Wecker: Der Klang der ungespielten Töne

Der Klang der ungespielten Töne

  • Konstantin Wecker
  • Gütersloher Verlagshaus, 23. Oktober 2017
  • Gebundene Ausgabe, 160 Seiten
  • 16,99 € (D), 17,50 € (A)
  • ISBN 978-3-579-08660-6

Inhalt

Dies ist ein Roman mit autobiografischen Elementen. Konstantin Wecker erzählt den Lebensweg von Anselm Cavaradossi, einem begabten Musiker. Musik ist sein Leben. Er hört sein Leben. Bis, ja bis er den Verlockungen nach Ruhm und Geld erliegt und Stücke produziert, die ihm aufgetragen werden. Er heiratet eine Frau, die er nicht liebt. Sein Leben ist keine Musik mehr.

Dann trifft er auf Beatrice, eine Kollegin, die ihm wieder vorlebt, wie das Leben Musik ist. Anselm „erwacht“ aus seinem unmusischen, toten Leben und kann sein Leben wieder hören. Dem Leben als Musik gibt er sich nun komplett hin, was allerdings dazu führt, dass ihn sein Umfeld, das weiterhin in dem Kampf um Ruhm und Geld verstrickt ist, nicht mehr verstehen kann.

Subjektive Eindrücke

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das die Eindrücke so derartig über Begriffe der Musik vermittelt, also eher das zu Hörende als das zu Sehende beschreibt – fast bin ich geneigt zu sagen „musiziert“. Der Umfang der musischen Beschreibung der Erlebnisse von Anselm geht konform mit Anselms Bindung zur Musik. Als er sie verloren hat, kommen auch in der Geschichte kaum noch musische Beschreibungen zu Einsatz. So waren die Entwicklungen von Anselm ziemlich deutlich zu spüren.

Es ist eine sehr spirituelle Geschichte. Sicher ist der Name für die Hauptfigur nicht ohne Bedacht gewählt. Das könnte LeserInnen, die eher wenig spirituell „unterwegs sind“ etwas abschreckend. Mit hat das sehr gut gefallen – und es hat mir auf einer gewissen Ebene auch sehr gut getan.

Fazit

Ein sehr einfühlsames Buch, das überwiegend vom zu Hörenden lebt. Auf jeden Fall äußerst lesenswert.

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Lippe, Hahn: Mit und von einander Lernen der Kulturen

Mit und von einander Lernen der Kulturen – Für eine gegenseitige Aufklärung

  • Rudolf zur Lippe, Frank Hahn (Hrsg.)
  • Verlag Karl Alber, 19. November 2018
  • Taschenbuch, 208 Seiten
  • 34,00 € (D)
  • ISBN 978-3-495-48856-0

Inhalt

Es handelt sich um eine Sammlung von Aufsätzen von Geisteswissenschaftlern zum Thema, wie wir mehr echtes Verständnis zwischen den Kulturen herstellen können. So geht es darum, wie kulturübergreifende Ausstellungen gestaltet sein müssen, damit sie zu gegenseitiger Verständigung beitragen können, welche Sichtweisen nötig wären, um den jeweils Anderen überhaupt verstehen zu können, wie wir zuhören müssten, um nicht den Kern von Aussagen zu überhören.

Und immer wieder geht es auch darum, unseren eigenen auf uns selbst bezogenen Standpunkt zu hinterfragen, uns zu öffnen für die Sichtweisen Anderer, uns in die Lage der jeweils Anderen hineinzusetzen, um ein stückweit verstehen zu können.

Es bleibt aber auch die Aussage, dass wir nie ganz verstehen können werden, weil wir eben nicht die Anderen sind, dass das auch gut so ist und einfach akzeptiert werden muss, aber nicht zur Trennung sondern gerade zum Austausch darüber verhelfen sollte. Gerade hierzu haben sich viele Philosophen und Sozialwissenschaftler zu Wort gemeldet.

Subjektive Eindrücke

Es war ein ganz anders geartetes Buch als diejenigen, die ich sonst rezensiere. Ja, es ist schon überwiegend ein Fachbuch, also aus meiner Sicht deutlich wissenschaftlicher orientiert als ein „normales“ Sachbuch. Da ich aber beruflich auch immer wieder mit verschiedenen Kulturen zu tun habe, war der Inhalt für mich doch sehr relevant. Auch hinsichtlich der Fragen, was es denn nun braucht, um mit und voneinander zu lernen – nicht nur von klar abgrenzbaren Kulturen (aus verschiedenen Ländern), sondern durchaus auch vom Menschen direkt neben mir, selbst wenn er im selben Land wie ich aufgewachsen sein mag.

In diesem Sinne war das Buch dann sehr aufschlussreich für mich.

Daran erinnert zu werden, dass man selbst ja auch einen ziemlich eingeschränkten Blick hat, ist zwar deprimierend und vielleicht auch schmerzhaft, aber nur das ermöglicht es uns, darüber zu reflektieren und es als Lern- und Entwicklungschance für uns selbst zu begreifen. Und deshalb hoffe ich, dass das Buch auch viele Nicht-Wissenschaftler erreichen und sie zu einer weiteren, flexibleren Sicht verhelfen kann.

Fazit

Ein wichtiges Buch mit vielen Denkanregungen, wenn auch hin und wieder ein bisschen anstrengend zu lesen für den/die Nicht-Wissenschaftler/in.

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Hofrichter: Das geheimnisvolle Leben der Pilze

Das geheimnisvolle Leben der Pilze – Die faszinierenden Wunder einer verborgenen Welt

  • Peter Hofrichter
  • Penguin Verlag, 13. August 2018
  • Taschenbuch, 240 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-328-10302-8

Inhalt

Zusammengefasst könnte man sagen: Alles über Pilze! Das stimmt natürlich nicht, denn auf knapp 230 Seiten eines Taschenbuchs kann man wohl nur eine ansatzweise Vorstellung von der ganzen Welt der Pilze vermitteln.

Das Buch beginnt mit der Auseinandersetzung mit vergangenen Vorstellungen und Klassifizierungen von Pilzen. Wessen Wissen über Pilze mehr als 10 Jahre alt ist, möge dieses doch bitte ersetzen. In diesem Teil des Buches wimmelt es von lateinischen Pilzbezeichnungen und Klassifizierungsnamen.

Über die Hälfte des Buches ist der Welt der sichtbaren Pilze, also dessen, was eifrige Pilzsammler Jahr für Jahr aus dem Wald herausschaffen gewidmet. Hier gibt es Wissenswertes über die Verwendung von Pilzen als Speisepilze, aber auch zu gesundheitlichen und Heilungszwecken, über die Veränderung der Pilze in den vergangenen Jahren, über das Ausmaß der Giftigkeit und Sterblichkeitswahrscheinlichkeit, über Verwechslungsgefahren.

Auf ca. 50 Seiten geht es dann in die für uns nicht direkt sichtbare Welt der Pilze. Pilze können uns bei der Lösung diverser Aufgaben helfen, z. B. hinter uns unseren Dreck aufräumen und, sollten wir uns rechtzeitig dazu aufraffen, diese Hilfe anzunehmen, unsere Böden wieder fruchtbar machen. Viel Anregung dafür können wir bei Ameisenvölkern bekommen, die schon seit Jahrtausenden Pilze kultivieren.

Bis auf die vielen lateinischen Namen ist das Buch in einem gut lesbaren Stil geschrieben. Es kommt mit einer Prise Humor daher.

Subjektive Eindrücke

Es ist definitiv ein lesenswertes Buch. Es macht Spaß, es zu lesen. Man erfährt viel Interessantes. Besonders eindrucksvoll waren für mich die Dinge, die sich eben unserem „normalen Alltagsauge“ entziehen. Sie waren auf dem Cover und durch den Untertitel ja auch schwerpunktmäßig angekündigt. Dass es dann bei etwa 50 Seiten blieb, fand ich dann aber doch enttäuschend. Andererseits kann ich es aber auch so sehen, dass mein Appetit auf Mehr in dieser Richtung angestachelt worden ist, und ich mich nun auf die Suche nach weiterer Literatur begeben werde.

Der große Teil über die Pilze, wie wir sie im Wald sammeln war natürlich interessant, insbesondere weil thematisiert wurde, wie sich Pilze in den letzten Jahren verändert haben, aber sich auch zwischen Regionen unterscheiden, sodass zugezogene Pilzsammler teilweise ihre Schwierigkeiten haben, „ihre“ Pilze hier zu finden. Bisher bin ich mit dem von Großmutter und Mutter überlieferten und eingeübten, rudimentären Pilzwissen ganz gut zurechtgekommen. Bester Beweis: Ich lebe noch. Ich habe halt gesammelt, was ich recht sicher erkannte. Aber nach dem Lesen dieses Buches bin ich doch ziemlich unsicher geworden. Ob ich diesem Wissen wohl noch einmal vertrauen werde?

Fazit

Ein interessantes Buch, das viel Wissen enthält. Allerdings ist der Anteil der „verborgenen Welt“ (siehe Untertitel) aus meiner Sicht etwas zu knapp ausgefallen.

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Clark: Von Zeit und Macht

Von Zeit und Macht – Herrschaft und Geschichtsbild vom Großen Kurfürsten bis zu den Nationalsozialisten

  • Jordan B. Peterson, aus dem Englischen von Norbert Juraschitz
  • Deutsche Verlags-Anstalt, 12. November 2018, 7. Auflage
  • Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
  • 26,00 € (D), 26,80 € (A)
  • ISBN 978-3-421-04830-1

Inhalt

Diesmal möchte doch ein Stück Klappentext zeigen, weil es/er recht treffend beschreibt, worum es im Buch geht: „Wer Macht hat, verortet sich in der Zeit. Er begreift sich als Teil der Geschichte und schafft damit das Geschichtsbild seiner Epoche. Vier solcher Geschichtsbilder betrachtet dieses Buch: das des Großen Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich II. von Preußen, Bismarcks und der Nationalsozialisten.

In einer Einleitung erklärt Christopher Clark das Anliegen des Buches und was er unter „Historizität“ versteht. In einem knapp 20 Seiten langen Epilog fasst er die wichtigsten Erkenntnisse der vier Analysen kurz zusammen.

Subjektive Eindrücke

Es geht in dem Buch nicht um die Veränderungen der Ausprägungen oder des Verständnisses von Macht, was ich zuerst angenommen hatte. Es geht darum, wie sich die Machthaber im Rahmen der Geschichte sehen, wie sie durch entsprechende Texte, Reden und ggf. auch Kunstwerke dazu beitragen, die Wahrnehmung von Geschichte in ihrem Sinne zu lenken. Im Epilog nennt Christopher Clark es „Legitimation“ der Macht.

Die Einleitung war für mich etwas schwierig zu lesen, weil doch viele Fachbegriffe vorkommen und auch die Sprache eben die Sprache der entsprechenden Wissenschaftscommunity ist. Den vier Analysen konnte ich gut folgen, auch wenn der bestimmende Schreibstil geschichtswissenschaftlich bleibt, aber ohne mit Fachvokabular einzuschüchtern.

Es geht nicht um die konkreten geschichtlichen Ereignisse und Abläufe, sondern darum, unterstützt durch viele Beispiele ein Gefühl für die oben erwähnte Historizität, also das Begreifen der eigenen Stellung in der Geschichte und des prinzipiellen Gangs geschichtlicher Entwicklung. Das ist dem Autor für mich sehr gut gelungen. Der Epilog hat das aus meiner Sicht noch einmal gut zusammengefasst.

Die kurze Schau auf die aktuelle Situation und das derzeitige Begreifen unserer Einbettung in Geschichte war sehr interessant, aber auch ein wenig bedrückend überraschend.

Fazit

Ein für mich ganz neuer Blick auf Geschichte, spannend und erhellend. Sehr lehrreich.

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Sakuraba: Das Haus der roten Töchter

Das Haus der roten Töchter

  • Kazuki Sakuraba, aus der englischen Übersetzung von Jocelyne Allen übertragen von Marie Rahn
  • Heyne Verlag, 14. Januar 2019
  • Taschenbuch, 496 Seiten
  • 10,99 € (D), 11,30 € (A)
  • ISBN 978-3-453-42297-1

Inhalt

Kazuki Sakuraba schildert die Geschichte einer Familie, die durch ihre Stellung und ihr Unternehmen prägend für die ländliche Gegen in der Nähe des japanischen Meeres ist.

Zuerst begegnet uns die Großmutter, die als kleines Mädchen vom „Bergvolk“ ausgesetzt wurde und als junge Frau in die Familie einheiratet. Die Zeit ist noch geprägt von einem starken Glauben an Götter und das Schicksal. und beginnendem industriellen Aufschwung. In diesen Aufschwung hinein wird die Tochter der Großmutter geboren – eine Feuerpferdfrau (geboren im Jahr 1966, dem Jahr des Feuerpferdes). Sie agiert ihre ganze Lebendigkeit aus – allen Traditionen und Anständigkeiten zum Trotz – erlebt aber auch den beginnenden Untergang der Großindustrie. Ihre Tochter wächst in einer Zeit nach der großen Wirtschaftskrise in Japan auf, in der sich das Leben auf dem Lande mehr und mehr vom Leben in den Städten abtrennt, aber doch eine lebenswerte Eigenständigkeit erreicht.

Jede dieser drei Frauen führt zu ihrer Zeit das Familienimperium an, hat mir ihren jeweils ganz eigenen Sorgen und Problemen zu kämpfen und muss sich in ihrer Zeit ihren Platz erkämpfen.

Drei verschiedene Personen, drei unterschiedliche Zeiten, drei individuelle Persönlichkeiten – und doch stehen alle drei vor den gleichen grundsätzlichen Lebensfragen und -herausforderungen.

Subjektive Eindrücke

Meiner Meinung nach hat Kazuki Sakuraba über ihre drei Protagonistinnen einen guten Streifzug durch drei Generationen Entwicklung in Japan (zumindest der ländlichen Gebiete) gegeben. Jede Zeit kann man beim Lesen in ihrer speziellen Ausprägung erfahren. Jede Zeit spiegelt sich ganz konkret und nachvollziehbar in den drei Frauen wider. Insbesondere im ersten Teil, wo Traditionen noch eine stärkere Rolle in Japan spielten, kann man gut in die Atmosphäre eintauchen. Zunehmend nähern sich die Zustände aber dann „unseren westlichen“ Zuständen deutlich an.

Es ist kein Abenteuerroman, sondern eher ein Entwicklungsroman, ja, vielleicht eine Familiensaga. So wechseln sich langsamere und schnellere Passagen ab. Das Lesen wird eigentlich nie langweilig. Allerdings gibt es ein paar Stellen, an denen mit einem äußeren Blick und sehr sachliche die geschichtliche/gesellschaftlichen Entwicklung beschrieben wird, also ohne Bezug zu den Personen des Buches. Diese Stellen waren für mich ein wenig langatmig.

Als ich gelesen habe, dass es sich um eine Übersetzung einer englischen Übersetzung des Originals handelt, war ich etwas skeptisch. Bei jedem Übertragungsschritt gehen doch Nuancen verloren. An einigen wenigen Stellen ist das tatsächlich zu spüren, was ich sehr schade finde.

Fazit

Eine interessante Familiensaga, die drei Generationen japanischer Frauen in ihrem gesellschaftlichen Kontext mit ihren ganz eigenen Persönlichkeiten darstellt. Japan-Freunde sollten sich das nicht entgehen lassen.

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Haug: Reisen in die Welt des Wahns

Reisen in die Welt des Wahns – Ein Psychiater erzählt von inneren Stimmen, bizarren Botschaften und gefährlichen Doppelgängern

  • Achim Haug
  • C. H. Beck, 25. Januar 2019
  • Gebundene Ausgabe, 255 Seiten
  • 19,95 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-406-72743-6

Inhalt

Achim Haug macht uns in seinem Buch vertraut mit Ursachen, Symptomen, Diagnostik (und deren Schwierigkeiten) und Behandlungsmöglichkeiten von wahnhaften Erkrankungen.

Das Buch ist eingeteilt in 4 Kapitel, die sich mit jeweils einer Fallgeschichte befassen. Dabei werden die Fälle nicht voyeuristisch als interessante Lebensberichte beschrieben, sondern nur punktuell, ausschnittsweise – soweit es für die Verdeutlichung der Beschreibung der Krankheit an sich nötig ist. In die Beschreibungen lässt Herr Haug immer wieder auch geschichtlich interessante Details zur Entwicklung des Blicks auf diese spezielle Krankheit einfließen.

Immer wieder macht Achim Haug aufmerksam auf die Schwierigkeiten der Abgrenzung von Wahnzuständen und von uns als normal erlebten und als normal klassifizierten Zuständen und weist auf die Gefahr unnötiger Stigmatisierung hin.

Subjektive Eindrücke

Mich hat an dem Buch dreierlei bewegt:

Die Fallbeispiele haben mich, auch wenn sie nur punktuell erzählt wurden, emotional betroffen gemacht. Wie muss es Menschen wohl ergehen, die sich ob ihrer Wahrnehmungen derartig von ihrer Umgebung ausgestoßen, abgeschottet, unerreichbar zu fühlen. Und auch die verschiedenen Ausgänge der Behandlungen waren erschütternd bzw. erleichternd. Beruhigend ist natürlich auch zu wissen, dass es durchaus Heilungschancen für diese Erkrankung gibt, was ja nicht für alle psychischen Krankheiten so gesagt werden kann.

Die Erläuterungen, wie es zu Wahnvorstellungen kommen kann und wie unscharf dich die Grenze zwischen Wahn(sinn) und Normalität ist, macht mich betroffen. Wer kann unter solchen Umständen entscheiden, was Wahn und was normal ist? Und kann es nicht auch sein, dass Wandel in den gesellschaftlichen Einstellungen nicht auch zu Änderungen hinsichtlich der Anerkennung dessen, was normal ist, führt? Wäre dann etwas, was jetzt normal ist, dann krank  – oder sogar umgekehrt?

Interessant ist für mich, dass die Forschungen an wahnhaften Erkrankungen noch nicht abgeschlossen sind. Herr Haug gibt hier für ein paar Ausblicke, die hoffnungsvoll machen.

Fazit

Ein wahrlich beeindruckendes und bewegendes Buch zu einer Krankheit, die wir alle mehr oder weniger in uns tragen. Das ist eine der wichtigen Erkenntnisse für mich selbst.

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Crichton: Dragon Teeth

Dragon Teeth – Wie alles begann

  • Michael Crichton, aus dem Amerikanischen von Klaus Berr
  • Karl Blessing Verlag, 1. Oktober 2018
  • Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
  • 22,00 € (D), 22,70 € (A)
  • ISBN 978-3-896-67623-8

Inhalt

Dies ist ein „frühes Wer“, bisher unveröffentlichtes Werk von Michael Crichton, das er 1974 geschrieben hat.

Ein junger Student der Ostküste begibt sich 1875 aufgrund einer Wette auf Fossiliensuche in den Westen der USA. Nicht nur, dass er mit den Auseinandersetzungen zweier Professoren der Anthropologie zu tun hat, die sich ein Wettrennen um die besten Funde liefern, nein, er gerät – wie nicht anders zu erwarten für diese Zeit und diese Gegend – in den Krieg der Goldgräber und später des amerikanischen Staates gegen die Indianer.

Crichton beschreibt in diesem Buch eine schnelle und aktionsreiche Abenteuergeschichte, gespickt mit interessanten Details über das wie der Fossiliensuche.

Das Buch lässt sich wunderbar lesen. Das schnelle Voranschreiten der Handlung macht es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Subjektive Eindrücke

Der Untertitel „wie alles begann“ ist sicher nicht falsch gewählt. Wer die späteren Werke von Crichton über Dinosaurier kennt, der findet in diesem Buch tatsächlich eine Art Vorgängergeschichte, die allerdings nicht mit den Handlungen der folgenden Bücher verknüpft ist.

Ich hatte schon etliche Bücher von Crichton gelesen. So konnte ich einfach nicht an diesem vorbei. Und ich habe es mit sehr viel Genuss gelesen.

Im Vergleich zu anderen seiner Bücher muss ich aber sagen, dass ich mir in diesem Buch mehr wissenschaftliche Auseinandersetzung, mehr Wissen und Information gewünscht hätte. Diesbezüglich lieferten die „späteren Bücher“ für meinen Lesegeschmack mehr.

Fazit

Jede/r Crichton-Fan wird begeistert sein. Jede/r Fan von Abenteuerbüchern, der Crichton noch nicht kennt (gibt es sowas?), kann hier seine/ihre Einstiegsdroge finden.

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