Mehrsprachigkeit von Blog-Beiträgen

Immer wieder sehe ich Blog-Beiträge, die sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfasst sind. Manche Blogs liefern denselben Text in zwei verschiedenen Beiträgen, einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch. Und natürlich gibt es zahlreiche Blogs, die ausschließlich in einer Sprache verfasst sind. Deshalb habe ich mich mal gefragt, was für diesen Blog hier sinnvoll wäre.

Wenn ich einen Blog sehe, der in nur einer Sprache verfasst ist, die für mich eine bekannte Fremdsprache ist, dann lese ich ihn durchaus, wenn mich das Thema interessiert. Wenn es eine Fremdsprache ist, die ich nicht kenne, nun ja, dann hat sich der Fall sowieso erledigt. Jaja, ich höre einige schön rufen, dass es ja online Übersetzer gibt. Natürlich kann man sie nutzen und sie werden auch immer besser, aber es ist für mich dennoch (noch) kein wirklicher Lesegenuss.

Wenn es ein zweisprachiger englisch-deutscher Blog ist, dann – so gebe ich gern zu – lese ich lieber den deutschen Beitrag. Das geht für mich schneller und ich bin sicherer, dass ich wirklich auch die Details der Bedeutung verstehe.

Und was heißt das nun für diesen Blog?

Sicherlich kann man die Reichweite eines Blogs erweitern, wenn man ihn in verschiedenen Sprachen anbietet. Aber ist das für diesen Blog nötig, gewollt, erwünscht? Ich glaube, den deutschsprachigen Raum zu erreichen, ist für diesen Blog völlig ausreichend. Ich freue mich über jede/n von Euch und möchte auch gern weiterhin auf Eure Kommentare antworten können. Bei zu vielen LeserInnen wäre mir das nicht mehr möglich. Außerdem braucht ja auch eine vernünftige Übersetzung ihre Zeit. Die stecke ich dann lieber in Kommunikation und in das Lesen anderer Blog.

Für diesen Blog wird sprachlich gesehen also alles so bleiben, wie es war. Und wer es dann wirklich in einer anderen Sprache lesen will, der kann zur Not ja auch auf die online Übersetzer zurückgreifen.

Oder wie seht Ihr das?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

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Abrechnung Schreibjahr

Da ich ja doch ein Zahlenfreak bin, habe ich jeden Tag aufgeschrieben, wie viele Worte (und Buchstaben) ich geschrieben habe. Das kann man ja im Textverarbeitungsprogramm zählen lassen. Das Ganze habe ich dann in Seiten umrechnen lassen (1800 Buchstaben pro Standardseite). Ziel war, jeden Tag 1000 Worte zu schreiben. Tja, und das kam dabei heraus.

An 42 Tagen habe ich das Ziel nicht erreicht. Das waren Tage, an denen ich mehr als üblich arbeiten musste oder an denen ich unterwegs war. So habe ich z. B. nicht an allen Tagen meiner Wanderung so viel geschrieben. So im Schnitt kann man also sagen, dass ich pro Woche einmal nicht 1000 Worte geschrieben habe.

Dafür gab es aber 130 Tage, an denen ich sogar über 2000 Worte geschrieben habe. Im Durchschnitt waren es so reichlich 1750 Worte am Tag. Vom Durchschnitt her wäre also das Ziel doch erreicht.

Insgesamt sind das etwas mehr als 6 Seiten pro Tag – reichlich 2200 Seiten im Jahr. Na, das wäre doch schon ein ordentliches Buch. Aber es ist natürlich klar, dass man, um ein Buch zu schreiben, nicht nur die Worte und Buchstaben aufs Papier tippen muss.

Und damit sind wir eigentlich beim kritischeren Punkt der ganzen Angelegenheit: Was schreibe ich denn da eigentlich so die ganzen Zeit?

Überwiegend sind es halt Texte von der Arbeit. Ich würde mal so vermuten, dass das auf 50%-75% aller Texte zutrifft. Ein weiterer großer Brocken sind die Texte für den Blog. Hinzu kommen ein paar Mail-Wechsel mit einigen wenigen guten Freunden. Nur hin und wieder schreibe ich separat an Geschichten oder Gedichten. Selbst das Wandertagebuch (neben den Blogeinträgen) ist eigentlich kein wirklich großer Brocken.

Eigentlich denke ich, dass ich nicht wirklich etwas an dieser Zusammensetzung werde ändern können, da ich kaum einen Einfluss auf den Schreibumfang auf Arbeit habe. Und somit wird es wohl noch auf längere Zeit düster für das Schreiben eines eigenen Buches aussehen.

Für dieses Jahr habe ich mir keine anderen Ziele für das Schreibpensum gesetzt. Schön wäre es, wenn die Anzahl schreibarmer Tage etwas zurückgehen könnte. Schauen wir mal…

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Nach-Denken

Blogs entwickeln sich – meist weil sich ihre Autoren entwickeln. Themen, die mal wichtig und interessant waren, sind es nicht mehr. Neue Themen tauchen auf. Prioritäten werden anderes gesetzt. So geht es natürlich auch diesem Blog.

Der Mittwoch war bisher immer dem Schreiben und meinem Wandern gewidmet. Das wird auch weiterhin so bleiben. Ein wichtiger Punkt zum Schreiben ist für mich aber auch das Nachdenken darüber, was so um mich herum passiert. In letzter Zeit haben sich da viele Anregungen aus dem Lesen, aber auch aus den Interaktionen in meiner Umgebung ergeben. Diesen möchte ich unter dem Schlagwort „Nach-Denken“ nachgehen.

Dabei gefällt mir auch das mögliche Wortspiel. Nachdenken – ich denke nach. Ja, das soll es wohl in erster Linie werden. Aber was wird nach dem Nachdenken, also Nach-Denken? Wie kann man den Ergebnissen des Nachdenkens Ausdruck verleihen, vielleicht selbst aktiv werden? Darum soll es in Zukunft unter diesem Schlagwort gehen.

Wenn Ihr selbst Punkte habt, von denen Ihr meint oder möchtet, dass darüber mal nachgedacht werden sollte, dann schreibt das doch gern in einen Kommentar oder auch per E-Mail. Ich freue mich auf gemeinsames Nachdenken und Nach-Denken.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Schreiben, schreiben, schreiben – Aufgabe 20

Ich habe lange nichts „Sinnvolles“ (also Geschichte, Gedichte oder sowas halt) geschrieben. Und auch die Schreibgruppe habe ich deutlich vernachlässigt. Es ist nicht unbedingt ein Neujahrsvorhaben, aber irgendwie möchte ich doch wieder dahin zurückkehren. Als erster Ansatz hier eine Aufgabe, die schon sehr, sehr lange zurückliegt, die aber doch auch ein bisschen in diese Zeit passt.

Die Aufgabe

Es sollte eine Szene aus dem Leben erzählerisch gestaltet werden.

Was fiel mir schwer?

So recht wusste ich nicht, welche Szene ich auswählen sollte. Was würde wohl einerseits für eine/n Leser/in interessant sein und sich andererseits zu einer Geschichte verarbeiten lassen? Als mir etwas eingefallen war, musste es in der „Zeitgeschichte“ verankert werden. Hier ließ der Einfall doch eine Weile auf sich warten. Und dann überlegte ich, ob ich so eine Geschichte wirklich in den Blog stellen kann. Nun gut, es ist eine erzählerisch gestaltete Szene, die natürlich auch immer von der künstlerischen Freiheit lebt. Also, dann…

Was habe ich gelernt?

So recht weiß ich nicht mehr, ob bzw. was ich beim Schreiben gelernt habe. Vielleicht das: das, was man als Schreiberling ausdrückt oder versucht, in den Text zu legen, muss nicht immer so beim Leser/bei der Leserin ankommen.

Das Ergebnis

Entsprechend waren die Kommentare der Korrektur. Es gibt zu wenig Gefühl. Aber was, wenn absichtlich zu wenig Gefühl drin ist, um eben eine kalte Atmosphäre auszudrücken? Das hat dann also nicht so wirklich geklappt.

Ein Wunder roher Naturgewalten

Die DDR geht bereits mit großen Veränderungen schwanger. Für sie wird es aber noch etwa anderthalb Jahre dauern. Ich hätte schon vor zwei Wochen entbinden sollen. Trotzdem quetsche ich mich, meinen dicken Bauch vor mir her schiebend, in die Sitzreihe im Hörsaal. Ich will die Vorlesungen so lange besuchen, wie es eben geht.

Am Nachmittag muss ich zur Schwangerenberatung. Die Hebamme freut sich. „Jetzt kann es nicht mehr lange dauern. Die Gebärmutter hat sich schon gesenkt.“ Das wird wohl auch langsam Zeit.

Heute Nacht schläft mein Mann mit im Wohnheimzimmer. Erst vor zwei Wochen bin ich aus dem 8-Bett-Zimmer in dieses 2-Bett- bzw. Familienzimmer umgezogen. Alles ist vorbereitet. Der neue Erdenbürger kann kommen.

Nach zwei Stunden Schlaf werde ich gegen Mitternacht wach und muss zur Toilette. Nicht unüblich in den letzten Wochen. Nach einer weiteren Stunde muss ich schon wieder. Das kommt mir doch ein wenig komisch vor und ich verstehe, dass das erste Anzeichen von Wehen sein könnten. Ich wecke meinen Mann. „Möchtest du heute Vater werden?“ Er springt panisch von der oberen Etage des Doppelstockbetts herunter. „Soll ich den Krankenwagen rufen? Wo ist denn die Tasche? Hast du alles?“, sprudelt es aufgedreht aus ihm heraus. Ein chaotischer Ehemann hat mir jetzt gerade noch gefehlt. „Nee, warte mal noch. Vielleicht habe ich mich geirrt.“ Eher nicht, denn nach 20 Minuten zieht es schon wieder, dann wieder nach 15 Minuten. Mein Mann ruft den Krankenwagen. Bis der da ist, kommen die Wehen alle zehn Minuten.

„In welches Krankenhaus müssen Sie denn?“

„Neustadt.“

„Oh, tut mir leid. Wegen des Hochwassers steht der Kreißsaal unter Wasser. Ich schaue mal, wo ich Sie hinbringe.“

Ich muss in die Altstadt. Na prima. Meine ganzen Unterlagen sind in Neustadt.

Gegen zwei Uhr kommen wir im Krankenhaus an. Die diensthabende Hebamme empfängt mich. Mein Mann gibt die Sachen ab. Wir verabschieden uns. Auch wenn die ersten Entbindungen mit Vätern stattfinden, hatten wir uns dagegen entschieden. Durch den unregelmäßigen Dienst meines Mannes war es unklar, ob er wirklich hätte dabei sein können. Außerdem lagen die Vorbereitungstermine in seiner Dienstzeit.

Die Aussage, dass die Wehen alle zehn Minuten kommen, scheint die Hebamme nicht ernst zu nehmen. Offensichtlich sehe ich ihr dafür zu munter aus. Dass der Muttermund schon zehn Zentimeter geöffnet ist, überzeugt sie dann wohl doch. „Leider können Sie nicht baden, denn wir haben nur kaltes Wasser.“ Nach einem kalten Bad ist mir nun wirklich nicht. Es reicht, dass der Einlauf mit kaltem Wasser gemacht wird. Davor hatte ich mich in gewisser Weise gefürchtet. Ich hatte so viele schlimme Dinge davon gehört. Aber letztlich war es kein wirkliches Problem.

Es ist drei Uhr. Ich soll ein wenig auf dem Gang auf und ab gehen. Und so stehe ich, hochschwanger, mitten in der Nacht mit heftigen Schmerzen alle zehn Minuten auf einem langen, dunklen, einsamen Krankenhausflur, auf mich allein gestellt und weiß nicht, was noch so auf mich zukommt. Aber Bewegung soll ja gut sein. Also marschiere ich den Gang auf und wieder ab, auf und wieder ab. An der Tür zum Kreißsaal steht ein kleines Tischchen. Bei jeder Wehe stütze ich mich dort ab, bis sie über mich hinweggerollt ist. Sie kommen nun alle fünf Minuten. Irgendwann ist meine Kraft zu Ende. Vielleicht sind auch nur meine Geduld oder Leidensfähigkeit zu Ende. Ich weiß nicht, wie lange ich hier gehen soll. Ich weiß nicht, wie schlimm es noch werden wird. Ich weiß nicht, was Anzeichen dafür sind, dass ich endlich in den Kreißsaal sollte. Also klingle ich. Eine andere Hebamme steckt ihren Kopf heraus. „Ich weiß zwar nicht, was noch alles so passieren wird, aber ich kann nicht mehr“, stöhne ich vor ihr hin. Sie leitet mich zu einer Liege.

Eine Frau liegt bereits auf einer anderen Liege. ‚Oh nein, lass sie bitte nicht vor mir entbinden‘, schießt es mir durch den Kopf. Ich glaube, ich ertrage es nicht, das bei jemand Anderem anzuhören und es selbst noch vor mir zu haben.

Die Wehen werden heftiger. Ich hatte gehört, dass man bei einer Erstgeburt durchaus mit zwölf Stunden rechnen kann. Die ersten Anzeichen kamen um Mitternacht. Jetzt ist es vier Uhr. Also noch acht Stunden, wenn es gut läuft. Das halte ich nicht aus.

Die Fruchtblase wird gesprengt. Ich spüre, wie sich ein Schwall warmer Flüssigkeit zwischen meinen Beinen ergießt. Eine Sonde wird an den Kopf des Kindes angebracht. Das ist unangenehm. Aber nun steht das Baby unter Bewachung und es wird hoffentlich nichts schief gehen.

„Wissen Sie denn, was es wird?“, will die Hebamme wissen.

„Nein. Ist auch egal. Hauptsache gesund und munter.“

Schon ist sie wieder weg.

Die Wehen kommen jetzt in deutlich kürzeren Abständen und werden immer schmerzhafter. Ich erinnere mich an die Hechelatmung aus dem Geburtsvorbereitungskurs und versuche es damit. Die unwirsche Hebamme von der Vorbereitung fährt mich an: „Atmen Sie vernünftig. Das ist auch für das Kleine Schwerstarbeit.“ Aber wie ich nun atmen soll, verrät sie mir nicht.

Es ist 5:30. Die nette Hebamme schaut nach mir. Eine andere Schwester fragt sie, ob sie es wohl noch schaffen – vermutlich bis zum Ende der Nachtschicht. Die Hebamme bejaht. „Ich gebe Ihnen jetzt etwas, damit Sie es leichter haben.“ Aber was sie mir gibt, erfahre ich nicht. Ich bin zu beschäftigt, um nachzufragen.

Nun geht alles ganz schnell. Die Wehen kommen fast unmittelbar hintereinander. Ich habe das Gefühl zu zerreißen. Alles unterhalb der Körpermitte drängt nach unten, alles darüber nach oben. Ich kann gar nicht mehr atmen, das Ein und Aus will einfach nicht klappen. Ich werde wohl ersticken. Da stellt sich die nette Hebamme neben mich, reibt mir den Rücken und atmet deutlich hörbar. Ich mache es einfach nach. Siehe da, ich bekomme wieder Luft. Nach einer Wehe kann ich schon das Köpfchen sehen. Da sind ganz viele Haare. Plötzlich bekomme ich einen Krampf im linken Fuß. Ich will ihn fassen, um den Krampf zu vertreiben, da schwappt die nächste Wehe über mich hinweg. Der Krampf ist vergessen. Eine dicke Masse rutscht aus mir heraus, liegt zwischen meinen Beinen und fängt direkt an zu schreien. Da liegt mein Baby. Ganz blau und zerknautscht und schreit und schreit. Willkommen auf dieser Welt, Kleines. Es ist 5:55.

Die Hebamme drückt mich zurück. „Ich brauche noch die Nachgeburt.“ Aber ich möchte das Kleine doch anschauen. Vor lauter Staunen weiß ich noch gar nicht, ob ich nun eine Tochter oder einen Sohn habe.

Die Schwestern bringen das Kleine in einen anderen Raum, um die erforderlichen Untersuchungen durchzuführen. Dann bekomme ich das Kleine in den Arm gelegt. „Es ist ein Junge und erstmal alles dran, was man so sieht.“ Die nette Hebamme lächelt mir zu. Wir haben es gemeinsam geschafft.

„Werde ein glücklicher und aufrichtiger Mensch, mein Süßer. All meine Liebe wird dich begleiten. Komm, lass uns kuscheln“, flüstere ich dem Bündel in meinem Arm ins Ohr und drücke ihm einen sanften Kuss auf die Wange.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Wieviel Humor verträgt ein Sachbuch?

Die Wanderung des Sommers ist ausreichend ausgeschlachtet und rückblickend verarbeitet. Also geht es nun mittwochs wieder um Themen rund ums Schreiben und Lesen. Dazu gehört für mich auch das Nachdenken über das, was mir im Alltag so vor oder über die Füße purzelt, denn das sind meist die besten Anregungen zum Nachdenken und zum später zum Schreiben darüber. Doch dazu werde ich an einem der kommenden Mittwoche (heißt das so?) genauer etwas sagen. Heute also erstmal:

Wieviel Humor verträgt ein Sachbuch?

Ein Sachbuch sollte so geschrieben sein, dass man Spaß daran hat, es zu lesen. Das ist wohl unbestritten. Aber kann es auch zu viel Spaß geben?

Was ist zu viel?

Das ist sicherlich eine große Frage des eigenen Geschmacks. Hin und wieder kommt es vor, dass ich mir ein Sachbuch etwas weniger lustig wünsche, es mich aber nicht wirklich beim Lesen stört. Und vielleicht braucht der/die Eine oder Andere auch ein bisschen mehr Spaß, um beim Lesen zu bleiben, womit es dann ja auch wieder etwas Gutes hat. Hin und wieder würde aber auch ich mir ein paar weniger Staubkrümel in Sachbüchern wünschen.

Bisher gab es drei Bücher, bei denen mich der „viele Spaß“ doch reichlich nervte.

Wenn der Spaß bemüht wirkt

Das eine war ein Buch über Wölfe. Der Inhalt war wirklich gut und absolut wichtig. Aber die spürbare Anstrengung, das Buch humorvoll wirken zu lassen, verleidete mir doch ein wenig die Freude am Lesen. Jede Metapher, jedes Sprachbild, die/das verwendet wurde, musste unbedingt auf Wölfe übertragen werden. Zum Teil gab es dabei auch Ausrutscher. So wurde „von der Hand in den Mund leben“ zu „von der Pfote im [sic] Mund leben“. Leider ging es so weiter. Nein, das war für mich dann wirklich nicht mehr witzig. Ähnlich ging es in einem Buch, in dem das menschliche Fühlen und Erleben mit Computervokabular beschrieben wurde.

Verächtlichkeit, Abwertung

In einem anderen Sachbuch versuchte der Autor, Lustigkeit dadurch zu erreichen, dass er immer wieder verschiedene Berufsgruppen mehrfach als dumm, einfältig, unfähig darstellte, um seine Ausführungen zu belegen. Ob ihm wohl gefallen hätte, wenn man eine der gewählten Berufsgruppe durch die Berufsgruppe der Autoren ersetzt hätte? Ich bin sicherlich sowieso nicht der allerspaßigste Mensch auf Erden, aber spätestens, wenn Spaß auf Kosten Anderer erreicht werden soll, dann hört er für mich definitiv auf.

Also nur staubtrockene Sachbücher?

Nun, das bestimmt nicht. Es ist schon wichtig, Bücher so zu schreiben, dass möglichst viele sie lesen können und auch lesen wollen. Möglichst schnell verständliche Sprache wäre da ein wichtiger Punkt. Aber natürlich soll es auch humorvoll zugehen. Nur darf die Seriosität dabei nicht ganz verloren gehen. Mit übertriebenen Schenkelklopfern sinkt aus meiner Sicht einfach die Glaubwürdigkeit der Aussagen. Es ist schließlich ein Sachbuch und kein Kabarett-Stück. Auch lebensnahe Beispiele, Sprachspiele und witzige Wortkombinationen finde ich in Büchern toll. Humor, ohne zu beleidigen – das muss doch gehen, oder?

Fazit

Jeder hat ein ganz individuelles Gespür dafür, was für ihn/sie zum Schmunzeln ist und wie viel Spaß ein Sachbuch verträgt, ohne zur Witzfibel zu verkommen. Wichtig ist wohl, dass der Humor authentisch bleibt, nicht krampfhaft herbeigeschrieben wird und nicht auf Kosten anderer geschieht.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Arten von Schreibhemmungen

In vielen Eurer Blogs ist immer mal wieder davon zu lesen, dass man zwar vor dem Schreibgerät sitzt, aber sich trotzdem nichts zusammenreimen möchte. Gemeinhin verpasst man diesem Zustand den Begriff „Schreibblockade“. Aber ist das wirklich etwas, das sich dem Schreiben einfach so in den Weg stellt? Ist es immer das gleiche „Wesen“?

Eigentlich immer etwas zu schreiben

Natürlich kenne ich auch den Zustand der Schreibblockade. Der bezieht sich dann aber meist auf eine ganz konkrete Schreibarbeit. Na, dann ist das eben so. Dann nehme ich mir eben ein anderes Thema und schreibe daran (weiter). Meine Listen mit möglichen Themen und Ideen sind lang. Zu irgendetwas will sich eigentlich immer etwas den Weg ins Freie bahnen. Und währenddessen sinkt vielleicht auch die eine Schreibblockade in sich zusammen.

Schreibblockade Typ 1

Aber was hält mich denn vom Schreiben ab, wenn es mal zu einem Thema nicht klappen will? Ganz eindeutig würde ich da für mich einen inneren Zensor nennen. Was der so an Sprüchen parat hat, geht ja schon fast auf keine Kuhhaut. Wiederholen muss ich das wohl nicht, weil sich diese Sprüche auch auf Euren Blogs tummeln.

Wie geht man mit diesem Widerling um? Nun ja, er ist ja nicht in allen Fällen ein Widerling. Er hält uns ja auch an, unsere Werke kritisch zu überprüfen. Aber wenn er erst gar nichts herauslässt, gibt es auch nichts zum Überprüfen. Ich versuche mir dann einzureden, dass es ja erstmal nur für mich ist, dass es ja nur Schmierpapier ist, dass der elektronische Papierkorb unendlich groß ist etc. Das klappt sogar manchmal.

Manchmal muss ich ihn aber noch etwas stärker austricksen. Dann erzähle ich irgendwelchen Leuten (oder auch hier in den Blogosphäre) von einem Schreibprojekt. Damit habe ich mich dann sozusagen verpflichtet. Diese Verpflichtung einzuhalten ist dem inneren Zensor dann manchmal sogar wichtiger als alles Andere. Naja, braucht wohl halt jeder so seine Tricks. Welche habt Ihr für Euch gefunden?

Schreibblockade Typ 2

Es gibt aber noch einen anderen Zustand, der es mir schwer macht zu schreiben. Dann habe ich das Gefühl, gleich vor lauter Ideen und im Kopf fertiger Sätze zu platzen. Und doch will sich kein einziger auf das Papier oder den Bildschirm wagen. Es ist dann fast so, als wäre einfach zu viel da. Und alles drängelt und kämpft, um nur ja als Erster das Licht der Welt zu erblicken. Fast so, als würden mehrere Menschen gleichzeitig durch eine zu schmale Tür gehen wollen. Sie bleiben einfach stecken. Da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder warte ich einfach, bis sich das Getummel gelegt hat und wieder einer nach dem anderen nach draußen schlüpft, oder ich greife hart durch und mit fester Hand einen Gedanken, den ich dann nach draußen zerre. Letzteres gefällt mir weniger gut. Meist bekommt das den Ideen nicht so gut und sie werden dabei ein wenig derangiert. Kennt Ihr diesen Blockadetyp auch? Was geht Ihr mit ihm um?

Ich wünsche Euch eine schreibwütige, blockadefreie Woche.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Schreiben, schreiben, schreiben – Aufgabe 19

Die Aufgabe

Die Aufgabe war die Fortsetzung zur Aufgabe 18 zum Entwurf eines Romans (hier). Die Handlung sollte weiter ausgebaut sowie die Einleitung geschrieben werden. Außerdem sollten ein paar Stichpunkte zum Schluss zusammengetragen werden.

Was fiel mir schwer?

Eigentlich hatte ich ja noch gar keine wirkliche Handlung für meinen Roman. Ich wusste nur, worüber ich gern schreiben würde. Das allein wäre aber viel zu langweilig. Also musste eine spannende Handlung dazu. Das war nicht so einfach. Sie hat sich aber gegenüber der letzten Aufgabe deutlich klarer herauskristallisiert. Allerdings kann Maria, eine der Portagonistinnen, nun nicht mehr so ein braves Mädchen sein. Also, da muss ich dann nochmal ran 😉

Was habe ich gelernt?

Die Gemeinschaft der Schreiberlinge scheint in der Tat in zwei Lager gespalten zu sein. Die Einen müssen sich vorab genaue Gedanken darüber machen, was, wann in der Geschichte passiert und wer daran beteiligt ist. Die Anderen haben eine grobe Vorstellung von ihrer Geschichte, setzen sich hin, schreiben und lassen die Figuren und die Geschichte sich entwickeln. Möglicherweise gehöre ich zur zweiten Gruppe. Ob das nun eher gut oder eher weniger gut ist, mag ich nicht zu beurteilen. Ganz blauäugig würde ich im Moment mal behaupten, dass es insbesondere darauf ankommt, dass man überhaupt schreibt.

Das Ergebnis

Da ich nach wie vor den Handlungsfaden für unzureichend halte, stelle ich Euch hier nur den Einstieg in die Geschichte vor. Die hat der Korrektur recht gut gefallen. Bin gespannt, was Ihr dazu sagt.

Prolog

„Verdammt!“, zischte Max. Schon wieder hatte er seine Figur verloren, weil sie gerade noch nicht über die nötige Fähigkeit verfügte, die für diese Quest nötig war. Wieso konnten sich diese Figuren immer nur im vorgegebenen Rahmen verbessern und sich nicht selbst die Fähigkeiten zusammensuchen, die sie in dem Moment brauchten?

Max blickte auf. Es wurde langsam dunkel. Gelüftet werden müsste auch mal wieder. Hatte er wirklich schon zwei Stunden gespielt? Also riss Max das Fenster auf, raffte die herumliegenden dreckigen Klamotten zusammen und stopfte sie im Bad in den Wäschekorb. Dann putzte er sich die Zähne. „Nacht, Mam!“, rief er in Richtung Wohnzimmer und verschwand wieder in seinem Zimmer. Nun würde seine Mutter denken, er wäre ins Bett gegangen, und würde ihn nicht weiter stören.

Klar, morgen hatte er wieder Vorlesungen. Aber das Informatikstudium war eh nur ein Deckmantel, damit seine Eltern Ruhe gaben. Ihnen war es wichtig, dass Max einen Abschluss machte. Dabei konnte er schon jetzt besser programmieren als mancher seiner Professoren. Er hatte kaum einen Hacker-Wettkampf gegen die Jungs seiner Stufe verloren. Und auch dieses Spiel hatte er vor zu gewinnen.

Er setzte sich wieder an seine Tastatur. Mit dem Hinweis auf seine Ausbildung hatten ihn seine Eltern ein hochmodernes Equipment anschaffen lassen, das den größten Teil seines Zimmers einnahm. Den Rest zahlte er aus den Einkünften einiger Hackerjobs. Mehr brauchte Max nicht. Computer waren sein Leben.

Die Ausrüstung mit ihrem Grau und Schwarz verlieh dem Raum eine kalte Note. Das Rauschen der Lüfter war ein ständiges Hintergrundgeräusch, das Max das Gefühl verlieh, nie allein zu sein. Für ihn war es der Atem seines Rechners. Wenn er genauer hinhörte, versetzte es ihn in einen Adrenalinrausch.

Er loggte sich in den Admin-Account des Spiels ein, lud die benötigten Dateien herunter und begann, das Programm zu verändern. Schon oft hatte er daran gedacht, das Spiel aufzubessern. Die Figuren entwickelten sich ohnehin nach einem vorgegebenen Algorithmus, den sich irgendwelche Leute ausgedacht hatten. Also konnte er auch ein paar seiner eigenen Vorgaben einbauen. Es dauerte keine halbe Stunde, da war Max mit seinen Anpassungen fertig. Er lud das Programmstück wieder hoch.

Nur noch ein Tastendruck fehlte, um den neuen Code aktiv zu schalten. Nur noch einen Tastendruck war er davon entfernt, dass seine Figur genau die Entwicklungen durchlief, die für das nächste Level im Spiel erforderlich waren. Sollte er? Hatte er alles richtig programmiert? Was, wenn man ihm auf die Schliche käme? ‚Ach, es ist doch nur ein Spiel‘, beruhigte sich Max.

Sein Finger schwebte über der Enter-Taste. Ja? Nein? Ja? Nein? Sein Herz begann zu pochen. Es pochte: „Ja, ja, ja.“

Er tat es. In dem Moment, in dem er die Enter-Taste drücke, hatte er das Gefühl, als würde ihm etwas aus den Händen gleiten. Er wischte das Gefühl weg, schob es auf die fortgeschrittene Nacht und legte sich schlafen.

Er träumte, dass sich seine Spielfigur selbstständig machte. Überall war sie auf der Suche nach Verbesserungen, bis sie sich auch über ihn hermachte und das Beste aus ihm heraussaugte. Als er am Morgen aufwachte, waren seine Hände fest in die Bettdecke verkrampft und eine regelrechte Dampfwolke entwich, als er sie endlich zurückzuschlagen vermochte. Er ahnte nicht, dass sein Traum nicht in Ansätzen erfasste, was seine Programmänderung auslösen würde.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine