Klute: Oberkampf

Oberkampf

  • Hilmar Klute
  • Galiani-Berlin, 20. August 2020
  • Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
  • 22,00 € (D)
  • ISBN 978-3-869-71215-4

Inhalt

Jonas Becker gibt seinem Leben eine radikale Wende, indem er in Berlin alle seine Lebenspunkte aufgibt und sich in Paris neu niederlassen möchte. Die Radikalität dieses Vorgehens wird durch die Anschläge auf die Redaktion von Charlie Hebdo auf der materiellen Ebene deutlich unterstrichen. Jonas muss sich nun unter dem Eindruck des Terrors in einer neuen Stadt einrichten. Er nimmt eine neue Arbeit auf (Gespräche mit einem Schriftsteller, über den er ein Buch schreiben will/muss). Und er lernt eine neue Frau kennen.

Jonas möchte sich gern in einer gewissen Routine einrichten, wird aber immer wieder aus ihr herausgerissen. Natürlich zuerst durch die Terroranschläge, dann aber auch durch den unerwarteten Besuch eines alten Freundes, eine Nachricht seiner ehemaligen Freundin, die Aufforderung des Schriftstellers, ihm in die USA auf die Suche nach seinem Sohn zu begleiten. Und auch seine neue Freundin fordert ihn durch ihre Lebensansichten immer wieder heraus.

Und so endet das Buch dann wohl, wie es enden muss.

Subjektive Eindrücke

Ein Buch für Liebhaber langsamer Plots. Nein, es ist weder Krimi noch Abenteuerroman. Vielmehr versucht Hilmar Klute, Stimmungen einzufangen und kleine Nuancen von Entwicklungen deutlich zu machen.

Für mich war das Beeindruckendste an dem Buch die Sprache, die Hilmar Klute verwendet. Sie ist sehr detailliert, einfallsreich und zeigt mit wenigen Worten viele Facetten einer Situation bzw. Person auf. Das habe ich sehr genossen.

Fazit

Ein Buch, zu dessen Lesen es wohl ein wenig Geduld braucht. Nicht für mal eben so nebenbei.

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Schöb: Der starke Sozialstaat

Der starke Sozialstaat – weniger ist mehr

  • Ronnie Schöb
  • Campus Verlag, 19. August 2020
  • Gebundene Ausgabe, 288 Seiten (eBook gelesen)
  • 27,95 € (D)
  • ISBN 978-3-593-51276-1

Inhalt

In diesem Buch stellt Herr Schöb seine Vorstellung einer gerechten und nachhaltig wirkenden Sozialhilfe vor. Dazu erläutert er nach einer Einführung in das Thema mit welchen Rahmenbedingungen und Anforderungen ein Sozialsystem konfrontiert ist und welchen Zwiespälten es gerecht werden muss.

Bevor Herr Schöb seine eigenen Vorstellungen zur Ausgestaltung eines Sozialhilfesystems vorstellt, erläutert er das bestehende System. Er geht dabei darauf ein, was dieses System gewährleisten konnte, zeigt aber auch Schwächen auf, die er dann mit seinen Vorschlägen beseitigt wissen möchte.

Das vorgeschlagene Sozialhilfesystem hat drei Säulen, die Herr Schöb nun separat nacheinander vorstellt. Dabei zeigt er auf, wie die jeweiligen Regelungen den Anforderungen an Sozialsysteme besser gerecht werden als das derzeit gültige System. Seine Argumentationen unterlegt er mit Zahlenbeispielen, die er auch visuell aufbereitet.

Am Ende des Buches finden sich 15 Seiten Literaturhinweise, 4 Seiten Datenquellen und Statistiken, 3 Seiten Rechtsquellen, 21 Seiten Anmerkungen, 2 Seiten Abkürzungen und 10 Seiten Glossar.

Subjektive Eindrücke

Für mich war das ein sehr interessantes Buch, da mir bisher nicht bewusst war, wie das deutsche Sozialhilfesystem im Detail funktioniert. Auch über Anforderungen und Zwänge zu lesen, war erhellend für mich, da ich mich bisher noch nie so ausführlich mit der Materie befasst hatte. Auch die Argumentation, warum eine normale Versicherung nicht zur Absicherung der Lebensgrundrisiken geeignet ist, habe ich mit Spannung verfolgt.

Den Ausführungen im Buch kann man überwiegend gut folgen. Die Zahlenbeispiele und ihre visuelle Darstellung helfen dabei zusätzlich und machen das Ganze recht anschaulich.

Interessant ist es allemal darüber zu lesen, wie und mit welchen vielfältigen Gedanken man an den Aufbau eines Sozialhilfesystem gehen muss. Dabei muss man dann nicht immer der gleichen Meinung wie der Autor sein. Das Buch versucht aber hier in erster Linie eine sachliche Darstellung und faktengestützte Argumentation und keine Überzeugungsarbeit. Das ist für mich definitiv ein positiv zu unterstreichender Aspekt.

Fazit

Man kann erfahren, was alles an so einem Sozialhilfesystem dranhängt.

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Häusel: Life Code

Life Code – Was dich und die Welt antreibt

  • Dr. Hans-Georg Häusel
  • Haufe, 17. August 2020
  • Gebundene Ausgabe: 199 Seiten (eBook gelesen)
  • 19,95 € (D)
  • ISBN 978-3-648-14320-9

Inhalt

Dr. Häusel stellt mit seinem Buch eine Zusammenfassung verschiedenster Persönlichkeitstheorien zu einem einzigen, auf Emotionen beruhenden System vor. Dazu begründet er zuerst, warum die Emotionen die Basis all unserer Handlungen sind und sie deshalb die Orientierungsgeber in einem solchen umfassenden Persönlichkeitssystem sein sollten.

Dann wendet Dr. Häusel sein System auf verschiedene praktisch relevante Fragestellungen an und zeigt, wie sich durch diese Anwendung einige Interpretationen und Perspektiven ändern könnten.

Einen großen Teil des Buches nehmen Vergleiche (Männer versus Frauen, verschiedene Länder) bzw. Entwicklungstendenzen (Kinder, Erwachsene, Alte) der emotionalen Basis sowie Konsequenzen daraus ein.

Zum Weiterlesen empfiehlt Dr. Häusel 6 Werke, drei davon sind seine eigenen. Hin und wieder tauchen im Text Hinweise auf die Arbeiten anderer auf, aber es gibt keine klaren Quellenhinweise dazu.

Auf der Webseite des Autors ist ein Vergleich von Persönlichkeitsmodellen sowie ein kurzer Test der eigenen Persönlichkeit nach dem System von Dr. Häusel kostenfrei und ohne Anmeldung abrufbar.

Subjektive Eindrücke

Ein one-fits-all-Persönlichkeitsmodell dürfte eine positive Nachricht für alle Psychologiestudierenden sein. Der Ansatz ist vielversprechend und umfasst die wesentlichen Elemente der Modelle, mit denen ich bisher konfrontiert war. Inwieweit dieser zusammengefasste Ansatz sich allumfassend bewehren wird, wird sich zeigen müssen.

Das Buch ist kurzweilig, leicht verständlich und ohne viele Fremd-/Fachworte geschrieben. Bunte Abbildungen veranschaulichen den Text. Für meinen Geschmack hätten einige ein wenig weniger einfach sein können. Die gezeigten Anwendungen inspirieren zum Neu-Denken und regen an, das Modell auch für andere Fälle selbst anzuwenden.

Sehr positiv finde ich, dass die im Buch versprochenen Materialien auf der Webseite des Autors tatsächlich zu finden sind – wenn auch nicht auf den ersten Blick.

Fazit

Die Vielzahl bestehender Persönlichkeitsmodelle in einem einzigen zu bündeln, ist vielversprechend und interessant.

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Snel: Stillsitzen wie ein Frosch

Stillsitzen wie ein Frosch – Das Arbeitsbuch

  • Eline Snel, aus dem Französischen von Katja Hald
  • Goldmann Verlag, 20. Juli 2020
  • Broschiert, 100 Seiten
  • 14,00 € (D), 14,40 € (A)
  • ISBN 978-3-442-22319-0

Inhalt

Nach einer Einleitung für die Eltern startet das Buch mit einem Märchen. Danach werden in spielerischer Form 6 Aspekte von Meditation und Aufmerksamkeit aktiv bearbeitet. Es geht dabei um das eigentliche Meditieren, aber auch um den Körper, die Sinne, die eigene innere Welt und das Leben sowie um das Auftreten gegenüber Anderen.

Es gibt wenig Text, dafür umso mehr aktivitätsanregende Bilder, Platz für Eintragungen und/oder zum Malen. Am Ende des Buches findet sich ein Spiel für die ganze Familie. Die wichtigsten Übungen können auf der Begleit-CD angehört werden.

Subjektive Eindrücke

Ich bin wirklich bezaubert von diesem Buch. Die Abbildungen sind zwar einfach, aber ansprechend und niedlich. Die Texte sind kindgerecht verständlich geschrieben. Es gibt viele Anregungen für Aktionen, um Kindern das Meditieren selbst nahezubringen, aber auch klarzumachen, wozu es gut ist. Das Buch lädt zum Mitmachen, Nachmachen, Nachdenken und natürlich zum Meditieren ein. Am besten natürlich ganz in Familie. Einige der Aktivitäten sind durchaus für mehrere Personen geeignet.

Was für ein entzückendes Buch. Ich muss unbedingt das „eigentliche“ Buch lesen.

Fazit

Reinschauen und Spaß haben.

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Nöldeke: Mein Bullet Journal Stricken

Mein Bullet Journal Stricken – Besser planen & Strickträume verwirklichen

  • Marisa Nöldeke
  • Edition Michael Fischer / EMF Verlag, 11. August 2020
  • Gebundene Ausgabe, 1926 Seiten
  • 14,99 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-745-90027-9

Inhalt

Den Einstieg in das Bullet Journal bildet eine Doppelseite Jahresüberblick für die wichtigsten Termine. Auf den zwei folgenden Doppelseiten kann man die wesentlichen Informationen zu 36 Strickprojekten festhalten. Dann beginnt das Kalendarium. Pro Jahreszeit steht eine Doppelseite für eigene Eintragungen und selbst zu entwerfende Tracker zur Verfügung. Für jede Woche ist eine Doppelseite vorgesehen. Am Fuße der linken und der meisten rechten Seiten finden sich Stricktipps, weise Strick-Worte, Platz für Notizen oder ToDo-Listen.

Das letzte Drittel des Buches dreht sich ums Stricken. Hinweise zum Maßnehmen mit Platz zum Notieren der Maße von bis zu 4 Personen, 32 Doppelseiten für einige Details zu den Strickprojekten, eine monatliche Übersicht zum Wolle-Budget und weitere Listen sowie der Stricktracker sind hier zu finden.

Damit man immer die richtige Seite findet, hat das Bullet Journal ein Lesebändchen.

Subjektive Eindrücke

Ach, ich liebe es ja: Tabellen zum Ausfüllen, Kästchen zum Ankreuzen, Fortschrittsbalken, um sich immer mal wieder auf die Schulter zu klopfen 🙂

All das ist in diesem Bullet Journal gepaart mit einem Kalendarium, das durch das nicht fix eingedruckte Datum den Start in einem beliebigen Jahr zulässt.

Und wenn das Ganze dann noch auf ein eigenes Hobby ausgerichtet ist, dann dürften kaum noch Wünsche an einen Kalender für das neue Jahr übrigbleiben.

Inwieweit die Tipps für Strickprofi-innen neu und (noch) hilfreich sind, muss offenbleiben. Aber man/frau findet sicherlich immer wieder etwas Neues.

Die kleinen Witzchen, die aller paar Wochen das Ganze aufheitern wollen, basieren auf eher bekannten anderen Witzen. Hier war für mich das Interessante, diese bekannten Sätze auf das Stricken umgewandelt zu finden.

Fazit

Wer gern und viel strickt, ist mit diesem Kalender-Bullet-Journal sicherlich gut beraten.

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Hamilton, Ohlberg: Die lautlose Eroberung

Die lautlose Eroberung – Wie China westliche Demokratien unterwandert und die Welt neu ordnet

  • Clive Hamilton, Mareike Ohlberg; aus dem Englischen von Stephan Gebauer
  • Deutsche Verlags-Anstalt, 4. Auflage, 11. Mai 2020
  • Gebundene Ausgabe, 496 Seiten (eBook gelesen)
  • 26,00 € (D)
  • ISBN 978-3-421-04863-9

Inhalt

China ist Weltmacht bzw. will es sein. In diesem Sinne unterscheidet es sich nicht von anderen Staaten, die diese Vorstellungen von sich hegen. Allerdings ist das Vorgehen Chinas anders als das bisheriger Hegemonialmächte. Wir tun gut daran, dieses Vorgehen zu kennen, um entsprechend agieren und reagieren zu können.

Dieses Buch beginnt mit einer Darstellung der Zielsetzungen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und zeigt auf, dass alles, was in China passiert, von der KPCh durchdrungen ist. Dann werden einzelne Bereiche (politische Eliten, Wirtschaft, Kultur, Spionage, Denkfabriken, Medien) beleuchtet und dargestellt, wie die KPCh hier mehr und mehr erfolgreich versucht, Einfluss zu gewissen, die eigenen moralischen Vorstellungen durchzusetzen und durchaus auch Zensur außerhalb Chinas ausübt.

Am Ende des Buches finden sich ein Glossar, ein Abkürzungsverzeichnis und 20 Seiten Anmerkungen.

Subjektive Eindrücke

Aus meiner Sicht ist es wichtig, das Vorgehen der KPCh zu verstehen, um eine angemessene Umgangsform zu finden. Das Vorgehen weicht durchaus vom Vorgehen bisheriger Großmächte ab. Aber dieses wird nicht ausreichen, um auf das Vorgehen der KPCh in sinnvoller Weise reagieren zu können.

Das Buch zeigt dieses Vorgehen in vielfältiger Weise und in breit gefächerten Zusammenhängen auf. Es ist interessant und schockierend zugleich. Dabei ist das Buch gut zu lesen, leicht verständlich und basiert auf breiter Recherche, was die vielen Anmerkungen nahelegen.

Es geht in dem Buch nicht um eine Wertung, sondern um eine Darlegung von Zuständen und Zusammenhängen. Das (be-)werten bleibt dem Leser selbst überlassen. Nach dem Lesen des Buches wird man aber besser in der Lage sein, einige Dinge tiefgründiger durchblicken und durchdenken zu können. Dafür danke ich dem Buch.

Fazit

Das neue Vorgehen einer Großmacht in vielen seiner Facetten aufgezeigt.

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Harari: Fürsten im Fadenkreuz

Fürsten im Fadenkreuz – Geheimoperationen im Zeitalter der Ritter 1100 – 1550

  • Yuval Noah Harari, aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn
  • C.H.Beck, 17. Februar 2020
  • Gebundene Ausgabe, 347 Seiten (eBook gelesen)
  • 26,95 € (D)
  • ISBN 978-3-406-75037-3

Inhalt

In der Vorbemerkung führt Herr Harari in das Ziel des Buches ein und erklärt dessen Aufbau. Er weist auch darauf hin, worauf das in diesem Buch zusammengetragene Wissen beruht.

Das erste Kapitel, das auch gleichzeitig Teil 1 des Buches ist, gibt einen Überblick über Spezialoperationen, Strategien und Politik im Mittelalter.

Der zweite Teil umfasst 6 Kapitel, die jeweils eine konkrete Situation/Operation detailliert beschreiben.

Das letzte Kapitel, Kapitel 8, gibt eine knappe Zusammenfassung und zeigt noch einmal auf, welche Forschungsarbeit noch vor uns liegt, wenn wir wirklich gut über das Kriegsgeschehen dieser Epoche Bescheid wissen wollen.

Den Abschluss des Buches bilden 22 Seiten Anmerkungen, 20 Seiten Literaturverzeichnis, Verzeichnisse der Abbildungen und Karten, 11 Seiten Register zur besseren Orientierung im Buch sowie 8 Abbildungen der geschilderten Operationen von Künstlern der damaligen Zeit.

Subjektive Eindrücke

Geschichte fand ich in der Schule nicht wirklich attraktiv, aber man sollte ja schon über so einiges Bescheid wissen. So hatte ich die Hoffnung, dass das Buch hier eine Wissenslücke schließen kann. Diese Hoffnung ist für mich absolut erfüllt worden.

Die Einteilung in zwei Hauptteile war für mich sehr hilfreich. Der allgemeine Überblick im ersten Teil hat mir geholfen, prinzipiell in das Thema hineinzukommen und mir ein grundsätzliches Bild zu machen. Die Einzeloperation, die im zweiten Teil beschrieben werden, kann man davon und voneinander losgelöst lesen. So kann man das heraussuchen, was einen besonders interessiert. Aber auch alles zu lesen, kann sehr erhellend sein.

Sehr wichtig fand ich, dass Herr Harari zu den einzelnen Wissensteilen immer wieder sagt, woher sie stammen und wie verlässlich diese Quellen sind. Auch wenn sich Quellen widersprechen, stellt er das dar und interpretiert es.

Ich konnte das Buch gut lesen. Aus meiner Sicht kommen nur wenige wirkliche Fachbegriffe vor. Die Texte sind flüssig und gut verständlich geschrieben.

Fazit

Interessante Einblicke in ein „dunkles“ Zeitalter.

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Lambry: Ganz einfach Tiere zeichnen

Ganz einfach Tiere zeichnen – Über 150 Motive mit vielen Varianten Schritt für Schritt

  • Robert Lambry
  • Bassermann Verlag, 20. Juli 2020
  • Taschenbuch, 176 Seiten
  • 9,99 € (D/A)
  • ISBN 978-3-809-44299-8

Inhalt

In den 1920er und 30er Jahren wurden wöchentlich Tierzeichnungen von Robert Lamberty in einer französischen Zeitschrift gedruckt. Dieses Buch ist eine Sammlung dieser Zeichnungen.

Nach einer Einleitung über verschiedene Strichformen und ihren Einsatz in Tierzeichnungen sowie einer knappen Darstellung, wie einfach Formen zum Aufbau von Tierkörpern dienen können, folgen für über 150 Tiere der verschiedensten Arten überwiegend 3- bis 5-schrittige Anleitungen, wie aus diesen einfachen Linien und Formen ebendiese Tiere entstehen können. Einige Tiere werden in unterschiedlichen Stellungen dargestellt.

Es handelt sich bei den Tierzeichnungen ausschließlich um statische Skizzen wie sie auch auf dem Cover abgebildet sind.

Subjektive Eindrücke

Tier zu zeichnen ist keine einfache Sache (für mich). Deshalb suche ich immer wieder nach Ideen, wie ich doch zu einigermaßen ansprechenden Tierformen finden kann. Einige einfach Tier konnte ich recht gut nacharbeiten. Bei komplizierteren fehlten mir teilweise ein paar Zwischenschritte, um sie auf einfache Weise nachzeichnen zu können. Hier ist wohl noch mehr Übung erforderlich.

Wirklich erstaunt war ich darüber, die man mit ein paar wenigen Strichen und ohne weitere Bearbeitungen wie Schraffuren, Schatten, Perspektive Tierskizzen schaffen kann, die die Tiere durchaus erkennbar darstellen.

Dass es keine zusätzlichen Anleitungen zum eingesetzten Material oder zu bestimmten Zeichentechniken in diesem Buch gibt, hat mich nicht weiter gestört. Die kann man leicht in anderen Büchern finden. Der ausschließliche Fokus dieses Buches liegt auf der Erfassung und Umsetzung der Grundformen der verschiedenen Tiere.

Fazit

Tier in ihren Grundformen mit nur wenigen Strichen zeichnen können – sehr inspirierend.

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Mary L. Trump: Zu viel und die genug

Zu viel und die genug – Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt schuf

  • Mary L. Trump, aus dem Amerikanischen von Christiane Bernhardt, Pieke Biermann, Gisela Fichtl, Monika Köpfer, Eva Schestag
  • Heyne Verlag, 12. August 2020
  • Gebundene Ausgabe, 288 Seiten
  • 22,00 € (D), 22,70 € (A)
  • ISBN 978-3-453-21815-4

Inhalt

Mary L. Trump ist die Nichte von Donald Trump. Als promovierte Psychologin beschreibt sie aus ihrer Sicht die Bedingungen und Zustände, unter denen Donald Trump aufwuchs.

Das Buch ist in vier Teile und vierzehn Kapitel gegliedert und folgt überwiegend einer chronologischen Folge. Geschildert werden eigene Erinnerungen, Erfahrenes aus Interviews und Interpretationen. Schließlich war Donald schon ein Teenager, als Mary L. Trump geboren wurde. Es geht um die Beziehungen zwischen den Geschwistern rund um Donald Trump, die maßgeblich durch das Verhalten des Vaters geprägt wurden. Es geht aber auch viel um das Leben der Familie Fred Trump, Mary’s Vater, bis zu dessen Tod und das Verhlätnis der Familie Trump zu den Hinterbliebenen.

Der Erbschaftsstreit nach dem Ableben von Donald Trumps Vater nimmt einen breiten Raum ein, ist aber vermutlich nur dann wirklich nachvollziehbar, wenn man mit dem us-amerikanischen Erbschaftsrecht vertraut ist.

Mary L. Trump möchte nach eigenen Angaben diese Dinge offenlegen, weil sie es nicht mehr mitverantworten möchte, dass so ein Mensch Präsident der Vereinigten Staaten ist.

Subjektive Eindrücke

Ich vermeide es, wann immer es geht, mir irgendwelche Reden oder Nachrichten von Donald Trump anzuhören. Trotzdem wollte ich gern wissen, was für ein Mensch da gerade eines der mächtigsten Länder der Welt regiert. Deshalb habe ich dieses Buch gelesen. Da Mary L. Trump promovierte Psychologin ist, hatte ich erwartet, psychologische Zusammenhänge zwischen einzelnen Situationen bzw. Aspekten des Lebens von Donald Trump aufgezeigt zu bekommen.

Hinsichtlich des ersten Punkte kann ich sagen, dass ich nun ein gewisses Bild von Donald Trump und davon, warum er geworden ist, wie er geworden ist, habe. In diesem Sinne fand ich das Buch durchaus auch lesenswert. Anfangs fiel es mir schwer, mit den gleichen Namen der verschiedenen Generationen nicht durcheinander zu geraten. Im Laufe des Buches gelang mir das besser. Eine kleine „Ahnentafel“ hätte hier vielleicht geholfen.

Was allerdings die psychologische Fundierung anbetrifft, bleibe ich doch enttäuscht zurück. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Aneinanderreihung von selbst erlebten Erinnerungen oder solche, die durch Hören-Sagen übertragen wurde. Hier hat mir die Berufsbezeichnung der Autorin doch stärkere Hoffnungen gemacht.

Fazit

Durchaus interessant.

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Thürmer: Weite Wege wandern

Weite Wege wandern

  • Christine Thürmer
  • Malik, 3. Auflage, 4. Mai 2020
  • Broschiert, 288 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-890-29525-1

Inhalt

Nach einer Einleitung, wie Frau Thürmer zum Fernwandern gekommen ist, setzt sie sich mit einer Reihe von Argumenten, Ängsten, Fragen auseinander, die immer wieder bezweifeln, ob man denn selbst in der Lage wäre, solche Fernwanderungen auf sich zu nehmen. Anschließend stellt Frau Thürmer dar, wie man die für sich passende Tour finden kann.

Danach geht es rund um das Wandern selbst. Was passiert Tag für Tag beim Fernwandern, wie gestaltet sich der Tagesablauf? Was muss mit, was sollte mit, was kann lieber zu Hause bleiben?

Ein Kapitel erläutert, wie sich die Autorin auf ihre Fernwanderungen vorbereitet – überwiegend anhand digitaler Tools.

Nun geht es noch einmal zurück auf die Strecke. Was kann so alles passieren und wie geht man damit um?

Tipps für interessante Touren schließen den Inhaltsteil ab.

Das Literaturverzeichnis besteht aus 10 Internetlinks.

Subjektive Eindrücke

Das Buch ist ein Ratgeber für sehr lange Trails, was man mitnehmen muss, wie man sich streckenmäßig vorbereitet, was einem unterwegs begegnen kann. Diese Dinge werden exemplarisch anhand von Erlebnissen der Autorin veranschaulicht. Das ist alles leicht lesbar, kurzweilig und sachdienlich beschrieben. Durch das Einbeziehen der eigenen Erfahrungen der Autorin wird das Buch sehr lebendig. Wer nicht wandern gehen möchte, erfährt nebenher auch stichpunktartig Etliches über verschiedene Trails der Welt.

Will man diese Hinweise für eigene Wanderungen anwenden, sollte man überlegen, ob man zur Zielgruppe des Buches gehört und ob man ähnliche/vergleichbare Wege wie die Autorin wandern möchte. Wenn nicht, sollte man die Vorschläge der Autorin an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Ein paar Worte aus dem Buch sollen verdeutlichen, wer Zielgruppe ist: Thruhiker, „ich … fange unter 1000 Kilometern gar nicht erst an“ (S. 7), „Wenn du das [gemeint ist Aufgeben] machst, nenne ich dich für den Rest deines Lebens … Weichei“ (S. 264).

Ich fand es sehr schade, dass Wandern hier recht ausschließlich mit dem Ablaufen von km und dem Zählen bereister Kontinente und begangener Trails assoziiert wird. Aus meiner Sicht hat Wandern weitaus mehr zu bieten als das.

Fazit

Für die Thruhiker der CrownTrails dieser Welt sicherlich eine wahre Fundgrube an Anregungen und Ideen. Ums (Weit-)Wandern zur Erholung oder als Weg zu sich selbst geht es in diesem Buch nicht.

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