. Alle werden gut verständlich und mit einer Prise Humor beantwortet. Es tauchen nur wenige Fachbegriffe auf. Ich hatte aber auch nicht den Eindruck, überzogen versimplifizierte Antworten zu lesen.

Hin und wieder wiederholten sich Satz-/Textstücke. Möglicherweise sollte das ermöglichen, die Antworten in beliebiger Reihenfolge zu lesen. Das wurde aber nirgends gesagt. Beim Lesen in der Reihenfolge des Buches fand ich das manchmal etwas störend. Auch Bilder wiederholten sich. Eines kam sogar in absolut derselben Darstellung zweimal vor. Das hätte sicherlich vermieden werden können.

Trotz allem ist es ein sehr schön geschriebenes Buch, das viele Fragen über das Weltall beantwortet und sicherlich für jede/n viele neue Aspekte aufdecken kann.

Fazit

Sachlich verständlich und mit einer Prise Humor erfährt man hier sehr viel Wissenswertes über den Weltraum. Wirklich nett und unterhaltsam geschrieben.

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Moers: Der Bücherdrache

Der Bücherdrache

  • Walter Moers
  • Penguin Verlag, 25. März 2019
  • Gebundene Ausgabe, 192 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-328-60064-0

Inhalt

Wer mit dem zamonischen Universum vertraut ist, der/die kennt mit Sicherheit Hildegunst von Mythenmetz. Und er/sie weiß sicher auch, dass jede/r Schriftsteller/in in Zamonien einen Buchling hat, der sein/ihr gesamtes Werk auswendig lernt. Eines Tages trifft Hildegunst von Mythenmetz seinen Buchling – Hildegunst Zwei – im Traum. Hildegunst Zwei erzählt eine abenteuerliche Geschichte, wie er eine nur als Legende geglaubte Kreatur – den Bücherdrachen – trifft und was ihm dabei widerfährt.

Als Hildegunst Zwei dem Bücherdrachen seine Frage stellt, nämlich, warum er, der Bücherdrache, nicht selbst Bücher und Geschichten schreiben würde, eröffnet der Bücherdrache das wahre Wesen seiner Orakelkunst und es scheint, als hätte Hildegunst Zwei nun seine eigentliche Bestimmung gefunden. Aber bevor sich zeigen kann, ob er sie jemals umsetzen wird, muss sich Hildegunst Zwei erst einmal aus den Fängen des Drachen befreien. Dass er sich aufgrund eines Aufnahmerituals in einen Verschwörerklub überhaupt erst auf den Weg zum Bücherdrachen gemacht hat, scheint ihm nun ein Glücksfall zu werden. Oder etwa doch nicht?

Nun, was kann man schon glauben von einem Traum, den man im Traum träumt, in dem man träumt, man würde träumen…?

Subjektive Eindrücke

Seit ich „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ (Rezension hier) und die dortige Leseprobe von „Der Bücherdrachen“ gelesen hatte, habe ich sehnsüchtig auf den Moment gewartet, dieses Buch endlich in den Händen halten und förmlich in mich aufsaugen zu können.

Am Dienstag war es endlich soweit. So sah es im Inneren des aufgerissenen Pakets aus:

Und ja – ich konnte kaum die Finger von diesem Buch lassen 🙂

Ein Feuerwerk kreativer Einfälle. Man fiebert mit Hildegunst Zwei mit. Mal freut man sich für ihn. Mal bedauert man ihn. Und doch erwartet man jede neue Wendung des Abenteuers mit neuer Spannung und wünschte sich am liebsten, er möge nie aus dem Gebiet des Drachens herausfinden.

Moers beschreibt seine Figuren und Landschaften so detailreich und liebevoll, dass man ganz und gar vergisst, dass es absolute Fantasiefiguren sind. Ja, man fühlt sich in die Situation, in die Handlung hineingezogen. Man leidet mit, man zittert mit, man hofft mit, man jubiliert mit.

Als Trostpflaster für das Ende des Buches gibt es eine Leseprobe des nächsten Buches von Moers („Die Insel der 1000 Leuchttürme“), sodass das Freuen und ruhelose Abwarten von Neuem beginnt und ein weiteres, vor Kreativität übersprudelndes Abenteuer verspricht.

Fazit

Daran kann kein/e Moers-Freund/in vorbei. (PS: Ich frage mich gerade, ob in Zamonien wohl auch gegendert werden muss.)

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Engelbert: Herzbalance

Herzbalance – Wie Sie Ihr Herz unterstützen und stärken und Ihr inneres Gleichgewicht finden

  • Christian W. Engelbert
  • Herbig, F A, 14. März 2019
  • Taschenbuch, 288 Seiten
  • 20,00 € (D)
  • ISBN 978-3-776-62840-1

Inhalt

Herr Engelbert stellt uns mit seinem Buch einen großen Teil der Erfahrungen aus seiner praktischen Tätigkeit als Arzt und Herzspezialist zur Verfügung. Er beginnt mit dem Aufbau des Herzens und dessen Einbettung im Körper. Danach stellt er die verschiedenen Verbindungen des Herzens mit anderen Körperorganen und/oder -funktionen dar. Dabei erläutert er die Art der Verbindungen, deren Bedeutung, welche Schäden sie haben können und wie diese behoben werden können. Neben schulmedizinischen Behandlungsmethoden beschreibt er immer wieder auch pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel sowie physikalische Anwendungen wie Einreibungen, Wickel, Gymnastik bzw. leichten Sport vor. Damit, so seine Aussage, kann das Gesamtsystem „Körper mit Herz als Zentrum“ in eine gesunde und ausgewogene Balance (siehe Titel) gebracht werden.

Neben den erläuternden Texten berichtet Herr Engelbert von Patienten, die mit für den gerade betrachteten Bereich typischen Symptomen zu ihm kamen und durch die von ihm vorgeschlagenen Medikamente, Mittel und physikalischen Maßnahmen Linderung, Besserung oder gar Heilung fanden.

Mit seinem Buch baut Herr Engelbert ein ganzheitliches System auf, in dem alle Organe, Nerven, Hormone etc. miteinander in gegenseitigem Austausch stehen und nicht isoliert voneinander betrachtet werden dürfen. Auch den Einsatz alter Heilmittel und -verfahren wie den Aderlass propagiert Herr Engelbert in seinem Buch. Das letzte Kapitel, das den Titel „Zu guter Letzt“ trägt geht auf spirituelle Aspekte unseres Lebens ein und argumentiert, dass die Verfolgung spiritueller Denk- und Handlungsweisen zu einem gesünderen (Herz)-Leben führen kann.

Subjektive Eindrücke

Aus meiner Sicht fokussiert das Buch weniger auf schulmedizinischen Verfahren für Herzgesundheit, die es natürlich in einem ersten Schritt erläutert, sondern plädiert für den Einsatz alternativer, natürlicher und spiritueller (allerdings nur auf den letzten 7 Seiten) Heilmittel, -verfahren und -denkweisen. Eine in diesem Sinne verstandene Ganzheitlichkeit im Verständnis des Menschen als nicht nur aus der Summe von Einzelteilen bestehend kann durchaus positive Signale setzen, uns eben nicht nur den neuen schulmedizinischen Anwendungen anzuvertrauen, sondern Krankheit (und Nicht-Funktionsfähigkeit) immer auch als Zeichen dafür zu interpretieren, uns als Ganzen in den Blick zu nehmen. In diesem Sinne habe ich viele interessante Anregungen in diesem Buch gefunden.

Ein wenig zu kurz kam für meinen Geschmack eine gesunde, ebenfalls ganzheitliche Lebensweise (fast ausschließlich die 7 Seiten des letzten Kapitels), die eben über das Schlucken von Mittelchen und das Anwenden von Einreibungen, Massagen und ähnlicher physikalischer Verfahren hinausgehen. Hin und wieder beschlich mich beim Lesen der Verdacht, dass ich in Zukunft fast schon vom Schlucken der verschiedenen Mittel – jedes für sich sicherlich hilfreich und mit begründbarer Funktion – satt werden könnte. Diese Vorstellungen ließ mich dann aber doch ein wenig schaudern. Auf mögliche Auswirkungen einer gesunden, stabilen, wenig stressbelasteten Lebensweise wurde zwar immer mal wieder hingewiesen, aber – in meinen Augen – eher als absolutes Randthema.

Fazit

Man findet hier viele Hinweise für schul- und alternativmedizinischen Maßnahmen zur Stärkung der Herzgesundheit und des Körpers in ganzheitlicher Betrachtung.

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