Geschliffene Gläser für Sportbrillen – oder was?

Wer Sport treibt und eine Augenkorrektur braucht, wird die Fragestellung kennen: Wenn man für den Sport eine besondere Brille braucht, lässt man sich dann dort Gläser der benötigten Stärke einbauen oder sucht man einen anderen Weg?

Für eine meiner nächsten Wanderungen brauche ich wohl eine Gletscherbrille. Da ich aber eher selten in Schneegebieten – und schon gar nicht auf Gletschern – wandern gehe, aber ohne Brille den Weg nicht wirklich scharf sehen kann, was ich gerade fürs Wandern unbedingt vermeiden möchte, musste ich mir etwas einfallen lassen.

Kontaktlinsen?

Ich hatte noch nie Kontaktlinsen. MDs schlechte Erfahrungen liegen etwa zwei Jahrzehnte zurück. Ist es vielleicht doch einen Versuch wert, Tageslinsen auszuprobieren?

Probieren sollte ja nicht so schwer sein. Also hin zu einem Optiker. Der, bei dem wir immer die Brillen bekommen, hat nichts mit Kontaktlinsen zu tun. Dann also zum nächsten.

Ja, wäre keine zu schlechte Idee, für eher seltene Gelegenheiten Tageslinsen zu nehmen. Da sie auch über ein Jahr haltbar sind, könnte man sie hin und wieder auch nach der Wanderung noch benutzen. Naja, und wenn dann im Gelände doch mal eine in den Dreck fällt, dann ist das bedauerlich, aber man hat ja eh etliche davon dabei. Andererseits braucht man kein Reinigungsmittel etc. zu schleppen, was, wenn man das Gepäck auf dem eigenen Rücken transportiert, durchaus von Vorteil ist.

So wurde die Brille vermessen und die Augen auch. Die Augen wurden angesehen, ob sie soweit linsentauglich sind. Alles paletti. Also wurde ein Satz Probelinsen bestellt. Diese habe ich dann in der letzten Woche ausprobiert.

Wow – was für ein Sehen. Naja, nicht, dass ich die letzten Jahren blind durch die Gegend gelaufen wäre, aber das Sichtfeld ist plötzlich total riesig. Und kein Schmutzschleier vernebelt die Sicht. Unglaublich, dass Sehen so aussehen kann 🙂 Nach einer halben Stunde wurden die Augen noch einmal mit den Linsen vermessen, um festzustellen, ob sie auch mit Linsen gut versorgt werden und die Linsen ausreichend gut haften und sich nicht eigenständig einen Weg im Auge suchen. Auch das war alles gut.

Ein bisschen Bammel hatte ich vor dem Einsetzen und Herausholen. Hallo – man greift sich INS AUGE!!! Dabei war dann das Einsetzen irgendwie die deutlich leichtere Übung. Das Herausholen war eine Katastrophe. Der Optiker bot dann schon an zu helfen. Aber die Vorstellung, dass mir jemand Anderes ins Auge greift, war ja noch deutlich erschreckender. Also gut, da wäre noch ein bisschen – okay, deutlich viel – zu üben.

Aber ansonsten… Dieses Sehen ist einfach umwerfend.

Nun fehlt also noch die Gletscherbrille. Und wie es in Zukunft um Kontaktlinsen bestellt sein wird, wird die Wanderung zeigen. Aber richtig gut sehen zu können ist schon ein SEGEN…

Der Haken an der Sache: Es wird ein totaler Müllberg produziert. Will ich das wirklich? Ist das für eine Wanderung „vertretbar“?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Nach-Denken: Was ist krank?

Die Rezension „Reisen in die Welt des Wahns“ von Achim Haug (hier) hat ja doch einige Diskussion um Ge- und Missbrauch von Diagnosen aufgeworfen. Auch der Spruch vom 2.2.2019 (Was ist in Ordnung?) ging ja in diese Richtung. Nun möchte ich die Frage „Was ist krank?“ noch einmal etwas ausführlicher aufgreifen.

Eigentlich beschäftigt mich diese Frage schon länger, weil es auch im Psychologie-Studium eine „Definition“ dazu gab. Und alle diese Definitionen beunruhigen mich, um es mal milde auszudrücken. Allen ist in gewisser Weise gleich, dass von einem Nicht-Funktionieren, einem Nicht-Klarkommen mit/in der Gesellschaft gesprochen wird. Und das – für mein Empfinden – in vordringlicher Art. Erst viel später, nachdem einige andere Anzeichen besprochen sind, wird dann mal der persönliche Leidensdruck erwähnt.

Dieser persönliche Leidensdruck wäre aus meiner unprofessionellen Sicht eigentlich das wichtigste Kriterium.

Aber: Wer leidet nicht, wenn er mit der die ihn/sie umgebenden Gesellschaft nicht klar kommt?

Aber ist das Nicht-Klarkommen mit der Gesellschaft wirklich Ausdruck einer Krankheit? Und wenn ja – wessen Krankheit eigentlich? Wer kommt da wohl mit wem nicht klar – der Mensch mit der Gesellschaft oder die Gesellschaft mit diesem Menschen? Okay, natürlich ist sowas immer wechselseitig. Aber hieße das nicht auch, dass, wenn die Gesellschaft anders wäre, der Mensch nicht als krank gelten würde? Was ist das für eine Krankheit, die „nur“ dann eine Krankheit ist, wenn die Gesellschaft auf bestimmte Weise verfasst ist? Oder vielleicht auch anders: Was ist das für eine Gesellschaft, die die Menschen, die in ihr leben, als krank dastehen lässt?

Natürlich gibt es Krankheiten, die unabhängig von der Gesellschaft sind. Das ist gar nicht der Punkt, den ich hier besprechen wollte. Aber in der Definition so viel „Wert“ auf das Nicht-Funktionieren zu legen, macht mir einfach ein mulmiges Gefühl.

Wer Hilfe braucht, soll Hilfe bekommen. Meist bedeutet das, dass man gelehrt bekommt, mit der Gesellschaft zurecht zu kommen. Aber wäre nicht auch vielen Menschen geholfen, wenn wir gemeinsam versuchen würden, eine menschlichere, lebenswertere Gesellschaft aufzubauen, in der jeder so „funktionieren“ kann, wie er eben gerade geschaffen ist, ohne sich verbiegen, sich gegen seine Natur anpassen zu müssen?

Ein Beispiel mit positiven Tendenzen ist wohl die sexuelle Orientierung. Von verboten und verfolgt über krank und ausgerottet sind wir nun zumindest soweit, dass wir verschiedene sexuelle Orientierungen in vielen Ländern zumindest nicht mehr bekämpfen und versuchen (!) sie zu akzeptieren. Von einem Wohlfühlen dieser Menschen in der Gesellschaft sind wir aber für die meisten noch immer weit entfernt.

Was also ist krank? Und sind wir nicht alle irgendwie krank und täten gut daran, die Anderen in ihrem Kranksein (Anderssein?) einfach anzunehmen? Dann wird der Begriff Kranksein in diesem Sinne auch nicht mehr nötig sein. Dann ist jemand anders. Und „alles, was anders ist, ist gut“ – um mal Bill Murray aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zu zitieren.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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„Abrechnung“ des vergangenen Blog-Jahres

Erstmal die ganz nackten Zahlen: Aufrufe, Besucher und like’s sind leicht zurückgegangen. Es gab etwas mehr Kommentare als im Jahr zuvor.

Und nun ein paar Worte dazu 😉

Bis Mai 2018 waren die Zahlen um etwa 20% höher als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres. Am mit dem Inkrafttreten der DSGVO hatten sich viel aufgrund der unklaren Lage aus dem Bloggen zurückgezogen. Das war nicht nur in diesem Blog zu spüren. Auch andere Blogger berichteten davon. Bis jetzt haben die Zahlen noch immer nicht zu diesen Werten zurückgefunden. Schade, schade.

Wie wichtig sind die Zahlen? Naja, dass ich ein Zahlenfreak bin, habe ich ja schon hin und wieder erwähnt. Deshalb halt die vielen Statistiken. Und ja, es ist etwas traurig, dass Menschen die Kommunikation aufgrund neue Gesetze einschränken. Das war wohl nicht beabsichtigt und nun doch ein Resultat. Allerdings freut es mich, dass hier etwas mehr als im Vorjahr kommuniziert/diskutiert wird. Das macht mir viel Freude. Und das wiegt auch die anderen Zahlen mehr als auf.

Ich würde mich freuen, wenn wir auch weiterhin über diesen Weg in Kontakt bleiben könnten – vielleicht ergeben sich ja auch mal reale Kontakte daraus. Und natürlich freue ich mich, wenn Ihr die Beiträge gern lest und Ihr etwas daraus „mitnehmen“ könnt. Die Art und Weise des Schreibens sollte also „publikumsangemessen“ sein – was immer das auch bedeuten mag – aber thematisch werde ich mich nicht ändern, nur im like’s oder anderen Zahlen hinterherzujagen. Solltet Ihr irgendwann mal das Gefühl haben, dass ich diesem Vorsatz untreu werde, erhebt ruhig lautstark Protest.

In diesem Sinne freue ich mich auf ein weiteres interessantes und anregendes, kommunikationsfreudiges Blogjahr mit und durch Euch.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Was ist Scheitern?

Am 11.11.2018 hatte ich mich mit der Frage befasst, was Erfolg ist (hier), und versprochen, dass es am darauf folgenden Sonntag etwas zur Frage, was Scheitern wäre, geben würde. Nun, dieser darauf folgende Sonntag soll nun heute sein. Bitte verzeiht. Ich weiß schon gar nicht mehr, was eigentlich dazwischengekommen war.

Ausgangspunkt beider Fragestellungen war das Buch „Brutal gescheitert!“ von Felix Maria Arnet (Rezension hier), in dem es ja in erster Linie um die Aufarbeitung von Scheitern ging. Es geht von einer konkreten Sicht auf Scheitern – nämlich eine Menge Geld z. B. in Form einer Firma in den Sand zu setzen – aus. Und da Geld und Karriere DIE Erfolgskriterien unserer Gesellschaft sind, kann so etwas auch nur negativ belegt sein.

Schade eigentlich.

Natürlich ist es nicht schön, Geld zu verlieren oder eine Firma in den Konkurs zu bringen. Aber Dinge passieren nun mal. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand sich das zum Vorsatz macht. Und wenn wir uns mal umschauen, so werden wir feststellen, dass viele solche Situationen von unvorhersehbaren Einflüssen angetriggert wurden. Natürlich kann man jetzt sagen, dass der- oder diejenige das hätte vorausahnen müssen. Aber können wir immer alle einzelnen Details im Blick haben und ihre Entwicklung exakt vorausberechnen? Nein. Das können wir (zumindest noch) nicht.

Deshalb möchte ich drei Aspekte anführen, die für mich mit dem Scheitern verbunden sind und Scheitern auch positive Dinge abgewinnen können.

Erstens, ist Scheitern für mich ein natürlicher Vorgang. Nur wenn wir immer wieder bei Althergebrachtem stehen bleiben, dann ist alles vorhersehbar, dann können wir eigentlich gar nicht scheitern (wirklich?). Aber wenn wir Neues ausprobieren, Dinge besser und schöner machen wollen, dann werden wir unmittelbar damit konfrontiert sein, nicht immer alles auf Anhieb richtig zu machen.

Und das bringt mich direkt zum zweiten Punkt: Scheitern bedeutet, dass man an irgendeiner Stelle etwas nicht richtig gemacht hat. Wenn man das herausfinden kann, dann hat man Punkte in der Hand, die man beim nächsten Mal besser machen oder auch vermeiden kann. Für mich eröffnen solche Situationen wertvolle Lernmöglichkeiten.

Der dritte Punkt wäre für mich, dass es absolut anerkennenswert ist, wenn Menschen Neues probieren, z. B. eine Firma aufbauen. Zumindest während die Firma gut lief, hat sie Menschen Arbeit und Anerkennung gebracht. Manchmal sind einfach auch nur positive Signale gesetzt worden. Vielleicht ist aber auch etwas ganz Unerwartetes, Tolles entstanden. Das alles wird häufig vergessen, wenn am Ende (an welchem Ende eigentlich?) das Vorhaben scheitert.

In einigen anderen Ländern hat man eine andere Einstellung zum Scheitern und zu Gescheiterten. Sie fühlen sich für mich ein wenig mitmenschlicher an. Ich würde mir wünschen, dass auch bei uns Scheitern (wieder?) mehr Normalität bekommen und wir auch die positiven Seiten des Scheiterns anerkennen könnten.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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