Alt: Lust auf Zukunft

Lust auf Zukunft – Wie unsere Gesellschaft die Wende schaffen wird

  • Franz Alt
  • Gütersloher Verlagshaus, 25. Juni 2018
  • Gebundene Ausgabe, 288 Seiten; eBook gelesen
  • 22,00 € (D)
  • ISBN 978-3-579-08707-8

Inhalt

Unterteilt in 10 Kapitel, deren Titel alle mit „Lust auf…“ beginnen, stellt Herr Alt davor, wie wir die jeweiligen Probleme dieser Lust-auf-Gebiete in den Griff bekommen können. Dabei geht er sowohl auf die aktuelle Lage, die bisher unternommenen Schritte, Falschinformationen, Lobbyismus auf diesem Gebiet, aber auch auf vorhandene Technik zur Lösung und mögliche Schritte eines Weges zur Lösung ein. Für ihn lassen sich alle unsere, vor allem ökologischen, Fragen innerhalb weniger Jahre lösen.

Den Abschluss des Buches bildet sein Generationen manifest.

Subjektive Eindrücke

Herr Alt versteht es, sich mit Gegenargumenten auseinanderzusetzen und dadurch auch den Leser auf seine Seite zu ziehen. So kann man aus diesem Buch viel Hoffnung ziehen. Voraussetzung (aus meiner Sicht) bliebe aber nach wie vor, dass ausreichend Wille für die nötigen Maßnahmen vorhanden ist.

Hin und wieder gibt es Wiederholungen von Sachverhalten, was mir an der eine oder anderen Stelle doch weniger positiv aufgefallen ist.

Insgesamt finde ich aber beeindruckend, dass Herr Alt noch immer gesellschaftlich aktiv ist und sich für das Leben auf unserem Planeten engagiert.

Fazit

Wenn man mal wieder sehr schwarz für unsere Erde sieht, dann kann man sich hier wieder ein paar Ideen für bessere Gedanken, aber Anregungen für eigenes Handeln holen.

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Scheel, Engel: Weit Blick

Weit Blick – Einsichten auf dem Weg über die Alpen

  • Christine Scheel, Gerhard Engel
  • Claudius, 24. April 2018
  • Taschenbuch, 120 Seiten
  • 14,00 € (D)
  • ISBN 978-3-532-62814-0

Inhalt

Die Autoren wandern regelmäßig in den Alpen. Eine ihrer Touren haben sie in diesem Buch für uns festgehalten. Sie lassen uns an der Schönheit der Natur teilhaben, nehmen uns aber auch mit auf gefährliche Klettersteige. Sie kritisieren die Naturzerstörung durch gewinnorientierten Tourismus und eröffnen uns Zugang zu ihren spirituellen Gedanken.

Nicht immer gehen sie allein, aber wir erfahren leider nicht, mit wem sie unterwegs sind. Die Aufenthalte in den Unterkünften werden meist nur kurz angeschnitten oder erwähnt, aber nicht näher vorgestellt.

Subjektive Eindrücke

Ja, ich haben ein paar Einblicke in die Natur und die Schönheit der Alpen bekommen. Leider konnte ich die geschilderten Eindrücke nicht mit Menschen/Charakteren verbinden, da diese nicht weiter vorgestellt wurden.

Für mich blieb nicht nachvollziehbar, wo die Route nun entlangführte. Es gibt keine Bilder und auch keine Übersichtskarte im Buch. Wenn, dann müsste ich jetzt anhand der wenigen Ortsangaben versuchen, das über online-Medien nachzuvollziehen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es möglich ist, diese Route anhand der im Buch gegebenen Informationen „nachzulaufen“.

Sicherlich ist der Umweltschutz ein wichtiges Thema. Und natürlich werden die Eingriffe in die Natur bei solchen Wanderungen besonders krass sichtbar. Beim Lesen des Buches zerhackten aber die ständigen Wiederholungen um die Umweltzerstörung den Genuss der Natur. Ja, das passiert so in Realität. Und wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um das zu stoppen und teilweise auch zu korrigieren. Aber muss man sich davon vom Genuss der Natur auf einer Wanderung abhalten lassen? Den teilweise (für mich) spürbaren erhobenen Zeigefinger mochte ich beim Lesen dann aber doch nicht.

Eine andere Aufmachung/Vermarktung des Buches hätte bei mir möglicherweise passendere Erwartungen an das Lesen geweckt.

Fazit

Das Buch lässt sich leicht lesen. Man bekommt einige Einblicke in die Natur der Alpen und erfährt etliches über Maßnahmen des gewinnorientierten Tourismus, aber auch wie sanfter Tourismus aussehen kann. Ein Wanderführer ist es nicht (wurde auch nie so gesagt).

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Robinson: New York 2140

New York 2140

  • Kim Stanley Robinson, aus dem Amerikanischen von Jakob Schmidt
  • Heyne Verlag, 14. Mai 2018
  • Taschenbuch, 816 Seiten
  • 16,99 € (D), 17,50 € (A)
  • ISBN 978-3-453-31900-4

Inhalt

Das Titelbild zeigt es schon – New York ist überflutet. Die Menschen der Stadt versuchen nun, die Gebäude so zu präparieren, dass sie weiterhin darin wohnen können. Das gelingt bei einigen ganz gut, bei anderen weniger gut. Viele Brücken wurden gebaut und es fahren viele Boote, Kähne und Schiffe, um Bewegung von A nach B zu ermöglichen.

Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben. Das Wirtschaftssystem funktioniert nach wie vor, das politische System arbeitet für das Wirtschaftssystem nach wie vor.

Robinson zeigt uns sehr ausführlich, wie das Leben im New York 2140 abläuft. Dazu führt er ein paar Menschen ein, die ihr mehr oder weniger normales Leben führen, die ihren Tätigkeiten nachgehen, die ihre alltäglichen Probleme zu lösen haben. Das geht so bis etwa zur Hälfte (ca. Seite 400)des Buches.

Dann beginnen die Ereignisse, sich zu verdichten.

Nach weiteren ca. 100-150 Seiten sucht ein verheerender Sturm New York heim und setzt die Bewohner neuen Strapazen aus. Hier sehen jetzt einige Protagonisten die Chance, das bisherige Wirtschaftssystem ins Leere laufen zu lassen und eine neue Form des Zusammenlebens aufzubauen.

Dazu haben sie etwa 100 Seiten Zeit, denn auf den letzten annähernde 50 Seiten führt Robinson die Lebensfäden der einzelnen Personen in für den Zeitraum des Buches abschließenden Zustand.

Subjektive Eindrücke

Sehr langatmig. Es zieht sich – insbesondere zwischen den Seiten 200-400. Die Charaktere agieren zwar alle auf individuelle Art, bleiben aber doch flach. Man weiß nicht, warum sie so agieren, welche Vergangenheit sie haben. Erst gegen Ende werden einige dieser Dinge aufgedeckt.

Die Erläuterungen, wie es zu den Überschwemmungen New York kam, sind ebenfalls sehr ausführlich, dabei aber naturwissenschaftlich gesehen nicht sonderlich interessant aufgearbeitet. Gleiches gilt für die Ausführungen zur Funktionsweise des Wirtschafts- bzw. Finanzsystems. Streckenweise spürt man (okay – zumindest ich) sehr deutlich den erhobenen Zeigefinger. Schade, eigentlich könnte das Buch hier für sich selbst sprechen.

Eigentlich hat mich außer dem Ziel, einen Blogbeitrag darüber zu schreiben, nichts angehalten, das Buch zu Ende zu lesen. Vermutlich hätte ich das Lesen anderenfalls bei Seite 200 abgebrochen.

Der Titel und der Covertext sind durchaus vielversprechend. Ich hatte auch schon andere Bücher von Robinson gelesen. Vielleicht bin ich deswegen so enttäuscht von diesem.

Allerdings unternimmt es den Versuch zu zeigen, wie ein Gesellschaftsumbruch ohne Krieg und sonstige Verwüstungen vonstatten gehen könnte. Mehr zu sagen wäre allerdings gespoilert. Dies möchte ich aber dem Buch zugute halten, da die meisten anderen ScienceFiction-Bücher einfach ihre Zukunft postulieren und man im Unklaren darüber bleibt, wie es dazu gekommen ist.

Fazit

Interessanter Inhalt, aber kein wirkliches Lesevergnügen. Vielleicht etwas für wirklich lange Winterabende am warmen Feuer?

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Hofstetter: Sie wissen alles

Sie wissen alles

  • Yvonne Hofstetter
  • Penguin Verlag, 8. August 2016
  • Taschenbuch, 352 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-328-10032-4

Inhalt

Dies ist das erste (?) Buch von Yvonne Hofstetter, das bereits 2014 erschien und nun in zweiter Auflage vorliegt. Man kann es sehr gut im Doppelpack mit „Das Ende der Demokratie“ (hier zur Rezension) lesen, weil beide Bücher unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung behandeln.

In diesem Buch erfahren wir viel darüber, wie die Digitalisierung prinzipiell funktioniert, welche Fähigkeiten Maschinen bereits haben und in absehbarer Zeit haben werden, wie man sie im Guten nutzen, aber auch für weniger gute Zwecke missbrauchen kann.

Zum Verständnis des Buches braucht man kein Technikexperte sein, denn es geht gar nicht um die Interna der Maschinen und Algorithmen, sondern um die Wirkprinzipien, die sich nach außen hin aufgrund der Funktionalität ergeben. Außerdem trägt Frau Hofstetter ihre Argumente sehr anschaulich vor und setzt dazu zum Teil auch fiktive (auch innere) Gespräche von Wissenschaftlern der entsprechenden Gebiete ein.

Subjektive Eindrücke

Auch dieses Buch habe ich voller Interesse gelesen und viele Anregungen für die weitere Arbeit an diesem Thema gefunden.

Besonders beeindruckt haben mich diesmal die Beschreibungen von Auswirkungen der Technik, die gar nicht mal unbedingt vorsätzlich und in böser Absicht entstehen, sondern eigentlich der Technik immanent sind: alte Daten, fehlerhafte Daten, unerwartete Ereignisse, mit denen die Technik (noch) nicht umgehen kann. Als Gegenmaßnahme erläutert Frau Hofstetter, dass man entsprechende Maßnahmen direkt in die Technik einbauen kann „… by design“, was aber zusätzlichen Entwicklungsaufwand kosten würde.

Es gibt also Möglichkeiten, den Missbrauch und schädliche Auswirkungen der Technik einzudämmen bzw. zu entschärfen (u. a. auch Datensparsamkeit –> wenig über sich preis zu geben), aber wir müssen sie eben aktiv nutzen bzw. einfordern.

Natürlich ist auch eine Abkehr von aller Technik denkbar, aber sicher nicht für alle Menschen realistisch umsetzbar.

Fazit

Auch dieses Buch möchte ich allen, die an den aktuellen Entwicklungen von Wissenschaft und Technik interessiert sind und sich damit kritisch auseinandersetzen möchten, sehr zum Lesen empfehlen.

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Hofstetter: Das Ende der Demokratie

Das Ende der Demokratie

  • Yvonne Hofstetter
  • Penguin Verlag, 12. Februar 2018
  • Taschenbuch, 513 Seiten
  • 12,00 € (D), 12,40 € (A)
  • ISBN 978-3-328-10202-1

Inhalt

Die Digitalisierung wirkt auch auf die Gestaltung der Gesellschaft, darauf, welche Werte wir vertreten werden, wie wir sie vertreten werden und wie wir sie vertreten können.

Frau Hofstetter zeigt anhand geschichtlicher Entwicklungen, aber auch anhand aktueller Möglichkeiten, welchen Weg die gesellschaftlichen Entwicklung nehmen kann, welche Chancen, aber auch welche Risiken bestehen, wie die Digitalisierung Einfluss nehmen kann, Einfluss nehmen wird und bereits Einfluss nimmt.

Um all dies zu zeigen, setzt Frau Hofstetter Geschichten/Erzählungen ein, entwickelt Szenarien/Simulationen und lässt Wissenschaftler hypothetische Unterhaltungen führen, während sie eine künstliche Intelligenz entwickeln, die die Geschicke Europas lenken könnte.

Subjektive Eindrücke

Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert. Ich habe ungeheuer viel über gesellschaftliche Zusammenhänge innerhalb Europas, aber auch zwischen Europa und Den USA gelernt und beginne zu verstehen, wo die Unterschiede zwischen den Demokratien beider Regionen liegen und was wir aufgeben, wenn wir uns den amerikanischen Algorithmen unterwerfen.

Das Buch fasziniert aber auch durch die Vielschichtigkeit, mit der Digitalisierung betrachtet wird, auch wenn es in erster Linie – wie der Titel auch verspricht – um die gesellschaftlichen und politischen Belange (und weniger um technische Einzelheiten) geht.

Nicht zuletzt hat mich fasziniert, wie Frau Hofstetter Erzählungen und Geschichten einsetzt, um Sachverhalten anschaulich und lebendig darzustellen.

Einzig die Abgrenzung zwischen der Beschreibung von Simulationen und der folgenden Auseinandersetzung mit Tatbeständen, war für mich hin und wieder etwas verwischt, sodass mir nicht immer klar war, ob es nun noch um die Simulation oder schon wieder um reale Tatsachen ging.

Fazit

Eigentlich müsste dieses Buch jeder lesen, aber für diejenigen, die sich für gesellschaftliche Prozesse interessieren, ist es schon fast unumgängliche „Pflicht“-Lektüre. Aber wenn man einmal angefangen hat, vergisst man die „Pflicht“ sehr schnell und will einfach nur noch wissen, was noch so alles kommt.

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Schwienbacher: Heilkräuter für die Seele

Heilkräuter für die Seele – Mit der Kraft der Natur zu einem ausgeglichenen, gesunden Leben

  • Bernadette Schwienbacher mit Diane Zilliges
  • Integral, 23. April 2018
  • Gebundene Ausgabe, 208 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-778-79283-4

Inhalt

Nacheinander stellt Bernadette Schwienbacher 12 Heilpflanzen vor, die in unseren hiesigen Breiten relativ häufig anzutreffen sind. Das Buch wird eingeleitet durch ein paar allgemeine Worte zur Fülle der Natur an Heilkraft. Im Anschluss an die Portraits der 12 Heilpflanzen geht Frau Schwienbacher darauf ein, was Bäume für uns bedeuten und wie wir sie für unser Wohlbefinden nutzen können. Den Abschluss des Buches bildet ein Abschnitt über die Zubereitung von Tees, Auszügen und Tinkturen.

Jede Beschreibung einer Heilpflanze ist gleichartig aufgebaut. Wir erfahren etwas über das Aussehen der Pflanzen und wie das von Form, Richtung, Stärke her für das menschliche Leben interpretiert werden kann. Es wird beschrieben, welche Körperstellen und Organe durch diese Pflanzen behandelt werden können. Zum Teil gibt Frau Schwienbacher Rezepte z. B. für Salate oder Backwaren. Oder sie stellt eine Atem- oder andere körperliche Übung vor. Das letzte Blatt eines jeden Pflanzenportraits listet auf, wofür diese Pflanze eingesetzt werden kann.

Das Buch ist handlich, aber doch verhältnismäßig schwer für seine Größe. Das Papier ist etwas dicker und glatt, sodass alles einen relativ edlen Eindruck macht. Es gibt sehr viele Abbildungen der Pflanzen, aber auch Fotos von Frau Schwienbacher, wie sie die angesprochenen Übungen ausführt.

Subjektive Eindrücke

Für mich besonders interessant waren die Anwendungsmöglichkeiten der Pflanzen. Dazu war auch die Anleitung zur Herstellung von Tees, Auszügen und Tinkturen hilfreich. Allerdings waren sie sehr kurz, sodass man sich sicher noch einmal eine ausführlichere Anleitung suchen müsste. Das war ja aber auch nicht Hauptanliegen des Buches.

Für die Auflistung der Anwendungsgebiete der Pflanzen hätte ich mir gewünscht, dass auch gesagt wird, was (Tee, Auszug, Tinktur, Brei) aus welchem Pflanzenteil jeweils zur Anwendung kommen könnte. Das ist nur hin und wieder in den Text eingestreut.

Ansonsten ist das Buch inhaltlich interessant zu lesen und wegen der vielen schönen Bilder auch für das Auge eine beruhigende Freude.

Fazit

Pflanzenfreunden kann ich das Lesen dieses Buches wärmstens empfehlen.

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Thaler: Misbehaving

Misbehaving – Was uns die Verhaltensökonomik über unsere Entscheidungen verrät

  • Richard Thaler, aus dem Englischen von Thorsten Schmidt
  • Siedler Verlag, 14. Mai 2018
  • Gebundene Ausgabe, 512 Seiten
  • 28,00 € (D), 28,80 € (A)
  • ISBN 978-3-827-50120-2

Inhalt

Richard Thaler hat 2017 den Nobelpreis für Wirtschaft erhalten. In diesem Buch beschreibt er seinen wissenschaftlichen Werdegang mit vielen Höhen und Tiefen, mit Erfolgen und Niederlagen und vermittelt und „nebenbei“ die Grundideen seiner Lehren und Erkenntnisse.

Ausgehend von der Beobachtung, dass sich Menschen nicht nach dem ursprünglich geltenden Modell des homo oecomomicus verhalten (was er als misbehaving – ungezogen sein – bezeichnet), hat er mehr und mehr versucht, psychologische Erkenntnisse in das Modell einzubringen und hat damit wesentliche Eckpunkte für eine Verhaltensökonomik gelegt.

Thalers wissenschaftliche Reise begann 1970 und endet (in diesem Buch) heute. Diese Zeit ist in 8 Kapitel aufgeteilt und durch ein Zwischenspiel unterbrochen. Zu jeder Periode erfahren wir, welche Fragen Thaler umgetrieben haben, wie er auf sie gestoßen ist, wo er Anregungen für Lösungen gefunden hat und mit welchen Menschen er zusammengearbeitet hat.

Am Ende des Buches gibt Thaler einen Ausblick auf sein eigenes Schaffen aber auch auf mögliche Richtungen für Weiterentwicklungen in den Volks- und Wirtschaftswissenschaften.

Subjektive Eindrücke

Das Gewicht des Buches lässt durchaus reale Schlüsse auf den inhaltlichen Wert des Buches zu. In verständlicher Weise, eingebettet in Geschichten aus seinem Leben, ermittelt Thaler hier die Grundzüge der Verhaltensökonomik. Überwiegend denke ich, kann man das Buch ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse lesen. An einigen wenigen Stellen hatte ich den Eindruck, dass sie nicht ganz unnützlich wären.

Zu Beginn des Buches schreibt Thaler viel von Kahnemann und Tversky, von denen er viel gelernt hat. Wer aber deren Bücher und die Neue Erwartungstheorie kennt, könnte vermuten, dass hier ganz viel wiederholt wird. Das legt sich beim Lesen aber bald, da Thaler relativ zügig doch eigene Wege eingeschlagen hat, auch wenn er Zeit dessen Lebens mit Tversky eng verbunden blieb.

Fazit

Wer sich dafür interessiert, warum wir so häufig etwas tun, was wir eigentlich ganz anderes vorgehabt haben, und was das für wirtschaftliche Implikationen haben kann, der findet in diesem Buch jede Menge Denkanregungen.

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