Kleine Welle der Mitmenschlichkeit

Auch wenn wir wohl alle im Moment genug haben von den vielen Wellen, die hier durchrauschen, kann es nicht schaden, mal auf diese kleine Welle zu schauen. Ich denke, sie zeigt auch eine andere Seite, nämlich die Seite, die weniger spektakulär, aber durchaus vorhanden und meiner Meinung nach auch deutlich wichtiger ist als viele der anderen sturmvollen Nachrichten.

Oft geht der letzte Teil unseres Fitnessspaziergangs durch das Örtchen, weil dann doch mal ein bisschen was einzukaufen ist. Diesmal waren wir mit allem fertig und in Gedanken schon ganz zu Hause, da überquerte eine alte Dame von „unserer“ Seite aus die Straße, stolperte und schlug hin. Schon beim ersten Anzeichen von sowas mache ich ja die Augen zu. Mein Kopfkino reicht mir schon mehr als aus. Da muss ich das nicht noch live und in Farbe haben.

Wir mussten erstmal etliche Autos abwarten, bis wir über die Straße konnten. Die Frau rührte sich gar nicht. Aber als wir ankamen, sahen wir, dass sie „erstmal nur“ hilflos auf dem Boden lag, aber bei Bewusstsein und gut ansprechbar war. Sie blutete etwas aus der Nase, die mit der Zeit auch etwas anschwoll, und aus dem Knie durch die Hose tropfte es. Neben dem Stoß an den Kopf war das so meine größere Sorge.

Wir beruhigten sie und redeten sanft auf sie ein. Ich hob die Sachen auf, die aus ihrer Tasche gefallen waren. Die Frau wollte aufstehen. Da sie aber schon recht alt war, war das nicht ganz so einfach. Sie musste sich tatsächlich auf uns beide stützen. Als sie dann auf ihren beiden Füßen stand, kam ein Mann herüber, der sein Auto auf der anderen Straßenseite abgestellt hatte.

Wir wollten einen Krankenwagen rufen. Aber die Frau wollte nicht. Sie wollte zu ihrem Auto und nach Hause fahren. Oh, oh, das war wohl keine gute Idee. Wir reden also weiter mit ihr, während der Mann einfach den Krankenwagen anrief. Wir meinten zu ihr, dass die ja einfach nachschauen könnten, ob alles okay wäre. Dann wäre sie auch sicherer. Und wenn nichts ist, könne sie dann ja immer noch nach Hause fahren.

Wir meinten, sie möge sich doch auf den Fenstersims setzen. Nein, zu kalt. Da kam der Mann mit zwei Sitzunterlagen, die er wohl gerade gekauft hatte, und einer Decke zum Einwickeln von seinem Auto zurück. Nach einer Weile kam auch eine Frau aus ihrem Geschäft und bot einen Hocker an. Es war wirklich anrührend, wie alle helfen wollten. Die Frau meinte dann selbst: „Und da heißt es immer, wir Deutschen wären nicht hilfsbereit.“

Der Krankenwagen war recht schnell da, die Frau stieg zum Untersuchen ein und wir gingen nach Hause. Auch wenn ich gern wüsste, wie es ihr weiter ergangen ist, bin ich dann doch immer erleichtert, wenn ich die „Verantwortung“ abgeben kann. Diesmal war es auch gut, dass der andere Mann noch da war, der einfach den Krankenwagen anrief. So konnten wir mit der Frau reden und sie bekam nicht so recht mit, dass der Krankenwagen gerufen wurde.

Natürlich ist es immer ein wenig kritisch, inwieweit man da gegen den Willen des/r Verletzten handelt. Aber im Ersthelferkurs hieß es auch, dass insbesondere bei Kopfverletzungen unbedingt ein Arzt draufschauen sollte.

Für mich war insbesondere toll zu sehen, dass doch recht viele Menschen bereit sind zu helfen. Die Chancen sind also groß, dass einem selbst auch geholfen wird, wenn mal was passiert. Obwohl ich zugeben muss, dass das beim Helfen an sich gar nicht so im Vordergrund steht. Da spult sich irgendein „Programm“ ganz automatisch ab.

Bleibt gut gesund. Selbst wenn es viel Hilfsbereitschaft gibt, ist es immer noch besser, wenn man sie nicht braucht.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Gedanken zum Buch „Supernova“

Rezension hier

Dieses Buch gilt als das Erstlingswerk von Cixin Liu. Da mag man also gewisse Dinge, die noch entwicklungsfähig sind, durchaus verzeihen. Seine späteren Bücher überzeugen diesbezüglich ja durchaus.

Aber ob ich ihm diese starke Stereotypisierung wirklich verzeihen mag, das muss ich mir noch sehr überlegen.

Man sagt ja oft, Übertreibung mache anschaulich. Aber gilt das uneingeschränkt? Und gilt das, wenn das eigene Land extrem überhöht (zumindest aus meiner Perspektive) und die USA extrem schlecht gemacht werden?

Wie weit dürfen Überspitzungen gehen?

Könnte man nicht auch, wenn man unbedingt seinen Stereotypen freien Lauf lassen möchte, „anonymisierte“ Beispiele wählen? Die ganze Geschichte hätte doch durchaus auf einem anderen Planeten mit ganz anderen Ländern spielen können. Sicherlich hätte man dann noch immer gemerkt, um wen es gehen sollte, aber es wäre nicht mehr so direkt beleidigend (?) gewesen.

Manchmal benutzt man Überspitzungen ja auch, um etwas zu parodieren, ironisch oder sarkastisch darzustellen. Davon habe ich in dem Buch aber nichts gemerkt. Mir schien das alles ziemlich ernsthaft gemeint.

Allerdings – und das gebe ich gern zu – war es durchaus interessant zu erfahren, wie der „Systemkonflikt“ von der „anderen Seite“ aus gesehen aussieht. Nun, das wirft dann auch nicht unbedingt ein gutes Licht auf „diese Seite“ des „Systemkonflikts“.

Wird es jemals dazu kommen (können), dass Nationen friedlich in mitmenschlicher Zusammenarbeit zusammenleben? Oder werden sich Nationen bis in alle Ewigkeit bekriegen?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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…bis die Schuhe von den Füßen fallen

Vielleicht kennt ja noch jemand den Ausspruch, dass man Schuhe trägt, bis sie von den Füßen fallen.

Gibt’s nicht? Geht nicht? Doch – gibt’s und geht…

Warum auch immer, aber ich hatte lange nicht den Bedarf, meine dickeren Schuhe fürs Gelände anzuziehen. Also haben sie etliche Jahre im Schrank vor sich hin gewartet. Sie sind über 20 Jahre alt, denn ich hatte sie schon, als wir noch nicht hier wohnten. Bei meinen längeren Aufenthalten in Russland und wenn ich im Winter dort war, haben sie mir wirklich gute Dienste erwiesen. Und sie waren wirklich noch tragbar.

Nun ja, diese Woche war es dann also mal wieder soweit, dass ich dachte, es wäre wohl besser, mit etwas wärmeren Füßen durch den Wald zu stapfen. Also holte ich die Schuhe aus dem Schrank. Anziehen. Passten. Alles gut also.

Die ersten Schritte auf dem Steinboden quietschten und klebten etwas. Aber das würde sich ja draußen geben, wenn erst der Staub das Klebrige unklebrig gemacht hätte.

Aber soweit kam es/ich dann erst gar nicht. Es lief sich Schritt für Schritt wackeliger auf den Schuhen. Irgendwas stimmte da nicht. Als ich hinschaute, sah ich, dass ich schon eine Spur von schwarzen Sohlekrümeln und – stücken hinter mit herzog. Oh, oh, damit wäre ich also nicht mehr weit gekommen. Ich drehte sofort um und ging wieder nach Hause. Naja, so die letzten Schritte waren dann fast nur noch auf dem Innenfutter…

Gleich in die Tonne entsorgt und auf Socken die letzten Schritte in die Wohnung. Puuh, das hätte ja mal leicht ins Auge gehen können. Wenn sich die Schuhe erst nach einer halben Stunde entschieden hätten, auseinanderzufallen, wäre das Umkehren doch recht schwierig geworden.

Ich hätte ja wirklich nicht gedacht, dass einem die Schuhe wirklich von den Füßen fallen können. Das war für mich bisher immer nur eine Metapher. Aber siehe da, es funktioniert.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Kameradenschwein oder verantwortungsbewusst?

Kann es nicht auch mal Zwischentöne geben – verdammt nochmal?!?

Noch vor Weihnachten, als die C-Zahlen schon kritisch waren, man aber Omikron noch nicht so recht wahrhaben wollte, hatten wir ein Freizeit-Arbeitsgruppentreffen in einer Kneipe vereinbart. Diese Woche sollte es nun soweit sein. Trotz der auch hier rasant steigenden Zahlen wurden tatsächlich auch Ort und Zeit rumgeschickt.

Was sollte ich tun?

Ein paar Tage vorher fragte ich unseren Quasi-Chef unter vier Augen per E-Mail, ob es angesichts der Lage wirklich angemessen wäre, dieses Treffen aufrecht zu erhalten. Er wäre ohnehin krank (nicht C); das müsse jede/r selbst entscheiden. Wahrlich hilfreich.

Auch wenn ich vorerst noch den Kopf in den Sand steckte, brodelte und kochte es in mir. Wie konnte ich noch einigermaßen verlustfrei aus der Sache rauskommen?

Am Morgen des betreffenden Tages sagte mir (warum mir?) die Organisatorin, dass wir nur wenige Leute wären, und fragte, ob wir es stattfinden lassen oder verschieben sollten. Jetzt hätte ich natürlich ganz platt sagen können, dass wir es verschieben sollten. Aber wer bin ich denn, dass ich solche Entscheidungen für die Gruppe treffe. Offensichtlich fanden es alle Anderen ja okay, sich bei diesen Zahlen zu treffen. Ich meinte dann, dass man ja in Erwägung ziehen könnte, sich in der wärmeren Jahreszeit zu treffen und dann draußen zu sitzen und vielleicht auch in einer größeren Runde zu sein. Nach einer Weile fragte sie dann in die Runde, ob wir uns treffen oder lieber verschieben sollten.

Eine Weile rückte sich nichts. Also schrieb ich, dass ich wegen des geselligen Beisammenseins kommen, mich aber deutlich unwohl fühlen würde und deshalb eher für Verschieben stimmen würde. Dann purzelten plötzlich gleich mehrere Antworten in dieselbe Richtung ein, woraufhin dann die Absage durch die Organisatorin kam.

Puuh, das war knapp. Hätte nicht unser „Quasi-Chef“ einfach mal ganz offen in die Runde fragen können und zwar ganz direkt wegen der aktuellen Situation?

Da bin ich ja mal wieder um eine klare Entscheidung herumgekommen.

Aber wäre ich im Zweifelsfalle wirklich hingegangen? Hey, ich gehe im Moment nichtmal zum Frisör und dann setze ich mich mehrere Stunden in eine Kneipe? Wie kriege ich den Gruppenzwang sinnvoll mit meinen eigenen Vorstellungen abgeglichen?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Gedanken zum Buch „Algorytmica“

Rezension hier

Das Lesen des Buches hat mir durchaus Spaß gemacht. Allerdings war es doch recht einseitig/eindimensional. Ein Krimi, der in der Zukunft spielt. Es wurden keine grundlegenden Fragestellungen bearbeitet oder gar Lösungen dafür aufgezeigt. Das wäre das, was für mich einen guten ScienceFiction ausmacht. Aber so ähnlich hatte ich das ja schon in der Rezension ausgedrückt und muss das hier nicht unbedingt wiederholen.
Nachdenkenswert fand ich noch eine andere Tatsache.
Die Menschen in der Geschichte des Buches leben im Grunde wie die Menschen (?) in der Matrix. In der Matrix ist alles aber deutlich härter. Im Buch wissen die Menschen, dass sie in Tanks unter der Erde liegen und sich ansonsten in einer virtuellen Welt aufhalten. Wenn es einen Blackout gibt, erleben sie sich sogar in diesen Tanks liegend. Ein paar Menschen können aber nicht in den Tank liegen, weil es ja auch „reale“ Arbeiten zu erledigen gibt. Hin und wieder muss dann doch mal jemand mit seinem Tank in die Krankenhausbereich gebracht oder Reparaturen am Computersystem müssen erledigt werden – nur um zwei Beispiele zu nennen.
Okay, nicht dass ich irgendeine dieser beiden Lebensweise für mich als erstrebenswert erachte, aber das im Buch finde ich dann noch deutlich härter als in der Matrix. Wie kann man denn mit dem Wissen leben, dass man eigentlich nur liegend in einem Tank „lebt“? Oder ist das auch so ein Ding, das man gar nicht mehr als komisch oder ungewöhnlich mitkriegt, wenn man nichts Anderes kennt? Aber in der virtuellen Welt kriegt man doch gerade dieses Andere mit.
Hm, irgendwie kriege ich das für mich noch nicht so ganz klar. Ich bleibe dann doch lieber bei meinem realen Leben, auch wenn das hin und wieder mal irgendwelche Einschränkungen unterliegt. Dafür sind die Momente, in denen ich die große Weite der Welt erleben kann, wenn ich zum Beispiel auf einem Berg stehe und in die Landschaft schaue, umso schöner.
Ein „Hoch!“ auf unser reales Leben!

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Menschlein lernt nicht dazu

Ich hatte ja mal darüber berichtet, dass ich mir eine Fädelanleitung für einen Perlentiger im Internet als online-Datei gekauft hatte. War wirklich wenig Geld und der Verlust wäre nicht so groß gewesen. Es dauerte gefühlt ewig, bis ich die Datei dann endlich hatte. Vermutlich dauerte es auch deswegen so lange, weil ich darauf brannte, mit dem Fädeln zu beginnen. Aber ein paar Tage waren es schon. Ich hatte die Verkäuferin ein paarmal angeschrieben, aber nie eine Antwort bekommen. Nur irgendwann gab es eine im Grunde leere E-Mail mit der Datei als Anhang. Im Endeffekt hatte alles geklappt, aber unzufrieden war ich trotzdem.

Nun hatte ich ein schönes Muster für ein Armband gesehen. Und da ich immer mit einem kleinen Armband auf eine neue Wanderung starte, wollte ich mir also diesmal eins aus Perlen fädeln. Es ist ein recht großer Anbieter, weshalb ich dachte, dass alles etwas reibungsloser klappen sollte als beim vorhergehenden Mal.

Also hatte ich mal wieder Mut gefasst, auch weil es sich diesmal wieder um einen sehr kleinen Betrag handelte. Die Mail mit dem Link zum Runterladen ließ auch tatsächlich nicht lange auf sich warten. Aber er funktionierte leider nicht. Ich sollte mich mit meinem Benutzerkonto anmelden. Ein solches habe ich aber nicht. Okay, dann musste ich mir notgedrungen eins anlegen – finde ich ja schonmal nicht in Ordnung. Aber es klappte immer noch nicht. Irgendwo habe ich dann gefunden, dass es dieselbe Adresse haben muss wie die Adresse, über die man die Bestellung bezahlt hat. Das haben wir aber über ein Konto gemacht, in dem MDs Adresse steht. Okay, also auch für ihn ein Benutzerkonto beim Anbieter angelegt. Klappte immer noch nicht.

Mein Ärgerlevel stieg in ungeahnte Höhen…

Dann also den Support kontaktiert. Es öffnete ein Chat. Da die Kommunikation bis dahin auf Deutsch lief, schrieb ich also auf Deutsch. Es wurde aber übersetzt. Und auch die Antworten des Bots (oder der dahinterstehenden Person) wurden übersetzt. Interessanterweise hatte man Zugriff auf den Originaltext, was in der Tat einige Male hilfreich war. Aber es wurde weiterhin auf Deutsch geschrieben, auch wenn ich dann meine Fragen auf Englisch formulierte. Die E-Mail-Adresse war dann gefunden. Nun wollte man die Lieferadresse haben. Äh, bitte was? Eine elektronische Datei wird ja wohl an eine E-Mail-Adresse geliefert und mir nicht an der Haustür übergeben. Aber immerhin wurde akzeptiert, dass ich meine reale Adresse nicht angeben wollte. Ich sollte sagen, mit welchem Gerät ich die Bestellung abgegeben habe. Mit diesem. Auch dies wurde gefunden und ich bekam die Datei im Chat übermittelt.

Also auch hier am Ende alles gut ausgegangen.

Aber ich frage mich natürlich, warum ich einfach nicht lernfähig bin und nicht die Finger von sowas lasse. Irgendwie scheint das alles nicht so recht zu funktionieren. Allerdings: wie machen die Großen das, dass es bei ihnen klappt. Obwohl – immer ja auch nicht.

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Belana Hermine

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Gewohnheiten durch gute Vorsätze ändern?

Ich muss nun doch noch einmal auf das mehr oder weniger leidige Thema der guten Vorsätze zurückkommen. Da brannte mir noch etwas auf der Seele, was einige von Euch ja schon angesprochen hatten.

Reicht es, einen guten Vorsatz zu fassen, um eine Gewohnheit, die man ändern will, auch wirklich zu ändern?

Da gibt es zwei Punkte, über die sich die „Wissenschaft“ inzwischen recht einig ist. a) Man muss es wirklich wollen. Es muss also einen ganz dringenden Anreiz geben, um eine Gewohnheit zu ändern. Z. B. wenn man unbedingt bungy jumping machen möchte, dies aber nur für Personen bis 100 kg möglich ist, dann könnte das ein solcher Anreiz sein, um abzunehmen. b) Die Veränderung einer Gewohnheit dauert lange Zeit und muss regelrecht eingeübt werden. Eigentlich muss gar nicht die neue Gewohnheit eingeübt werden, sondern es muss geübt werden, der alten Gewohnheit nicht mehr zu folgen. Es wird da von 3 Monaten oder 100 Tage (das hört sich gut an) gesprochen. Es nutzt leider auch nichts, diese 3 Monate zufallsgesteuert über ein ganzes Jahr zu verteilen.

Bei mir funktioniert das Ändern einer Gewohnheit schubweise.

Ich erinnere mich, dass meine Schrift und Heftführung in der Schule einfach unter aller Sau waren – Wildschweinsuhle eben. Das machte meine Mutter fuchsteufelswild. Anreiz genug, es zu ändern… Also nahm ich mir zu jedem Schuljahresbeginn neu vor, in diesem Schuljahr schöner zu schreiben und meine Hefte besser in Ordnung zu halten. Zuerst hielt das nur für ein paar Tage, aber es bleib doch ein bisschen was hängen. Beim nächsten Mal hielt es schon etwas länger und es blieb wieder etwas hängen. Und so wurde es von Jahr zu Jahr immer ein bisschen besser. Ich habe das dann auch beibehalten, nachdem unsere Mutter schon gestorben war. Vielleicht hatte ich mir nebenbei ja auch angewöhnt, zu jedem Schuljahresbeginn wieder neu auf meine Schrift und Heftführung zu achten. Bis zum Studium war es dann einigermaßen ansehnlich 😉

Aber wie das so ist. Wenn man nicht ernsthaft an einer neuen Gewohnheit festhält, dann verflüchtigt sie sich auch wieder. Meine Handschrift ist wenig lesbar – manchmal selbst für mich. Deswegen schreibe ich meist nur Dinge, an die ich mich kurzfristig erinnern muss, per Hand. Und mein Wandertagebuch schreibe ich mit der Hand. Wenn ich zu Hause bin, schreibe ich es ab (oder diktiere es über die Software). Das sollte aber auch möglichst zügig passieren, weil ich sonst in der Tat doch manchmal sehr aus dem Kontext heraus raten muss…

Langer Rede kurzer Sinn: Gewohnheiten zu ändern braucht einen starken inneren Anreiz, viel, viel Geduld und muss dauerhaft immer wieder neu angestoßen werden, damit es sich nicht wieder verliert.

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Belana Hermine

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