Reisesprachen – z. B. Japanisch

Wenn ich in ein anderes Land fahre, ist es mir wichtig, wenigstens ein paar Worte in der Landessprache sagen zu können. Da ich zwar relativ viel verreise, aber sich die Anzahl der Zielländer in Grenzen hält, ist das bisher nicht sonderlich schwer gewesen. Wenn ich öfter in ein Land fahre, kommt es sogar dazu, dass sich mehr und mehr Vokabular der Sprache ansammelt und es von mal zu mal ein wenig besser wird. Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es immer noch weit davon entfernt ist, zu einer sinnreichen umfangreicheren Konversation geeignet zu sein.

In West-Europa

Bei den „gängigen“ europäischen Sprachen kann es eh nicht schaden, wenn man da ein paar Brocken drauf hat. Und gerade Französisch mag ich schon wegen des Klangs. Andererseits kommt man gerade in Europa immer besser auch mit Englisch voran. Ja, selbst in Frankreich ist das der Fall!

Wenn ich nun aber an den Sommer denke, dann wird mir das, was mir bisher an Sprachen zur Verfügung steht, nicht wirklich weiterhelfen. Gerade in den ländlicheren Gegenden in Japan ist wohl nicht damit zu rechnen, dass die Leute Englisch sprechen. Also musste etwas Japanisch her.

Japanisch für den Sommer

Aber Japanisch ist soooo schwer. Es ist soooo anders als alles, was ich bisher bei Sprachen erlebt habe. Unglaublich.

Da braucht man schon 3 Schriftsysteme, um überhaupt etwas lesen zu können. Zwei davon (Hiragana und Katagana) kann man sich ja noch in relativ kurzer Zeit aneignen. Aber die Tausenden von Kanjis – da braucht man wohl ein Leben dazu. Außerdem reicht es ja nicht, die Kanjis zu kennen und zu wissen, was sie bedeuten. Man muss sie ja auch sprechen können. Und da kann ein Kanjis mal eben zwei oder mehr Aussprachemöglichkeiten haben, die dann auch wieder die Bedeutung verändern. Tja, und wenn einem davon noch nicht der Kopf raucht, dann schaut man sich die Grammatik an und sieht, dass es da im Japanischen ganz anders zugeht als in Deutsch oder Englisch oder vielen anderen Sprachen.

Pons verspricht zwar mit seinem Power-Sprachkurs, Japanisch in 4 Wochen lernen zu können. Aber diesem Versprechen hatte ich von Anfang nicht vertraut. Ich habe ihn inzwischen durchgearbeitet, aber wie viel ich nun wirklich sprechen und vor allem verstehen kann, wird sich wohl erst zeigen, wenn ich dort bin.

Neben diesem Kurs hatte ich mich in der Volkshochschule zu einem Japanisch-Kurs angemeldet. Der ist aber nicht darauf ausgelegt, für Reisende schnell notwendige Wendungen zu erarbeiten, sondern das Japanische von grundauf zu lernen. Trotzdem fand ich es hilfreich, weil es mich einerseits daran erinnerte, regelmäßig etwas zu tun, und andererseits war es gut, die Regeln noch einmal von jemandem erklärt zu bekommen.

Dazu habe ich mir über verschiedene Apps unterschiedliche Dinge angesehen. Da gibt es eine App, mit der man Hiragana, und eine, mit der man Katagana lernen kann. Mit Memrise kann man Wendungen lernen. Es gibt dort Japanisch-Kurse auf verschiedenen Leveln. Bis Level 2 habe ich mich vorgearbeitet. Aber man lernt nur Wendungen, keine Satzstrukturen oder so. Aber mit den Strukturen, die ich in der Volkshochschule gelernt habe, bekommt das Ganze langsam ein Bild. In Memrise kann man auch in verschiedenen Kursen Kanjis lernen.

Wie wird es werden?

Summasummarum habe ich etliches getan und hoffe, dass ich das eine oder andere hinbekomme. Ansonsten vertraue ich einfach darauf, dass niemand einen absichtlich unter die Räder kommen lassen möchte und Verständigung schon irgendwie klappen wird. Zur Not werde ich einen Reisesprachführer mitnehmen. Mit den Grundkenntnissen an einigen Wörtern und der Grammatik lässt sich mit dem auch einiges anfangen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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28 Gedanken zu “Reisesprachen – z. B. Japanisch

    • Seine Muttersprache richtig gut zu können ist für viele schon eine Herausforderung. Und Deutsch gehört ja nunmal nicht gerade zu den leichten Sprachen. Also alles gut mit „nur“ Deutsch. Und Zeichensprache kannst Du mit Sicherheit auch 🙂
      Viele Grüße und hab eine schöne Zeit

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  1. Danke für diese hilfreiche Info, da damit Japanisch wohl bei mir in diesem Leben nicht mehr auf der Agenda stehen kann. Ich kämpfe zurzeit mit Tschechisch und Russisch, wobei mir die kyrillische Schrift unheimlich gut gefällt. Von Englisch rede ich lieber gar nicht. 😉 LG

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    • Na Russisch an sich ist doch schon eine Herausforderung. Und Tschechisch dazu ist in Kombination möglicherweise eine gute Unterstützung. Aber vielleicht macht es auch durcheinander, wenn zu viele Worte „nur“ ähnlich sind. Keine Ahnung. Würde mich aber mal interessieren, wie es sich mit dem Lernen dieser beiden Sprachen entwickelt. Russisch gab’s bei mir ab Klasse 3 – fast noch mit der Muttermilch 😉

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  2. Liebe Belana Hermine, du hast meinen größten Respekt, dass du dich da so reinknien kannst. Japanisch ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln… es sieht schon sehr schwierig aus und was du beschreibst, bestätigt meine Befürchtungen diesbezüglich. Deswegen: Hut ab 🙂 und eine schöne Reise! Liebe Grüße

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    • Lieben Dank. Das ist nett. Die asiatischen Schriftzeichen haben mich schon lange „angemacht“. Aber es gab nie wirklich einen Grund, sich damit auseinanderzusetzen. Nun ist er da. Und irgendwie ist diese Art der Sprache auch faszinierend. Wenn man die Zeichen sieht, kann man hin und wieder auf die grundsätzliche Bedeutung schließen. Z. B. ein Bildchen für Feuer und daneben ein Bildchen für Berg. Was könnte das wohl sein? Feuerberg –> Vulkan. Also, das ist doch beeindruckend und begeistert mich.
      Viele Grüße

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  3. … nicht umsonst gibt es einen eigenen Studiengang für die Sprache, die unumgänglich auch mit der Kultur Japans zusammenhängt. Wie aus anderen Sprachen bereits bekannt treibt es Japan mit seinen Synonymen (je nach Situation eine andere „Vokabel“ für das eigentlich gleiche Wort) auf die Spitze.
    Ja, mit dem kyrillischen habe ich es vor 25 Jahren auch einmal – hobbymäßig – versucht. Leider blieb berufsbedingt keine Zeit, aber ich erinnere mich noch genau daran, wie ein „ABC-Schütze“ mit einem 4-zeiligen Schulheft begonnen zu haben.
    Also – good luck – und liebe Grüße
    Rita ❤

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    • Herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ja, die vielen Synonyme. Aber damit nicht genug – es gibt mindestens genau so viele Homonyme. Die Lehrerin an der VHS meinte mal, dass sich die Japaner manchmal die dazugehörigen Schriftzeichen virtuell auf die Hand schreiben, um zu wissen, was sie nun mit einem Wort gemeint haben, denn das Schriftzeichen ist dann anders.
      Die kyrillischen Buchstaben machen auch Spaß, aber es sind eben „normale“ Buchstaben. Das russische Sprachsystem hat deutlich mehr Ähnlichkeit mit dem deutschen als das japanische. Es gibt Fälle und Beugung. Das System der Zeiten ist etwas gewöhnungsbedürftig. Und es gibt natürlich jede Menge Ausnahmen, wobei Russen, die Deutsch lernen, meinen, dass das Deutsche noch mehr Ausnahmen hätte. So hat wohl jede Sprache ihre besonderen Reize und Herausforderungen.
      Danke für Deine Wünsche – und auch Dir alles Liebe und Gute.
      Belana Hermine

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  4. Für jeden, der „seine“ Sprache spricht und schreibt, sind die Buchstaben normal. In den meisten Sprachen jedenfalls bilden die Buchstaben das Wort – aber wem sage ich das… Du kennst Dich bestens aus… 🙂
    Liebe Grüße Rita ❤

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  5. Ich habe mich bislang noch nicht dazu aufraffen können, wenigstens einige japanische und auch chinesische Redewendungen und Begriffe zu lernen, obwohl das in unserem Museum sehr vonnutzen wäre, ein Gutteil der täglichen Besucher/innen kommen aus Fernost. 😉

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      • Ein Kollege spricht Japanisch, und die Leutchen aus Fernost sind immer ganz hin und weg, wenn er sie in ihrer Muttersprache anspricht. Manchmal beneide ich ihn darum. 😉
        Es gibt Viele, vor allem ältere Reisende, die kein einziges Wort Englisch können, und einen dann völlig ungebremst in ihrer Muttersprache volltexten. Ich komme mir dann immer so hilflos vor. 😉

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      • Das sind ja aber zwei verschiedene Dinge: etwas erwarten bzw. nicht erwarten und sich über etwas zu freuen, das geboten wird. Klar würde ich mich auch sehr freuen, wenn ich in einem exotischen Land in meiner Muttersprache angesprochen werde. Aber ich würde es nicht erwarten.
        Auch hier muss man wohl seine eigenen Prioritäten setzen. Welche Sprachen möchte man sich in welcher Tiefe aneignen? Wenn man sich wirklich mit jemandem inhaltlich (!) unterhalten will, braucht es sicher eine ganze Weile, bis man die Sprache so beherrscht. Aber wenn man eine Sprache schön findet, dann genießt man es sicher schon, auch nur ein paar Brocken zu können. Wenn ich in ein Land fahre, möchte ich eigentlich gern höflich sein können – guten Tag, auf Wiedersehen, viele Dank. Smalltalk wäre nett, aber das geht bei mir nur in sehr wenigen Sprachen.

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  6. Oh toll! Japanisch möchte ich auch gerne lernen. Leider gibt es vor Ort keinen vernünftigen Kurs, und die Schriftzeichen sind eine große Hürde beim Selberlernen. Ich hör öfter japanische Musik, da gewöhnt man sich schon mal an den Klang. Eine schöne Sprache. ❤

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    • Das mit den Schriftzeichen stimmt definitiv. Irgendwie ist es wohl auch nicht so sinnvoll, sie ohne irgendeinen Zusammenhang zu lernen. Andererseits könnte ich mir gut vorstellen, dass man mit dem Kurs von Pons ganz gut zurechtkommt, wenn man sich Zeit lässt und gnädig mit sich selbst ist. In 4 Wochen ist es natürlich nicht zu machen, aber Schritt für Schritt vielleicht. Die Sprache zu hören ist definitiv auch eine gute Idee. Viel Erfolg.

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      • Erst habe ich überlegt, inwieweit ein Mahjong-Spiel helfen sollte. Aber ich glaube, jetzt habe ich es verstanden – helfen beim Lernen der Zeichen? Ja, hört sich gut an. Es gibt auch ein paar Apps, die helfen, z. B. Hirgana Learn Japanese bzw. Katangana Learn Japanese. Hier kann man die Zeichen schreiben lernen. Am Anfang geht es mühselig, dann aber besser. Passend dazu gibt es (aus meiner Sicht) einen Spickzettel für diese Zeichen: Memory Hint Hirgagana bzw. Memory Hint Katagana. Für die Kanjis ist es schon schwieriger, etwas Passendes zu finden. Da muss sicher jeder seinen eigenen Stil finden. Derzeit arbeite ich mit WaniKani – ist aber ab Level 4 kostenpflichtig (soweit bin ich aber noch nicht). Allerdings fehlen dann noch die Grammatik und die Fähigkeit, richtige Sätze zu bauen.

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  7. Mir ist es auch wichtig, zumindest die wichtigsten Ausdrücke in der jeweiligen Sprache zu können. In China z.B. übte ich auch vor Ort jeden Tag. Viel ist leider seither nicht mehr übrig geblieben. Ich finde es aber unmöglich, in ein Land zu reisen, ohne wenigstens grüßen und sich bedanken zu können. Ist meiner Meinung nach auch einfach respektlos der anderen Kultur gegenüber. (Abgesehen von der Verständigung an sich- Wörterbuch ist immer mit dabei.. 🙂 ) Da wünsche ich Dir alles erdenklich Gute und viel Erfolg beim lernen und natürlich wahnsinnig tolle Eindrücke im Sommer und ganz lieben Dank fürs Folgen ❤ – Glg Herta

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