Jung: Digital Mensch bleiben

Digital Mensch bleiben

  • Volker Jung
  • Claudius, 8. Oktober 2018
  • Gebundene Ausgabe, 136 Seiten
  • 14,00 € (D)
  • ISBN 978-3-532-82826-3

Inhalt

Kurz und knapp und doch überaus informativ stellt Herr Jung die wesentlichen Eckpunkte der derzeitigen Entwicklungen der Digitalisierung vor. Er setzt sich damit auseinander, warum diese Entwicklungen so schnell und stark verlaufen, wie wir sie aktuell erleben, welche Hoffnungen und Erwartungen die Menschen an sie knüpfen und wie sie sich in 5 ausgewählten Bereichen des täglichen Lebens ausdrücken. Ein Viertel des Buches widmet Herr Jung der Frage, was jetzt zu tun ist. Hier sieht er die Politik, die Kirche, aber auch jede/n Einzelne/n in der Pflicht.

Subjektive Eindrücke

Das Thema ist für mich sehr interessant, vor allem die Frage, wie wir Menschen uns wohl verändern, was der Kern unserer Menschlichkeit ist und wie wir den erhalten und/oder menschlich weiter entwickeln können. Deshalb hatte ich mich auf ein großes dickes Buch gefreut und war dann trotz der Freude darüber, dass das Buch angekommen war, ein wenig enttäuscht, dass es nur ein kleines dünnes Band war.

Trotzdem steckt sehr viel Wissenswertes in diesem Buch. Insbesondere, wenn man sich noch nicht viel mit dem Thema Digitalisierung auseinander gesetzt hat, erfährt man hier in kompakter Form viel Wesentliches.

Aus meiner persönlichen Sicht geht das Buch aber an zu wenigen Stellen und nur sehr knapp auf die eigentliche Frage, die der Titel andeutet, ein. Die Frage, was einen Menschen als solchen ausmacht, wird kurz angerissen. Es gibt ein paar Querverweise zur Bibel. Aber mehr konnte ich mit meinen Augen dazu in diesem Buch nicht finden. Es reißt viele Fragen an und regt damit zum Nachdenken an. Die Lösungsansätze muss man wohl dann aber doch allein oder in der Diskussion mit Anderen finden.

Fazit

Lesenswert, was die sachlichen Inhalte betrifft – denkanregend, was die eigentlichen Fragen der Beziehungen Mensch-Technik betrifft.

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Advertisements

Arnet: Brutal gescheitert!

Brutal gescheitert! Wie der Start in ein neues Leben gelingt

  • Felix Maria Arnet
  • GABAL, 14. September 2018
  • Taschenbuch, 216 Seiten
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-869-36874-0

Inhalt

Als jemand, der nach der Insolvenz seiner eigenen Firma einen neuen Anfang gemeistert hat, wurde Herrn Arnet bewusst, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Thematik ist, wie wenig es dazu aber an verfügbarem Material gibt. Also setzte er sich hin und schrieb dieses Buch nicht nur für diejenigen, die gescheitert sind und einen Weg aus dieser Krise suchen.

Zuerst erläutert Herr Arnet, was er unter Scheitern versteht und welchen Sinn Scheitern haben kann. Allerdings passt das Thema in unsere (deutsche) erfolgsorientierte Gesellschaft nicht, ist hier ein Tabu. Warum und mit welchen Konsequenzen wird im zweiten Kapitel beleuchtet. Die folgenden drei Kapitel sind dem Prozess des Scheiterns und dessen Überwindung gewidmet. Herr Arnet erläutert die drei Phasen des Scheiterns, begründet, dass man nur mit eigener zielgerichteter Aktivität nach dem Scheitern einen neuen Anfang findet und ihn gestalten kann, und stellt dar, wie Scheitern uns Wachstumsimpulse geben kann.

Als praktisches Beispiel zeigt uns Herr Arnet seinen Weg auf – schonungslos offen, ohne Mitleid oder Beifall erheischen zu wollen. Gerade in den letzten drei Kapiteln gibt es Hinweise, wie der Umgang mit dem Scheitern gelingen kann. Es sind keine Ratschläge mit erhobenem Zeigefinder, sondern eher die Erläuterung dessen, was bei ihm funktioniert hat, dies aber in verallgemeinerter Form, sodass man in der Lage sein sollte, dies auf die eigene Situation zu übertragen.

Subjektive Eindrücke

Im Mittelpunkt des Buches steht die Geschichte des Scheiterns von Herrn Arnet, sodass man leicht den Eindruck gewinnt, dass Scheitern nur die ganz großen Dinge sind, wie die Insolvenz einer Firma. An wenigen Stellen wird auch von Scheidung gesprochen. Andere Beispiele wie die Ablehnung eines Manuskripts von einem Verlag oder Edisons ungezählte Versuche, das richtige Material für den Glühfaden einer Glühlampe zu finden, scheinen aus meiner Sicht nicht recht dazu zu passen. Allerdings halte ich die beschriebene Vorgehensweise und die gegeben Lösungsanregungen für viele Krisensituationen des Lebens, woher sie auch immer rühren mögen – anwendbar.

Ungeachtet dessen ist das Buch aus meiner Sicht besonders beachtenswert, weil es Scheitern als Normalität des Lebens darstellt und nicht nur als lästigen Stolperstein auf dem Weg zum Erfolg, der möglichst schnell vergessen werden sollte. Ich hoffe, dass es einen Beitrag zu einer realistischeren Fehlerkultur in Deutschland leisten wird.

Fazit

Unbedingt lesen – möglichst schon vorbeugend.

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Martin: Game over

Game over – Wohlstand für weniger, Demokratie für niemand, Nationalismus für alle. Und dann?

  • Hans-Peter Martin
  • Penguin Verlag, 24. September 2018
  • Gebundene Ausgabe, 384 Seiten
  • 24,00 € (D), 24,70 € (A)
  • ISBN 978-3-328-60023-7

Inhalt

Mit verschiedenen Blickwinkeln und unter Einbeziehung unterschiedlichster Aspekte analysiert Herr Martin den derzeitigen Stand der geopolitischen Lage der Welt, wie es dazu gekommen ist, wie es sich gerade entwickelt und zeigt damit implizit Parallelen zu bisherigen geschichtlichen Entwicklungen auf. Dadurch werden die Gefahren, in denen wir uns gerade befinden, ziemlich plastisch deutlich. Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Pulverfässer wirkt die zunehmende Umweltzerstörung dabei schon fast als weniger große Gefahr, was so nicht gesagt wird und was ich so hier auch nicht ausgedrückt wissen möchte.

Herr Martin schreibt hier nicht nur seine eigene Meinung auf, sondern setzt verschiedene Meinungen miteinander in Bezug, deutet darauf hin, wie sich widersprüchliche Einschätzungen auf die heutige Entwicklung auswirken, und zeigt auf, welche Konsequenzen eine Entwicklung in die eine oder andere Richtung haben könnte. Eine lange Liste von Anmerkungen und Quellenangaben verdeutlicht das.

Doch immer wieder endet die Argumentation in dem Schluss: „Game over!“ Die abschließenden 7 Seiten mit „Ideen für das ‚New Game'“ versuchen, dem beklemmenden Gefühl der vorangegangenen Erläuterungen etwas entgegenzusetzen.

Subjektive Eindrücke

Mich hat das Lesen des Buches wirklich erschreckt, betroffen gemacht, ja, auch verängstigt. Ja, ich denke auch, viele Zusammenhänge durch die Erläuterungen im Buch verstanden zu haben. Aber was mache ich jetzt mit diesem Wissen? Ich müsste etwas tun, habe aber noch keine Ideen, was das sein könnte. Hier hätte ich mich gefreut, wenn das Buch über den Aufruf zur Kommunikation und zur Politisierung mit ein paar Beispielen konkretere Anregungen gegeben hätte.

Fazit

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für jeden werden und an jedem Stammtisch diskutiert werden.

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Keese: Disrupt yourself

Disrupt yourself – Vom Abenteuer, sich in der digitalen Welt neu erfinden zu müssen

  • Christoph Keese
  • Penguin Verlag, 24. September 2018
  • Gebundene Ausgabe, 288 Seiten
  • 22,00 € (D), 22,70 € (A)
  • ISBN 978-3-328-60033-6

Inhalt

Nach „Silicon Valley“ (Rezension hier) und „Silicon Germany“ (Rezension hier) ist das das dritte Buch von Herrn Keese zur Digitalisierung. Diesmal zeigt er auf, was jede/r selbst unternehmen kann, um mit der Digitalisierung Schritt zu halten.

Das Buch beginnt mit einer Auseinandersetzung damit, welche Jobs am ehesten bzw. wahrscheinlichsten durch die Digitalisierung wegfallen werden. Danach beleuchtet Herr Keese, wie einerseits die Betroffenen und andererseits die Erneuerer psychologisch gesehen ticken. Das ist eine gute Grundlage, um sich selbst, aber auch diejenigen, aufgrund derer ggf. der eigene Job wegfällt agieren und denken.

Die These von Herrn Keese ist, dass jede/r selbst zum Erneuerer, mindestens zu seinem/ihren eigenen Erneuerer werden sollte. Wie man dazu vorgehen kann, erläutert er in den folgenden Kapiteln. Dabei geht es einmal darum, die eigene Lage zu sondieren und die Chancen für sich selbst zu erkennen. Danach geht es darum, wie der Erneuerungsprozess in Unternehmen aussehen und erfolgreich verlaufen kann.

Das Buch schließt mit einem Kapitel dazu ab, was die Politik tun muss, um günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, aber auch um sich selbst zu erneuern.

Subjektive Eindrücke

Dieses Buch hat einen deutlich optimistischeren Tenor als die beiden Vorgängerbücher. Die Schockstarre ist vorbei, jetzt geht es ans handeln. Insbesondere der Hinweis auf die Liste der am meisten bedrohten Jobs dürfte für viele zur ersten Orientierung sehr hilfreich sein. Die folgenden Ausführungen geben dann anhand von Beispielen Hinweise darauf, wie man vorgehen sollte. Doch die ganz konkrete Umsetzung muss letztlich jede/r selbst schaffen. Ich weiß nicht, ob man immer auf ausreichend viele und gute Ideen kommen kann, sehe aber natürlich auch, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema die beste Vorsorge ist, um nicht von der Entwicklung weggespült zu werden.

Das Buch ist leicht verständlich gelesen. Die Kapitel reihen sich folgerichtig aneinander, bauen aber nicht aufeinander auf, was auch nicht nötig ist. Jedes Kapitel endet mit einer kleinen Zusammenfassung und einem expliziten Ausblick auf das folgende Kapitel. Das gefiel mir deutlich besser als die versteckten, aber doch offensichtlichen, z. T. bemüht wirkenden Übergänge auf die neuen Kapitel in den vorhergehenden Büchern.

Fazit

Jede/r, die/der sich ernsthaft mit seiner/ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen möchte, kann in diesem Buch viele hilfreiche Anregungen finden.

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Leibig: Nanos

Nanos – Sie bestimmen was du denkst

  • Timo Leibig
  • Penhaligon Verlag, 24. September 2018
  • Broschiert, 512 Seiten
  • 16,00 € (D), 16,50 € (A)
  • ISBN 978-3-764-53190-4

Inhalt

Eine rasante Geschichte vor einem bedrückenden Hintergrund.

Durch die Verteilung von hörig machenden Nanoteilchen über Lebensmittel und das Trinkwasser ist ein absolutistischer Herrscher gewählt worden. Dank dieser Nanoteilchen und entsprechender Werbemaßnahmen sind im alle verfallen und denunzieren freiwillig diejenigen, bei denen die Nanoteilchen nicht wirken, die „free“ sind.

Eine kleine Gruppe solcher „free“-er sammelt sich, um andere Menschen, die ebenfalls „free“ sind, zu retten. Sie planen eine Rebellion. Kurz vor einem großen Coup stößt ein entflohener Schwerverbrecher zu dieser Gruppe. Ist er Fluch oder Segen für die Rebellion? Wird es gelingen, die absolutistische Herrschaft zu durchbrechen?

Subjektive Eindrücke

Die Geschichte ist toll erzählt und lebt von den vielschichtigen Interaktionen sehr unterschiedlicher Charaktere. Die Handlung verläuft überwiegend schnell und findet ihren Höhepunkt in dem geplanten, großen Coup der Rebellengruppe.

Toll fand ich, dass zwar Hinweise ausgelegt wurden, aber nicht so plump, dass man direkt wusste, dass es Hinweise sind und in welche Richtung sie weisen. Man konnte sich meist fragen, ob das nun ein Hinweis ist oder nicht. Das ist sicher nicht leicht hinzukriegen.

Für meinen Geschmack hätte es gern mehr zum eigentlichen Hintergrund, vor dem die Geschichte spielt, geben können. Aber es ist ein Thriller, bei dem nunmal die Action im Vordergrund steht.

Ein wenig unglaubwürdig fand ich, dass sich einige der Hauptcharaktere in diese letzte „Schlacht“ begeben. Kein wirklich erfahrender Kämpfer schlägt mit so wenigen Informationen los.

Die Geschichte ist abgeschlossen. In diesem Sinne schreit das Buch nicht nach einer Fortsetzung. Es sind jedoch etliche Punkte so angelegt, dass es durchaus eine Fortsetzung geben könnte. Ob es eine geben wird, ließ der Autor in seinem Dankes-Absatz offen.

Fazit

Wer spannende Abenteuer vor einem erschreckend realistischen Szenario mag, kann mit diesem Buch überhaupt nichts falsch machen.

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Taleb: Das Risiko und sein Preis

Das Risiko und sein Preis

  • Nassmin Nicholas Taleb, aus dem Englischen von Susanne Held
  • Penguin Verlag, 27. August 2018
  • Gebundene Ausgabe, 384 Seiten
  • 28,00 € (D), 26,80 € (A)
  • ISBN 978-3-328-60026-8

Inhalt

Der Inhalt des Buches dreht sich – knapp ausgedrückt – um die These, dass wir in einer besseren Welt leben würden, wenn jeder stärker verantwortlich wäre, für das, was er tut – im Positiven wie im Negativen.

Das Buch besteht aus 8 Büchern, die jeweils unterschiedliche viele Kapitel und zum Teil einen eigenen Anhang haben. Es wird durch einen kleinen Epilog abgeschlossen. Das Erste Buch ist ein Prolog in 3 Teilen und liefern nach Aussage des Autors einen Vorausblick auf das gesamte Buch. Die anderen Bücher befassen sich jeweils mit der These in Bezug auf einen Aspekte oder ein Anwendungs-/Auftretens-Gebiet. Der Autor erläutert seine These im jeweiligen Umfeld und führt viele interessante und kurzweilig zu lesende Beispiele an.

Subjektive Eindrücke

Das Thema an sich ist interessant aufbereitet und glaubwürdig dargelegt. An vielen Stellen konnte ich reinen Gewissens sagen: „Ja, genau so ist es.“ bzw. „Ja, genau so könnte es sein.“

Mich hat der Aufbau des Buches ganz einfach überfordert. Ein Prolog von 80 Seiten, der das Buch vorwegnimmt, aber doch auch wieder nicht konkret auf das Folgende bezogen ist, ist für meine Lesegewohnheiten nicht hilfreich.

Der deutsche Titel hatte mich etwas auf eine falsche Fährte gesetzt, was sich aber nach den ersten Seiten nach dem Prolog irgendwann aufklärte. Auch „Skin in the game“ half mir erst weiter, als ich nach den ersten 100 Seiten verstanden hatte, worum es eigentlich: man soll seine eigene Haut riskieren. So „zurückübersetzt“ ist der englische Titel gar nicht mal verkehrt.

Vom Inhalt her ist das Buch absolut empfehlenswert. Es öffnet doch das eine oder andere Auge – auch über die eigenen Handlungsmuster.

Was mir an dem Buch überhaupt nicht gefallen hat, war teilweise die Art des Autors, seine Werturteile abzugeben. Okay, ich oute mich hier also mal als Idiot, denn – so steht es fast wörtlich im Buch – wer das Buch und die stellenweise eingesetzte Ironie nicht versteht, ist ein Idiot. Auch werden ganze Berufsgruppen als Idioten beschimpft. Über Spezialistentum macht sich der Autor lustig. Für mich persönlich gehört so etwas nicht in ein Sachbuch, aber das mag nun die verquere Vorstellung einer Idiotin sein.

Fazit

Vom Thema her sehr zum Lesen zu empfehlen, wenn man sich von den teilweise abwertenden Beurteilungen des Autors nicht stören lässt.

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

Huber: Es existiert

Es existiert – Warum wir an Selbstheilung, Schutzengel und die Aura glauben können

  • Prof. Dr. Johannes Huber, aufgezeichnet von Andrea Fehringer und Thomas Köpf
  • Goldmann Verlag, 17. September 2018
  • Taschenbuch, 208 Seiten
  • 12,00 € (D), 12,40 € (A)
  • ISBN 978-3-442-22232-2

Inhalt

Uns begegnet in diesem Buch ein Querschnitt durch viele neuere Entdeckungen bzw. Erkenntnisse.

Im ersten Teil des Buches Argumentiert Herr Prof. Dr. Huber, warum wir an der Schwelle zu einem neuen Menschen stehen. Wie werden größer und schlauer, durch die neuen technischen Möglichkeiten haben wir mehr Reize von außen, die zur Hirnentwicklung beitragen, und durch die neuen medizinischen Errungenschaften können wir länger und länger gesund leben. All das löst einen evolutionären Sprung aus, der nicht erst irgendwann beginnt, sondern in dem wir uns – nach Aussage von Herrn Prof. Dr. Huber – schon befinden.

Im zweiten Teil des Buches nimmt sich Herr Prof. Dr. Huber 7 Aspekte vor, zu denen er die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse und Diskussionen vorstellt. Einige davon erklären Phänomene, die bisher in den Bereich des Esoterischen gerückt wurden. So wird das Zusammenspiel von Körper und Geist durch einen zentralen Nervenstrang erklärt, über den dann gewisse neurochemische Prozesse im Körper angestoßen werden, die u. a. die Selbstheilung unterstützen. Diese Prozesse kann man nun, da man sie entdeckt und wissenschaftlich nachgewiesen hat, auch die die Gabe entsprechender Medikamente anstoßen.

Subjektive Eindrücke

In der Kürze des Buches können die gewählten Gebiete der Neuerungen naturgegeben nur grob angerissen werden. Trotzdem bekommt man einen Eindruck in die Breite der Neuerungen und wird neugierig gemacht, sich mit dem einen oder anderen Gebiet detaillierter zu befassen. Über ein paar Literaturhinweise dafür hätte ich mich gefreut.

Hinsichtlich des Titels blieb ich aber ein wenig unbefriedigt. Für einige wenige Aspekte wurden wissenschaftliche nachgewiesene Wirkmechanismen erklärt. Für vieles Andere bleibt der Hinweis, dass wir eben mit unseren Wahrnehmungsorganen nicht alles wahrnehmen können und deshalb nicht pauschal gesagt werden kann, dass es außerhalb unserer Wahrnehmung nichts gibt. Sinngemäß: Etwas nicht zu finden ist nicht der Beweis dafür, dass es das nicht gibt. Und die Geschichte hätte ja auch gezeigt, dass wir immer mehr des mystischen/esoterischen Gedankenguts beweisen können.

Andererseits war ich ziemlich ernüchtert von dem Gedanken, die Anregung der Selbstheilungskräfte z. B. durch menschlichen Kontakt, Nähe und Wärme nun durch eine Pillengabe ersetzen zu können/sollen/wollen.

Fazit

Gerade wenn die Schulzeit schon etliche Jahre zurück liegt, bietet das Buch einen guten Rundumschlag neuer Erkenntnisse, die absolut interessant und faszinierend sind.

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).