Fitness-Tracker-Odyssee

Letztens hatte ich ja schon angedeutet, dass ich mit meinem Fitness-Tracker ein Hühnchen rupfen muss. Nun sind die Federn geflogen und ich wollte Euch diese kurze (hahaha) Geschichte erzählen.

Erste Verdachtsmomente, dass der Tracker nicht so richtig tickt, gab es, wenn nach einer Wanderung, MD, der 25 cm größer ist als ich, deutlich mehr Schritte vorzuweisen hatte als ich. Das war für meinen Verstand nicht zu raffen. Nächstes Indiz waren weitere Wanderungen, bei denen ich eine Schrittlänge von etwa einem Meter hätte haben müssen. Recht unrealistisch, oder? Und bei meiner Challenge rechnete der Tracker am Tagesende reichlich 40 km ab, anstelle der reichlich 60 gegangen. Nun, damit war das Maß dann doch übervoll und der Weg frei zur Odyssee.

Schritt 1: Ich rief den Händler an, von dem wir das Gerät gekauft hatten – nein, es waren weder der Hersteller noch amazon. Der meinte aber, dass ihn das nichts anginge und ich mich an den Hersteller wenden solle. Er würde es auch nur dorthin schicken. Und im Zweifel würde ich es unverrichteter Dinge von dort zurückbekommen und hätte außer ein paar Tagen ohne Tracker nichts gewonnen.

Schritt 2: Ich rief die Service-Nummer des Herstellers an. Eine Stimme mit nahezu unverständlichem Akzent versuchte erstmal eine Datenaufnahme. Ich meinte, dass ich doch erstmal nur wissen wolle, ob ich an der richtigen Stelle wäre. Auch diese Auskunft war, ohne dass ich mich nackelig machte, nicht zu bekommen. Also legte ich mit einem etwas bissigen „Vielen Dank!“ auf. Bin ich rassistisch? Aber was nutzt mir eine Hotline, wenn ich den Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin nicht verstehe?

Schritt 3: Über die Webseite des Herstellers stellte ich eine Support-Anfrage und schickte auch gleich die Rechnung mit.

Schritt 4: Ich wurde aufgefordert einen Schrittzähl-Test mit 100 Schritten zu machen. Ich hoffe, alle, die mal was von Statistik gehört haben, stöhnen jetzt lautstark auf 😉 Ich berichtete von meinen bisherigen Tests und schickte auch den Track von meiner Challenge mit.

Schritt 5: Ja, wäre nett, aber ich solle doch den Test machen. Ich habe dann ein paar Tests mit 1000 bzw. 2000 Schritten gemacht, aber natürlich auch den gewünschten mit 100 Schritten. Alles unter 95% der tatsächlich gegangenen Schritte.

Schritt 6: Man würde 5% akzeptieren. Nun solle ich das Gerät neu starten, den Test wiederholen und auch Bescheid sagen, in welchem Land ich wohne. Hm, ein Blick in die mitgeschickte Rechnung hätte das wohl geklärt. Außerdem ärgerte ich mich ein bisschen. Warum sollte ich nicht gleich neu starten, bevor ich den Test mache. Dann hätten wir eine Runde hin-und-her-Geschreibe und-Gemache gespart.

Schritt 7: Der Test fiel noch schlechter aus (nur noch knapp 90%). Ich schrieb die Ergebnisse und sagte auch, in welchem Land ich wohne.

Schritt 8: Tja, nun müsse man die Garantie prüfen. Ich möge doch die Rechnung schicken und angeben, in welchem Land ich wohne. Okay, ich versuche, ein friedlicher Mensch zu sein. Aber wenn ich das Gefühl habe, vera….. zu werden, dann fällt mir das doch deutlich schwer. Ich beantwortete also erneut die Frage, in welchem Land ich wohne, und schickte die Rechnung noch einmal.

Schritt 9: Ja, die Garantie ist okay. Ich können nun wählen, ob ich ein neues gleiches Gerät oder ein anderes Modell mit 50% Rabatt haben möchte. Moment mal, dann müsste ich ja ein neues Modell nehmen, was mindestens doppelt so teuer ist wie das ursprüngliche, ansonsten zahle ich insgesamt mehr als das neue Modell kosten würde, nur um mich zwei Monate mit einem nicht richtig funktionierenden Gerät rumgeärgert und jede Menge Testdaten geliefert zu haben? Ob die wohl denken, dass man nicht nachrechnet? Okay, also bitte Ersatz des defekten Geräts, zumal ich die Funktionen der anderen Modelle nicht brauchen kann und deren Akkus laut Angabe nicht so lange halten wie der vom derzeitigen Gerät.

Schritt 10: Der neue Tracker kam bereits am folgenden Tag. Ich habe ihn gleich in Betrieb genommen, musste aber feststellen, dass er genauso wenig bereit ist, meine Schritte zu zählen, wie sein Vorgänger 😦

Schritt 11: Und nun? Odyssee nicht vorbei ***grummel***

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Sommer-Challenge – Reflexion

Fazit: Nicht  geschafft! Das muss man schon so ehrlich sagen, auch wenn es nicht schön klingt. Aber so ist das wohl mit Challenges. Man weiß es vorher eben nicht, sonst wäre es keine Challenge.

Warum habe ich nach 80 km aufgehört? Da gab es so einiges…

Es gibt zwei Dinge, die ich nur sehr schlecht kann: langsam gehen, selbst wenn ich nicht mehr schnell gehen kann, und Pausen machen und sie sinnvoll nutzen. Beides trägt nicht gerade zu einer sinnvollen Ressourcennutzung bei.

Rückzu kam derartiger Wind auf, ja vielleicht sogar schon Sturm, dass ich hin und wieder regelrecht gegen ihn ankämpfen musste und er mir die Luft zum Atmen vor der Nase weggepustet hat. Das hat echt geschlaucht. Es war in der WetterApp so nicht angesagt. Ansonsten war das Wetter aber perfekt. Okay, noch ein paar Regenansätze am Nachmittag.

Ich habe es mal wieder nicht geschafft, sinnvoll und regelmäßig zu essen, auch wenn ich vieles in meinem Rucksack hatte. Und da ich, wie mein Opa immer sagte „nichts zum Zusetzen“ habe, geht sowas nahezu direkt an die Kraftreserven.

Und natürlich habe ich wieder nicht bzw. zu spät auf Blasen und ähnliches reagiert. Hinzu kam ein kleines Problem am rechten Fuß. Irgendetwas drücke innen am Gewölbe. Da habe ich zuerst die Schuhe gewechselt und etwas später die Sohle aus dem Schuh genommen. Das half fürs Gewölbe, war aber in anderer Sicht eine saublöde Entscheidung. Das, was dann noch im Schuh übrig bleibt, hat die Ähnlichkeit mit einem Reibeisen. Entsprechend bildete sich auf der Fußsohle eine Blase – ganz großflächig. Und das tat dann echt weh.

Naja, alles allem hatte ich dann nicht mehr den Ansporn mit diesen Schmerzen, gegen den Wind etc. anzukämpfen und es bis nach Hause durchzuhalten, auch wenn ich mir die letzten 20 km doch recht bildhaft vorstellen konnte. Bis auf den Aspekt mit der Riesenblase würde ich mal sagen, dass es ein mentales Problem war, dass mich das Ganze dann hat abbrechen lassen.

Allerdings werte ich es in einer bestimmten Art als Erfolg: etwas abzubrechen, nicht zu schaffen, nicht zu Ende zu machen, war bisher, wenn ich selbst einen Einfluss darauf hatte, keine Option für mich 😦

Aber jede Challenge, jedes Experiment hat auch viele Elemente, aus denen man lernen kann. Und diesmal gab es davon wieder etliche.

1. Ein sehr wertvoller und lieber Kollege, der leider kurz nach Eintritt ins Rentenalter an Schilddrüsenkrebs starb, sagte immer, dass er immer 10 Projekte in Arbeit hat – eines davon wird ein Erfolg. Aus den anderen lernt man. Das hat sich mal wieder sehr bewahrheitet. Und diese Erinnerung hilft mir, besser damit umzugehen, wenn mal was nicht so klappt.

2. Gute Vorbereitung ist wichtig. Wer hätte das gedacht 😉 Und doch verschwitzt man immer wieder Dinge oder macht sie nur halbherzig und/oder trifft dann blöde Entscheidungen. Viele Dinge stehen an, die ich bei einem nächsten Mal anders machen könnte. Eine Taschenlampe wäre durchaus ein sinnvolles Utensil gewesen. Nach Mitternacht ist es verdammt dunkel auf nicht beleuchteten Strecken, wenn Mond und Sterne hinter Wolken verborgen sind. Auch um 0:00 zu beginnen war eine Entscheidung, die von einigem Blödsinn gesteuert war und sich als recht unpraktisch erwies. Der Körper war einfach auf Schlafen eingestellt und fand es gar nicht witzig, um diese Uhrzeit durch die Gegend zu stolpern. Dies am Anfang nimmt ganz schön Energie und Motivation aus dem System, was man später erst wieder erarbeiten muss. Besser also, die Dunkelheit liegt am Ende der Strecke. Da ist man sowieso schon platt und merkt diese Beeinträchtigung dann nicht mehr so. Jedenfalls hatte ich damals bei der 24-h-Wanderung keine solchen Probleme mit der Dunkelheit. Da starteten und endeten wir um 10:00.

3. Die Macht der Gedanken sollte man nicht unterschätzen. Auch das ist wohl eine Binsenweisheit. Aber ich konnte das mal wieder an Leib und Seele sehr unmittelbar erfahren. Es wäre besser gewesen, eine Strecke von A nach B zu haben und nicht wieder am Startpunkt ankommen zu wollen. Auch wenn ich bis zur Hälfte natürlich vom Kopf her wusste, dass jeder Schritt die Gesamtstrecke verringern würde, so war da ständig das Gefühl, mich immer weiter von meinem Zielort zu entfernen, was ja praktisch gesehen auch stimmte. Sobald ich umgekehrt war, war das Gefühl ein ganz anderes. Plötzlich brachte mich jeder Schritt meinem Ziel näher.

Werde ich es mit diesen Erfahrungen und Ideen zum besser-Machen noch einmal versuchen? Gestern direkt danach war ich mir äußerst unschlüssig und tendierte eher zu nein – zumindest nicht, ohne die Frage nach dem „warum“ und „wieso“ sehr klar und eindeutig beantwortet zu haben. Aber heute… – heute sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Die 100 km reizen. Und eigentlich zeigte der gestrige Tag, dass es machbar ist. Ich hatte noch 9 Stunden für 20 km, die ich „normalerweise“ in 4 Stunden gehe. Da wäre Platz für 5 Stunden Pause gewesen 😉

Nun, warten wir das nächste Jahr ab und schauen, was es so bereithält. Euch allen nochmal lieben Dank fürs dabei-Sein und die netten Kommentare.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Sommer-Challenge – km 80

So, jetzt ist Schluss. Die Gründe sind vielfältig und es hat sogar auch etwas Gutes. Dazu morgen Nachmittag mehr in einer kleinen „Reflexion“.

Lieben Dank Euch allen für Eure Kommentare und die nette Begleitung. Das hat gut getan. Spätestens morgen werde ich auch antworten.

Jetzt geht’s erstmal unter die Dusche zum Ent-Stinken.

Macht Euch einen schönen Abend.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Sommer-Challenge – km 43,3

Nun ist es hell und ich bin nicht mehr so schläfrig.

Eine Kirche ist mir heute besonders aufgefallen, weil sie noch beleuchtet war.

Richtig Sonne ist noch nicht, aber das ist woh auch gut so. Lieber einen Ticken zu kalt. Warm wird es beim Gehen sowieso.

Die Imbissbude ist leider noch zu. Also muss der Rucksack nochmal herhalten. Hoffentlich hat sie auf dem Rückweg auf. Könnte mal was „Ordentliches“ zum Essen gebrauchen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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