Prima Klima? oder Prima Klima!

Wie sauber muss es um uns herum sein?

Frühjahrsputz. 1001 Putzmittel in den Regalen. Wegwerftücher und -lappen. Hinweise, wann ein Fußbodenwischlappen ausgetauscht gehört…

Wer legt eigentlich fest, wie oft und auf welche Weise wir saubermachen müssen? Machen wir das wirklich nur, damit wir uns wohlfühlen?

Da höre ich doch immer mal wieder das Wort „Schwiegermutteralarm“, was bedeutet, dass saubergemacht werden muss, weil die Schwiegerleute sich zu Besuch angekündigt haben. Wenn es doch ohne angekündigte Schwiegereltern gemütlich und zum Wohlfühlen war, warum muss dann plötzlich saubergemacht werden? Weil man sich vor Anderen nicht blamieren oder als die Drecksau gelten möchte? Also noch einmal die Frage: Wer legt eigentlich fest, wie oft und auf welche Weise wir saubermachen müssen?

Vor Jahren hörte ich mal einen Bericht. Es ging um eine Art Ausbildung für verwaiste Mädchen damit sie lernen, ihren Haushalt zu führen. Dort wurde vermittelt, dass in jeden Mülleimer eine Plastiktüte gehört. Und ja, auch im Büro gab es über Jahre hinweg Plastiktüten in den Mülleimern. Inzwischen werden sie (wenigstens) im Papierkorb weggelassen. Nicht, dass früher immer alles besser war, aber „DAMALS“ haben wir eine Zeitung unten in den Mülleimer gelegt. War sie versifft, wurde sie mit ausgewechselt. Ansonsten blieb sie – naja, eben bis sie versifft war.

Ich denke, gerade unsere Anforderungen an Sauberkeit sind sehr vom sozialen Umfeld bestimmt und anerzogen. Wie oft wir die Bettwäsche wechseln. Wir oft wir die Handtücher wechseln. Wie lange wir Putzlappen verwenden. Wie scharf die Reinigungsmittel sein müssen. Wie oft gewischt, gefegt oder Staub gesaugt werden muss. Wir lernen das von zu Hause auf und behalten es dann bei. Wir kennen es so und also ist es für uns richtig. Halten wir doch aber einmal inne und spüren unserem wirklichen Bedarf an Reinlichkeit nach. Was davon ist wirklich UNSER Anteil und wie viel ist gedachte/antizipierte Anforderung von außen?

Vielleicht kann man auch mal ein kleines Experiment machen: Wie lange hält man es aus, nicht zu saugen, zu fegen und/oder zu wischen? Wie viele Tage hält man es in einem nicht frisch bezogenen Bett aus? Und wenn man das Gefühl hat, es geht nicht mehr – ist es das eigene Gefühl oder doch eher die Angst, dass es ein/e Außenstehende/r mitbekommen könnte?

Natürlich stehe auch ich unter dem Druck, was denn die Anderen wohl sagen mögen. Und so bin ich immer wieder beruhigt, wenn ich Freunde und/oder Bekannte von Wollmäusen erzählen höre. Naja, sie bilden sich doch eh nur in den Ecken, die keiner benutzt. Dann kann sich dort auch keiner den Drecktod holen 😉 Aber wenn sie anfangen, sich im Zimmer zu verteilen, na, dann ist vielleicht doch mal der Griff zum Besen angesagt.

Nur zur Klarstellung: Es gibt Menschen, die besondere Hygiene und Sauberkeit aufgrund bestimmter Krankheiten brauchen. Ja, hier sollte alles nur denkbar Mögliche getan werden, dass diese Menschen nicht zusätzlich durch Staub oder einen Anflug von Keimen belastet werden. Völlig klar.

Aber ansonsten: Relaxen wir mal ein bisschen und genießen die Zeit, die frei wird, wenn wir nicht jedem Staubfusselchen nachjagen.

zum letzten Beitrag

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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32 Gedanken zu “Prima Klima? oder Prima Klima!

    • Danke für Deine Zustimmung. Gerade wegen der letzten beide Punkte (Menschen- und Umweltfreundlichkeit) wollte ich es eigentlich unter dieser Rubrik behandeln. Naja, der letzte Satz zielt natürlich in Richtung Zeitersparnis. Aber das wäre doch ein schöner Nebeneffekt von Klimafreundlichkeit.
      Dir auch liebe Grüße und gute Wünsche

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    • ***lächel*** Gab es da nicht nach der Wende Untersuchungen über Allergien von Kindern in Kitas gegenüber Kindern nicht in Kitas?
      Man macht ja heutzutage gar keinen großen Dreck mehr – naja, in Abhängigkeit davon, wo und was man arbeitet – da muss man eben auch nicht mit heftigen Mittelchen ran. Und Lavendel duftet lecker.

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  1. Es gibt auch Menschen mit einer regelrechten Putz-SUCHT.
    Da gehst in einen Raum, traust gar nix angreifen und fühlst dich einfach nicht wohl.
    Bei manchen steht vielleicht mal auf dem Grabstein: „Sie(Er) hatte es immer schön sauber, man hätte direkt auf dem Fußboden essen können.
    Wie auch immer, es gibt eine Vielzahl von Süchten – Alkohol, Nikotin, Putzsucht, Smartphone/Internet/Technik-Sucht, Spielsucht, Arbeitssucht, uvm.
    Die Dosis macht das Gift.
    Wir sind auf viele Dinge und Verhaltensweisen von klein auf konditioniert, da gilt es auch mal loszulassen um einen Mehrwert im LEBEN zu erlangen.
    Letztens habe ich ein Video von Kurt Tepperwein gesehen, angeblich muss man etwas Neues, eine neue Verhaltensweise 21x machen um das Verhalten umzustellen. Wirst du nach 7x oder 15x bereits wieder „rückfällig“ dann geht das Ganze wieder von vorne los. Er meinte, dass er manche Dinge hunderte Male gemacht hat um eine Veränderung herbeizuführen.

    Gefällt 4 Personen

    • Nun ja, es dauerte ja auch eine Weile, bis wir unsere ursprünglichen Gewohnheiten aufgebaut hatten. Da muss man schon damit rechnen, dass das Verlernen bisheriger und das Erlernen neuer Gewohnheiten eben auch dauert. Hinsichtlich der Anzahl habe ich da verschiedene Angaben gehört. Aber das kommt sicherlich auch auf die Gewohnheit an. Die Journals, die neue Gewohnheiten etablieren helfen, gehen immer von 100 Tagen aus. Beim Rauchen würde ich 21 Tage ebenfalls für wenig halten. Aber wirklich Ahnung habe ich da nicht.

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  2. Hach, du sprichst mir aus der Seele! Ich finde auch, man spürt es doch, wenn ’s langsam nötig wird. Danach richte ich mir vor allem und spare damit auch einiges, was sonst in die Umwelt abfließt oder in den Müll kommt. Herzlich, Petra

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  3. Wenn man mit seinem eigenen Dreck auf du und du ist, geb ich dir recht.
    Aber, du bewegst dich draußen, holst Sachen von draußen. Da hab ich leider gar gruselige Dinge gesehen:
    Im Laden wurde die Fußmatte beim Putzen angefasst und nicht nur oberflächlich. Danach wurden sich nicht die Hände gewaschen, bevor man mit offenen Lebensmitteln hantiert hat. Das war eine ganz normale, sicher höchst saubere Frau, die genervt war, als ich sie darauf angesprochen habe.
    Anderer Laden: Ebenso eine Fußmatte wurde auf das Laufband an der Kasse gelegt.
    Weiterer Laden: Die Fußmatte wurde über die Einkaufswagen gelegt, natürlich über die Handgriffe auch.
    Das find ich eklig.
    Warum: Ich sah auch schon Leute auf den Boden kotzen. Auf den Boden pissen im Laufen direkt auf den Weg. Auf den Boden spucken, von Untiefen hochgerotztes hinspotzen. Und wir alle laufen da drauf rum.
    Selbst wenn es keine Viren und Bakterien gäbe, gibt es
    Pilze
    Parasiten
    und die verdammt ekligen unangebrachten Ausscheidungshinterlassenschaften fremder Menschen.
    Und deshalb ist mir noch viel zu wenig Hygiene hier.

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    • Danke für Deinen umfangreichen Kommentar und den Hinweis darauf, dass die Reinlichkeit außerhalb des eigenen Wohnbereiches noch einmal ganz andere Anforderungen stellt. Dem kann ich voll und ganz zustimmen.
      Und sicher möchte man sich das nicht in die Wohnung schleppen. Da hilft dann sicherlich, in ein paar Hausschuhe zu schlüpfen, um das Problem deutlich zu mildern.

      Gefällt 2 Personen

  4. P.S. Ich sah auch einen Menschen in einem Restaurant auf dem Esstisch mit seinen Straßenschuhen, weil er an einer Lampe fummeln musste. Der Tisch wurde nicht abgewischt.
    muss man wissen, ne. Besonders mit Allergien. (Schild wurde auch nicht aufgestellt. :ironie:)

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    • Liebe Andrea,
      herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ja, ich bin auch froh, dass wir die Freiheit haben, eigene Entscheidungen zu treffen. Aber das, was man zu einer Zeit als Grenzen empfindet, muss nicht auf alle Zeiten festgeschrieben sein. Und es ist eben auch zu einem bestimmten Teil anerzogen. Mal hinschauen, ob die gewohnten Grenzen die tatsächlichen Grenzen sind, schadet ja nicht. Und wenn man zu dem Schluss kommt, dass sie es sind, dann ist das eben so. Entscheidungen sind revidierbar und sollten insbesondere dann revidiert werden, wenn sich die Bedingungen ändern. Aber immer: nicht unbedacht und nicht nach Vorschrift.
      Liebe Grüße und auch Dir einen schönen Tag
      Belana Hermine

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  5. Ich bin Bayerns schlechteste Hausfrau, und habe dennoch bis jetzt ganz gut überlebt. 😉 Und man muss bei mir nicht vom Boden essen können, da ich Tische und Stühle habe. 😉
    Angeblich gibt es eine Tante von mir, die bei jedem Besuch eines jüngeren Familienmitglieds ins Schlafzimmer gehen und dort nachsehen würde, ob die Schränke sauber sind und die Wäsche ordentlich eingeräumt ist. Diese Frau würde bei mir nicht einmal „Piep!“ sagen können, schon würde sie bei mir wieder draußen stehen. 😀

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    • Oh wow, ich glaube, das wäre der letzte Besuch dieser Dame. Das ist ganz allgemein völlig übergriffig – nicht nur in Bezug auf Saubermachen. Naja, ich hatte auch mal Besuch, der, obwohl ich schon extrem sauber gemacht hatte, meinte, bei mir saubermachen zu müssen, um die Tage bei mir zu überleben. Tja, gibt schon krasse Sachen auf dieser Welt.

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  6. […] Auffällig war die große Dichte an Eichhörnchen, die aufgrund der hofen Temperatur fern jeder Winterschläfrigkeit putzmunter über die Wiesen, die Bäume hinauf- und wieder hinab huschten. Wer wird sich außerdem wundern, dass die ersten Schneeglöckchen bereits in voller Blüte stehen und viele Krokusse ihre Köpfchen zeigen. An manchen Haselsträuchen hat zudem bereits die Blüte begonnen und so manche Weide lässt bereits ein klitzekleines bisschen ihres kuschligen Kätzchenweiß sehen, während manche Zierkirschen seit dem Herbst in ununterbrochener Dauerblüte stehen. Ich spare mir an dieser Stelle schlussfolgernd-mahnendes Zeigefingerheben, die bei den meisten meiner Leserinnen und Leser renne ich mit dem Thema Klimawandel, Klimaschutz und Artensterben offene Türen ein; wird Zeit, dass wir alle miteinander unseren Hintern vom Sofa erheben. In diesem Zusammenhang möchte ich Euch gerne zwei Beitragsreihen bei Belana Hermine empfehlen, und zwar >>Schlaf Menschlein Schlaf<< und >>Prima Klima? oder Prima Klima!<<. […]

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